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 PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah

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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 14 Feb 2016, 21:30

// Natürlich ;D Sonst bräuchte es gar keinen Titel ^^ Und ich finde, der Titel passt ganz gut zu unserem PRS Smile Haha xD Solange Flo nicht ewig ein Psychopath bleibt, hab' ich nichts dagegen ;P Also, wenn dich das stört, kann ich mir Mühe geben, das in Zukunft zu ändern Smile Ich verstehe, was du meinst - sonst wäre sie ja sehr egoistisch, und das passt eigentlich gar nicht zu ihr ^^ Und wenn du böse sein willst, darfst du auch böse sein ;D

Amy
Als wir in der Küche ankamen, bestand der Polizist darauf, dass ich mich hinsetzte. Dann nahm er ein Glas aus einem der Schränke, füllte es mit Leitungswasser und stellte es vor mich hin. Dankbar nahm ich einen Schluck und versuchte dabei, mich einigermassen zu beruhigen. Während ich immer wieder am Glas nippte, setzte sich der Polizist zu mir und förderte einen Notizblock und einen Stift zutage. "Gut, sind Sie bereit?", fragte er nach einer Weile. Ich nickte. Wahrscheinlich wäre ich nie bereit für dieses Gespräch, aber ich musste es hinter mich bringen. Darum herumkommen würde ich nicht. "Als Erstes bräuchte ich Ihre Personalien." Okay, das konnte ich schaffen. Das war der einfache Teil. "Mein Name ist Amanda Liliane Fleming, aber von den meisten Leuten werde ich Amy genannt. Ich bin siebzehn Jahre alt..." Der Polizist unterbrach mich. "Ihnen ist bekannt, dass wir Ihre Erziehungsberechtigten benachrichtigen müssen, weil Sie minderjährig sind?" Das war mir nicht bewusst gewesen, aber da Papa - und dadurch auch Luke - früher oder später doch alles erfahren würden, nickte ich. Der Polizist machte sich eine Notiz und forderte mich dann mit einem Nicken auf, fortzufahren. Ich nannte ihm mein Geburtsdatum, meine Adresse und alles andere, das der Polizist noch wissen wollte. "Wie stehen Sie zu den drei Männern im angrenzenden Raum?" Jetzt kam der schwierigere Teil. Ich holte tief Luft. "Florian, der junge Mann mit der Wunde an der Seite, ist mein bester Freund. Wir kennen uns seit dem Kindergarten. E... Er... ist einer der wichtigsten Menschen in meinem Leben." Erst, als ich es aussprach, wurde mir das richtig bewusst. Ich pflegte zwar manchmal zu sagen, dass ich ohne ihn nicht leben könnte - aber das war eine ernstere Angelegenheit, als mir lieb war. Und er bedeutete mir auch unheimlich viel. Was, wenn Ty ihn schlimmer verletzt hätte? Vielleicht sogar tödlich? Ich wollte gar nicht daran denken. Hastig fuhr ich fort: "Sascha, mit der Wunde im Oberschenkel, ist Florians bester Freund. Wir kennen uns auch schon ziemlich lange, aber mit ihm habe ich nicht so viel zu tun wie mit Florian. Trotzdem verstehen wir uns eigentlich gut." Nachdem der Polizist sich weitere Notizen gemacht hatte, sah er auf. "Und was ist mit dem dritten Mann?" Oh Gott. Er meinte Ty. Auf einmal konnte ich nicht mehr sprechen. Meine Kehle war wie zugeschnürt. Und ehe ich mich versah, begann ich wieder zu weinen. Es war mir unheimlich peinlich, aber ich konnte einfach nicht anders. Der Polizist drückte ein Taschentuch in meine Hand. "Schon gut. Wissen Sie was? Ich werde eine Kollegin von unten kommen lassen. Vielleicht fällt es Ihnen leichter, mit einer Frau darüber zu sprechen als mit einem Mann." Ich konnte nur nicken und wischte mit dem Taschentuch ein paar Tränen fort. Der Polizist griff nach einem Funkgerät und sprach hinein. Dann legte er es wieder beiseite. Bis zum Eintreffen seiner Kollegin blieb er bei mir, wofür ich ihm sehr dankbar war. Ich glaubte, das Schlimmste, was mir im Moment passieren könnte, war, alleine zu sein. Die Polizistin lächelte mich freundlich an und setzte sich dann hinter den Notizblock, während der andere Polizist verschwand. "Gut, machen wir weiter. Wollen Sie mir erzählen, wie Sie zu dem dritten Mann in diesem Raum stehen?" Es fiel mir nicht leicht, aber es gelang mir, der Polizistin die wichtigsten Informationen zur Beziehung zwischen Ty und mir zu übermitteln. "T... Ty ist... war... mein Freund. Wir haben uns vor ein paar Wochen kennengelernt, im Krankenhaus. E... Er ist Arzt. E... Er hat sehr f... fürsorglich und freundlich auf mich gewirkt. Charmant. Ich habe ihn geliebt, und ich dachte, er liebe mich auch. A... Aber dann..." Ich schluckte. Ich konnte nicht weiter sprechen. "Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen", meinte die Polizistin in einem ruhigen Tonfall zu mir. Ich nickte, wischte mir die neuen Tränen fort und sprach weiter. Nach kurzem Zögern erzählte ich der Polizistin alles. Angefangen bei Tys 'Überraschung', die übel für mich geendet hatte, bis hin zu dem Augenblick, in dem die Polizei und die Sanitäter seine Wohnung gestürmt hatten. Ich beschönigte nichts, ich liess nichts aus, ich versuchte, so nahe bei der Wahrheit zu bleiben wie möglich. "Und warum haben Sie das alles mitgemacht?", wollte die Polizistin wissen. Es war eine gemeine Frage. Ich hatte gar nichts mitmachen wollen. Aber ich sah auch ein, dass ich früher hätte reagieren müssen. "T... Ty... Er hat mich erpresst. Er hat gesagt, er werde meinem Hund, Cookie, etwas antun, wenn ich nicht jeden Tag bei ihm vorbeikäme. Und heute Nachmittag hat er gedroht, meinem besten Freund etwas anzutun. Und das hat er auch getan." Ich schluckte. Unweigerlich wurde ich an den Moment erinnert, in dem Ty das Messer in Florians Seite rammte. Es war schrecklich gewesen. Auf einmal bekam ich Angst. Angst um Florian. Natürlich sorgte ich mich auch um Sascha, aber er stand mir nicht so nahe wie mein bester Freund. Was, wenn das Messer tiefer eingedrungen war als gedacht? Was, wenn die Beiden schlimmer verletzt waren, als ich annahm? Und da war noch ein anderer Aspekt: Sie hatten Ty niedergeschlagen. Konnten sie dafür bestraft werden? Ich musste es wissen. "Ich habe eine Frage...", begann ich. Die Polizistin lachte leise. "Normalerweise bin ich es, die Ihnen Fragen stellt. Aber nur zu. Fragen Sie ruhig." Ich holte nochmals tief Luft. "K... Können Florian und Sascha dafür bestraft werden, dass sie Ty verletzt haben?" Die Polizistin überflog nochmals ihre Notizen, bevor sie mich ansah. "Wir werden Ihre Aussage mit der der anderen Beteiligten vergleichen. Aber wenn sich die Aussagen überschneiden, sollten die beiden Herren nichts zu befürchten haben. Laut Ihren Informationen haben sie hauptsächlich aus Notwehr gehandelt, und darum können sie nicht bestraft werden." Erleichtert seufzte ich auf. Ich würde es mir nicht verzeihen, wenn Florian und Sascha wegen mir in ein Strafverfahren verwickelt werden würden. Die Polizistin klappte ihren Notizblock zusammen. "Es ist nicht nötig, dass Sie noch mit aufs Revier kommen. Ich würde Ihnen allerdings empfehlen, sich im Krankenhaus untersuchen zu lassen", erklärte sie mir. "Falls noch Fragen auftauchen sollten, werden wir Sie kontaktieren. Sie hören von uns." Mit diesen Worten liess sie mich alleine. Ich trank das Glas aus, dann stand ich auf und lief zum Schlafzimmer hinüber. Sascha wurde auf dem Bett versorgt und vernommen, Florian schien mit der Vernehmung bereits fertig zu sein. Ein Sanitäter kümmerte sich um die Wunde an seiner Seite. Zaghaft ging ich zu Florian hinüber. Beim Anblick des Verbandes, den der Sanitäter um ihn gewickelt hatte, musste ich schlucken. Ich zögerte nur einen Moment, dann griff ich nach seiner Hand. Die schien nicht blutverschmiert zu sein, und ich konnte zum Glück auch auf dem Rest seines Körpers kein Blut mehr sehen. Vorsichtig drückte ich Florians Hand und sah ihm in die Augen. "Und? Wie geht es dir? Tut es sehr weh?", erkundigte ich mich mit leiser, unsicherer Stimme. Ich hatte ein schlechtes Gewissen, dass ich mir erst jetzt richtig Sorgen um meinen besten Freund zu machen begann. Das hätte ich schon viel früher tun sollen. Ich bemerkte nicht, dass ich noch immer den Verlobungsring trug, den Ty mir vor ein paar Stunden an den Finger gesteckt hatte. Er befand sich am Ringfinger der Hand, mit der ich nach Florians Hand gegriffen hatte.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 20 Feb 2016, 14:14

//Oder "Bitte Titel selbst ausdenken" xD Neee...das hat er nicht vor Very Happy So war das nicht gemeint! Ist ja sonst auch nicht so, mir fiel es nur eben in den letzten 2 Beiträgen oder so auf Wink Ich habs nur gesagt, weils eben überhaupt nicht zu ihr passt Wink Okay...Flo's Verhalten hat auch nicht zu ihm gepasst o.O Wir sind da irgendwie von unseren Charaktern abgekommen xD

Florian
Der Polizist hatte sich für meine Auskunft bedankt. Ich nickte nur. Eigentlich war das doch selbstverständlich, oder nicht? Zumindest hieß es in den Filmen immer, dass man ein Recht auf Schweigen hatte, aber das brachte mir doch nichts? "Ich und meine Kollegen werden aufs Revier fahren und Ihre Aussage, sowie die Ihrer Freunde miteinander vergleichen und überprüfen. Aber nach aktuellem Sachstand sieht es so aus, dass es zu einer Anzeige kommen wird. Eventuell wird der Herr, den Sie verletzt haben, auch Anzeige gegen Sie erstatten. Wenn sich Ihre Aussagen decken, wird es für Sie aber keine schlimmen Konsequenzen haben. Aber das kann man jetzt noch nicht genau sagen. Sie werden auf jeden Fall von uns hören.", informierte mich der Beamte. Ich nickte. "Alles klar.", erwiderte ich. Der Polizeibeamte verabschiedete sich und gesellte sich kurz zu seinem Kollegen bei Sascha. Dieser war mit der Vernehmung offenbar auch fertig. Oder zumindest so gut wie fertig. Mein Blick glitt zur Tür, zu der meine beste Freundin herein kam. Sie kam langsam zu mir. Ich wünschte mir nur, endlich aus diesem Haus raus zu kommen. Nicht nur, weil ich hier verwundet wurde und Amy irgendwelche schlimmen Dinge getan wurde, auch, weil es nicht  meines war. Weil es komplett fremd war und ich dafür schon viel zu lange hier saß. Amy kam zu mir, sagte jedoch nichts. Sie nahm meine Hand und sah mich an. Ich spürte etwas kaltes meine Finger berühren. Es war jedoch definitiv nicht Amy's Hand. Meine beste Freundin fragte mich, wie es mir gehe und ob es sehr weh tun würde. Dabei sprach sie sehr leise und klang unsicher. Ich lächelte sie aufmunternd an. "Halb so wild. Ein Hoch auf das Adrenalin.", antwortete ich ihr. Ich war meinem Körper noch immer dankbar. Mein Hirn hatte noch so viel zu verarbeiten, dass ich keine Zeit hatte, über Schmerzen oder ähnliches nachzudenken. "Wie geht's dir?", fragte ich meine beste Freundin und drückte ihre Hand leicht. Dabei spürte ich etwas metallenes. Ein kleines Stück, von dem die Kälte ausging. Ich sah herab und entdeckte einen Ring an Amy's Hand. "Was ist das?", fragte ich und deutete kurz darauf. Wahrscheinlich wusste sie sowieso, wovon ich sprach. Es war im Grunde nichts außergewöhnliches, dass Frauen Ringe trugen. Aber Amy trug selten Ringe und die wenigen, die sie trug, kannte ich. Dieser passte überhaupt nicht dazu. Und auch nicht zu ihr. Wahrscheinlich musste er von Ty sein. Dass es ein Verlobungsring war, ahnte ich nicht. Auf den Gedanken kam ich nicht mal, da Amy viel zu jung dafür war. Und ich mir nicht vorstellen konnte, dass sie einen Menschen nach so kurzer Zeit heiraten wollte. Neben mir räusperte sich der Sanitäter leise. "Es tut mir Leid, sie zu stören, aber wir müssten sie alle ins Krankenhaus bringen.", er wandte sich zu Amy. "Sie auch. Zur Sicherheit. Routineuntersuchungen. Natürlich könnten Sie es auch verweigern, aber ich würde davon abraten.", erklärte er ihr. Er richtete sich auf. "In der Regel müssten wir für jeden von Ihnen einen eigenen Krankenwagen anfordern, ich vermute aber, dass zwei ausreichend wären. Wir hatten Informationen über drei Verletzte. Einer ist schon mit dem niedergeschlagenen Mann im Krankenhaus. Sie beide packen wir in einen.", informierte uns der Sanitäter weiter. Ich nickte. Es war mir klar, dass es notwendig war, uns ins Krankenhaus verbringen. Sascha's und meine Wunde wurden hier nur erst versorgt. Ich hatte die Vermutung, dass wir genäht werden mussten. Außerdem könnten Nerven oder Muskeln beschädigt sein, das konnten sie nur im Krankenhaus feststellen. "Können Sie gehen?", fragte er mich. Ich nickte und stand auf. Natürlich spürte ich, dass etwas an meiner Seite nicht so war, wie immer, aber ich konnte damit umgehen. Ich warf einen Blick zu meinem besten Freund, der sich mühsam aufrappelte und auf dem Weg nach draußen von einem Sanitäter gestützt wurde.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 20 Feb 2016, 15:51

// Haha xD Das wär' mal was: ein PRS/eine Geschichte/was auch immer, wo man sich den Titel selbst ausdenken muss ^^ Guut xD Du hast Recht, wir sind wirklich etwas abgekommen o.O Aber das könnte auch etwas mit der aussergewöhnlichen Situation zu tun haben - die jetzt zum Glück vorbei ist ^^

Amy
Auf meine Frage, wie es ihm gehe und ob es sehr weh tue, antwortete Florian als Erstes mit einem aufmunternden Lächeln. Es war nicht sein typisches Grinsen. Das verriet mir, dass es ihm nicht ganz so gut ging, wie er tat. Aber sein Lächeln beruhigte mich ungemein. Ich konnte von ihm auch nicht erwarten, dass er nach dem, was passiert war, so tat, als sei alles in Ordnung. Das war es definitiv nicht. Innerlich schluckte ich bei diesem Gedanken. Florian meinte nun, es sei halb so wild, und sprach ein Hoch auf das Adrenalin aus. Offenbar hatte er nicht allzu grosse Schmerzen - dank dem Adrenalin. Wahrscheinlich würden die Schmerzen jedoch noch kommen. Oh je. Ich hoffte nur, er würde rechtzeitig Schmerzmittel bekommen. Ich wollte nicht, dass Florian - und auch Sascha, natürlich - noch mehr leiden mussten. Ein paar Augenblicke später fragte Florian, wie es mir gehe, und drückte dabei leicht meine Hand. Ich überlegte bereits, wie ich ihm antworten sollte, ohne dabei zu lügen, als Florian innehielt, auf meine Hand heruntersah und fragte, was das sei. Ich folgte seinem Blick - und erkannte den Ring an meinem Finger. Beim Gedanken an meine erzwungene Verlobung mit Ty wurde mir schlecht. Ich sah nicht, dass ich merklich blasser wurde. Hastig wandte ich den Blick ab und dachte fieberhaft darüber nach, was ich Florian bloss antworten sollte, als mich einer der Sanitäter rettete. Er stand neben Florian und räusperte sich nun. Ich hob den Blick. Der Sanitäter meinte, es tue ihm Leid, uns zu stören, aber sie müssten uns alle ins Krankenhaus bringen. Danach wandte er sich mit einem 'Sie auch' an mich. Er fügte hinzu, es sei zur Sicherheit, Routineuntersuchungen. Natürlich könne ich die Behandlung auch verweigern, aber er würde davon abraten. Nachdem er sich aufgerichtet hatte, erklärte er noch, dass sie für jeden von uns einen eigenen Krankenwagen anfordern müssten, er vermute aber, dass zwei ausreichend wären. Sie hätten Informationen über drei Verletzte gehabt. Ein Krankenwagen sei schon mit dem niedergeschlagenen Mann - damit meinte er wohl Ty - im Krankenhaus. Uns beide, er meinte Florian und mich, würden sie in einen packen. Florian nickte, also tat ich es ihm gleich. Einerseits war ich froh, mit meinem besten Freund mitfahren zu können, so könnte ich ihm weiterhin beistehen. Andererseits fürchtete ich mich davor, ihm von Ty und dem, was er mir angetan hatte, erzählen zu müssen. Ich hoffte, er würde das Thema nicht vor den Sanitätern ansprechen. So, wie ich Florian kannte, würden die Fragen aber unweigerlich kommen. Ein paar Momente später fragte der Sanitäter Florian, ob er gehen könne. Daraufhin nickte Florian wiederum und stand auf. Er wirkte dabei wesentlich standfester, als ich es befürchtet hatte. Darüber war ich erleichtert. Zur gleichen Zeit rappelte sich Sascha hoch und wurde von einem Sanitäter gestützt, als er das Schlafzimmer verliess. Mit der Wunde im Oberschenkel konnte er nicht gut gehen. Er tat mir Leid. Wieder begann ich, mir Sorgen um Florian und Sascha zu machen. Ich hoffte sehr, ihre Verletzungen würden ihnen nicht zu sehr zusetzen. Nach ein paar Momenten fiel mein Blick auf meine Hand. Mein bester Freund und ich hielten uns immer noch fest. "Bitte, lass' mich nicht los", flüsterte ich, so dass nur Florian mich hören konnte. Ich glaubte, ich würde es ohne ihn nicht schaffen, diesen Ort zu verlassen. Als der Sanitäter sich nach uns umsah, setzte ich mich in Bewegung. Auf dem Weg nach draussen umklammerte ich Florians Hand. Ich konnte ihn nicht loslassen. Als wir an die frische Luft traten, atmete ich tief ein. Ich war frei. Endlich. Ich musste mich zusammenreissen, um nicht in Tränen auszubrechen. Ich hatte mein Leben zurück. Aber das, was Ty mir angetan hatte, konnte ich nicht so schnell vergessen.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 20 Feb 2016, 16:20

//Ich glaub, da wär ich schon zu faul dafür...dann hats halt keinen Titel xD Ja....wir schieben es auf die Situation Very Happy

Florian
Amy hatte mir auf keine meiner Fragen geantwortet. Sie hatte auch keine Zeit dazu gehabt, der Sanitäter hatte uns unterbrochen. Vielleicht war das besser so. Als ich Amy auf den Ring angesprochen hatte ich beobachtet, wie blass sie wurde. Sie hatte den Blick schnell abgewandt. Ich vermutete, dass es irgendetwas mit Ty zu tun haben musste. Und das tat ihr nicht gut. Das konnte ihr nicht gut tun. Meine beste Freundin hatte ebenfalls genickt, als der Sanitäter gesagt hatte, dass wir beide im gleichen Krankenwagen transportiert werden würden. Der Sanitäter ging uns voraus, jedoch langsamer, da Sascha den Weg blockierte. Ich meinte das keineswegs übel, aber er war mit seinem verbundenen Oberschenkel nicht der schnellste. Unweigerlich fragte ich mich, wie wir den Einkauf erledigen sollten. Würden wir überhaupt noch einkaufen gehen? Ich musste meinen Wagen so oder so wieder fahren. Und ich wusste nicht, ob Sascha die alljährliche Silvesterparty absagen würde. Das glaubte ich aber nicht. Das passte nicht zu ihm. Nicht zu uns. Auch nicht nach dieser Situation. Ich war schon ein paar Schritte gegangen, als ich Amy's Stimme hörte. Sie war kaum mehr als ein Flüstern und bat, sie nicht los zu lassen. Ich nickte kaum merklich und drückte ihre Hand etwas fester. Es dauerte eine Weile, bis wir draußen standen. Ich hörte, wie meine beste Freundin tief einatmete und schloss kurz die Augen. Es war ein gutes Gefühl, diese Wohnung zu verlassen und zu wissen, dass ich nie wieder hier her kommen würde. Außer kurz, um mein Auto zu holen. Aber das zählte nicht. Sascha stand direkt vor mir, während die Sanitäter diskutierten, wer in welchen Wagen gesteckt wurde und in welches Krankenhaus sie fahren würden. Wahrscheinlich an das nächst gelegene. Außerdem waren an das Krankenhaus noch einige Informationen über die Patienten - uns - abzugeben. Sascha drehte sich zu uns um. "Man, bin ich froh da draußen zu sein.", sprach er meine Gedanken aus. Ich nickte und sah mich nach meinen Wagen um. Er stand unberührt dort, wo ich ihn abgestellt hatte. Hatte ich ihn abgeschlossen? Es war sowieso nichts wertvolles darin. Schaufel und Eisenstange lagen in der Wohnung oben oder wurden von der Polizei als Beweismittel gesichert. Ich wollte sie nicht mehr wieder haben. Ich brauchte sie nicht. "Wie sieht's mit heute Abend aus?", fragte ich meinen besten Freund, um uns ein wenig von dieser Situation abzulenken. Dieser zuckte mit den Schultern. "Eigentlich hab' ich nicht vor, das abzusagen. Ich glaube, ich brauch das heute Abend. Aber mal schauen, wie es uns nach unserem Krankenhausbesuch geht.", antwortete er mir. So, wie ich es mir gedacht hatte. "Okay, einsteigen!", rief einer der Sanitäter und ich nickte Sascha kurz zu, ehe wir uns auf die Krankenwagen aufteilten.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 20 Feb 2016, 16:49

// Haha xDD Okay, machen wir es so Very Happy

Amy
Auf meine Bitte, mich nicht loszulassen, hatte Florian nur ganz leicht genickt und hatte meine Hand gedrückt. Ich war ihm unglaublich dankbar dafür, dass er für mich da war. Eigentlich war er immer für mich da. Nur war das nach unserem Streit sicherlich schwieriger für ihn gewesen. Ich konnte mir auch vorstellen, dass es ihm schwer gefallen war, hierher zu kommen. Nachdem ich ihn vor ein paar Tagen so angefaucht hatte. Hatte er damals schon geahnt, was Ty mir antat? Wahrscheinlich nicht. Ansonsten hätte Florian alles getan, um Ty von mir fernzuhalten, davon war ich überzeugt. Ich war erleichtert, dass er meine kurze Nachricht ernst genommen und hierher gekommen war. Sonst... Ich wusste nicht, ob ich heute überhaupt noch nach Hause gekommen wäre. Wieder einmal wurde mir bewusst, wie viel mein bester Freund mir bedeutete - nur, dass es dieses Mal vollkommen anders war. Ich liess meine Gedanken schweifen, wurde davon aber nur noch mehr verwirrt. So gab ich es schnell wieder auf. Ich kehrte wieder in die Realität zurück. Während die Sanitäter diskutierten, drehte sich Sascha, der vor uns stand, zu uns um. Er sprach ein 'Mann' aus und meinte, er sei froh, da draussen zu sein. Ich konnte ihm nur zustimmen. Es tat mir Leid, dass er und mein bester Freund in diese Sache hineingezogen worden waren. Nicht nur das, sie waren auch noch verletzt worden. Zum Glück schien es beiden den Umständen entsprechend gut zu gehen, und ich war unglaublich froh, dass der Spuk vorbei war. Zumindest vorerst. Aber mit den Folgen würden wir alle leben müssen. Florian neben mir nickte und sah sich um. Ich folgte seinem Blick und erkannte schliesslich seinen Wagen. Natürlich, er war hergefahren. Aber jetzt würde er seinen Wagen stehen lassen müssen. Mit seiner Verletzung konnte er schlecht fahren, Sascha mit seinem Bein noch weniger. Ich hätte gerne angeboten, Florians Auto zum Krankenhaus zu fahren, immerhin war ich praktisch unverletzt - körperlich. Doch ich konnte nicht fahren. Damit musste ich bald beginnen. Florian riss mich aus meinen Gedanken, als er Sascha fragte, wie es mit heute Abend aussehe. Sascha zuckte mit den Schultern und meinte, eigentlich habe er nicht vor, das abzusagen. Er glaube, das brauche er heute Abend. Aber sie würden mal schauen, wie es ihnen nach ihrem Krankenhausbesuch gehe. Erst nach ein paar Momenten begriff ich, dass sie über die jährliche Silvesterparty bei Sascha sprachen. Ich ging nicht jedes Mal hin, da Partys nicht so mein Ding waren - schon deswegen, weil dort der Alkohol floss. Aber ab und zu schaute ich schon vorbei, einfach, weil ich Silvester nicht immer nur mit Luke und Papa verbringen wollte. Dieses Jahr hatte ich vorgehabt, nicht hinzugehen, aber jetzt musste ich noch einmal darüber nachdenken. Vielleicht würde mich die Party ablenken. Ein Sanitäter forderte uns schliesslich zum Einsteigen auf. Ich warf noch einmal einen Blick zu Sascha, ehe ich eine Hand auf meinem Ellenbogen spürte. "Kommen Sie, ich helfe Ihnen", meinte er. Nun musste ich Florians Hand loslassen, um mir vom Sanitäter in den Krankenwagen helfen zu lassen. Es war ungewöhnlich, nicht auf der Liege, sondern auf dem Hocker daneben Platz zu nehmen. Aber für einmal tat ich es gerne. Während der Fahrt blickte ich zu meinem besten Freund. Ich wollte ihm ermunternd zulächeln, doch das schaffte ich nicht. Nicht einmal ansatzweise.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 20 Feb 2016, 18:19

Florian
Ich hatte mich schon langsam auf den Weg zum Krankenwagen gemacht, als ein Sanitäter zu Amy ging und meinte, er würde ihr helfen. Er hielt ihren Ellenbogen und half ihr in den Krankenwagen. Ich stieg nach den beiden ein und nahm auf der Bank neben dem Sanitäter platz. "Würden Sie sich bitte hinlegen?", bat mich der Sanitäter. Ich sah ihn verwirrt an. So schlecht ging es mir gar nicht. "Die Ärzte im Krankenhaus haben es so am liebsten.", erklärte er. Ich zuckte mit den Schultern und legte mich hin. Manchmal hatte ich das Gefühl, dass Ärzte ihre Routine brauchten. Doch ich war froh, dass nicht Amy auf dieser Liege lag. So wie es meistens der Fall war. Normalerweise saß ich dort, wo sie nun war. Ich bemerkte, dass sie mich ansah. Aber sie brachte kein Lächeln zustande. Dieser Typ musste ihr schlimmes angetan haben. Trotzdem lächelte ich, in der Hoffnung, dass ich sie irgendwie beruhigen konnte. Nach wenigen Minuten, die wir alle schweigend hinter uns gebracht hatten, hielt der Krankenwagen. Ich vermutete, dass wir da waren. Im selben Moment wurden die Türen aufgerissen und ich wurde heraus gezogen. Auf dieser Liege kam ich mir lächerlich vor. Ich war, meiner Meinung nach, nicht so stark verwundet. Ich konnte Laufen und mir ging es eigentlich gut. Trotzdem gehörte es dazu. Und ich hasste es. So hilflos hier zu liegen und zu wissen, nichts dagegen tun zu können. Doch die Tatsache, dass die Anwesenden nicht in pure Hektik verfielen, besserte die Situation etwas. Ich wäre durchgedreht, wenn die Ärzte jetzt noch herum gerannt wären und mir alles viel zu schnell ging. Trotzdem bemerkte ich, dass Amy in eine andere Richtung geführt wurde. Eine Ärztin und eine Krankenschwester bei ihr. Vermutlich wussten die etwas mehr. Hatte die Polizei schon Bescheid gegeben? Ich wusste es nicht. Ich beobachtete, wie ich in ein Behandlungszimmer geschoben wurde und die Menschen um mich herum sich zu verdoppeln schienen. Was wollten denn so viele Leute von mir? Ein Arzt sprach mit mir, fragte nach meinem Namen, meinem Alter und ob ich an sämtlichen Stellen meines Körpers Schmerzen hatte. Der Rest untersuchte andere Bereiche. Offenbar war von jedem 'Spezialisten' einer anwesend. Der Arzt, der schon die ganze Zeit mit mir gesprochen hatte, meinte, dass sie noch ein CT von mir machen würden, um mögliche Schäden an inneren Organen ausschließen zu können. Aber momentan würde es gut aussehen. Ich nickte und lies die Prozedur stumm über mich ergehen.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 20 Feb 2016, 19:59

Amy
Florian war ohne Hilfe eingestiegen. Warum hatte der Sanitäter mir geholfen und nicht ihm? Immerhin war mein bester Freund verletzt, nicht ich. Ausnahmsweise. Es war wirklich ein komisches Gefühl, dass nicht ich, sondern Florian auf der Liege Platz nehmen sollte. Das tat er auch. Dann bat ihn der Sanitäter jedoch, sich hinzulegen. Florian sah ihn verwirrt an, und mir erging es ähnlich. Mein bester Freund hatte ohne Probleme laufen können. Der Sanitäter erklärte schliesslich, die Ärzte im Krankenhaus hätten es so am liebsten. Florian zeigte sich kooperativ, zuckte mit den Schultern und legte sich hin. Jetzt war es wirklich so, als hätten wir die Rollen vertauscht. Für einmal lag Florian da, und ich sass daneben. Nach einiger Zeit stellte ich fest, dass es nicht unbedingt besser war, auf dem Hocker daneben zu sitzen. Wenn ich auf der Liege lag, bekam ich meistens nicht viel von meiner Umwelt mit. Auf dem Hocker dagegen konnte ich alles genau verfolgen. Gleichzeitig war da noch der Faktor, dass ich mir automatisch Sorgen um Florian machte. Auch wenn er mich beruhigend anlächelte, ich wusste, dass es ihm nicht so gut ging, wie es schien. Wenn das Adrenalin erst einmal aus seinem Blut verschwunden war, würde er Schmerzen haben. Die Fahrt verbrachten wir schweigend. Es kam mir vor, als seien nur Sekunden vergangen, als wir ankamen. Die Türen wurden aufgerissen, Florians Liege herausgezogen, und auch ich wurde gebeten auszusteigen. Sofort scharten sich mehrere Personen, darunter Ärzte, Krankenpfleger und Sanitäter, um Florian. Ich verlor ihn aus dem Blick. Automatisch wollte ich ihm folgen, wurde jedoch zurückgehalten. Eine Ärztin und eine Krankenschwester führten mich in eines der Behandlungszimmer. Dort sollte ich mich auf die Liege setzen. Ich tat, was die Ärztin sagte. Etwas Anderes blieb mir ja auch kaum übrig. Und ich wusste, dass es nur sinnvoll war, mich untersuchen zu lassen. Eine Fragerunde blieb mir grösstenteils erspart. Ich musste nur meinen Namen nennen, wahrscheinlich zur Bestätigung. Meine Geschichte schien die Ärztin schon zu kennen. Ich war erleichtert, dass ich nicht alles noch einmal erzählen musste. Es konnte auch sein, dass das aus medizinischer Sicht gar nicht von Belang war. Es folgte die Messung des Pulses, des Blutdrucks, des Pupillenreflexes, und so weiter. Dann bat mich die Ärztin, mich auszuziehen. Komischerweise hatte ich jegliche Scham, was das Ausziehen betraf, verloren. Ich machte mich frei und setzte mich auf den komischen Stuhl, den ich mir von der Frauenärztin gewöhnt war. Ich lehnte mich zurück, schloss die Augen und versuchte, so gut wie möglich auszublenden, was die Ärztin mit mir tat. Nach einer Weile war es vorbei. Ich durfte mich wieder anziehen. "So, wir sind gleich fertig. Nun müssen wir Sie noch auf einige Krankheiten testen. Meine Kollegin wird Ihnen noch Blut abnehmen, und..." Ich unterbrach die Ärztin. "I... Ich kann kein Blut sehen", erklärte ich ihr. Die Ärztin lächelte freundlich. "Das ist kein Problem. Dann nehmen wir Ihnen das Blut so ab, dass Sie nicht zusehen können, in Ordnung?" Ich nickte. Ich durfte mich hinlegen und den Kopf zur Seite legen. Zur Sicherheit schloss ich wiederum die Augen. Es war erstaunlich schnell vorbei, und die kleine Wunde am Ellenbogen mit einem Pflaster versehen. Die Ärztin hielt mir eine Pille und ein Glas Wasser entgegen. "Das ist eine Anti-Baby-Pille. Nur zur Sicherheit", erklärte sie mir. Ich schluckte sie herunter, obwohl ich eigentlich die Pille nahm. Aber die Ärztin hatte Recht, sicher war sicher. Schliesslich wurde ich entlassen. Auf einmal war ich ziemlich erschöpft. Trotzdem erkundigte ich mich am Empfang nach Florian und Sascha. Mir wurde keine Auskunft erteilt. Deshalb beschloss ich, einfach auf einem der Stühle zu warten. Irgendwann würden sie schon auftauchen. Ich hätte zwar alleine nach Hause fahren können, mit dem öffentlichen Verkehr war das kein Problem. Aber ich wollte nicht gehen, bevor ich nicht wusste, wie es Florian und Sascha ging. Also wartete ich.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 21 Feb 2016, 15:00

Florian
Ich musste noch einige Minuten warten, bis ich für das CT vorbereitet wurde. Nunja, ich konnte auch nicht erwarten, dass alle gleich rennen würden und einen Platz für mich frei machen würden. Das wollte ich auch überhaupt nicht. Ich schloss die Augen und fragte mich, was sie nun mit Amy machen würden. Der Sanitäter hatte gemeint, dass sie sich Routineuntersuchungen unterziehen musste. Ich wusste nicht, wie sich diese Routineuntersuchungen äußerten. Wahrscheinlich war es mehr, als nur Blutdruck messen und was der Hausarzt sonst so tat. Irgendwann wurde ich in das CT geschoben. Ich achtete nicht darauf. Es interessierte mich nicht. Ich wollte das alles nur so schnell wie möglich hinter mich bringen. Amy wollte das wahrscheinlich noch schneller alles vergessen. Aber ich hatte das Gefühl, dass es ihr schwerer fallen würde, als mir oder Sascha. Wir hatten nur zwei Verletzungen von einer kleinen 'Schlägerei'. Sowas hätte uns zu später Stunde in jeder Kneipe passieren können. Überall Betrunkene, ein falsches Wort und es kam zur Schlägerei. Das CT dauerte nicht lange, die Auswertung dafür ein Stück länger. So wartete ich geduldig in meinem Behandlungszimmer auf den Arzt. Hatten die keine Angst, dass ich verblutete? Wahrscheinlich nicht. Ich hatte noch immer einen starken Druckverband auf der Wunde. Und sie konnten nicht nähen, bevor sie nicht wussten, ob meine inneren Organe nicht auch beschädigt waren. Kurz darauf kam auch schon der Arzt wieder herein. "Gute Nachrichten. Ihre Organe wurden nicht beschädigt. Zwar hat ein Arzt diese Wunde verursacht, aber hat sich nicht darauf konzentriert, wo er rein sticht. Ansonsten hätte auch die Drehung des Messers schlimme Schäden angerichtet. So ist glücklicherweise nichts weiter schlimmes passiert. Die Wunde muss natürlich genäht werden und Sie sollten sich nicht zu sehr belasten, aber das war Ihnen wahrscheinlich klar.", erklärte er mir die Situation. Ich nickte. "Natürlich.", bestätigte ich, dass ich verstanden hatte. Dass ich nach der Behandlung noch mit Sascha einkaufen fahren würde, musste er nicht wissen. Ich würde es ihm nicht sagen und er konnte es nicht ahnen. Mit Schmerzmittel würden wir das schon überstehen. Wir hatten beide körperlich schon einiges einstecken müssen. Solange wir noch laufen konnten, war alles gut. Ich beobachtete, wie der Arzt zu einem Schrank ging und die Utensilien zum nähen heraus holte. Kurz darauf gab er mir eine örtliche Betäubung. Es dauerte einige Sekunden, bis das Mittel seine Wirkung zeigte. Als ich jedoch nichts mehr spürte, begann der Arzt zu nähen. Ich zählte die Stiche nicht. Es interessierte mich auch nicht. Ich hatte immerhin nicht vor, damit bei irgendwem anzugeben. Der Arzt verknotete das Ende des Fadens, gab noch irgendeine Salbe auf die Wunde und klebte anschließend ein großes Wundpflaster darauf. "Ein Verband ist an der Stelle etwas schwierig und unpraktisch.", erklärte er. Ich nickte. "Die Betäubung wird noch eine Weile nachwirken. Ich gebe Ihnen noch eine Stange Schmerzmittel mit. Bevor Sie die nehmen, essen sie bitte etwas davor. Und mehr, als nur einen Joghurt.", informierte er mich, während er aus einer Schublade die Tabletten herauszog. "Auch nicht in Verbindung mit Alkohol." Ich nickte wieder. "Klar.", antwortete ich. Ich hoffte, es klang nicht ignorant. Im Grunde interessierte es mich nicht, ob ich sie in Verbindung mit Alkohol nehmen durfte oder nicht. Die Wirkung wäre dann nur stärker.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 21 Feb 2016, 16:34

Amy
Ich wartete und wartete. Normalerweise hätte ich mich abgelenkt, indem ich in einer Zeitschrift geblättert oder die Leute, die vorbeigingen, beobachtet hätte. Aber es gab weder Zeitschriften, noch kam irgendjemand vorbei. Automatisch schweifte ich mit den Gedanken ab. Florian und Sascha wurden in der Zwischenzeit sicherlich schon behandelt. Aber wie lange diese Behandlung dauern würde, davon hatte ich keine Ahnung. Ihre Wunden mussten sehr wahrscheinlich genäht werden, doch ob es noch andere Untersuchungen geben würde, wusste ich nicht. Wie schaffte es Florian jeweils, vor den Behandlungszimmern zu warten, wenn ich wieder einmal im Krankenhaus war? Für mich war es schier unaushaltbar. Natürlich, weder Sascha noch Florian waren lebensbedrohlich verletzt, zum Glück! Aber Ty hatte das Messer nicht unsanft in ihr Fleisch gerammt. Beim Gedanken an das Geräusch, das Saschas Oberschenkel von sich gegeben hatte, als er das Messer aus dem Bein gezogen hatte, wurde mir wieder übel. Oh Gott. Mein Körper, aber auch mein Kopf spielten momentan verrückt. Aber war das ein Wunder, bei dem, was ich in den letzten Tagen durchgemacht hatte? Bilder von Ty, seinem gierigen Blick und seiner breiten Brust tauchten in meinen Gedanken auf. Ich wollte sie zur Seite schieben, doch das war leichter gesagt als getan. Mein Puls beschleunigte sich, mir wurde kalt und ich bekam nur noch schwer Luft. Mir war bewusst, dass ich an etwas anderes denken sollte, aber je mehr ich das wollte, desto weniger funktionierte es. Meine Brust zog sich immer mehr zusammen, gleichzeitig begann ich zu zittern. In meinem Kopf gab es nur Ty, Ty, wie er sich über mich beugte. Zwischen meinen Beinen glaubte ich, ihn zu spüren. Plötzlich meinte ich, nicht mehr im Krankenhaus zu sein, sondern wieder auf Tys Bett zu liegen, gefesselt und geknebelt. Ich versuchte, Ty dazu zu bringen, damit aufzuhören, aber er hörte nicht auf mich. Er hörte mich überhaupt nicht. Er grinste nur sein widerwärtiges Grinsen. Ich glaubte, er drückte mich mit seinem Gewicht herunter, liesse mir keinen Raum mehr, um zu atmen. Immer weniger Luft drang in meine Lungen. Ich glaubte, ich würde im nächsten Moment ersticken. Als ich dann eine Hand auf meiner Schulter spürte, war ich schon im Begriff zu schreien. Aber dann blinzelte ich und fand mich in der wirklichen Welt wieder. "Sind Sie in Ordnung? Soll ich einen Arzt rufen?" Die Stimme gehörte einer Krankenschwester. Besorgt sah sie auf mich herunter und drückte leicht meine Schulter. Ich schluckte. "N... Nein, schon okay. Mir geht's gut", antwortete ich nach einigen Momenten. Ich bekam auch schon wieder besser Luft. Meine Angst war vorübergehend verschwunden. Die Krankenschwester musterte mich noch einmal, liess mich dann aber los. "Wenn Sie meinen. Aber wenn Sie Hilfe brauchen, melden Sie sich einfach am Empfang, okay?" Ich nickte, und sie ging davon. In den nächsten Minuten versuchte ich, mich von dem zu erholen, was ich gerade erlebt hatte. Es war nicht so einfach, doch einige Zeit später ging es mir wieder besser. Als dann die Tür zu einem der Behandlungszimmer aufging, hob ich den Blick. Ein Arzt trat heraus, drehte sich aber zu jemandem um. Tatsächlich, es war Florian. Ich wartete gerade noch so lange, bis der Arzt sich verabschiedet und verschwunden war, dann hastete ich zu meinem besten Freund. Direkt vor ihm blieb ich stehen. "Flo! Wie geht es dir? Hoffentlich besser. Hast du Schmerzen? Hat der Arzt dir Schmerzmittel gegeben? Musste die Wunde genäht werden? Wieso hat das so lange gedauert?" Als ich merkte, dass ich wieder zu plappern begonnen hatte, hielt ich den Mund. Ich versuchte zu lächeln, aber es gelang mir noch immer nicht. Bis ich wieder ohne Anstrengung lächeln könnte, würde es wohl noch eine Weile dauern. Schnell schob ich diese unfrohen Gedanken beiseite. "Ach, ich bin einfach froh, dass sie dich wieder entlassen haben", fügte ich hinzu und schlang meine Arme um ihn. So vorsichtig, dass mein Arm nicht mit seiner Wunde in Kontakt kam. Leicht drückte ich ihn an mich und atmete seinen vertrauten Geruch ein. Nach einem Moment legte ich den Kopf in den Nacken und sah zu ihm hoch. "Sie haben dich doch entlassen, oder?", fragte ich, auf einmal verunsichert.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 21 Feb 2016, 17:29

Florian
Der Arzt hatte mir noch von der Liege herunter geholfen und mich zur Tür geführt. Ich war froh, dass ich nicht hier bleiben musste. Es hätte schlimmer ausgehen können. Der Arzt trat vor mir aus dem Behandlungszimmer, ich folgte ihm. Die Tabletten hatte ich in meine Hosentasche geschoben. "Wenn Sie gehen, legen Sie bitte noch Ihre Krankenkarte am Empfang vor. Ist Vorschrift, dass wir die Daten haben.", meinte er mit einem Achselzucken. Offenbar war er selbst nicht so begeistert davon, dass man immer die Krankenkarte brauchte. Aber behandelt wurde man in einem Notfall auch ohne. Ich nickte und verabschiedete mich von ihm. Kaum war er verschwunden, sah ich, wie meine beste Freundin den Flur entlang hastete. Ich grinste. Wobei ich nicht wollte, dass sie so schnell ging. Bei ihrem Unglück konnte sie schnell hinfallen und sich irgendwie verletzen. Doch ich sagte nichts. Dazu kam ich nicht. Kaum war sie vor mir zum stehen gekommen, fragte sie mich, wie es mir ginge. Sie hoffte, besser und fragte mich sofort ob ich Schmerzen hatte und ob der Arzt mir Schmerzmittel gegeben hatte. Oh Gott, sie kam wieder ins Plappern. Immer, wenn sie nervös war. Oder aufgebracht. Sie fragte, ob die Wunde genäht werden musste und wieso das so lange gedauert hatte. Ich grinste leicht. Manchmal war es lustig, wenn sich Amy Sorgen um mich machte. Natürlich sorgte ich nicht gern dafür, dass das vor kam. Aber manchmal lies es sich eben nicht vermeiden. Bevor ich antworten konnte, meinte sie, dass sie einfach froh sei, dass sie mich entlassen hatten und legte ihre Arme um mich. Ich drückte sie leicht an mich. Nicht zu stark, da ich nicht wusste, wie viel sie im Moment vertrug. Ein paar Sekunden genoss ich den Moment, bevor meine beste Freundin mich fragte, ob sie mich wirklich entlassen hatten. Sie klang so unsicher dabei und sah mich ebenso an. Ich lachte kurz. "Klar haben sie mich entlassen.", versicherte ich ihr zuerst. "Und mir geht's gut. Wurde örtlich betäubt, genäht - das musste sein, ohne nähen wär' das nicht gut gegangen - und habe Schmerzmittel bekommen.", antwortete ich ihr auf ihre restlichen Fragen. Mehr war nicht zu sagen, oder? Wieder lächelte ich sie aufmunternd an. Mir fehlte ihr Lachen. Es war nicht viel Zeit vergangen, aber ich hatte das Gefühl, sie seit Ewigkeiten nicht lachen gesehen zu haben. Und ich hatte das Gefühl, ich würde es so schnell nicht sehen. "Hey, darf ich auch in die Gruppen-Umarmung?", hörte ich eine Stimme aus etwas Entfernung fragen. Ich drehte meinen Kopf und sah Sascha, der mit Krücken auf uns zu kam. Ich sah ihn etwas verwirrt an. "Das Laufen geht damit wesentlich einfacher.", erklärte er, ohne, dass ich meine Frage ausgesprochen hatte. Ich lachte kurz. "Klar, komm her.", meinte ich und zog ihn zu uns. Dabei bemerkte ich, dass auch er Amy nicht zu fest in den Arm nahm. Vermutlich dachte er das selbe wie ich. Nach ein paar Sekunden lies Sascha jedoch wieder los und auch ich lockerte meine Umarmung um Amy. "Okay, wir müssen noch einkaufen.", meinte Sascha und klatschte in die Hände. "Erstmal müssen wir zum Auto kommen.", trübte ich seinen Enthusiasmus. Natürlich war das Krankenhaus nicht weit vom 'Unfallort' entfernt, aber ich traute es uns nicht zu, so weit zu laufen. Nicht unter diesen Umständen. "Nehmen wir einfach den nächsten Bus. Direkt vor dem Krankenhaus ist eine Busstation und ich meine, direkt in der Nähe vom Haus auch eine gesehen zu haben.", schlug mein bester Kumpel vor. Ich nickte. "Machen wir. Erstmal zum Empfang. Krankenkarte.", meinte ich weiter. Sascha nickte und wir setzten uns langsam in Bewegung. "Willst du noch mit uns mit, oder sollen wir dich zuerst nach Hause bringen?", fragte ich meine beste Freundin neben mir. Ich war mir sicher, dass es Sascha nichts ausmachen würde, wenn wir Amy nach Hause fahren würden. Wir mussten unsere Einkäufe nicht in München erledigen. Es gab dort nur einen Laden, in den wir an Silvester gerne gingen. Aber was wir brauchten, konnten wir auch im umliegenden Supermarkt besorgen.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 21 Feb 2016, 20:18

Amy
Ich hatte Florians Grinsen gesehen, als ich auf ihn zugehastet war. Das hatte mich ungemein beruhigt. Wenn mein bester Freund so grinste, konnte es ihm einfach nicht schlecht gehen. Nur, warum er so grinste, war mir nicht ganz klar. Wahrscheinlich lag es an mir. Ganz bestimmt lag es an mir. Auch während meinem 'Fragenmarathon' grinste Florian. Mittlerweile war ich davon überzeugt, dass es ihm wirklich gut gehen musste. Dazu hätte er meine Fragen nicht einmal mehr beantworten müssen. Das tat er auch, nachdem er mich leicht an sich gedrückt hatte. In seinen Armen fühlte ich mich unglaublich wohl. Es war nicht so, dass ich plötzlich dachte, von Ty festgehalten zu werden. Ich fürchtete mich überhaupt nicht, im Gegenteil: Ich fühlte mich sicher. Auf meine Frage, ob sie ihn entlassen hätten, lachte Florian kurz und stimmte mit einem 'klar' zu. Ihm gehe es gut, versicherte er mir weiter. Er sei örtlich betäubt und genäht worden, das hatte sein müssen, ohne Nähen wäre es nicht gut gegangen, und er habe Schmerzmittel bekommen. Sein Grinsen wurde zu einem sanften Lächeln. Es war nicht das erste Mal heute, dass er mich so anlächelte. Nur zu gerne hätte ich zurückgelächelt, aber so sehr ich es auch versuchte, ich schaffte es nicht. Zu tief sass der Schmerz, den Ty mir zugefügt hatte. Schon wieder drohte die Angst in mir hochzukriechen, da wurde ich von einem 'hey' aus meinen Gedanken gerissen. Jemand fragte, ob er auch in die Gruppenumarmung dürfe. Florian drehte seinen Kopf, und ich tat es ihm gleich. Sascha kam auf uns zu, an Krücken. Bevor jemand von uns etwas sagen konnte, meinte Sascha, das Laufen gehe damit wesentlich einfacher. Das konnte ich nachvollziehen. Dank einem meiner Ungeschicktheitsanfälle hatte ich auch schon das Vergnügen gehabt, an Krücken zu gehen. Aber es ging wirklich einfacher. Florian lachte auf Saschas Kommentar und stimmte wieder mit einem 'klar' zu, dann forderte er ihn auf, herzukommen. Mein bester Freund zog seinen Kumpel zu uns. Es war ein ungewöhnliches Gefühl, gleich von zwei jungen Männern umarmt zu werden. Doch auch Saschas Umarmung liess mich nicht an Ty denken. Mir fiel auf, dass mich beide Freunde nicht so fest umarmten wie sonst. Das konnte daran liegen, dass ihnen ihre Verletzungen etwas zu schaffen machten. Aber es konnte auch sein, dass sie Rücksicht auf mich nehmen wollten. Das wusste ich unglaublich zu schätzen. Nach ein paar Sekunden lösten wir die Umarmung auf. Mit einem 'okay' meldete sich Sascha als Erster wieder zu Wort. Er meinte, wir müssten noch einkaufen - oder meinte er damit nur Florian und sich? Es war mir nicht ganz klar. Dass er dazu in die Hände klatschte, fand ich witzig. Aber zum Lachen brachte es mich nicht. Florian wiederum meinte, wir müssten erstmal zum Auto kommen. Stimmt. Sein Auto stand ja immer noch dort. Beim Gedanken daran, wieder an diesen Ort zurückzukehren, wurde mir schlecht. Aber ich musste mich zusammenreissen. Das würde schon irgendwie gehen. Es musste einfach. Sascha schlug vor, den Bus zu nehmen. Das war auf jeden Fall vernünftig. Florian nickte, und ich tat es ihm gleich. Mein bester Freund sagte irgendetwas von wegen Empfang und Krankenkarte, das ich nicht gerade von Anfang an verstand. Da die anderen sich in Bewegung setzten, blieb mir nicht viel anderes übrig, als ihnen zu folgen. Schliesslich wollte ich nicht alleine im Krankenhaus bleiben. Florian fragte mich, ob ich mit ihnen mit wolle oder ob sie mich zuerst nach Hause bringen sollten. Ich musste nicht lange überlegen. "Ich komme mit euch mit", antwortete ich Florian. Der Grund dafür war klar: Ablenkung. Ich wollte nicht schon nach Hause, wo mich unweigerlich Papa und Luke mit Fragen löchern würden. Das hatte ich im Moment nicht nötig. Aus einem Impuls heraus stellte ich noch eine Frage, bevor wir beim Empfang ankamen: "Ich weiss, ich hatte mich eigentlich abgemeldet. Aber jetzt denke ich darüber nach, doch zur Party zu kommen. Wäre das in Ordnung?" Unsicher kaute ich auf meiner Unterlippe herum.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 27 Feb 2016, 14:54

Florian
Wir gingen in gemächlichem Tempo zum Empfang. Sascha war ohnehin nicht so schnell. Wobei ich eingestehen musste, dass er mit den Krücken doch ein ziemlich zügiges Tempo vorlegte. Auf meine Frage, ob sie noch mit uns einkaufen gehen wollte, brauchte Amy anscheinend nicht lange um zu überlegen. Sie sagte, dass sie mit uns mitkommen würde. So entschlossen hatte ich sie in letzter Zeit selten erlebt. Ich nickte, während ich weiter lief. Kurz vor dem Empfang meldete sich meine beste Freundin nochmals. Sie meinte, sie wisse, dass sie sich eigentlich abgemeldet hätte. Aber sie denke jetzt darüber nach, doch zur Party zu kommen und fragte, ob das in Ordnung wäre. Ich sah sie an und bemerkte, dass sie auf ihrer Unterlippe kaute. Sie war unsicher. "Klar, kein Problem.", antwortete Sascha ihr sofort. Er grinste sie dabei aufmunternd an. "Das mit dem An- und Abmelden mach ich eigentlich nur aus dem Grund, dass ich einen ungefähren Richtwert habe, wie viele Leute kommen. Damit wir wissen, wie viel wir einkaufen müssen. Es passiert andauernd, dass irgendjemand dann doch nicht kommt oder jemand noch eine Person mitbringt.", erklärte er Amy. Ich nickte nur zustimmend. Was sollte ich auch mehr dazu sagen? Wir waren inzwischen am Empfang angekommen und ich holte meine Brieftasche heraus, aus der ich meine Krankenkarte zog. Ich legte sie der Dame dahinter vor. Sie hatte kurze, braune Haare und trug eine Brille, durch die sie meine Krankenkarte musterte. Ich wusste nicht, was sie sich erhoffte, darauf zu finden. "Ahja, Sie waren einer von denen, die vor einer dreiviertel Stunde eingeliefert wurden?", fragte sie und ich bestätigte. Sie tippte noch etwas in ihren PC ein, steckte die Karte in ein Lesegerät und gab sie mir anschließend zurück. Dann geschah dasselbe mit Sascha's Krankenkarte. Es tat mir Leid, dass Amy wegen uns nun so lange warten musste. Obwohl diese Prozedur schnell vorbei ging. Trotzdem hatte sie schon zuvor auf dem Flur sitzen müssen und darauf warten, dass wir beide endlich mit den Behandlungen fertig waren. Ich wusste, wie schlimm es war, nur da sitzen zu können und zu warten. Ich hasste es, aber irgendwann hatte ich mich daran gewöhnt. Ich hatte mich mehr oder weniger daran gewöhnen müssen. Aber es gab mit Sicherheit schlimmeres. Nach wenigen Minuten war auch Sascha fertig und wir verließen gemeinsam das Krankenhaus. Wenige Meter entfernt vom Eingang befand sich die Bushaltestelle, auf die ich nun zusteuerte.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 27 Feb 2016, 15:53

Amy
Nachdem ich ihm geantwortet hatte, hatte Florian genickt. Ich hatte nichts anderes erwartet. Als ich dann meine Frage zur Party äusserte, spürte ich die Blicke der beiden jungen Männer auf mir. Offenbar waren sie etwas überrascht - oder zumindest hatten sie es nicht erwartet. Normalerweise entschied ich mich auch nicht einfach um. Aber dass ich es jetzt doch getan hatte, hatte einen guten Grund. Sascha stimmte schnell mit einem 'klar' zu und meinte, es sei kein Problem. Dazu grinste er mich aufmunternd an. Ich hätte gerne zurückgegrinst oder zumindest gelächelt, aber es ging einfach nicht. Als ob ich das Lächeln verlernt hätte. Ob Sascha und Florian etwas davon bemerkten? Mein bester Freund garantiert, bei Sascha war ich mir nicht so sicher. Aber wenn ich in der nächsten Zeit nicht mehr lächeln könnte, würde es auch ihm auffallen - und allen anderen. Sascha erklärte nun weiter, das mit dem An- und Abmelden mache er eigentlich nur aus dem Grund, dass er einen ungefähren Richtwert habe, wie viele Leute kämen. Damit sie wüssten, wie viel sie einkaufen müssten. Es passiere andauernd, dass irgendjemand dann doch nicht komme oder jemand noch eine Person mitbringe. Florian nickte zustimmend, und ich tat es ihm gleich. Ja, das klang vernünftig. Ansonsten kaufte man viel zu viel ein - oder viel zu wenig. Und am Silvesterabend noch einkaufen, würde sich schwierig gestalten. Und jemand mehr oder weniger machte in der Gesamtmenge nicht viel aus, das kannte ich aus eigener Erfahrung. Am Empfang angekommen, blieb ich etwas im Hintergrund stehen. Florian und Sascha kramten ihre Krankenkarten hervor und legten sie der Dame, die sich gegenüber von uns befand, vor. Sie war vielleicht ein paar Jahre jünger als mein Vater, hatte kurze, braune Haare und trug eine Brille. Sie griff nach Florians Krankenkarte und meldete sich mit einem 'ah ja' zu Wort. Sie fragte meinen besten Freund, ob er einer von denen gewesen sei, die vor einer Dreiviertelstunde eingeliefert worden waren. Florian bejahte darauf. Die Dame tippte etwas in ihren PC, zog die Karte durch ein Lesegerät und gab sie Florian zurück. Dann tat sie dasselbe mit Saschas Krankenkarte. Während wir warteten, dachte ich darüber nach, was die Frau gesagt hatte. Eine Dreiviertelstunde? Es war mir viel länger vorgekommen. Aber wahrscheinlich verging die Zeit auch anders, wenn man warten musste. Ich glaubte, mich an eine Physikstunde zu erinnern, in der der Lehrer Einsteins Relativitätstheorie erklärt hatte. Wenn man sich mit einer hohen Geschwindigkeit - Lichtgeschwindigkeit - fortbewegte, verging die Zeit für einen viel schneller, als wenn man einfach da stand und nichts tat. Nach einigen Minuten hatten wir es dann geschafft und konnten das Krankenhaus verlassen. Mein bester Freund steuerte die Bushaltestelle an, Sascha tat es ihm gleich, und ich folgte den beiden. Ich war froh, dass es sowohl Florian als auch Sascha so gut ging, dass sie nicht hier bleiben mussten. So musste keiner von beiden auf die Party heute Abend verzichten. Es wäre auch ganz schön doof, Silvester im Krankenhaus verbringen zu müssen. Beim Gedanken daran, dass ich über Weihnachten hatte hier bleiben müssen, musste ich schlucken. Das war erst vor einer Woche gewesen, und da hatte ich noch nicht gewusst, zu was für Gräueltaten Ty fähig war. Unweigerlich kehrten meine Gedanken zu ihm zurück, zu seinem anzüglichen Grinsen, den Fesseln, Handschellen, zu dem, was er mit mir getan hatte... Ich konnte mich nicht mehr aufs Laufen konzentrieren und stolperte. Fast verlor ich das Gleichgewicht, konnte mich aber im letzten Moment abfangen. Ich lief weiter und tat so, als sei nichts passiert - obwohl ich genau wusste, dass Florian und Sascha mein Missgeschick mitbekommen hatten. An der Bushaltestelle angekommen, studierte ich kurz den Fahrplan. "Der nächste Bus kommt in zehn Minuten", informierte ich dann die Jungs. Weil es Silvester war, fuhr der Bus nicht so oft wie sonst. Ich drehte mich zu Florian und Sascha um und hoffte, sie würden nicht nachfragen, wieso ich vorher gestolpert war.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 27 Feb 2016, 17:01

Florian
Natürlich war mir aufgefallen, dass wir Amy bisher nicht zum Lächeln hatten bringen können. Und das bereitete mir - wieder einmal - Sorgen. Ich wusste nicht, was dieser Arzt ihr genau angetan hatte, ich konnte nur etwas erahnen. Und ich wusste nicht, dass meine Vorstellung nicht mal annähernd an die Wahrheit heran kam. Ich wusste auch nicht, wie ich meine beste Freundin je wieder zum lachen bringen könnte. Sollte ich es überhaupt zwanghaft versuchen? Oder war das eher schlecht? Brachte es die Zeit wieder? Irgendwie kam ich mir dieser Situation nicht gewachsen vor. Aber ich glaube, niemand war dieser Situation gewachsen. Außer vielleicht Leute, die darauf geschult waren. Therapeuten, Polizisten und Seelsorger. Solche Menschen. Wir waren schon fast an dem kleinen Wartehäuschen angekommen, als ich bemerkte, wie Amy neben mir stolperte. Ich wollte schon reagieren und sie halten, da hatte sie sich von selbst gefangen. Ich beschloss, sie nicht darauf anzusprechen. Wieso sollte ich auch? Amy fiel andauernd hin. Das war eigentlich nichts neues. Dass sie gestolpert war, weil ihre Gedanken dem Geschehenen nachgingen, das konnte ich nicht ahnen. Ich wollte auch nicht zu aufdringlich werden. Meine beste Freundin studierte den Fahrplan, während Sascha und ich auf die Straße sahen. Selbst an Silvester war auf Münchens Straßen viel los. Oder zumindest mehr, als es bei uns in der ländlichen Gegend der Fall war. Wahrscheinlich war das, was wir gerade sahen, für München schon ruhig. Amy informierte uns, dass der nächste Bus in zehn Minuten kommen würde. Ich nickte. "Ist ja nicht mehr lang. Und immer noch schneller, als wenn wir zu Fuß zum Auto laufen müssten.", meinte ich. Ich setzte mich auf die Wartebank und sah auf die Straße. Genauer gesagt, blickte ich in die Richtung, aus der der Bus kommen müsste. Sascha setzte sich ebenfalls hin. "Ich bin nur froh, das sich gestern schon angefangen habe, aufzubauen. Sonst würde das heute schwierig werden.", meinte er, um ein Gespräch zu starten, das uns die Wartezeit verkürzen würde. Ich war froh darum. "Was müssen wir dann eigentlich noch machen?", fragte ich nach. "Naja...was wir eben sonst noch so brauchen. Einen Großteil der Getränke. Snacks bringen ja die anderen teilweise was mit. Hat sich gut eingebürgert. Aber noch ein paar frische Zutaten für die Bowle und Silvester-Kram.", zählte mein bester Freund auf. Ich nickte, da ich genau verstand, was er mit Silvester-Kram meinte. Da war zum einen das Bleigießen, irgendwelche Knaller, die man auch im Haus hoch gehen lassen konnte. Da kam meistens nur Konfetti raus. Solche Sachen eben.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 27 Feb 2016, 20:10

Amy
Nachdem ich die Jungs informiert hatte, nickte Florian. Er meinte, das sei ja nicht mehr lang. Und immer noch schneller, als wenn wir zu Fuss zum Auto laufen müssten. Damit hatte er wohl Recht. Mit dem Krankenwagen waren es zwar nur wenige Minuten Fahrt gewesen, aber zu Fuss konnte sich das ganz schön hinziehen. Vor allem, weil es wahrscheinlich keinen so direkten Weg gab wie mit dem Auto. Und einen langen Fussmarsch wollte ich weder Sascha noch Florian zumuten. Danach setzte sich Florian auf die Wartebank und sah auf die Strasse. Ich folgte seinem Blick. Für einen Silvestertag war ganz schön viel los. Oder war das immer so an Silvester? Ich wusste es nicht. Normalerweise war ich ja auch nicht so oft in München. Nur, wenn ich neue Kleidung brauchte, weil es die in den ländlichen Gegend rund um mein Zuhause nicht gab. Oder wenn ich mal wieder im Krankenhaus war. In den letzten Tagen war ich hauptsächlich wegen Ty nach München gefahren. Schon wieder konnte ich ihn vor mir sehen. Ich versuchte, sein Gesicht aus meinem Kopf zu verbannen, aber es gelang mir nicht. Mir lief ein eiskalter Schauer über den Rücken. Meine Brust zog sich zusammen, ich erschauderte und mir wurde schwindelig. Als ich eine Bewegung aus den Augenwinkeln wahrnahm, zuckte ich fast unmerklich zusammen. Es war Sascha, der vorgetreten war und sich jetzt auf die Bank setzte, neben Florian. Hastig tat ich es ihm gleich. Ich hoffte, es hatte niemand etwas von meinem 'Anfall' mitbekommen. Aber mein bester Freund kannte mich so gut, dass ich annehmen musste, dass er es bemerkt hatte. Die Frage war nur, ob er mich darauf ansprechen würde oder nicht. Als sich Sascha zu Wort meldete, glaubte ich schon, dass er es gemerkt hatte. Doch er sprach gar nicht mit mir. Jedenfalls schienen die Worte eher an Florian gerichtet zu sein als an mich. Er meinte, er sei nur froh, dass er gestern schon angefangen hätte mit dem Aufbau. Sonst würde das heute schwierig werden. Das konnte ich verstehen. Mit einem verletzten Bein war es wirklich nicht toll, eine Party vorzubereiten. Daraufhin fragte Florian, was sie dann eigentlich noch machen müssten. Sascha antwortete mit einem 'na ja' und fügte hinzu, was sie eben noch so bräuchten. Einen Grossteil der Getränke. Snacks würden ja die anderen teilweise mitnehmen. Das habe sich gut eingebürgert. Aber noch ein paar frische Zutaten für die Bowle und Silvester-Kram. Darunter konnte ich mir zwar nichts Konkretes vorstellen, doch Sascha würde schon wissen, was er wollte. Für mich stand fest, dass ich den Jungs helfen würde. Mit seinem Bein würde Sascha kaum etwas Schweres hochheben können. Auch Florian könnte mit seiner Wunde Probleme bekommen. Ich war zwar klein und zierlich, aber ich würde keine Schmerzen beim Tragen haben. Dann müsste ich eben zwei oder drei Mal mehr laufen, dafür hätten die Jungs keine Schmerzen. "Fährst du danach direkt zu Sascha?", fragte ich Florian nun. Ich überlegte, ob ich noch nach Hause sollte oder nicht. Ich würde mich gerne noch umziehen, aber zu Hause warteten bestimmt Luke und Papa - und würden mich mit Fragen löchern. Darauf hatte ich im Moment wirklich keine Lust. Natürlich müsste ich irgendwann nach Hause, aber wann, das wollte ich selbst bestimmen.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 28 Feb 2016, 14:12

Florian
Kurz bevor sich Sascha neben mich gesetzt hatte, hatte ich das Schaudern bemerkt, dass Amy's Körper erfasst hatte. Ich wusste nicht, woher es kam. Natürlich war es kalt. Es war Winter. Zwar hatte es schon seit zwei Tagen nicht mehr geschneit, trotzdem war die Luft kalt. Und Schnee schmolz nicht, wenn es kalt war. Ich beschloss trotzdem, sie nicht darauf anzusprechen. Wahrscheinlich würde ich meine beste Freundin auf überhaupt nichts ansprechen, was in diesem Gebäude passiert war. Ich wollte in dieser Situation nicht aufdringlich sein und wusste, dass ich das auch nicht sein durfte. Als Sascha an ihr vorbei gelaufen war, war sie kurz zusammengezuckt. Sie war wohl mit ihren Gedanken wo anders gewesen. Gleich darauf saß sie ebenfalls auf der Bank. Nachdem ich und Sascha uns über den anstehenden Einkauf unterhalten hatten, fragte Amy mich, ob ich danach direkt zu Sascha fahren würde. Ich sah kurz auf meine Uhr. "Naja, erstmal fahr' ich natürlich zu Sascha. Einkäufe abladen und den Rest aufbauen. Aber dann geh' ich nach Hause. Duschen, umziehen und Milena einpacken.", informierte ich meine beste Freundin. Bei dem Teil, dass ich Milena einpacken würde, lachte ich kurz. Es klang fast, als würde ich sie in Geschenkpapier wickeln oder in einen Karton stecken. Aber das hatte ich nicht vor. Ich musste sie nur ins Auto bringen und mit zu Sascha nehmen. Und anschließend wieder nach Hause bringen. "Soll ich dich vorher nach Hause bringen und später abholen? Oder wie hättest du's gern?", fragte ich meine beste Freundin. Ich war flexibel, was das anging. Wenn sie nicht mehr mit zu Sascha wollte, bevor die Party los ging, dann würden wir sie kurz nach Hause fahren. Es wäre nicht wirklich ein Umweg. Ich musste nur eine andere Straße nehmen, als ich sonst nehmen würde. Zeitlich handelte es sich um maximal fünfzehn Minuten, die wir dann länger brauchen würden. Aber die konnten wir entbehren. Außerdem ging die Party erst gegen neun Uhr los. Manche kamen früher, der Großteil sowieso später. Viele würden auch in kleinen Gruppen irgendwo vorglühen. Das war uns meist ganz recht, dann war der Aufwand für wesentlich geringer. Je mehr ich darüber nachdachte, desto seltsamer war es. Silvester war immer "Sascha's Party", trotzdem hatte ich ihm noch jedes Jahr beim Aufbau und den Vorbereitungen geholfen. Er hatte nur den Platz, was sich vor allem im Party Keller äußerte. Eine ausgesprochen gute Location. Und er war eben der Ansprechpartner, wenn es um die "Anmeldung" ging. Beim Rest half ich ihm jedes Jahr.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 28 Feb 2016, 15:32

Amy
Auf meine Frage sah Florian kurz auf seine Uhr. Danach begann er mit einem 'na ja' zu sprechen. Er meinte, erstmal fahre er natürlich zu Sascha. Die Einkäufe abladen und den Rest aufbauen. Natürlich, das machte Sinn. Die Party musste vorbereitet werden, bevor die Gäste eintreffen würden. Florian erklärte weiter, dann gehe er nach Hause. Er wollte duschen, sich umziehen und Milena einpacken. Einen Moment später lachte er. Ich schätzte, es hatte mit seiner Aussage über Milena zu tun. Wortwörtlich konnte er sie natürlich nicht 'einpacken'. Wahrscheinlich hätte seine kleine Schwester keine Freude, wenn er sie in eine riesige Schachtel stecken würde, um sie anschliessend mit Geschenkpapier und Geschenkband zu umwickeln. Über diese absurde Vorstellung hätte ich normalerweise gelacht, aber heute konnte ich nicht einmal schmunzeln. Ich hasste Ty dafür, dass er mir das Lächeln genommen hatte. Als ob es nicht reichte, dass er meinen Körper für sich beansprucht hatte - und zwar über mehrere Tage hinweg. Nein, er nahm mir auch noch die Fähigkeit, meinen Mitmenschen ein Lächeln zu schenken. Ich konnte mich nicht daran erinnern, wann ich das letzte Mal gelächelt, geschweige denn gelacht hatte. Es war auf jeden Fall schon mehrere Tage her. Ich wurde aus meinen tristen Gedanken gerissen, als Florian mich fragte, ob er mich vorher nach Hause bringen und später abholen solle. Dann fragte er, oder wie ich es gerne hätte. Ich überlegte kurz. Ich wollte wirklich nicht nach Hause, um mich dort den Fragen von Luke und Papa zu stellen. Aber in diesen Klamotten wollte ich auch nicht zur Party. Früher oder später musste ich wohl nach Hause, aber ich wollte es lieber später als früher tun. "Ich kann euch beim Aufbau helfen. Mit euren Verletzungen geht das wahrscheinlich nicht so gut. Und bevor ihr jetzt etwas sagt: Ja, ich bin klein und nicht so stark, aber ich kann euch trotzdem helfen. Das bin ich euch schuldig. Ich möchte mich irgendwie revanchieren." Nach diesen beiden letzten Sätzen musste ich eine kurze Pause machen. Ich war ihnen etwas schuldig, weil sie mich vor Ty gerettet hatten - und dabei verletzt worden waren. Das war alleine meine Schuld. In meinem Kopf war Tys Gesicht schon wieder aufgetaucht. Wurde ich ihn jemals los, oder musste ich für den Rest meiner Tage damit leben? Ich hoffte es nicht. Wenn das der Fall wäre, zog ich es ernsthaft in Erwägung, meinen Kopf so fest anzuschlagen, dass ich das alles einfach vergass. Ja. Das wäre das Einfachste. Doch im Moment konnte ich das nicht tun. Sascha und Florian würden das zu verhindern wissen. Ich wandte mich an meinen besten Freund. "In diesem Fall kannst du mich nach dem Aufbauen nach Hause fahren, und wenn du und Milena bereit seid, kannst du mich wieder abholen. Natürlich nur, wenn es dir keine zu grossen Umstände bereitet." Ich sah zu meinem besten Freund herüber. Im nächsten Moment nahm ich aus dem Augenwinkel eine Bewegung wahr. Ich drehte meinen Kopf und erkannte, dass der Bus herangefahren war. Waren die zehn Minuten schon vergangen? So oder so, ich stand auf, eilte zur Bustür und drückte den Knopf, um sie zu öffnen. Dann stand ich so in die Tür, dass Florian und Sascha einsteigen könnten, ohne dass die Bustür wieder zuging.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 28 Feb 2016, 15:54

Florian
Amy schien kurz zu überlegen, ehe sie mir antwortete. Sie meinte, sie könne uns beim Aufbau helfen. Mit unseren Verletzungen ginge das wahrscheinlich nicht so gut. Und bevor wir etwas sagen könnten, bestätigte sie, dass sie klein und nicht so stark wäre, aber sie könne uns trotzdem helfen. Das wäre sie uns schuldig. Sie möchte sich irgendwie revanchieren. Das sah Amy ganz ähnlich. Sie konnte es nicht auf sich sitzen lassen, wenn ihr jemand in irgendeiner Weise aus der Patsche half oder sonst etwas für sie tat. Ein einfaches "Danke" reichte für sie meistens nicht aus. Normalerweise begnügte ich mich dann mit einem heißen Kakao und ich musste mir gegenüber zugeben, dass es mich fast etwas störte, dass sie in diesem Zusammenhang dachte, sie müsse sich dafür revanchieren. Wir hatten ihr geholfen, weil wir es wollten. Ich hätte nicht zusehen können, wie dieser Typ meine beste Freundin weiter zerstört hätte. Das hätte mir auch nicht ähnlich gesehen. Aber ich wusste auch, dass wir Amy nicht von ihrer Entscheidung abbringen konnten. Sie hatte natürlich recht, dass wir nun etwas eingeschränkt waren, in dem was wir vor hatten, aber weder Sascha noch ich waren sonderlich schmerzempfindlich. Wir konnten viel einstecken. Auch wenn es selten vor kam, dass wir wegen einer "Schlägerei" genäht werden mussten. Höchstens mal eine kleine Wunde am Kopf. Aber ansonsten nichts schlimmes. Ich sah Sascha kurz an und konnte an seinem Gesichtsausdruck erkennen, dass er sich wohl so ziemlich dasselbe dachte, wie ich gerade. Nach einer kurzen Pause fuhr Amy fort. Sie meinte, in diesem Falle könne ich sie nach dem Aufbau nach Hause fahren und wenn Milena und ich bereit wären, könne ich sie wieder abholen. Natürlich nur, wenn es mir keine zu großen Umstände bereiten würde. Auch das sah meiner besten Freundin ähnlich. Sie sah zu mir herüber. Ich hatte sie die ganze Zeit angesehen, während sie mit mir gesprochen hatte. Nur kurz hatte ich zu Sascha gesehen. Bevor ich etwas antworten konnte, fuhr der Bus vor. Amy war sofort aufgestanden und zur Tür geeilt. Während ich und Sascha noch auf dem Weg waren, stand sie schon in den Türen um zu verhindern, dass sie schlossen. Ich ging an ihr vorbei und bedankte mich. Anschließend setzte ich mich auf einen Platz und wartete auf die anderen beiden. "Klar hol' ich dich ab.", meinte ich zu Amy, als sie und Sascha bei mir waren. Wir mussten zum Glück nicht weit fahren. Der Bus setzte sich in Bewegung und in wenigen Minuten waren wir an der Haltestelle, an der wir aussteigen mussten. Ich drückte auf den "Stop"-Knopf und wartete, bis der Bus hielt.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 28 Feb 2016, 16:16

Amy
Die Jungs brauchten ein wenig länger, um zur Tür zu gelangen. Aber das war auch kein Wunder, besonders, weil Sascha ja mit den Krücken zurechtkommen musste. Damit war man grundsätzlich einfach langsamer, als wenn man normal laufen konnte. Ich hoffte, seine Wunde würde bald wieder so weit verheilen, dass er die Krücken nicht mehr brauchte. Für Florian hoffte ich dasselbe. Ich wollte nicht, dass sie noch wochenlang mit dem zu kämpfen hätten, was sie für mich getan hatten. Es reichte, wenn ich ständig daran denken musste. Das wollte ich den Jungs wirklich ersparen. Ob sie ahnten, was Ty mir angetan hatte? Sie hatten gesehen, dass er mich gefesselt und geknebelt hatte, nur in Unterwäsche bekleidet. Der Gedanke an eine Vergewaltigung lag da nahe. Aber ob sie wussten, dass Ty mir das seit etwa einer Woche jeden Tag angetan hatte? Manchmal sogar mehr als einmal in vierundzwanzig Stunden? Ob sie ahnten, dass er mich dazu gedemütigt hatte? Dass er mich über längere Zeit hinweg auf dem Bett liegen gelassen hatte, als sei ich es nicht wert, dass mir weitere Beachtung geschenkt wurde? Und ob sie etwas von der Verlobung wussten? Oh Gott. Den Ring trug ich immer noch. Seit Florian mich darauf angesprochen und ich einer Antwort ausgewichen war, hatte ich nicht mehr daran gedacht. Aber jetzt konnte ich Tys Stimme wieder in meinem Kopf hören. Dass ich noch nicht alt genug sei, aber dass ich ihn heiraten würde, sobald ich achtzehn Jahre alt würde. Während ich in der Bustür wartete, warf ich einen Blick auf meine Hand hinunter. Der Ring befand sich immer noch an meinem Finger. Sobald ich die Gelegenheit dazu hätte, würde ich ihn abstreifen. Möglichst so, dass Sascha und Florian davon nichts mitbekamen. Aber erst einmal musste ich mich noch zusammenreissen. Florian trat an mir vorbei und bedankte sich. Sascha tat es ihm gleich. "Gern geschehen", murmelte ich bei beiden. Als sie sich im Bus befanden, trat ich aus der Tür, damit der Busfahrer diese schliessen konnte. Danach sah ich mich nach den anderen beiden um. Florian hatte sich bereits gesetzt, und Sascha liess sich gerade neben ihm nieder. Ich gesellte mich zu den beiden, um mich ebenfalls zu ihnen zu setzen. Florian meinte noch, klar hole er mich ab. Damit hatte ich eigentlich schon gerechnet. Es würde meinem besten Freund nicht ähnlich sehen, in dieser Situation anders zu antworten. "Dankeschön", meinte ich, aber auch dieses Mal schaffte ich es nicht, zu lächeln. Natürlich war ich mir seit unserem Streit vor ein paar Tagen nicht mehr so sicher, was unsere Freundschaft anging. Sie hatte ganz schön unter Tys Einfluss gelitten. Und ich war schuld daran, weil ich es zugelassen hatte. Zum Glück schien mein bester Freund das mehr oder weniger wieder vergessen zu haben. Ob er mir vollständig verziehen hatte? Ich wusste es nicht. Aber ich wollte ihn gerade auch nicht darauf ansprechen. Die Busfahrt dauerte, wie erwartet, nicht lange. Wenig später drückte Florian auf den 'Stop'-Knopf. Der Bus hielt an, und ich stand auf, um mich wie vorher in die Tür zu stellen, damit die Jungs besser aussteigen könnten. Als sie nach draussen getreten waren, tat ich es ihnen gleich. Die Bustür schloss sich hinter mir. Erleichtert atmete ich auf. Wenige Sekunden vor dem Aussteigen hatte ich den Verlobungsring abgestreift und dann einfach auf einem Bussitz liegen lassen. Der Finder konnte damit tun und lassen, was er wollte. Ich war den Verlobungsring jetzt los. Meine Euphorie dämpfte sich allerdings, als mein Blick auf die Strasse fiel. Die Strasse, die ich in den letzten Tagen so oft betreten hatte. Mir wurde schlecht. Am liebsten wollte ich nie mehr herkommen. Aber Florians Auto stand nun einmal hier. "Dann los", meinte ich zu den Jungs, und ich setzte mich in Bewegung. Ich wollte einfach so schnell wie möglich ins Auto einsteigen, damit wir diesen Ort verlassen könnten. Den Ort, wo sich mein ganzes bisheriges Leben verändert hatte.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 06 März 2016, 10:22

Florian
Als der Bus hielt stellte sich Amy, wie auch zuvor schon, zwischen die Tür. Ich und Sascha gingen an ihr vorbei, wobei Sascha vor mir etwas wackelig war, als er auf dem Boden stand. Das machten wohl die Krücken. Er war es nicht gewohnt, damit zu laufen. Wer war das schon? Als ich ebenfalls draußen stand, folgte uns Amy. Wir standen noch kurz regungslos da und starrten auf die Straße, in der sich mein Auto befand. Ich warf einen kurzen Blick zu Amy. Dass sie den Ring im Bus abgestreift hatte, war mir nicht entgangen. Schließlich war ich nach ihr ausgestiegen und hatte etwas silbernes auf dem Bussitz liegen sehen. Ich sprach sie nicht darauf an. Ich vermutete, dass es mit Ty zu tun hatte und  war viel mehr froh, dass sie ihn losgeworden war. Den Ring und somit ein Stück von diesem widerlichen Typen. Aber ich wusste, dass es noch viel Zeit in Anspruch nehmen würde, bis sie wieder vollkommen normal war. Trotzdem fragte ich mich, ob sie jemals wieder dieselbe sein würde. Jemals wieder meine kleine Amy. Vielleicht machte ich mir aber auch nur wieder viel zu viele Gedanken darum. Irgendwann riss mich meine beste Freundin aus diesen Gedanken, indem sie 'dann los' sagte und sich in Bewegung setzte. Sascha und ich folgten ihr. Es war nicht weit zu meinem Auto. Wir mussten nicht einmal fünf Minuten laufen, da sah ich es schon stehen. Unberührt. Einsam und verlassen, wie wir es zurück gelassen hatten. Wir waren noch ein paar Meter entfernt, trotzdem tastete ich in meiner Hosentasche nach dem Schlüssel und drückte auf den Knopf für die Zentralverriegelung. Die aufleuchtenden Blinklichter symbolisierten mir, dass es aufgeschlossen war. Ich ging zielstrebig auf die Fahrertür zu. Wer sollte auch sonst fahren? Mit meiner Verletzung war das noch möglich, im Gegensatz zu Sascha. Der könnte mit seinem Bein nicht mehr fahren. Außer einen Automatik. Eventuell. Und Amy hatte noch keinen Führerschein. Ich musste nur darauf achten, dass der Gurt nicht auf die frisch genähte Wunde drückte. Das wäre unangenehm. "Amy, macht's dir was aus, wenn ich auf dem Beifahrersitz sitze? Da kann ich mein Bein besser ausstrecken.", fragte Sascha meine beste Freundin. Er hatte recht. Es wäre ziemlich unangenehm, wenn er sich mit seinem Bein irgendwo reinquetschen müsste. Aber Amy war niemand, der bei dieser Frage mit einem 'Nein' antworten würde. Da war ich mir ziemlich sicher. Das würde nicht zu ihr passen. Ich wusste aber natürlich nicht, wie sehr dieser Typ sie verändert hatte.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 06 März 2016, 16:27

Amy
Ich bemerkte nichts von dem Seitenblick, den Florian mir zuwarf. Ich musste mich darauf konzentrieren, weiterhin ruhig zu bleiben. Das war alles andere als einfach. Wir befanden uns ganz in der Nähe der Wohnung, in der mich Ty in den letzten Tagen immer wieder vergewaltigt hatte. Es war wenige Meter von hier entfernt passiert. Rund herum wohnten Menschen, wohlhabende, friedvolle Menschen, die wahrscheinlich keine Ahnung hatten, was hier passiert war. Wie hätten sie auch etwas ahnen sollen? Ty hatte dafür gesorgt, dass niemand etwas mitbekam. Oh Gott. Wenn ich nicht Florian hätte informieren können, würde ich wahrscheinlich immer noch auf dem Bett liegen, gefesselt und geknebelt und unfähig, etwas an meiner Situation zu ändern... Doch darüber wollte ich im Moment nicht weiter nachdenken. Ich hatte mich in Bewegung gesetzt, und die Jungs folgten mir gleich darauf. Auf dem Weg zum Auto schwiegen wir. Wieder fragte ich mich, wie viel die Jungs wussten. Dass Ty mir etwas angetan hatte, musste ihnen klar sein. Aber warum sprachen sie mich nicht darauf an? Hatten sie Angst, ich würde ansonsten in Tränen ausbrechen oder sonst irgendwie die Beherrschung verlieren? War es ihnen unangenehm, darüber zu reden? Oder wollten sie meine Gefühle einfach nicht aufrütteln, so kurz nach diesen Erlebnissen? Ich wusste es nicht. Ich wusste nicht einmal selbst, was ich wollte. Als wir noch ein paar Meter vom Auto entfernt waren, hörte ich, wie Florian den Schlüssel aus seiner Hosentasche zog und das Auto aufschloss. Mein bester Freund steuerte die Fahrertür an. Ich überlegte kurz, wo ich mich hinsetzen sollte. Da sprach mich Sascha mit meinem Vornamen an. Er fragte, ob es mir etwas ausmache, wenn er auf dem Beifahrersitz sitze. Da könne er sein Bein besser ausstrecken. Ich schüttelte den Kopf. "Nein, es macht mir nichts aus. Setz' dich nur hin", antwortete ich ihm. Es war bestimmt angenehmer für ihn, wenn er auf dem Beifahrersitz sitzen konnte. Hinten war es schon etwas enger. Und erstens war ich um einiges kleiner als Sascha, und zweitens hatte ich keine Verletzung am Bein. Es machte mir nichts aus, hinten zu sitzen. Ich öffnete also eine der hinteren Türen, stieg ein und schnallte mich an. Etwas ungewohnt war es schon - ich war es mir eben gewöhnt, auf dem Beifahrersitz zu hocken. Aber für einmal konnte ich auch hinten sitzen. Ich schloss die Autotür und richtete den Blick nach vorne. Jetzt würden wir einkaufen gehen, für die Party heute Abend. Wie es wohl werden würde? Ich wusste es nicht. Ich würde es einfach auf mich zukommen lassen. Alles wäre besser, als zu Hause herumzusitzen und darüber nachzudenken, was mit mir passiert war. In den nächsten Tagen würden mich die ganzen Gedanken schon genug quälen, da musste es heute Abend nicht auch noch so sein. Ablenkung war das Beste, was ich im Moment haben konnte. Und genau das wollte ich bekommen.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 06 März 2016, 17:49

Florian
Wie ich erwartet hatte, verneinte Amy auf Sascha's Frage. Es machte ihr nichts aus und sie meinte, er solle sich nur hinsetzen. Ich setzte mich auf den Fahrersitz und steckte den Schlüssel ins Zündschloss. Es dauerte etwas, bis Sascha sich gesetzt hatte, die Krücken verstaut waren und die Tür geschlossen. In der Zwischenzeit hatte ich mich angeschnallt und einen Radiosender gesucht. Erst dann startete ich den Motor. Ich legte den Rückwärtsgang ein und drehte um. "Nichts wie weg.", murmelte ich mehr zu mir selbst, als zu meinen Mitfahrern. Ich war bei weitem nicht so lange hier gewesen, wie meine beste Freundin und mir war - eigentlich - nichts angetan worden. Trotzdem hatte ich keine Lust mehr auf diesen Ort. Ich fuhr aus der Seitenstraße und bog auf die Hauptstraße ein. Von hier dauerte es nicht mehr lange bis wir bei dem großen Supermarkt ankommen würden, in dem ich und Sascha regelmäßig für irgendwelche Partys oder ähnliches einkauften. Vorrangig für Silvester. "Wird heute Abend ja eine gute Mischung. Schmerzmittel und Alkohol.", stellte Sascha irgendwann leise fest. Ich grinste. "Ja, für dich. Da muss Ronja aufpassen, dass du nicht vor Mitternacht ein schläfst oder sonst was anstellst.", neckte ich ihn. Er schlug mir leicht gegen die Schulter. "Und, wer passt bei dir auf?", stellte er mir eine Gegenfrage. Ich sah ihn kurz an. "Niemand, gibt auch keinen Grund dazu.", antwortete ich ihm. Er sah mich kurz etwas verwirrt an. Normalerweise trank ich an Silvester immer einiges und schlief anschließend bei meinem besten Kumpel. "Ich bin dieses Jahr ja schließlich als Chauffeur angestellt.", erklärte ich. In diesem Moment hätte ich ihm noch glatt die Zunge rausstrecken können. Aber ich lies es. Das passte dann doch nicht so gut. Ich sah nur noch aus den Augenwinkeln, dass Sascha nickte und sich anschließend ebenfalls wieder auf die Straße konzentrierte. Nur wenige Minuten später bog ich auf den großen Parkplatz ab. Er war nicht wirklich leer, aber auch nicht überfüllt. Wir waren immerhin schon ziemlich spät dran. Normalerweise wären wir inzwischen schon wieder auf dem Rückweg oder sogar schon zuhause. Ich stellte den Wagen ab, zog den Schlüssel und öffnete die Tür. "Dann wollen wir mal.", verkündete ich und stieg langsam aus. Ich musste mir eingestehen, dass die Wunde mich doch etwas behinderte. Aber ich würde es vor meiner besten Freundin nie zugeben. Warum, konnte ich mir auch nicht erklären. Normalerweise sagten wir uns alles. Auch wenn ich ihr öfter mal etwas aus der Nase ziehen musste. Aber ich gab ungern vor ihr zu, dass auch ich mal schwach war und Schmerzen haben konnte. Natürlich war es bescheuert von mir, so zu denken und ich konnte mir nicht erklären, warum ich so dachte.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 12 März 2016, 16:32

Amy
Es dauerte eine Weile, bis Sascha sich gesetzt hatte und die Krücken verstaut waren. Aber das war ja nur verständlich. Als er schliesslich die Beifahrertür schloss, war Florian schon bereit. Er hatte sich angeschnallt und einen Radiosender gesucht. Nun startete er den Motor. Mit routinierten Bewegungen legte er den Rückwärtsgang ein, setzte zurück und fuhr wenige Augenblicke später schon auf der Strasse. Dazu hatte er noch etwas wie 'nichts wie weg' gemurmelt. Unter anderen Umständen hätte ich darüber wohl geschmunzelt, aber Ty hatte mir jegliches Lächeln geraubt. Wie lange es dauern würde, bis ich wieder würde lächeln, geschweige denn lachen, können, wusste ich nicht. Ich wusste nur, dass es wahrscheinlich nicht gleich morgen oder übermorgen sein würde. Dazu waren die Wunden, die Ty in meiner Seele hinterlassen hatte, zu tief. Während Florian weiterfuhr, sah ich aus dem Fenster und hing meinen Gedanken nach. Ich konnte es noch nicht recht realisieren, dass ich wieder frei war. Nachdem Ty mich so oft vergewaltigt hatte, hatte ich mich schon mit dem Gedanken abgefunden, mich noch eine ganze Weile damit abfinden zu müssen, dass ich mir selbst nicht gehörte. Und jetzt sollte das plötzlich wieder anders sein. So schnell, wie die Situation sich für mich zum Negativen gewendet hatte, schien sie sich wieder zum Positiven zu entwickeln. Aber bis ich das vollständig begriffen hätte, würde das wahrscheinlich noch eine Weile dauern. Nach einer Weile begann Sascha zu sprechen. Ich spitzte die Ohren und hörte zu. Er meinte, das werde heute Abend eine gute Mischung, und zwar aus Schmerzmitteln und Alkohol. Oh je. Ich wusste, dass Sascha und Florian gerne hin und wieder etwas Alkohol tranken. Aber wie viel sie tatsächlich tranken, wusste ich nicht. Ich hoffte nur, keiner von beiden würde es heute übertreiben. Mit den Schmerzmitteln im Blut würde das wohl nicht gut herauskommen. Mein bester Freund antwortete daraufhin mit einem 'ja, für dich' und meinte, da müsse Ronja aufpassen, dass er nicht vor Mitternacht einschlafe oder sonst was anstelle. Sascha schlug ihm daraufhin leicht gegen die Schulter und erwiderte, wer bei ihm aufpasse. Ich wollte mich schon ins Gespräch einmischen und sagen, dass ich auf meinen besten Freund aufpassen würde - irgendwie war ich ihm das schuldig, da antwortete Florian schon für sich selbst. Er meinte, niemand passe bei ihm auf, und es gebe auch keinen Grund dazu. Er sei dieses Jahr schliesslich als Chauffeur angestellt. Das stimmte. Schliesslich sollte Milena ja auch mitkommen. Und dass Florian mich auch wieder nach Hause fahren würde, damit konnte ich schon fast rechnen. Sascha nickte daraufhin, und das Thema war vom Tisch. Ein paar Minuten später bog Florian auf den grossen Parkplatz des Supermarktes ein. Florian stellte den Wagen ab, zog den Schlüssel und öffnete die Tür. Dazu meinte er, dann würden wir mal wollen. Nachdem ich mich abgeschnallt hatte, stieg ich aus und gesellte mich zu Florian. Sascha brauchte etwas länger, um auszusteigen, aber wir warteten auf ihn. Dann setzten wir uns in Bewegung. Vor dem Eingang bestand ich darauf, den Einkaufswagen zu schieben. Die Jungs sollten sich darauf konzentrieren, so zu gehen, dass sie möglichst wenig Schmerzen hatten. So würde der Einkauf hoffentlich möglichst schnell und unkompliziert über die Bühne gehen.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 12 März 2016, 18:15

Florian
Sascha hatte etwas länger gebraucht, aber das war vollkommen verständlich. Ich schloss meinen Wagen ab und wir gingen zum Eingang. Dort bestand Amy darauf, den Einkaufswagen zu schieben. Weder Sascha noch ich protestierten. Ich wusste, dass wir Amy nicht davon abbringen konnten. Außerdem brauchten wir keine Getränke mehr. So fielen die schweren Einkäufe weg und der Wagen würde leicht zu schieben sein. Da konnte das Amy ruhig übernehmen. Wir betraten den Laden und ich sah mich einen kurzen Moment um. Jedes mal vergaß ich, wie riesig diese Hallen waren. Aber Sascha wusste, wo er hin wollte. Deshalb steuerte er vor uns die Regale an. Er warf Luftschlangen und Ballons in den Wagen sowie kleine "Bonbons". Knaller, die man auch in geschlossenen Räumen verwenden konnte. Man zog sie auseinander, es knallte und rauchte kurz und es kam Konfetti sowie eine kleine Figur oder ähnliches heraus. Eigentlich etwas, mit dem man Kinder beschäftigen konnte. Aber wir hatten in den letzten Jahren festgestellt, dass es auch älteren viel Spaß machte, diese Bonbons auseinander zu ziehen. Ich tat das selbst öfter. Oft in der Nähe von schreckhaften Menschen. Man konnte wirklich sagen, dass mir Schadenfreude sehr recht war. Aber Sascha war da nicht anders. Außerdem folgten noch einige Raketen und Batterien, damit wir auch um Zwölf noch etwas zum knallen hatten. Mit Farbe. Natürlich war es gern gesehen, wenn die Gäste auch noch etwas mitbrachten, was in der Regel auch der Fall war, trotzdem wollten wir auch etwas hochjagen. Das tat doch jeder Junge gerne, oder? Es dauerte nicht lange, bis wir den Wagen ordentlich mit irgendwelchem Kram gefüllt hatten, der hauptsächlich zur Deko und Belustigung diente. Aber das reichte auch. "Auf zur Kasse. Damit wir heute noch fertig werden.", kündigte Sascha an. "Du hast also alles?", fragte ich ihn lachend. Er grinste. "Ja, das sollte reichen. Oder brauchst du noch was?", fragte er mich schelmisch. Ich schüttelte grinsend den Kopf. "Nö.", antwortete ich knapp und ging zur Kasse. Irgendwie war ich froh, dass Amy dabei war und uns den Wagen schob. Sascha hätte das ohnehin nicht können, aber ich hatte das Gefühl, dass es länger gedauert hätte, wenn ich ihn geschoben hätte. Ganz fit war ich nicht. Das konnte ich nicht bestreiten. An der Kasse packten wir alles auf das Laufband, anschließend wieder in den Wagen und bezahlten. Dann gingen wir zurück zum Parkplatz.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Mo 14 März 2016, 21:45

Amy
Die Jungs protestierten nicht, als ich meinte, ich würde den Einkaufswagen schieben. Darüber war ich ganz froh, aber etwas anderes hatte ich auch nicht unbedingt erwartet. Sascha konnte den Einkaufswagen mit der Wunde in seinem Oberschenkel nur sehr schlecht schieben, wenn er gleichzeitig noch die Krücken benutzen sollte. Und Florian schien die Wunde an der Seite mehr zu schaffen zu machen, als er offenbar zugeben wollte. Ich beschloss aber, ihn nicht darauf anzusprechen. Er und Sascha fragten mich auch nicht aus, was Ty betraf. Da wollte ich auch Rücksicht auf sie nehmen. Wenn Florian nicht darüber sprechen wollte, würde ich das akzeptieren. Als wir den Laden betraten, wurde ich sofort abgelenkt. Die Halle war riesig. Überall waren bis oben gefüllte Regale, leuchtende Schilder, Menschen, Einkaufswägen und noch vieles mehr. Ich war froh, als ich den beiden Jungs einfach nur folgen konnte, ohne gross überlegen zu müssen, was wir brauchten. Darüber schien Sascha genauestens Bescheid zu wissen - und auch, wo er diese Dinge finden konnte. So landeten bald Luftschlangen, Ballons und Bonbons im Wagen. Es war nicht schwierig, diese zusätzliche 'Last' zu schieben. Offensichtlich hatten sich Sascha und Florian schon um die Getränke und die Snacks gekümmert, so dass nichts Schweres mehr im Einkaufswagen landete. Als dem Dekomaterial dann noch Raketen und Batterien folgten, schüttelte ich innerlich den Kopf. Obwohl Sascha und Florian beide älter als ich waren, schienen sie im Kopf manchmal noch Kinder zu sein. Vor allem, wenn sie zusammen etwas ausheckten. Aber so lange sie nichts allzu Dummes oder Gefährliches anstellten, hatte ich nichts dagegen, dass sie sich zwischendurch etwas daneben verhielten. Hauptsache, ich musste nicht bei allem mitmachen. Manchmal, musste ich zugeben, reizte es mich schon, obwohl ich im Kopf eigentlich schon ein 'grosses' Mädchen war. Und das, obwohl mein achtzehnter Geburtstag noch ein paar Monate weit weg lag. Wahrscheinlich fiel mir dieser Unterschied zwischen mir und den Jungs in meinem Leben - auch Luke - so sehr auf, weil Mädchen in der Entwicklung einfach schneller waren als Jungs. Zumindest kamen sie früher in die Pubertät. Ob sie auch eher erwachsen wurden, wusste ich nicht. Es konnte allerdings schon sein - gerade, wenn es um Silvesterkracher ging. Selbst Papa hatte noch Freude an Raketen und Co. - im Gegensatz zu mir. Nach einer Weile, als der Einkaufswagen schon ziemlich gefüllt war, meldete sich Sascha mit einem 'auf zur Kasse' zu Wort. Damit wir heute noch fertig würden, fügte er hinzu. Florian fragte ihn daraufhin, ob er also alles habe. Dazu lachte mein bester Freund. Gerne hätte ich mitgelacht, aber es ging einfach nicht. Sascha grinste. Auch dieses Grinsen konnte ich nicht erwidern. Er bejahte und meinte, das sollte reichen. Dann fragte er Florian, oder ob er noch etwas brauche. Mein bester Freund schüttelte grinsend den Kopf und antwortete mit einem 'nö'. So machten wir uns also auf zur Kasse. Wir räumten das ganze Zeug auf das Laufband und gleich darauf wieder in den Wagen. Die Jungs bezahlten, während ich kurz auf sie wartete, und dann verliessen wir den Laden. Bei Florians Auto angekommen, verstauten wir unsere Einkäufe im Kofferraum. "Ich bring' kurz den Einkaufswagen zurück", teilte ich den Jungs mit und schob den Wagen zurück zum Laden. Nachdem ich ihn abgestellt hatte, kehrte ich zu Florians Auto zurück und setzte mich wieder auf die Rückbank. Da die Jungs unterdessen auch eingestiegen waren, konnten wir gleich losfahren.
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