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 PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah

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Soulweeper

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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 24 Jan 2016, 14:51

//Ich glaub langsam eher, dass Flo Amy hassen wird xD Und ich wollte Ty doch so gerne eine reinhauen Very Happy

Florian
Ich hatte das Gefühl, dass es einige Zeit dauerte, bis meine beste Freundin mich wahr nahm. Bis sie reagierte oder realisierte, dass ich gerade mit ihr gesprochen hatte. Vielleicht bildete ich mir das alles aber auch nur ein. Irgendwann meinte sie, es wäre nichts passiert. Ich war etwas schockiert, von ihrer Antwort. Nichts passiert? Aber ich hatte sie schreien hören. Sie hatte sich so ängstlich angehört. Und auch jetzt klang es nicht sehr selbstsicher. Sie fuhr fort und meinte, sie hätte nur geweint, weil ihr Knöchel so weh tat. Ich war immer noch skeptisch. Das passte doch alles überhaupt nicht zusammen. Und mein Bauchgefühl sagte mir auch, dass etwas nicht stimmte. Bevor ich etwas sagen konnte, sprach Amy weiter. Sie sagte, sie hätte auch wegen unserem Streit heute geweint und es würde ihr wahnsinnig leid tun. Den letzten Teil konnte ich ihr glauben. Aber den Rest wollte ich einfach nicht verdauen. Amy rappelte sich auf, während ich noch immer an der selben Stelle auf dem Boden kniete. Als sie stand, sprach sie weiter. Sie sagte, Ty habe ihr nichts angetan, um meine Frage zu beantworten. Was sie getan hätten, ginge nur ihn und sie etwas an. Dahinter setzte sie ein 'Hörst du?'. Diese zwei Worte trafen mich. Sie klangen so hart, obwohl sie die ganze Zeit gestottert hatte. Ich konnte ihr und ich wollte ihr nicht glauben, was sie gerade gesagt hatte. Als auch ich mich langsam aufrichtete, entfernte sie sich von mir. Ich starrte sie nur ungläubig an. Das konnte doch alles nicht ihr Ernst sein?! Fest entschlossen sagte sie, sie werde jetzt zur nächsten U-Bahn-Station gehen und einen Zug nach Hause nehmen. Ich bräuchte mich nicht um sie zu kümmern, sie schaffe das auch alleine. Ich stand noch immer fassungslos da. Eigentlich sollte ich ihr an den Kopf werfen, dass sie den Verstand verloren hatte. Dass sie wirres Zeug sprach. Aber ich konnte sie nur ansehen. Sie verabschiedete sich von mir, indem sie sagte, sie gehe dann mal. Dann drehte sie sich um und lief los. Sie war nicht schnell, und nach ein paar Metern, die sie gehinkt war, fasste ich mich wieder. Ich ging ihr hinterher. Ich war schon immer schneller gewesen. Vor allem, weil ich längere Beine hatte. "Amy!", sagte ich laut und bestimmt, während ich sie einholte und am Arm fest hielt. Ich drehte sie zu mir herum. "Du kannst mir doch nicht sagen, dass ich jetzt umsonst wie ein Irrer hier her gerast bin?! Du kannst mir nicht sagen, dass ich wegen nichts und wieder nichts, Sascha aufgescheucht habe, die Adresse raus zu finden?! Ich hab dich schreien gehört! Ich hab gehört wie du deinen ach-so-tollen Freund gebeten hast, irgendetwas zu lassen. Du hast ihn gefragt, was er vor hat. Und du hast dich ängstlich angehört! Das kannst du nicht bestreiten, ich kenn' dich seit siebzehn Jahren. Ich weiß, wie du klingst, wenn du Angst hast!" Ich war lauter geworden. Kurz davor, sie anzuschreien. Ihr Verhalten störte mich. Vor allem, weil ich sie nicht kannte. "Wenn du mit ihm gefickt hast, dann ist das eure Sache! Aber dann ruf mich nicht an, damit ich mit anhöre, wie viel Angst du davor hast!", wetterte ich. Ich lies ihren Arm erst jetzt los. Unter anderem, weil mir auffiel, wie wütend ich gerade war. Das war eigentlich wirklich selten bei mir. Ich schloss die Augen und rieb mir mit Daumen und Zeigefinger mehrmals darüber, während ich tief durchatmete. "Amy, sei doch vernünftig. Ich fahr' dich nach Hause. Ist doch Schwachsinn, wenn du die U-Bahn nimmst, wenn ich sowieso schon da bin.", meinte ich ruhiger, nachdem ich meine Augen wieder geöffnet hatte.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 24 Jan 2016, 15:35

// Vllt ist das auch gegenseitig xD Keine Ahnung ^^ Und Flo wird wahrscheinlich schon noch die Gelegenheit bekommen, Ty eine reinzuhauen ;D nur ein wenig Geduld, Amy und Flo sollen ja noch nicht zusammenkommen ^^

Amy
Ich hatte bemerkt, wie überrascht Florian von meiner Reaktion war. Ich konnte es ihm nicht verdenken, schliesslich sah mir so etwas überhaupt nicht ähnlich. Das zweite Mal an diesem Tag verhielt ich mich gegenüber Florian absolut daneben - aber dieses Mal hatte ich einen Grund. Nun ja, ob das wirklich als Grund zählte, wusste ich nicht. Aber im Moment wusste ich mir einfach nicht anders zu helfen. Ich musste nicht nur Cookie vor Ty schützen, sondern auch meine Familie und meinen besten Freund. Und das ging einfach nicht anders. Florians ungläubiger Blick verriet mir, wie wenig er mir glaubte. Wahrscheinlich glaubte er mir gar kein Wort - nicht einmal, dass mir das mit dem Streit leidtat. Aber wenn er mir nicht glaubte, war das immer noch besser, als wenn er die Wahrheit wusste. Denn obwohl ich ihm alles erzählen wollte, was passiert war, war das das Einzige, das ich auf keinen Fall tun durfte. So schwer es mir auch fiel, mich abzuwenden und loszuhinken, ich tat es. Mein Herz zog sich dabei zusammen. Nach unserem Streit heute Nachmittag hatte ich nicht damit rechnen dürfen, dass Florian mir verzieh. Jetzt konnte ich noch weniger damit rechnen. War unsere Freundschaft damit endgültig zerstört? Mit jedem Meter, den Florian mich gehen liess, verlor ich ein wenig mehr Hoffnung. Aber Florian wäre nicht Florian, wenn er nicht versucht hätte, mich aufzuhalten. Und das tat er auch. Mühelos holte er mich ein und hielt mich am Arm fest, während er gleichzeitig meinen Namen aussprach, laut und bestimmt. Er hätte mich gar nicht festhalten müssen, ich wäre auch so stehen geblieben. Als er mich zu sich herumdrehte, wurde ich unwillkürlich an Ty erinnert, der dasselbe getan hatte, vor nicht allzu langer Zeit. Ich konnte für einen Moment nicht atmen. Dann riss mich Florians Stimme in die Wirklichkeit zurück. Ich könne ihm doch nicht sagen, dass er jetzt umsonst wie ein Irrer hierher gerast sei. Ich könne ihm doch nicht sagen, dass er weder nichts und wieder nichts Sascha aufgescheucht habe, die Adresse rauszufinden. Er habe mich schreien gehört. Er habe gehört, wie ich meinen ach-so-tollen Freund gebeten hätte, irgendetwas zu lassen. Ich hätte ihn gefragt, was er vorhabe. Und ich hätte mich ängstlich angehört. Das könne ich nicht bestreiten, betonte er, und er kenne mich seit siebzehn Jahren. Er wisse, wie ich klinge, wenn ich Angst hätte. Je mehr er mir an den Kopf warf, desto lauter war er geworden, ja, er schrie mich beinahe an. Aber es war noch nicht vorbei. Wenn ich mit ihm gefickt - bei diesem Wort zuckte ich heftig zusammen - hätte, dann sei das unsere Sache. Aber dann solle ich ihn nicht anrufen, damit er mit anhöre, wie viel Angst ich davor hätte. Ich sah nicht, wie blass ich geworden war, aber ich spürte, dass mir schwindelig war. Jetzt war ich es, die ihren besten Freund nicht mehr kannte. Was war nur mit Florian los? Ich brauchte eine Weile, um zu begreifen, was er mit diesem 'hören' und 'anrufen' gemeint hatte. Ich hatte ihn anrufen wollen, kurz bevor Ty hereingekommen war. Oh Gott. Hatte er all das gehört? Aber dann wüsste er doch auch von Tys Drohung. Nein, alles konnte er nicht gehört haben. Sonst wüsste er, dass ich sicher nicht freiwillig mit Ty geschlafen hatte. Als Florian meinen Arm losliess, fiel es mir schwer, nicht vor ihm zurückzuweichen. Das erste Mal in meinem Leben hatte ich Angst vor ihm bekommen - auch wenn sich das fast im selben Augenblick wieder legte. Selbst, wenn Florian so ausser sich war, würde er mir nie und nimmer etwas antun. Trotzdem - dass er so wütend war, war aussergewöhnlich für ihn. Als ich begriff, dass ich es war, die ihn so weit gebracht hatte, wurde mir schlecht. Das hatte ich auch nicht gewollt. Aber ich konnte meine Worte nicht zurücknehmen. Und ich konnte ihm nach wie vor nicht die Wahrheit sagen. Ich wollte ihn nicht in Gefahr bringen. Unsicher sah ich zu ihm auf, während er sich mit Daumen und Zeigefinger über die geschlossenen Lider rieb. Als er die Augen wieder aufschlug, schien er sich etwas beruhigt zu haben. Er nannte mich wieder bei meinem Namen, klang aber dieses Mal viel ruhiger. Ich solle doch vernünftig sein, und er fahre mich nach Hause. Es sei doch Schwachsinn, wenn ich die U-Bahn nähme, wenn er sowieso schon da sei. Damit hatte er Recht. Aber ich hatte Angst, dass ich mich auf der Fahrt nach Hause nicht würde zusammenreissen können und ihm womöglich etwas erzählte. Etwas, dass sowohl ihn als auch Cookie, Luke und meinen Vater in Gefahr brachte. Das musste ich um jeden Preis verhindern. Ich senkte den Blick, so dass eine Locke mir ins Gesicht fiel. "Okay", gab ich mich mit leiser und unsicherer Stimme geschlagen. "Lass' uns gehen." Ich setzte mich in Bewegung, zurück zu Florians Auto. Obwohl mein Knöchel mittlerweile höllisch schmerzte, sowie der Rest meines Körpers auch, gab ich mir Mühe, mir nichts anmerken zu lassen. Zum Glück hatte ich mich vorher nicht allzu weit von Florian entfernt, denn der Rückweg hätte keinen Meter länger sein dürfen. Ich schaffte es gerade so, die Beifahrertür zu öffnen, mich in den Sitz sinken zu lassen und anzuschnallen, dann war ich am Ende meiner Kräfte. Es war einfach zu viel gewesen. Ich wollte nur noch, dass dieser Tag ein Ende hatte. Erschöpft liess ich den Kopf ans Wagenfenster sinken und schloss die Augen.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 24 Jan 2016, 15:57

//Das könnte unter diesen Umständen natürlich auch sein xD Jaaa...ich freu mich schon drauf Very Happy xD

Florian
Ich hatte mich zuvor so in Rage geredet, dass ich nicht bemerkt hatte, wie blass Amy geworden war. Ich erkannte mich in diesem Moment selbst kaum wieder. Das erste mal in ihrem Leben hatte Amy es geschafft, mich - fast - zum ausrasten zu bringen. Das hatten sonst nur andere Frauen geschafft. Teilweise sogar nur mit ihrer bloßen Existenz. Nun war sie es gewesen, die die ganze Zeit über still gewesen war und mich angesehen hatte. Sie hatte nicht erwähnt, dass ich ihr weh getan hätte. Das hieß, dass ich ihren Arm doch nicht so fest gehalten hatte, wie ich dachte. Nachdem ich gesagt hatte, dass sie mit mir nach Hause fahren sollte, senkte sie den Blick. Fast gleichzeitig brachte sie ein leises 'okay' heraus. Hatte ich sie gerade etwa so verunsichert? Sie meinte noch, wir sollten gehen, dann drehte sie sich um und lief zu meinem Wagen. Ich blieb noch einen Augenblick stehen. Mein Auto würde ich ohnehin schneller erreichen als sie. Ich erkannte meine beste Freundin kaum wieder. Dieser Arzt hatte sie innerhalb weniger Tage oder Wochen - waren es überhaupt Wochen? - so sehr verändert. Ich wusste nicht, wie das noch so weiter gehen würde. Oder war es nur eine Phase? Ich hoffte es. Aber um ehrlich zu sein, hatte ich ganz andere Sorgen. Eigentlich. Eigentlich sollte ich mir mehr Gedanken um meine kleine Schwester machen. Milena. Die nun zuhause mit meinen Vater saß. Zuhause. Für mich ein gewohnter Ort und für sie total fremd. Sie kannte nicht einmal mich mehr. Oder zumindest nicht mehr richtig. Und keiner von uns wusste, wie sie sich verändert hatte. Aber jetzt musste ich erstmal Amy nach Hause bringen. Danach konnte ich mich um Milena und meinen Vater kümmern. Allmählich hatte ich das Gefühl, dass es überhand nahm, über was ich mir in letzter Zeit Sorgen machte. Aber ich hatte momentan keine Möglichkeit zur Ruhe zu kommen. Und ob das an Silvester möglich war, wenn ich bei Sascha auf der Party war, wusste ich nicht. Schließlich war geplant, dass Milena mitkommen würde. Und auf die sollte ich aufpassen. Als großer Bruder war das meine Pflicht. Auch ich hatte mich endlich in Bewegung gesetzt und war schon kurz nach Amy im Wagen. Ich schnallte mich ebenfalls an und startete den Motor. Da noch immer kaum ein Auto in der Straße fuhr, war es nicht kompliziert, umzudrehen. Ich wendete also meinen Wagen und fuhr aus München heraus. Jedoch wesentlich 'entspannter' als zuvor. Langsamer, und mehr Gefühl für das Gas. Jetzt brauchte ich nicht zu rasen. Auch wenn ich nicht wusste, was ich mit Amy reden sollte. Meinetwegen könnten wir uns anschweigen, dagegen hatte ich im Moment auch nichts. Sie wollte mir nicht sagen, was passiert war und das musste ich akzeptieren. Auch wenn es mir etwas schwer fiel. Aber ich war kein Mensch, der ständig nach hakte.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 24 Jan 2016, 16:26

// Haha xDD Hat Flo eine 'gewalttätige' Seite, von der ich nichts weiss? ;D

Amy
Kaum hatte ich den Kopf gegen das Fenster gelehnt, stieg auch Florian in den Wagen ein. Er setzte sich hinters Steuer, schnallte sich an und startete den Motor. Routiniert wendete er den Wagen und fuhr los. Das alles beobachtete ich aus dem Augenwinkel. Ich hatte die Augen nochmals aufgeschlagen, um die Strasse vor uns zu beobachten. Es war nicht viel los, obwohl wir uns mitten in München befanden. Seltsam. Aber vielleicht lag es daran, dass die Leute zwischen Weihnachten und Silvester einfach zu Hause waren. Oder sie besuchten ihre Verwandten und waren den ganzen Tag fort. Weil Florian so pflichtbewusst und vorsichtig fuhr wie immer, schloss ich die Augen wieder und stellte mich schlafend. Innerlich war ich zu aufgewühlt, um an Schlaf auch nur zu denken. Vor meinen Augen sah ich immer wieder, wie Ty - nur in Boxershorts - auf mich zukam. Wie er mich hart und grob packte, küsste, mich anfasste. Ich meinte sogar, ihn zu spüren. Bei dieser Erinnerung wurde mir schlecht. Wie hatte ich nicht merken können, dass es Ty nicht ehrlich mit mir meinte? Dass er mich zwingen würde, mit ihm zu schlafen? Dass er nicht davor zurückschreckte, mir seinen Willen aufzuzwingen, indem er mir drohte, Cookie zu schaden? Aber wie hätte ich das auch voraussehen können? Er hatte nie irgendwelche Andeutungen gemacht. Die einzige Warnung war diese 'Überraschung' gewesen. Ja, und danach war es schon zu spät gewesen. Er hatte sich mir gegenüber nie grob benommen, im Gegenteil. Ich hatte gedacht, er würde mich weiterhin so sanft und zärtlich behandeln, wie ich mir von ihm gewöhnt war. Aber das war nicht der Fall gewesen. Er musste ein sehr guter Schauspieler sein. Kein Wunder, dass ihm im Krankenhaus alle hinterherhechelten. Und ich war ihm auch hinterhergehechelt - bis er seine wahre Seite gezeigt hatte. Leider war das aber nur der Anfang vom Ganzen. Ich wollte Ty nie mehr wiedersehen, ja, nicht einmal mehr etwas von ihm hören. Aber morgen würde es schon wieder so weit sein. Dann würde ich ihn wiedersehen, und wahrscheinlich würde er mich noch einmal vergewaltigen. Und danach? Das würde kein Ende finden. So lange Ty etwas gegen mich in der Hand hatte, konnte er mich erpressen, und niemand würde je etwas von erfahren. Ich wusste, dass Schweigen das Dümmste war, das ich tun konnte. Aber... Aber ich konnte niemandem davon erzählen. Ich wollte Cookie nicht in Gefahr bringen, ebenso wenig wie meine Familie oder Florian. Dazu kam noch, dass ich mich dafür schämte, was Ty mir angetan hatte. Ich hatte das Gefühl, dass ich irgendwie Schuld daran war. Ich hätte doch etwas merken müssen. Ich hätte mich mehr wehren sollen. Aber jetzt würde das alles nichts bringen. Ich wäre Ty so lange ausgeliefert, bis er genug von mir hätte. Und ob dann noch mehr als ein Wrack von mir übrig war, wagte ich zu bezweifeln. Noch nie in meinem Leben war ich so verzweifelt und hilflos gewesen. Normalerweise hätte Florian mir bestimmt beigestanden, mir geholfen, diese Situation zu bewältigen. Und er hätte mich vor Ty beschützt. Aber selbst jetzt, wo ich es kaum mehr aushielt, brachte ich es nicht über mich, ihm davon zu erzählen. Ich konnte es einfach nicht tun, so sehr ich mir das auch wünschte. Während Florian weiterfuhr, blieb ich mit geschlossenen Augen, den Kopf ans Fenster gelehnt, sitzen. Aber wenn man ganz genau hinsah, sah man, wie ich zitterte.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 24 Jan 2016, 17:36

//Ja, irgendwie schon Very Happy Na, wenn es um Menschen geht, die er liebt? xD Mir fällt gerade auf...hoffentlich nimmt Amy die Pille :0^^

Florian
Ich konzentrierte mich weiter auf die Straße. Was in Amy vor ging konnte ich nicht wissen. Konnte ich nicht mal ahnen. Ich hatte ja keine Ahnung, was ihr passiert war. Sie meinte zwar, es wäre nichts, aber ich konnte ihr einfach nicht glauben. Dafür kannte ich sie zu lange. Ich hatte aber - um ehrlich zu sein - keine Lust, sie andauernd zu fragen. Ich war kein aufdringlicher Mensch. Und wenn mir jemand etwas nicht sagen konnte, dann akzeptierte ich das. Auch wenn es mich störte. Vor allem bei Amy. Aber ich hatte gerade wirklich andere Sorgen. Und trotzdem konnte ich Amy nicht einfach abschalten. Ich hätte die Musik lauter drehen können, aber es sah aus, als würde meine beste Freundin am Fenster dösen. Da wollte ich sie nicht heraus reisen. Dass sie sich den Kopf zerbrach, wusste ich nicht. Wie sollte ich das auch ahnen? Ich warf nur ab und an einen Blick zu meiner besten Freundin herüber. Bei meinem letzten Blick zu ihr, meinte ich, dass sie zitterte. Es war wirklich kalt geworden und durch die Hektik vorhin, hatte ich die Heizung nicht aufgedreht. Mir selbst war jedoch warm genug, deshalb drehte ich nur die Sitzheizung des Beifahrersitzes etwas hoch. Dass Amy aus einem anderen Grund zitterte, konnte ich genauso wenig ahnen, wie das, was ihr im Kopf herum ging. Vielleicht hätte ich sie fragen sollen, ob ihr kalt war. Aber ich hatte einfach darüber entschieden. Mir gefiel diese Stille. Aus irgendeinem Grund beruhigte sie mich. Dazu noch die leise Musik im Hintergrund. Musik, die ich liebte und mit der meine beste Freundin kaum etwas anfangen konnte. Trotzdem hielt sie es jedesmal aus, wenn sie in meinem Auto saß. Obwohl ich eigens für sie einen Ordner erstellt hatte. Auf den aber nur selten zugegriffen wurde. Beziehungsweise nur, wenn die Fahrt länger dauerte und sie doch mal etwas anderes hören wollte. Und ich lies es dann über mich ergehen, wie sie meine Musik duldete. Wie es wohl bei Milena war? Welche Musik gefiel ihr? Würde ich in den nächsten paar Tagen, die sie bei mir war, eine längere Strecke mit ihr fahren? Ich wusste es nicht. Ich hätte es aber gerne gewusst. Ich hätte gerne eine Idee, was ich mit meiner kleinen Schwester machen könnte. Wie ich sie wieder besser kennen lernen konnte und ihr wieder nahe kommen konnte. So nahe, wie wir uns früher standen. Ich stützte einen Ellbogen auf meiner Türe ab und lehnte meinen Kopf dagegen. Ich kannte die Strecke. In nächster Zeit würde ich nicht schalten müssen, dann konnte ich auch mit nur einer Hand fahren. Was teilweise weit entspannter war, als mit beiden.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 24 Jan 2016, 19:29

// Ja, gut, das kann ich verstehen ;D Das habe ich mir auch schon überlegt - aber ein Baby wäre dann doch zu viel des Guten, also keine Sorge Wink

Amy
Ich fragte mich, ob mein bester Freund etwas merkte. Dass etwas an meinem Verhalten nicht stimmte, war klar. Aber ahnte er etwas vom Rest? Als er mich vorher auf den Anruf und meinen Schrei angesprochen hatte, hatte ich gedacht, er wüsste Bescheid. Aber er kannte nur die halbe Wahrheit. Er dachte, Ty und ich hätten miteinander schlafen wollen, und dass ich einfach Angst davor gehabt hatte. Doch so war es nicht gewesen. Ich hatte nicht Angst vor dem Sex mit Ty gehabt - ich hatte Angst vor ihm gehabt. Und immer noch. Selbst jetzt, wo er mehrere Kilometer von mir entfernt war, konnte ich ihn so deutlich vor mir sehen, als ob er vor mir stünde. Fast nackt, nur mit den Boxershorts bekleidet und mit einem anzüglichen Grinsen auf dem Gesicht... Mir wurde so schlecht, dass ich dachte, mich übergeben zu müssen. Aber zum Glück passierte das nicht. Das hätte gerade noch gefehlt. Auf einmal wurde es um mich herum warm. Ich begriff, dass Florian die Sitzheizung aufgedreht hatte. Er musste mein Zittern also bemerkt haben. Nur brachte Wärme leider nichts gegen mein Zittern. Es war dennoch ein gutes Gefühl, ein bisschen von Wärme umhüllt zu sein, auch wenn es nichts an der Situation änderte. Wiederum war ich kurz davor, Florian von dem zu erzählen, was mir passiert war. Aber ich traute mich nicht. Ich hatte Angst, dass Ty ihm oder jemand anderem dann etwas antun könnte. Als Arzt - wenn auch nicht voll ausgebildet - verfügte er über bestimmte Mittel, die einem 'normalen' Bürger nicht zustanden. Natürlich hatte er keinen Zugriff auf Waffen, aber selbst ein einfaches Küchenmesser konnte erheblichen Schaden anrichten. Mir fiel ein, dass er vorher meine Fesseln durchgeschnitten hatte - mit einem Messer. Oh Gott. Welcher normale Mensch bewahrte ein Messer in seinem Schlafzimmer auf? Gut, Ty war nicht normal, ganz und gar nicht. Aber ich konnte niemandem etwas davon erzählen. Ich musste weiterhin so tun, als sei alles in Ordnung - obwohl nichts in Ordnung war. Wiederum fragte ich mich, ob es meine Schuld war. Hätte ich nicht irgendetwas bemerken müssen, bevor es zu spät war? Hätte ich mich nicht mehr wehren sollen? Hatte ich sogar in Ty das Gefühl erweckt, ich wolle vergewaltigt werden? Es musste doch irgendein Fehler meinerseits sein, der dazu geführt hatte. War es am Ende noch gerechtfertigt, dass Ty mich vergewaltigte? Ich wusste es nicht. Ich wusste überhaupt nichts. Ich wusste nur, dass ich niemandem etwas von Tys dunkler Seite erzählen durfte. Niemandem. Als Florian die Geschwindigkeit merklich verringerte, schlug ich die Augen wieder auf. Ich blinzelte ein paar Mal und rieb mir die Augen, als ob ich wirklich ein Nickerchen gemacht hätte. Aber so war es nicht. Ich wusste nicht, ob ich heute Nacht überhaupt einschlafen könnte. Doch den Grund dafür durfte niemand erfahren. Ich wollte, dass die Menschen, die ich liebte - und natürlich Cookie - in Sicherheit waren. Da musste ich jetzt durch. Es gab keinen Ausweg. Das erste Mal, seit Florian losgefahren war, richtete ich meinen Blick durch die Windschutzscheibe auf die Strasse vor uns. Wir waren in unserem Ort angekommen, und wenig später bog Florian in die Strasse ein, die mir so vertraut war wie keine andere auf der Welt. Als mein bester Freund schliesslich in der Auffahrt hielt, zögerte ich einen Moment. "D... Danke", meinte ich mit leiser Stimme und blickte zu ihm. Es fiel mir schwer, seinem Blick standzuhalten, ohne ihm die Wahrheit ins Gesicht brüllen zu wollen. Deshalb entschied ich mich, mich schnell zu verabschieden. "Für's Heimfahren. Und dafür, dass du extra wegen mir den weiten Weg gefahren bist." Alles in mir schrie, mich ihm anzuvertrauen, denn tief in mir wusste ich, dass ich Florian vertrauen konnte. Ich könnte ihm mein Leben anvertrauen. Aber ich tat es nicht - zu gross war die Angst. Ich wusste, dass das womöglich ein Fehler war. Aber ich konnte nicht anders. "Dann... Dann geh' ich mal rein, ich will dich nicht weiter aufhalten. Du musst dich bestimmt um deine Schwester kümmern." Mit diesen Worten schnallte ich mich ab, öffnete die Beifahrertür und stieg aus. Draussen zögerte ich nochmals einen Moment. "Also... Bis dann." Ich schlug die Autotür zu und ging zum Haus, bevor ich es mir anders überlegen und Florian alles erzählen konnte.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 31 Jan 2016, 15:40

//Puuuh, zum Glück Very Happy Und sorry, dass ich erst jetzt schreib, aber Arbeitswoche und dann Vorbereitungswochenende fürs Zeltlager :/

Florian
Ich sprach Amy während der Fahrt nicht an. Ich hatte gerade keine Lust zu reden. Zumal mir sowieso nichts einfallen würde, was ich zu ihr sagen könnte. Und so wie es aussah, würde sie mir auch nichts erzählen. Eigentlich ging es mich wirklich nichts an. Aber ich hatte mir einfach Sorgen um Amy gemacht. Mal wieder. Ich musste mir eingestehen, dass ich mir wohl doch viel zu oft Sorgen um sie machte. Eigentlich sollte ich damit aufhören. Zumindest könnte ich das. Oder nicht? Aber dieser Anruf heute half mir bei der Entscheidung nicht wirklich weiter. Ich hatte noch immer das Gefühl, dass meine beste Freundin etwas vor mir verheimlichte. Und diese Eigenschaft kannte ich von ihr überhaupt nicht. Sie erzählte mir sonst so viel. Aber nicht, was da passiert war. Und in diesem Moment stellte ich fest, dass ich mir schon wieder zu viele Gedanken machte. Ich wünschte oft, ich könnte meinen Kopf abstellen. Das war ein Grund, sich auf Silvester zu freuen. Normalerweise. Nicht aber in diesem Jahr. Wenn Milena mit kam, durfte ich nicht viel trinken. Ich musste auf sie aufpassen. Und das konnte ich nicht, wenn ich betrunken auf dem Sofa lag. In diesem Jahr hatte ich einfach eine Pflicht zu erfüllen. Seltsamerweise fühlte es sich in diesem Moment wie eine Last an. Normalerweise machte es mir nichts aus, der große Bruder zu sein und aufzupassen. Das tat ich bei Amy schließlich auch oft. Aber unter den gegebenen Umständen wollte ich das nicht mehr. Ich wollte mein Hirn ausknipsen und mir um nichts Sorgen machen müssen. Auf nichts aufpassen. Doch das blieb mir verwehrt. Nach einer gefühlten Ewigkeit, hielt ich schließlich vor Amy's Haus. Ich stellte den Motor ab und hörte, wie sie ein leises 'Danke' murmelte. Als ich mich zu ihr drehte, sah sie auch mich an. Ich nickte nur. "Klar.", meinte ich, ehe sie ergänzte, dass sie das Heimfahren meinte und die Tatsache, dass ich extra wegen ihr den weiten Weg gefahren war. Normalerweise widersprach ich ihr, dass mir das nichts ausmachte. Doch dieses mal bleib ich ruhig und nickte nur. Sie meinte, sie würde dann mal rein gehen. Sie wolle mich nicht weiter aufhalten, da ich mich um meine Schwester kümmern müsse. Gleich darauf schnallte sie sich ab und öffnete die Wagentür. Als sie draußen stand, meinte sie noch 'Bis dann', bevor sie die Autotür zuschlug und zum Haus lief. Ich saß noch kurz regungslos in meinem Wagen, dann fuhr auch ich vom Hof.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 31 Jan 2016, 16:18

// Haha xD Und schon okay Wink
Ich hoffe, es ist okay, dass ich einen Zeitsprung mache ^^

Zeitsprung - 31. Dezember

Amy
Silvester hatte ich mir definitiv anders vorgestellt. Als ich am Morgen des letzten Tag des Jahres aufwachte, fühlte ich mich wahnsinnig schlecht. Ich hatte kaum ein Auge zugetan und nur gefühlte zwei Minuten geschlafen. Kein Wunder, dass ich mich total schlapp fühlte. Eine Weile blieb ich noch liegen, dann quälte ich mich aus dem Bett. Es hätte ja doch keinen Sinn, im Bett zu bleiben. Meine Probleme würden sich nicht einfach so in Luft auflösen - leider. Ich hatte mehrere Probleme. Das grösste war Ty. Ty, mein Freund, von dem ich geglaubt hatte, dass er mich wahrhaft liebte. Aber er vergewaltigte mich und schien dabei nicht einmal ein schlechtes Gewissen zu haben. Und heute sollte ich wieder zu ihm kommen. Pünktlich, um vierzehn Uhr, ansonsten würde er Cookie etwas antun. Beim Gedanken an Ty lief es mir eiskalt den Rücken herunter. Ich hatte Angst vor ihm. Aber was sollte ich tun? Ich wollte weder Cookie noch sonst jemanden in Gefahr bringen. Da musste ich durch. Ich musste einfach zu ihm gehen und es über mich ergehen lassen. Irgendwann würde Ty keine Lust mehr auf mich haben, und dann wäre ich frei. Hoffentlich. Mit einem mulmigen Gefühl im Bauch ging ich ins Badezimmer, um zu duschen und meine Haare zu waschen. Danach zog ich einen Pullover, eine Hose und Socken an, bürstete meine Haare und lief nach unten. Mein Knöchel schmerzte noch immer, aber nicht mehr so fest wie gestern noch. Trotzdem sollte ich ihn noch schonen. Deshalb hinkte ich mehr oder weniger in die Küche. Dort begrüssten mich mein Vater und mein Bruder. "Du hast nicht gut geschlafen", stellte Luke sofort fest. Oh je. Ich hatte vergessen, den Concealer zu verwenden. So waren die dunklen Ringe unter meinen Augen deutlich zu erkennen. "Nein", antwortete ich wahrheitsgemäss. Eine Lüge wäre sinnlos gewesen. "Und warum?", hakte Luke nach. "Geht es dir nicht gut?" Ich zuckte mit den Schultern. "Ich glaube, es ist wegen meinem Knöchel. Bei jeder Bewegung bin ich aufgewacht", log ich. Verdammt. Jetzt log ich schon meine Familie an. Zuerst Florian, dann noch Luke und gleichzeitig Papa. Was war ich für ein schlechter Mensch? Aber die Wahrheit sagen konnte ich auch nicht. Nein. Unmerklich zuckte ich zusammen. Ich würde das nie und nimmer schaffen. "Okay", antwortete Luke. "Dann schon' dich besser noch ein bisschen." Ich nickte und griff dann schnell nach einem Stück Brot, damit mein Bruder nicht weiter nachhaken musste. Nach dem Frühstück setzte ich mich im Wohnzimmer aufs Sofa und las ein bisschen, aber ich konnte mich kaum konzentrieren und musste das Buch schnell wieder zur Seite legen. Die Zeit verging viel zu schnell, und schon viel zu bald war es Mittag. Luke hatte gekocht, aber obwohl es fantastisch schmeckte, brachte ich kaum einen Bissen herunter. Zum Glück schienen Luke und Papa nichts davon zu merken. "Ich geh' heute Nachmittag zu Ty", kündete ich an. Das war nicht gelogen. Nur den Grund für diesen Besuch konnte ich ihnen nicht verraten. Wieder schien meine Familie das Ganze zu schlucken. Und so kam es, dass ich kurz nach dem Mittagessen das Haus verliess und zur Bushaltestelle lief, um in die Stadt zu fahren.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 31 Jan 2016, 16:32

//Wir sind immer sehr verständnisvoll bei Pausen Very Happy Klar, ich wüsste eh nicht, was ich noch alles schreiben sollte Very Happy Irgendwie ging meine ganze Kreativität für die Zeltlager-Organisation gestern drauf...ich bin nicht kreativ xD

Florian
Ich drehte mich in meinem Bett. Ich wollte nicht aufstehen. Und eigentlich musste ich das auch gar nicht. Trotzdem konnte ich nicht weiter schlafen und starrte stattdessen die Decke an. Die letzten Tage hatte ich nichts mehr von Amy gehört. Was mich - um ehrlich zu sein - nicht verwunderte. Zumindest nach ihrem Auftreten vor ein paar Tagen, als ich sie in München abgeholt hatte. Und das Schweigen in meinem Wagen. Mit Milena war ich ganz gut zurecht gekommen. Wir waren im Kino gewesen und einkaufen. Trotzdem schien sie nicht sehr begeistert davon, bei uns zu sein. Wahrscheinlich war sie doch anderes gewohnt. Aber sie meckerte nicht. Ganz im Gegenteil: Sie war ruhig. Sehr ruhig. Vielleicht war sie auch einfach nur unsicher, weil die Situation absolut neu war. Für sie und für uns. Wir hatten uns alle jahrelang nicht gesehen und keiner wusste, wie der andere tickte. Für sie war es noch schwerer. Ich und mein Vater lebten die ganze Zeit über zusammen, wir kannten uns und unser Verhalten störte uns beide nicht. Milena stattdessen...ich hatte das Gefühl, sie fühlte sich ausgegrenzt. Obwohl wir alles taten, um das nicht zu tun. Und die Zeit, in der sie sich an uns gewöhnen könnte, war viel zu kurz. Übermorgen würde sie schon wieder zurück fahren. Zu ihrem Stiefvater und ihrem neuen Stiefbruder. Von dem sie immer wieder schwärmte. Ich hatte das Gefühl, mit ihm verglichen zu werden. Was nicht unwahrscheinlich war. Ich war mir sogar ziemlich sicher, dass sie das tat. Und so wie es klang, war sie viel begeisterter von ihm, als von mir. Er nahm sie in Discos mit und ging mit ihr einkaufen. Kurzum: Er war einfach so viel besser als ich. Er studierte, ich hatte momentan nicht einmal die Aussicht auf einen Ausbildungsplatz. Er fuhr einen nagelneuen BMW und ich einen alten Audi A3. Und damit konnte ich sie nicht beeindrucken. Ich hatte Doc Holliday nur erwähnt und sie hatte skeptisch geschaut. Es war nicht einmal Absicht von mir gewesen. Eigentlich hatte ich meinem Vater nur mitteilen wollen, dass ich ihm eine Reitbeteiligung suchen wollte, die sich besser um ihn kümmerte, als ich das momentan tun konnte. Mein Vater verstand das. Eigentlich hatte er ihn damals für mich und Milena gekauft. Sie war früher so verrückt nach Pferden gewesen. Und nun anscheinend nicht mehr. Von Sascha's Party war sie jedoch wenigstens etwas begeistert gewesen. Sie war nicht vor Freude in die Luft gesprungen, aber ich hatte es an ihrem Blick gesehen, dass sie sich auf eine Party freute. Und nun fragte ich mich, wie lange sie wohl vor dem Spiegel stehen würde.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 31 Jan 2016, 17:24

// Natürlich ;D Hauptsache, es geht iwann weiter ^^ Okay Smile Oh je ^^ Aber deine Kreativität wird hoffentlich bald zurückkommen Smile
Theoretisch ist erst ein Tag vergangen ;D aber wenn es ein paar Tage sind, ist es auch okay ^^

Amy
Auf der Fahrt von Zuhause nach München versuchte ich, mich ein bisschen abzulenken. Aber es funktionierte überhaupt nicht. Meine Gedanken wanderten die ganze Zeit zu Ty. Wie hätte ich auch an etwas anderes denken können? In nicht einmal einer Stunde würde er mich zum wiederholten Mal vergewaltigen. Ich würde unter ihm auf dem Bett liegen und nichts tun können, ausser zu hoffen, dass es bald vorbei wäre. Bis jetzt hatte Ty mich jedes Mal gefesselt und geknebelt, um ja keinen Widerstand von mir zuzulassen. Doch ich glaubte, mittlerweile würde ich mich nicht mehr wehren. Ich wusste, dass ich Ty nicht entkommen konnte. Er würde mich nicht gehen lassen, bis er genug von mir hatte. Und wer wusste, wie lange das noch dauern würde? Ich liess den Kopf an das kühle Fenster der U-Bahn sinken. Ich war langsam am Ende meiner Kräfte angekommen. Seit dem ersten Mal hatte ich zwar keinen Nervenzusammenbruch mehr gehabt, doch Angst hatte ich noch immer. Schreckliche Angst. Mit klopfendem Herzen stieg ich schliesslich aus der U-Bahn aus und machte mich auf den Weg zu Tys Zuhause. Den Weg kannte ich mittlerweile zu gut. Am Haus angekommen, klingelte ich und wartete, dass Ty mir die Tür öffnete. Wie üblich dauerte das nicht lange. Als ob er mich bereits erwarten würde. Der Gedanke widerte mich an. Mit jeder Stufe, die ich nahm, spürte ich, dass meine Angst grösser wurde. Sie erreichte ihren Höhepunkt, als ich Ty am Treppengeländer stehen sah. Er blickte auf seine Uhr. "Gerade noch rechtzeitig", meinte er. Ich schluckte, senkte den Blick und drückte mich an ihm vorbei. Damit hatte er mir unmissverständlich klar gemacht, dass ich seine Drohung auf keinen Fall vergessen durfte. Ich hörte, wie er die Wohnungstür hinter uns schloss, dann folgte er mir in sein Schlafzimmer. "Zieh' dich aus", forderte er mich auf. Ich tat, was er von mir verlangte. Meine Klamotten landeten auf dem Boden. Gierig liess er seinen Blick an meinem Körper herunterwandern. Am liebsten wäre ich im Boden versunken. Nach einer Weile stiess er mich grob aufs Bett. Er zog sich ebenfalls bis auf die Boxershorts aus, dann griff er nach den Handschellen. Die hatte er vor ein paar Tagen angeschafft. Widerstandlos liess ich mir die Hände aneinanderketten. Dann band Ty die Handschellen am Bettpfosten fest, meine Füsse fesselte er am Bettgestell. Zum Schluss griff er nach einem Tuch, mit dem er mich knebelte. "Nur zur Sicherheit. Wir wollen dich doch nicht in Versuchung führen zu schreien, Süsse", meinte er mit einem widerlichen Grinsen. Dann griff er nach seinen Boxershorts. Ich schloss die Augen und liess die nächsten Minuten über mich ergehen. Was wäre mir anderes übrig geblieben? Ich fragte mich nur, ob dieser Albtraum jemals aufhören würde. Nachdem er mit mir fertig war, verliess Ty das Schlafzimmer und verschwand im Badezimmer. Auch das kannte ich mittlerweile. Nur band er mich vorher jeweils los und liess mich gehen. Dieses Mal nicht? Langsam stieg Panik in mir auf. Ich rüttelte an den Fesseln und den Handschellen, aber es brachte nichts. Ich war gefangen. Und Ty schien mich nicht gehen lassen zu wollen. Was hatte er denn noch mit mir vor? Was wollte er mir noch antun? War es nicht schlimm genug, dass er mich zum wiederholten Mal vergewaltigt hatte?

Zur gleichen Zeit:

Luke
So langsam machte ich mir Sorgen um meine Schwester. In den letzten Tagen verhielt sie sich total merkwürdig, gar nicht wie sie selbst. Sie sprach kaum mit Papa und mir, sie ass kaum etwas und schlief offensichtlich sehr schlecht. Und das Schlimmste war, dass sie nicht mehr lachte, ja, nicht einmal lächelte. Dass das Ganze nur ihrem Knöchel zuzuschreiben war, glaubte ich nicht. Ich hatte zwar etwas mitbekommen vom Streit zwischen Florian und ihr, aber auch das konnte nicht der Hauptgrund sein. Warum hatten sie sich nicht schon längst wieder vertragen? Und warum verbrachte Amy so viel Zeit bei Ty? Und was tat sie dort? Wenn sie von dort zurückkam, wirkte sie jedes Mal ziemlich verstört. Amys schlechte Verfassung musste etwas mit Ty zu tun haben - nur was? Und wie konnte ich ihr helfen? Ich hatte sie nicht einmal gefragt, wo Ty wohnte. Ich wusste noch nicht einmal seinen Nachnamen. Verdammt. Mit einem Mal hielt ich es nicht mehr aus. Ich musste etwas tun. Ich konnte nicht länger zusehen, wie meine Schwester etwas Schlimmes durchmachte. So griff ich zu meinem Handy und wählte Florians Nummer. Auch wenn die Beiden sich gestritten hatten, er musste doch etwas wissen. Als ihr bester Freund wusste er vielleicht mehr als ich. "Hey, Florian", begrüsste ich ihn, als er sich meldete. "Weisst du, was mit Amy los ist? In letzter Zeit steht sie total neben sich. Sie schläft nur schlecht, isst kaum etwas und spricht auch nicht mit uns. Und das Seltsame ist, dass sie sehr oft bei Ty ist, aber jedes Mal verstört ist, wenn sie wieder zurückkommt. Hast du vielleicht eine Ahnung, was mit ihr los ist? Glaubst du, dass Ty etwas damit zu tun haben könnte?" Ich unterbrach meinen Redeschwall. Florian hatte bestimmt begriffen, worauf ich hinauswollte. Ich machte mir riesige Sorgen um meine Schwester - und wollte unbedingt wissen, was mit ihr los war. Ich hoffte sehr, dass Florian mir weiterhelfen könnte. Wenn nicht... Dann wusste ich auch nicht.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Fr 05 Feb 2016, 15:56

//Genau...unsere Philosophie des Forums. RPG's auch für Menschen, die nicht jeden Tag Zeit haben Very Happy Ich hoffe es auch...aber zweifel daran. Irgendwie hat man manchmal unkreative Phasen :/ Du hast doch nen Zeitsprung zum 31. gemacht? o.O

Florian
Irgendwann hatte ich beschlossen, dass ich die Decke nun lange genug angestarrt hatte. Seit Milena da war, konnte ich auch nicht so lange schlafen, wie sonst immer. Ich wusste nicht, woran das lag. Vielleicht einfach an der Tatsache, dass ich selbst im Schlaf unterbewusst wusste, dass sie hier war. Dass ich sie irgendwie beschäftigen musste. Und ich hatte keine Ahnung, wie ich das tun sollte. Zumindest war der Tag heute gedeckt. Und dann war sie nur noch morgen bei uns. Und der Neujahrstag war sowieso ein unnützer Tag. Da würde jeder von uns seinen Rausch auskurieren. Obwohl ich nicht pauschal sagen konnte, dass jeder es tun würde. Nicht einmal in diesem Haus. Ich schlug die Decke zurück und quälte mich aus meinem Bett. Das Aufstehen fiel mir jedes mal schwer. Ich schlief einfach zu gerne. Nachdem ich endlich in meinem Zimmer stand, ging ich zum Schrank und zog mir frische Klamotten raus. Anschließend schlurfte ich ins Bad und stellte mich unter die Dusche. Ich hatte die Erfahrung gesammelt, dass Milena später aufstand als ich. Ob sie jedes mal schlief oder einfach nur im Bett lag, um so viel Zeit wie möglich zu schinden, konnte ich nicht sagen. Aber das war ihre Sache und nicht meine. Eigentlich war es mir so lieber. Niemand begegnete sich im Bad oder kam sich in die Quere. Mein Vater war sowieso immer als erster wach. Irgendwie hatten das Eltern so an sich. Da schlug die innere Uhr einfach besser. Wobei mein Vater auch sehr lange schlafen konnte. Ich ging aus der Dusche, trocknete mich ab und zog mich an. Vor dem Spiegel sah ich kurz in mein, inzwischen wacheres, Gesicht. Ich putzte mir die Zähne und rubbelte noch ein letztes mal mit dem Handtuch über meine Haare. Ich trocknete sie nie richtig. Ich hatte nur keine Lust, andauernd Wassertropfen auf meinen Schultern zu spüren. Die nervten mich nur. Im Bad war ich fertig. Deshalb ging ich in mein Zimmer, nahm mein Handy und ging nach unten um zu frühstücken. Irgendwann war auch meine kleine Schwester aufgestanden und hatte sich zumindest grob fertig gemacht. Auf meine, natürlich nicht ernst gemeinte Frage, ob sie heute nicht duschen wollte, meinte sie, das würde sie erst gegen später machen. Damit sie auf der Party frischer war. Zum Glück hatte auch sie meine Frage nicht ernst genommen. Da wir spät gefrühstückt hatten, fiel das Mittagessen heute aus. Zumindest soweit, dass niemand kochte. Wer etwas essen wollte, machte sich selbst irgendetwas. Ich saß mit meinem Vater im Wohnzimmer, während Melina in ihrem Zimmer war und wahrscheinlich mit ihren Freundinnen schrieb. Oder überlegte, was sie anziehen sollte. Gegen frühen Nachmittag klingelte mein Handy. Als ich abnahm, meldete sich Luke. Er fragte mich, ob ich wisse, was mit Amy los sei. Sie stehe in letzter Zeit total neben sich. Schlief schlecht, würde kaum etwas essen und auch nicht mit ihnen sprechen. Das war wirklich ungewöhnlich für meine Freundin. Sie stand ihrer Familie sonst sehr nahe. Luke fuhr fort und sagte, es wäre seltsam, dass sie die ganze Zeit bei Ty wäre und jedes mal verstört wieder zurück kam. Wieder fragte er mich, ob ich eine Ahnung hätte, was los war und ob Ty womöglich etwas damit zu tun hatte. Ich war in der Zwischenzeit in mein Zimmer hoch gegangen. Mein Vater musste mein Telefonat nicht mit anhören und er wollte es sicher auch nicht. Außerdem hatte mir Luke genug Zeit gelassen, zu verstehen, worum es ging. Als ich im Zimmer angekommen war, schloss ich die Türe. "Klar hat es was mit dem zu tun.", antwortete ich sofort. Vielleicht etwas zu schnell. "Naja, ich weiß nur nichts. Ich hab schon seit ein paar Tagen nichts von ihr gehört. Sie hat mich mal angerufen, als sie das erste mal bei ihm war, hat aber nicht mit mir gesprochen. Ich meine, dass ich sie schreien gehört hatte oder zumindest hat sie es versucht. Ich bin nach München gefahren und hab sie an einer Bushaltestelle aufgegriffen.", während ich Luke davon erzählte, fragte ich mich, ob es richtig war. Aber mir war es egal. Ich verstand nicht, warum Amy so etwas tat und Ty konnte ich sowieso nicht leiden. "Sie saß auf dem Boden, hat geweint und mich angeblafft, dass es mich nichts angehe, was sie mit Ty tut. Aber das war's auch schon.", beendete ich meine Erzählung. Vielleicht schloss Luke selbst etwas daraus.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Fr 05 Feb 2016, 18:03

// Genau ;D Eigentlich sollte das unser Slogan werden oder so xD Stimmt, aber es ist auch nicht schlimm, mal 'ne unkreative Phase zu haben - jede Phase geht vorbei Wink Ja, ich habe einen Zeitsprung zum 31. gemacht. Der letzte Zeitsprung (auf S. 34) war zum 30.12. D.h. es ist theoretisch erst ein Tag vergangen. Aber wir lassen es jetzt einfach so ;D

Luke
Während ich gesprochen hatte, war Florian ruhig geblieben. Ich wusste nicht recht, was ich davon halten sollte. War das jetzt ein gutes oder ein schlechtes Zeichen? Je mehr Zeit verging, desto nervöser wurde ich. Dann hörte ich im Hintergrund ein Geräusch. Ich wusste nicht genau, was es war, aber es spielte keine Rolle. Florian sprach endlich. Wahrscheinlich war gar nicht so viel Zeit vergangen, und es war mir einfach viel länger vorgekommen. Das konnte auch gut sein. Florian begann mit einem 'klar' und meinte, es habe etwas mit dem zu tun. Ich brauchte einen Moment, bis ich begriff, dass er damit Ty meinte. Was ich allerdings nicht begriff, war, was Ty mit der schlechten Verfassung meiner Schwester zu tun haben könnte. Auf mich hatte er immer sehr freundlich und liebevoll gewirkt, was Amy betraf. Ich hatte gedacht, sie hätte den perfekten Freund für sich gefunden. Einen, der sie liebte, für sie da war und so weiter. Dazu kam, dass er Arzt war - und Amy am besten helfen konnte, wenn sie wieder mal einen ihrer Ungeschicktheitsanfälle hatte. Wieso sollte Amy dann verstört sein, wenn sie von einem Besuch bei ihm nach Hause kam? Aber ich überlegte zu viel. Florian sprach weiter. Er fuhr mit einem 'na ja' fort und sagte, er wisse nur nichts. Er habe schon seit ein paar Tagen nichts von ihr gehört. Sie habe ihn mal angerufen, als sie das erste Mal bei ihm gewesen sei, habe aber nicht mit ihm gesprochen. Florian erklärte, er meine, dass er sie schreien gehört habe, oder zumindest habe sie es versucht. Er sei nach München gefahren und habe sie an einer Bushaltestelle aufgegriffen. Sie habe auf dem Boden gesessen, habe geweint und ihn angeblafft, dass es ihn nichts angehe, was sie mit Ty tue. Aber das sei es dann auch schon gewesen. Das war es schon? Ich musste das erst einmal verdauen. Was Florian mir da erzählt hatte, war unglaublich. So ein Verhalten sah meiner Schwester überhaupt nicht ähnlich. Vor allem, wie sie mit ihrem besten Freund umgegangen war. Aber am meisten schockierte mich dieser Schrei. Natürlich, das musste nicht unbedingt etwas Negatives heissen. Doch in Verbindung damit, wie sie sich hier zu Hause verhielt und gegenüber ihrem besten Freund... "Irgendetwas stimmt da nicht", murmelte ich nachdenklich ins Handy. Ich überlegte kurz. "Ich werde mit ihr sprechen, wenn sie nach Hause kommt. Danke für die Infos, Kumpel." Kurz darauf legte ich auf. Florian hatte mir weiter geholfen. Immerhin wusste ich jetzt, dass mit meiner Schwester definitiv etwas nicht stimmte. Doch unternehmen konnte ich ja auch nichts dagegen. Ich wusste nicht einmal Tys Nachnamen. Und wo er wohnte noch weniger. Und wäre es nicht übertrieben, als grosser Bruder in der Wohnung von Ty aufzukreuzen? Vielleicht irrte sich Florian auch, und Ty hatte gar nichts damit zu tun. Aber mein Bauchgefühl sagte etwas anderes. So oder so, ich würde versuchen, mich für die nächsten paar Stunden abzulenken. Und dann würde ich mit Amy sprechen. Das jedenfalls nahm ich mir fest vor...

Zur gleichen Zeit:

Amy
Je länger Ty nebenan im Badezimmer verschwunden war, desto ängstlicher wurde ich. Was tat er nur so lange im Badezimmer? Ich hörte die Dusche schon seit ein paar Minuten nicht mehr. Und warum hatte er mich noch nicht losgebunden? Hatte er es vielleicht einfach vergessen? Ich hoffte, er würde bald zurückkommen und meine Fesseln lösen. Dann konnte ich nach Hause gehen. Silvester wollte ich dieses Jahr mit Luke und Papa feiern. Eigentlich hätte ich gerne etwas mit Florian unternommen, aber unser Streit war noch immer nicht vergessen. Dazu kam, dass ich ihn vor ein paar Tagen so angeblafft hatte, als er vor Tys Wohnung aufgetaucht war. Mittlerweile wünschte ich mir, ich hätte ihm die Wahrheit gesagt. Dann hätte Florian mich beschützt. Ty hätte mich nicht wieder und wieder vergewaltigen können, und der ganze Albtraum wäre schon lang vorbei. Bestimmt hätten wir auch Cookie irgendwie in Sicherheit bringen können. Es hätte gewiss eine Lösung gegeben. Aber mittlerweile war es zu spät. Ich wusste ja nicht einmal, ob ich Tys Wohnung heute noch verlassen würde. Wieso liess er sich so lange Zeit? Als dann endlich die Badezimmertür aufging, wünschte ich mir jedoch, dass Ty mich länger alleine gelassen hätte. Mit einem anzüglichen Grinsen auf dem Gesicht kam er auf mich zu. "Na, meine Süsse?", sprach er mich an. Mir wurde schlecht vor Angst. Das hatte nie etwas Gutes zu bedeuten. Wenn er mich vergewaltigte, war er wenigstens ruhig. Doch wenn er sprach... "Was ist das für ein Gefühl, jemandem hilflos ausgeliefert zu sein? Muss schlimm sein." Er blieb neben dem Bett stehen, beugte sich zu mir herunter und begann, meine Hüfte zu streicheln. Ich wollte ausweichen, kam aber nur ein paar Zentimeter weit, bevor mich die Fesseln aufhielten. Ty lachte. Es war ein widerwärtiges Geräusch in meinen Ohren. "Das wird dir nichts bringen. Genauso wie alle anderen Versuche, die du unternimmst, um dem hier zu entkommen. Sieh' es ein, du wirst nicht entkommen. Ich kann alles mit dir machen, was ich will." Während er sprach, wanderte seine Hand höher, bis er bei meinem Gesicht ankam. "Weil du nicht willst, dass jemandem etwas passiert. Weder deinem Hund noch sonst jemandem." Ich erstarrte. Ich war schon lange erstarrt. Ich betete, dass dieser Albtraum endlich aufhörte. Aber wie Ty mir gerade gesagt hatte, dieser Albtraum würde nicht so schnell aufhören. Tränen sammelten sich in meinen Augen und vernebelten meine Sicht. Als Ty plötzlich nach meiner Hand griff, zuckte ich deshalb zusammen, ich hatte es nicht kommen sehen. "Und du wirst auch das tun. Weil du nicht anders kannst." Er streifte mir etwas über den Finger - einen Ring. Ich begriff sofort, trotzdem erklärte Ty es mir nochmals. "Du und ich, wir sind ab sofort verlobt. Glücklich verlobt, versteht sich. Und sobald du achtzehn wirst, wirst du mich heiraten. Dann wirst du für immer mein sein." Ich hatte so viel Angst wie noch nie in meinem Leben. Aber egal, was ich tat, ich konnte dem hier nicht entkommen. Damit hatte Ty Recht. Ich schaffte es ja nicht einmal, mir den Verlobungsring wieder vom Finger zu streifen. Während ich verzweifelt schluchzte, lachte Ty nur noch mehr. Es war die Hölle.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 07 Feb 2016, 14:31

//Haha jaaa, der wäre gut Very Happy Ich hoffe es, ich hoffe es Very Happy Keine Ahnung, ich glaube, die Jahreszeit macht mich unkreativ xD Echt? Oh verdammt...ups. Tut mir leid Embarassed

Florian
Nachdem ich Luke erzählt hatte, was ich wusste, murmelte er, dass da irgendetwas nicht stimmte. Natürlich stimmte da was nicht. Das hatte ich schon die ganze Zeit im Gefühl. Aber was sollte ich machen? Luke meinte, er würde mit ihr sprechen, wenn sie nach Hause käme. Er redete von Amy. Aber ich war mir nicht sicher, ob sie mit sich reden lassen würde. Vor allem nach der Reaktion mir gegenüber. Amy's Bruder bedankte sich bei mir für die Infos und legte auf. Ich steckte mein Handy zurück und versuchte, nicht weiter darüber nach zu denken. Sollte Luke sich darum kümmern. Es war seine Schwester. Natürlich war sie meine beste Freundin, aber ich kam gerade nicht mehr an sie ran. Und ich hatte andere Probleme. Wobei ich meine richtige kleine Schwester nicht als Problem bezeichnen sollte. Ich seufzte. Was sollte ich bis heute Abend tun? Irgendetwas würde mir schon einfallen. Wahrscheinlich würde ich Sascha noch bei irgendwelchen Besorgungen oder Aufbauarbeiten helfen müssen. Das könnte ich ihn nachher noch fragen. Jetzt ging ich erst mal wieder zurück ins Wohnzimmer. Milena hatte sich wieder in ihr Zimmer verzogen und mein Vater saß mit Feli auf dem Sofa. Er sah sich einen Film an. Einer der Vorteile, die die Feiertage am Ende des Jahres brachten - es kamen sehr viele, teilweise auch gute, Filme. Teilweise könnte man stundenlang oder den ganzen Tag nur vor dem Fernseher sitzen und einen Film nach dem anderen sehen. Das machte ich eigentlich gerne. Auch wenn man das meistens, zumindest zur Weihnachtszeit, nur von Frauen hörte. Oder eben überwiegend von diesem Geschlecht. Aber ich war ein Typ, der sehr gerne Filme sah. Theoretisch würde es sich lohnen, wenn ich mir Maxdome oder ähnliches buchen würde, aber dazu fehlte mir, offen gestanden, das Geld. Wobei es auch nicht günstiger war, sich andauernd DVDs zu kaufen. Ich sollte das wirklich mal wieder gründlich überdenken. Während ich mich zu meinem Vater aufs Sofa setzte, hörte ich, wie eine Nachricht auf meinem Handy einging. Ich zog es wieder aus der Hosentasche und entsperrte es. Wie ich mir gedacht hatte, war es Sascha. Er fragte, ob ich Zeit hätte, mit ihm einzukaufen und aufzubauen. Ich grinste und schrieb ihm zurück, dass das kein Problem sei und wann wir uns wo treffen würden. Ich half ihm eigentlich jedes Jahr. Abgesehen von Amy war Sascha mein bester Kumpel. Mit Luke verstand ich mich natürlich auch gut, sehr gut, aber Sascha hatte schon immer die gleichen Faxen im Kopf gehabt wie ich.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 07 Feb 2016, 18:09

// Kein Problem ;D musste auch erst nachsehen Wink

Amy
Nach meiner erzwungenen 'Verlobung' legte sich Ty über mich und vergewaltigte mich noch einmal. Wie bei den anderen Malen schloss ich dabei die Augen. Es wurde dadurch nicht besser, aber erträglicher. So musste ich Ty wenigstens nicht in die Augen sehen. Er schien sich daran nicht zu stören, oder zumindest tat er so. Wieso sollte es ihn auch stören? Er bekam auch so, was er wollte. Als er mit mir fertig war, rollte er sich von mir herunter und betrachtete mich - noch immer anzüglich. Mir war furchtbar übel, vor Ekel und vor Angst. "Ich denke, du bleibst heute Nacht hier. Dann kannst du mir um Mitternacht einen Kuss geben, so wie es sich gehört." Ich riss die Augen auf. Was verlangte er denn noch von mir? Ich sollte seine Verlobte spielen, ich sollte ihn heiraten, ich sollte mich von ihm vergewaltigen lassen, wann immer er Lust dazu hatte. Und jetzt sollte ich auch noch so lange hier bleiben, wie er wollte? Sollte ich am Schluss noch bei ihm einziehen, so dass er mich wirklich immer nehmen könnte? Als wiederum Tränen in meine Augen stiegen, spürte ich plötzlich einen heftigen Schmerz auf meiner Wange. Ty hatte mir eine Ohrfeige gegeben. "Hör' auf zu heulen. Es hat keinen Sinn. Wann begreifst du das?" Scheinbar angewidert wandte er sich von mir ab. Zu meiner Überraschung löste er die Fesseln, die meine Hände an den Bettpfosten fesselten, so dass ich mich wieder etwas mehr bewegen konnte. Die Handschellen liess er jedoch an Ort und Stelle, ebenso wie die Seile, die meine Füsse ans Bettgestell banden, und den Knebel. Ich richtete mich in eine sitzende Position auf. "Ich mach' mir jetzt etwas zu essen und bin in ein paar Minuten wieder da. Beweg' dich nicht von der Stelle, Süsse", meinte Ty und liess mich alleine. Als ob ich von hier fortkäme. Vor Verzweiflung schluchzte ich beinahe wieder auf, konnte mich aber zusammenreissen, als ich einen kleinen Gegenstand auf dem Nachttischchen entdecken. Es war mein Handy. Ich konnte meinen Augen kaum trauen. Was machte mein Handy auf Tys Nachttischchen? Plötzlich fiel es mir ein. Vor ein paar Tagen, als ich Florian hatte anrufen wollen, hatte ich das Handy fallen lassen, als Ty ins Schlafzimmer hereingekommen war. Das hatte ich vollkommen vergessen. Aber es spielte mir nun in die Karten. Ich liess mich aufs Bett fallen und streckte meine gefesselten Hände nach dem Nachttischchen aus. Ich musste mich ziemlich verrenken, um das Handy zu erreichen. Als ich es endlich in den Händen hielt, rutschte ich wieder zurück. Ich konnte es kaum fassen. Jetzt hatte ich vielleicht die Chance, dieser Situation zu entkommen. Jetzt hatte ich die Chance, ein Leben zu leben, das nicht von Ty und seiner Lust bestimmt wurde. Jetzt hatte ich die Chance, mich von ihm zu befreien. Ich entschied mich dagegen, jemanden anzurufen. Wenn ich nicht leise genug wäre, könnte Ty meine Worte hören. Deshalb öffnete ich den SMS-Bereich. Die letzte SMS, die ich verschickt hatte, war an Florian gegangen. Florian. Mein bester Freund. Er könnte mich befreien. Er würde mich befreien. Auch wenn wir uns verstritten hatten, Florian würde meine Nachricht ernst nehmen. Ausserdem wusste er wahrscheinlich, wo er mich suchen konnte. Ja. Ich hoffte nur, Florian würde tatsächlich hierherkommen und mich aus Tys Fängen retten. Wenn nicht... Ich schluckte. Aber erst einmal musste ich ihm diese SMS schreiben. Hilf, konnte ich gerade tippen, bevor ich plötzlich Schritte auf der Treppe hörte. Ich erstarrte. In letzter Sekunde schaffte ich es, die Nachricht abzuschicken, da kam Ty ins Schlafzimmer herein. "Was tust du da?", blaffte er mich an. Blitzschnell war er bei mir und entriss mir das Handy. Er warf es auf den Boden, dann schlug er mich, und das Wort 'Hölle' erhielt nochmals eine ganz neue Definition von mir.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Mo 08 Feb 2016, 14:21

//Jetzt erinnerts mich langsam wirklich extrem an Fifty Shades of Grey xD Och menno....Flo..packt ers? Packt ers nicht? Was tut er? xD

Florian
Kaum hatte ich Sascha geantwortet, kam auch schon seine Antwort zurück. Er meinte, dass wir gleich los könnten. Wie immer nach München und ich sollte ihn abholen. Sein Auto hatte er, vorsorglich für heute Abend, schon wo anders untergestellt. "Ich helf' Sascha wieder beim Aufbau. Wenn Milena zufällig mal auftaucht, kannst du ihr ja sagen, dass ich sie später holen werde.", meinte ich zu meinem Vater, als ich aufstand. Er sah mich kurz verwirrt an, ehe er begriff wovon ich sprach. Er nickte. "Wie lange denn ungefähr?", fragte er. Ich zuckte mit den Schultern. "Was machst du heute eigentlich?", fragte ich ihn, während ich in den Flur ging und meine Schuhe anzog. "Wie jedes Jahr.", antwortete mein Vater mir und ich hörte, wie er grinste. Silvester waren bei mir und meinem Vater seit einigen Jahren immer dieselben. Er traf sich mit ein paar Kumpels und feierte, ebenso wie ich mich jedes Jahr bei Sascha aufhielt und ihm half, seine Party zu organisieren. Irgendwann war das zu einer Tradition geworden. Vielleicht auch nur, weil sie beim ersten mal so gut war, dass wir das im nächsten Jahr wieder tun wollten. Und bisher war es nie schlecht gewesen. "Na dann spätestens bis morgen.", sagte ich laut, schnappte mir meine Jacke sowie meine Schlüssel und verließ das Haus. Mit geübten Handgriffen öffnete ich die Garage, stieg in meinen Wagen und fuhr vom Hof. Mit dem Auto brauchte ich nicht lange, bis ich bei Sascha war. Er wohnte im Nachbarort, weshalb ich manchmal Schwierigkeiten hatte, mich daran zu erinnern, wie wir uns kennen gelernt hatten. Aber es war in der Grundschule, dessen war ich mir sicher. Mir kam es nur oft vor, als würden wir uns länger kennen. Es hätte gut gepasst, dass wir gemeinsam im Sandkasten gesessen hätten und uns gegenseitig die Schippe über den Kopf gehauen hätten. Als ich vor dem Haus meines Freundes hielt, wartete er schon. Er stieg in den Wagen, während ich hörte, wie ich eine SMS empfing. Schnell sah ich auf mein Handy und las, dass Amy mir geschrieben hatte. 'Hilf', war das einzige Wort, das in der Nachricht stand. Ich sah verwirrt darauf. Sollte ich das ernst nehmen oder nicht? Könnte ich mich nicht genau so in die Scheiße reiten, wie bei ihrem Anruf? Aber ich war nicht der Typ, der so eine SMS von der besten Freundin auf die leichte Schulter nahm. Vor allem nicht bei Amy. Bei unserer kleinen, hilflosen Amy. "Hey, was ist los?", fragte Sascha mich, der meinen verwirrten Blick gesehen hatte. Wortlos reichte ich ihm mein Handy und fuhr los. Ich war mir sicher, dass Amy bei ihrem Freund war. Und nach München müssten wir sowieso. "Okay...was hat das zu bedeuten?", stellte Sascha seine nächste Frage. "Ich habe keine Ahnung...", gab ich zu und betrachtete Sascha aus den Augenwinkeln. "Wir müssen sowieso nach München. Lass uns vorbei sehen. Ich geh zumindest aus, wir müssen zu der Adresse, um die du mich letztens gebeten hast?" Ich war froh, dass er mir die Entscheidung abgenommen hatte. Aber Sascha kannte Amy. Er wusste, wie tollpatschig sie war und wie leicht sie sich in Gefahr begab. Unbewusst. Manchmal war sie einfach zu naiv. Ganz im Gegensatz zu mir. Ich hatte genickt, um Sascha zu bestätigen, dass wir zu dieser Adresse müssten. "Danach gehen wir einkaufen.", versicherte ich ihm. Er lachte kurz auf. "Will ich doch hoffen!", rief er. Irgendwie würden wir das hinbekommen.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Mo 08 Feb 2016, 15:01

// Kann schon sein xD Ich weiss nicht, wie's in Fifty Shades genau abläuft, aber ja, es könnte schon sein, dass da gewisse Parallelen sind ;D Aber gelesen/gesehen hab' ich's nicht ^^
Und natürlich packt Flo das ;D Mit Saschas Hilfe sowieso (: Nur wie, das kann ich dir nicht sagen ;D

Amy
Nachdem Ty - vorerst - mit mir fertig war, wandte er sich von mir ab und kletterte vom Bett herunter. Erst ein paar Momente später begriff ich, dass er nach meinem Handy suchte. Als er es gefunden hatte, konnte ich in seinem Gesicht genau ablesen, wann er die Nachricht entdeckte, die ich Florian geschickt hatte. Er war fuchsteufelswild. "Du verdammte Schlampe!", fuhr er mich an und warf das Handy gegen die Wand. Es zersplitterte und fiel in Einzelteilen zu Boden. Nun war meine letzte Chance, irgendjemanden da draussen um Hilfe zu bitten, zunichte gemacht. Ich konnte nur hoffen, dass Florian meine Nachricht erhalten hatte - und sie richtig deutete. Mittlerweile war ich mir nicht mehr sicher, ob Ty mich je wieder gehen lassen würde - freiwillig. Ich bekam es wieder mit der Angst zu tun, aber dieses Mal war es weniger schlimm. Ich konnte immer noch auf Florian hoffen. Oh Gott. Warum hatte ich ihm oder meiner Familie nicht schon früher etwas gesagt? Sie alle hätten versucht, mich und Cookie und sich selbst vor Ty zu schützen. Es hätte irgendeine Lösung gegeben. Aber ich hatte mich zu sehr von Ty einschüchtern lassen, um etwas von seinem schmutzigen Geheimnis zu verraten. Als Ty dann plötzlich wieder zu mir herüberkam, zuckte ich zusammen. Er schnitt die Fesseln, die meine Füsse ans Bettgestell festbanden, durch. Als ich Anstalten machte, mich zu bewegen, öffnete er hastig die Schublade seines Nachttischchens und griff nach einem Messer. Ich erstarrte. "Du wirst mir nicht entkommen, Süsse", murmelte er und atmete dabei angestrengt. Er schien sich immer noch über mich aufzuregen. "Auch jetzt nicht, wo du deinen besten Freund informiert hast. Begreifst du's denn nicht? Dadurch machst du alles nur noch schlimmer. Für dich, aber auch für Florian und die anderen Personen, die dir am Herzen liegen." Das erste Mal kam mir der Verdacht, dass mit Ty geistig etwas nicht stimmen könnte. Aber bevor ich weiter darüber nachdenken konnte, hielt er mir das Messer an den Hals. Mit eisiger Stimme forderte er mich auf, aufzustehen und meine Unterwäsche anzuziehen. Ich tat, was er verlangte. Er erlaubte mir nicht, meinen Pullover und die Hosen ebenfalls anzuziehen, sondern scheuchte mich zum Bett zurück. Dort befestigte er die Handschellen hinter meinem Rücken, meine Füsse band er mit einem Strick zusammen. Zum Schluss befestigte er die Handschellen und die Fussfesseln mit einem Seil am Bettgestell, so dass ich in einer unbequemen Position auf der Matratze knien musste. Den Knebel hatte er die ganze Zeit dort gelassen, wo er war. Nachdem er mich praktisch bewegungs- und handlungsunfähig gemacht hatte, trat Ty zurück. Ein widerwärtiges Grinsen erschien auf seinem Gesicht. "Soll dein bester Freund nur kommen. Sollen sie alle kommen. Dich bekommen sie nicht." Mit diesen Worten verschwand er aus dem Schlafzimmer. Ich hörte, wie er die Tür zum Loft öffnete, wie er die Treppe hinunterging und dort die Haustür ebenfalls öffnete. Ich sah jedoch nicht, dass er sie wieder so weit zumachte, bis sie nur ein Spalt breit offen war. Dann kam er wieder nach oben und machte bei der Wohnungstür dasselbe. Es war förmlich eine Einladung für Florian, hereinzukommen und nachzusehen, was los war. Als Ty sich dann neben der offenen Schlafzimmertür positionierte, im Schatten verborgen, mit dem Messer in der Hand, begriff ich. Es war keine Einladung. Es war eine Falle.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Mo 08 Feb 2016, 16:40

//Nunja, bis auf das Heiraten...aber Fesseln ist dabei...und schlagen... o.O Puuuh...eben. Die Frage ist wie. Er kann Amy ja jetzt aus dieser Situation retten, aber dann ist das ganze Thema ja so schnell abgehakt, dass Amy sauer auf Flo ist etc. Verstehst du, wie ich meine? :/
Woah...jetzt wird's mies Very Happy Aber Flo ist ein ziemlich harter Dorfjunge... Razz

Florian
Ich fuhr nicht so schnell wie beim letzten mal. Vielleicht war Amy ernsthaft in Gefahr, vielleicht aber auch nicht. Wobei...wieso sollte sie mir nur dieses eine Wort schreiben, wenn sie nicht in Gefahr war? Aber würde dieser Typ ihr irgendetwas antun? Er musste ihr etwas antun. Ich erkannte Amy nicht wieder. Vor allem nach diesem Anruf von Luke heute. Wenn nicht einmal er seine kleine Schwester wieder erkannte. Ty musste sie verändert haben. Er musste ihr irgendetwas angetan haben. "Wie ist der Typ eigentlich drauf?", fragte Sascha auf einmal. Ich brauchte eine Weile, bis ich reagieren konnte. "Schwer zu sagen.", murmelte ich. "Ich glaub, er tut Amy irgendetwas an. Sie hat sich verändert, seit sie zum ersten mal bei ihm war. Anfangs war er nett und fürsorglich. Aber ich mochte ihn noch nie. Mich hat irgendetwas an ihm gestört.", berichtete ich Sascha. Dieser nickte langsam. "Ich hab doch Kontakte...", meinte er und grinste mich an. "Vielleicht kann mir jemand aus dem Krankenhaus was über ihn sagen..." Sascha sprach mehr zu sich selbst, als zu mir. Er hatte schon nach seinem Handy gegriffen und suchte irgendeine Nummer. Ich fragte mich oft, was ich ohne diesen Typ neben mir machen würde. Und ich fragte mich, woher er nur so viele Leute kannte. Und wieso er alles heraus bekam, was er wollte. Ich hörte nur nebenbei zu, wie er sich von seinem Kontaktmenschen etwas berichten lies. Ich wusste nicht einmal, ob es eine Frau oder ein Mann war. Kurz vor München legte Sascha wieder auf und seufzte. "Was?", fragte ich nur knapp. Dieses Seufzen irritierte mich. "Naja...sie meinte, dieser Typ hätte sich im Krankenhaus schon an ein paar Krankenschwestern ran gemacht. Und wäre diesen gegenüber dann auch sehr aufdringlich und barsch geworden, wenn sie nichts von ihm wollten. Eine hat sich mal auf ihn eingelassen, kurz darauf hat sie im Krankenhaus gekündigt und ist weg gezogen. Hat aber nicht gesagt, warum. Unter den Schwestern geht aber die Vermutung um, dass es mit dem Arzt zu tun hat. Aber keiner kann sagen, was genau los ist. Wie der Typ tickt. Jeder kennt nur den freundlichen, charmanten, jungen Arzt.", berichtete mir Sascha. Ich nickte langsam. Also wussten wir auch nicht wirklich mehr. "Glaubst du, der Typ ist gefährlich?", fragte Sascha mich. Ich zuckte mit den Schultern. Ich wusste, dass Sascha prinzipiell keine Probleme damit hatte, in eine Schlägerei zu geraten, er wusste nur gerne, worauf er sich einlassen musste. Ich hab im Kofferraum nur 'ne Eisenstange und 'ne Schaufel.", überlegte ich. Sascha sah mich verwirrt an. "Für was?!", rief er erstaunt. Wieder zuckte ich mit den Schultern, während ich inzwischen in die Straße einbog, in der Ty wohnte. "Keine Ahnung. Sind irgendwann mal wegen irgendwas da rein gewandert und nicht mehr raus gekommen.", antwortete ich grinsend.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Mo 08 Feb 2016, 22:14

// Da hast du Recht o.O Das war nicht meine Absicht, musst du wissen - also, dass es aussieht wie Fifty Shades of Grey o.O ^^ Stimmt, Amy wird danach vllt nicht mehr sauer auf Flo sein. Aber sie muss diese ganze Geschichte erst einmal verarbeiten, sie ist bestimmt nicht sofort wieder offen für etwas Neues ;D
Haha xDD Flo ist wirklich ein harter Kerl ;P Jetzt kann Flo Ty bald eine reinhauen ;D 'Ne Eisenstange und 'ne Schaufel können schon mit einem einfachen, kleinen Messer mithalten, denke ich ^^

Amy
Je mehr Zeit verging, desto mehr spielten meine Emotionen verrückt. Das kannte ich zwar schon aus den letzten Tagen, aber so schlimm wie jetzt war es noch nie gewesen. Aufregung, Wut, Hoffnung, Ungeduld und Angst vermischten sich und bewirkten, dass ich kaum mehr einen klaren Gedanken fassen konnte. Ich kniete, nur in Unterwäsche gekleidet, auf Tys Bett. Meine Hände lagen in Handschellen, um meine Füsse war ein Strick gebunden, und Hände und Füsse waren an das Bettgestell gefesselt. Ty - der Mann, der mich vergewaltigt, erpresst, geschlagen und mich gedemütigt hatte, stand neben der offenen Schlafzimmertür. Er hatte sich vorher wieder ganz angezogen. Offensichtlich schien er zu warten. Er wartete darauf, dass Florian die Treppe hochstürmte, durch das Loft hastete und schliesslich das Schlafzimmer fand. Und dann würde er mit dem Messer auf ihn losgehen. Oh Gott. Ich hoffte nur, Florian würde nicht gedankenlos hereinstolpern. Aber das sähe meinem besten Freund nicht ähnlich. Er behielt selbst in kritischen Situationen einen kühlen Kopf - und den brauchte er jetzt mehr denn je. "Wann kommt der denn endlich?", zischte Ty von der Tür aus. Als er sich zu mir umdrehte, zuckte ich zusammen. Er brauchte nicht einmal näher zu kommen, ich hatte schon so schreckliche Angst vor ihm. Kein Wunder, immerhin hielt er ein Messer in der Hand. Und es war kein stumpfes, altes Küchenmesser. Es war zwar klein, aber es sah scharf aus. Ohne Zweifel konnte es erheblichen Schaden anrichten. Unwillkürlich wich ich zurück, aber es brachte nichts, ich konnte mich kaum einen Zentimeter weit bewegen. Ty hatte mich vollkommen verschnürt, und das Bettgestell war so massiv, dass ich mich nicht einfach davon losreissen könnte. Das widerwärtige Grinsen erschien wieder auf seinem Gesicht. In diesem Moment konnte ich kaum glauben, dass ich mich so in ihm hatte täuschen können. Die charmante Art, seine fürsorgliche Ader, seine Rücksichtsnahme, seine Liebe zu mir - alles war vorgespielt gewesen. Alles, um an mich heranzukommen, um mich dann schliesslich gefügig zu machen und für die eigenen Zwecke nutzen zu können. War ich wirklich so naiv? War ich so blind gewesen? War es am Ende noch meine Schuld, dass es so weit gekommen war? Vielleicht hatte ich das alles ja verdient. Ich durfte mir gar kein anderes Leben erhoffen. Mein Leben war vorbestimmt. Minuten vergingen, und Florian tauchte noch immer nicht auf. Je mehr Zeit verging, desto mehr zog ich solche Gedanken in Betracht. Warum war er noch nicht da? Hatte Florian meine SMS erhalten? Hatte er sie gelesen? Interpretierte er sie richtig? Wenn er gleich losgefahren wäre, um mich zu retten, hätte er dann nicht schon längst da sein müssen? Oder war es ihm egal, dass ich ihm eine solche Nachricht geschrieben hatte? Oh Gott. Was, wenn er meine Nachricht gar nicht ernstnahm? Ich war nahe dran, an Ort und Stelle vor Verzweiflung in Tränen auszubrechen, da hielt Ty auf einmal inne. "Ich glaube, dein bester Freund ist da. Wir wollen ihm einen angenehmen Empfang bereiten", flüsterte er. Er grinste mich nochmals widerwärtig an, dann bezog er wiederum seinen Posten neben der Schlafzimmertür, das Messer bereits in der gehobenen Hand. Wie gebannt starrte ich auf die Schlafzimmertür. Ich betete, dass Florian nicht gedankenlos hereinstürmen würde. Bitte nicht. Bitte.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 13 Feb 2016, 16:06

//Das hatte ich auch nicht gedacht Wink Ich glaub, sie war nie sauer auf Flo o.O Und außerdem weiß der ja noch nicht mal, dass er Amy wirklich liebt. Läuft irgendwie nicht ganz so, wie geplant xD Jaaaaa....endlich...Gewaaaalt *-* xD

Florian
Als ich meinen Wagen auf dem Parkplatz abstellte, überkam mich ein mulmiges Gefühl. Irgendetwas stimmte nicht. Ich sah zu Sascha. Auch er machte den Eindruck, als würde er diese seltsame Atmosphäre spüren. Ich stellte den Motor ab. "Dann wollen wir mal.", meinte ich leise und sah, wie Sascha nickte. Wir stiegen aus dem Wagen aus, gingen zum Kofferraum und nahmen uns Schaufel und Stange. Sascha hatte sich gleich die Schaufel geschnappt. Ich schloss meinen Wagen ab und wir gingen zum Haus. Unser mulmiges Gefühl verstärkte sich, als ich sah, dass die Haustüre offen stand. Ein kurzer Blickwechsel mit Sascha genügte, um uns beiden zu sagen, dass wir langsam und vorsichtig vorgehen sollten. Wer die Haustüre offen stehen lies, rechnete mit Sicherheit mit uns. Und das sicher nicht mit einer Tasse Tee. Außer, es war ein Psychopath, der geduldig auf die Retter seines Opfers wartete und sich freute, wenn sie beim Anblick seines Opfers nicht wussten, was sie tun sollten. Bewegungsunfähig. Handlungsunfähig. Unfähig, einen klaren Gedanken zu fassen. Meine Güte, ich malte mir viel zu viel aus. Ich hatte definitiv zu viele Thriller gesehen. Viel zu viele. Ich sollte mal wieder auf Komödien zurück greifen. Definitiv. "Ich fühl mich gerade, als wäre ich so 'nem FBI-Film oder so.", murmelte Sascha hinter mir. Ich lachte kurz. "Die machen das nur so locker...und das ist im Film.", erwiderte ich, während ich weiter voran schlich. "Stimmt. Ich bleib hinter dir, Kumpel.", sagte Sascha leise. Das war mir klar. Aber irgendwie war es vielleicht auch besser so. Ich hatte das Haus inzwischen betreten und ging die ersten Treppenstufen hoch. In welchem Stock war Ty's Wohnung überhaupt? Wir hätten vielleicht unten auf die Klingel sehen sollten. Vielleicht wäre es da drauf gestanden. Aber wer die Haustüre offen stehen lies, würde sich auch die Tür zu seiner Wohnung offen lassen. Ich wusste nicht, wie lange es dauerte, bis ich einige Stufen weiter oben eine offene Tür sah. Wir schlichen nur voran. Leise, langsam und auf jeden Schritt bedacht. Einfach reinzustürmen wäre auch eine Option gewesen. Aber ich wusste nicht, was mich da drinnen erwartete. Wobei wir dann eher das Überraschungsmoment auf unserer Seite hätten. Ich sah kurz zu Sascha, deutete mit einem Nicken zu der offenen Wohnungstür und hob meine Stange hoch. Sascha nickte und hielt seine Schaufel ebenfalls kampfbereit. Ich spürte, wie Adrenalin in meinen Körper gepumpt wurde. Meine Atmung war stärker, mein Pulsschlag höher. Ich atmete tief durch und versuchte, mich zu beruhigen. Es war kein Vorteil, jetzt laut zu atmen. Hinter mir hörte ich, dass es meinem besten Freund genauso ging. Ich setzte langsam einen Schritt nach dem anderen. Noch zwei Stufen und ich war oben. Ich wusste nicht, wie ich mich verhalten sollte. Eigentlich war es eine dumme Idee gewesen, so zu handeln. Ich hätte die Polizei rufen sollen, anstatt das auf meine eigene Schulter zu nehmen und mich mit Sascha in eine so ungewohnte, gefährliche Situation zu begeben. Ich atmete nochmals tief durch, ehe ich die Wohnung leise betrat. Ich hörte auch hier nichts. Kein Geräusch. Entweder wurden wir hier gewaltig verarscht, und Amy und Ty waren gar nicht hier, oder er hatte dafür gesorgt, dass sie ruhig war. Wie auch immer sich das äußern würde. Er war mit Sicherheit ruhig. Ich lief noch langsamer, als ich die Treppen hoch gegangen war. Dicht gefolgt von Sascha. Ebenso leise. Ein schneller Blick hinter die Wohnungstür, um sicherzustellen, dass dahinter niemand lauerte. Nichts. Langsam weiter in den Raum hinein. Mein Puls schlug noch schneller, als zuvor auf der Treppe. Irgendetwas in mir schrie, umzudrehen und aus dem Haus zu rennen. Aber das tat ich nicht. Ein größerer Teil in mir war entschlossen, diese Sache durch zuziehen. Irgendwann entdeckte ich rechts von mir eine offene Türe. Ich meinte, einen Bettpfosten zu sehen. Mit einer kleinen Handbewegung signalisierte ich Sascha, dort hin zu gehen. Ich wusste, dass er mich verstanden hatte. Wir bewegten uns weiter so leise wie möglich. Ab und an knarrte ein Brett, was uns beide leicht zusammenfahren lies. Ich bewegte mich weiter zum Schlafzimmer und erkannte irgendwann meine beste Freundin, die auf dem Bett gefesselt zu sein schien. Meine Augen weiteten sich, aber ich wusste, dass ich nicht einfach rein rennen konnte. Ich wollte es. Wollte sie befreien, aber ich konnte nicht so verantwortungslos sein. Stattdessen schlich ich weiter. Jedoch unkonzentrierter. Als ich den ersten Schritt über die Türschwelle setzte, spürte ich, wie mir etwas in die Seite gerammt wurde. Knapp über dem Beckenknochen. Ich fuhr herum und sah in Ty's Gesicht. Ich hatte zu viel Adrenalin in mir, um einen Ton heraus zu bekommen. Erst, als ich spürte, wie er das Messer leicht drehte und anschließend heraus zog, entfuhr mir ein Schrei. Bevor ich mit der Eisenstange ausholen konnte, hörte ich, wie eine Schaufel auf einen Körper knallte. Zum Glück hatte ich Sascha dabei. Ich stolperte weiter in den Raum hinein, während ich beobachtete, wie Ty zurück taumelte. Man, war der hart im nehmen. Er richtete das Messer auf meinen besten Freund und ich schlug die Eisenstange in seine Kniekehle. Leider konnte das nicht verhindern, dass Sascha ebenfalls verletzt wurde. Ty knickte zusammen, hatte aber noch genug Reflexe, das Messer in Sascha's Oberschenkel zu rammen. Dieser Schrie auf, holte reflexartig aus und Schlug die Schaufel auf den Kopf unseres Angreifers, während ich noch einmal mit der Stange auf dessen Rücken schlug. Mit einem stöhnen ging Ty zu Boden. Ich sah ihn einige Sekunden lang an. Mir kam es vor, als wären es Minuten. Aber er rührte sich nicht. Schwer atmend sah ich hoch. Mit seltsamen Geräuschen zog Sascha das Messer aus seinem Bein. Auch er atmete schwer und sah mich an.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 13 Feb 2016, 17:02

// Da bin ich erleichtert xD Stimmt - jetzt, wo du's sagst :/ Aber wir sind flexibel - wir bringen das iwie schon hin ;P Ja, Gewalt kannst du laut sagen xD

Amy
Das Warten war schrecklich. Zwar war ich froh, dass endlich Hilfe unterwegs war und ich mit der Situation nicht mehr alleine zurechtkommen musste. Aber Ty war immer noch da, und er wusste, dass mein bester Freund mich retten wollte. Und sobald Florian zur Tür hereinstürmen würde, würde Ty mit dem Messer auf ihn losgehen. Er würde ihn verletzen, ja, vielleicht sogar umbringen. Oh Gott. Ich konnte gar nicht daran denken. Was, wenn Florian beim Versuch, mich aus Tys Gewalt zu befreien, starb? Das könnte ich mir niemals verzeihen. Ty verhielt sich absolut still, und auch ich selbst konnte praktisch keinen Ton von mir geben. Ich wusste, dass es Florian auch nichts helfen würde, wenn ich ihn warnte. Ty würde das mitbekommen und einfach früher auf ihn losgehen. Den Überraschungsmoment hätte er noch immer auf seiner Seite. Also wartete ich, so angespannt wie nie in meinem Leben. Minuten, nein, Stunden schienen zu vergehen, während ich Schritte hören konnte. Florian schien das Haus betreten zu haben und war nun auf dem Weg zu Tys Wohnung. Oh Gott. Er war tatsächlich hier. Ich hätte erleichtert darüber sein sollen, aber stattdessen bereitete mir das Ganze Bauchschmerzen. Er würde in die Falle laufen - unweigerlich. Vielleicht dachte er sich, dass Ty ihn angreifen würde - aber er wusste weder wann noch wo. Die Schritte näherten sich weiter. Bretter knarzten. Mittlerweile musste Florian in Tys Wohnung angekommen sein. Es war nur noch eine Frage der Zeit, bis er den Weg ins Schlafzimmer fand - und damit mich. Nicht zu vergessen Ty - und sein Messer. Ich warf einen kurzen Blick zu dem Mann hinüber, der mich mehrmals vergewaltigt hatte und wegen dem ich ans Bett gefesselt war, überhaupt nicht im Stande, meinem besten Freund irgendwie zu helfen. Ty schien bereit zu sein. Er wusste auch, dass Florian in wenigen Sekunden das Schlafzimmer betreten würde. Ich wandte den Blick wieder ab und starrte stattdessen auf den Teil der Wohnung, den ich durch die offene Schlafzimmertür sehen konnte. Wenige Sekunden später tauchte dort plötzlich jemand auf. Selbst im schlechten Licht konnte ich erkennen, dass es sich um meinen besten Freund handelte. Ihn hätte ich überall erkannt. Auch er schien mich zu erkennen, denn seine braun-grünen Augen weiteten sich. Vor Schreck? Ich wollte Florian beruhigen, konnte aber nichts tun. Ich war zu überhaupt nichts fähig. Überrascht erkannte ich, dass Florian nicht alleine war. Hatte Ty jemanden organisiert, der meinen besten Freund von hinten erledigen würde? Einige Augenblicke später erkannte ich, dass dem nicht so war. Zumindest war es sehr unwahrscheinlich, dass Florians bester Kumpel auf ihn losgehen würde. Es beruhigte mich ein wenig, dass Florian Verstärkung dabei hatte. Zu zweit könnten sie Ty leichter erledigen. Nun bemerkte ich auch die länglichen Gegenstände in ihren Händen. Sie schlichen weiter zum Schlafzimmer voran. Ich war so gebannt von ihrem Anblick, dass ich zu spät bemerkte, dass ich sie mit einem kleinen Geräusch oder einem Blick zu Ty hätte warnen können. Ehe ich realisierte, was geschah, trat Florian über die Türschwelle und wurde im nächsten Augenblick von Tys Messer getroffen. Ich schrie auf, aber es drang nur ein dumpfes 'Hrmpf!' durch den Knebel. Florians Schrei erklang mit einiger Verspätung. Als ich ihn hörte, schien sich Tys Messer in mein Herz zu bohren. Es war wahrscheinlich der schlimmste Augenblick in meinem Leben. Florian würde sterben, und es war meine Schuld! Zum Glück kam es jedoch nicht so weit. Florian stolperte zwar ein paar Schritte, schien sich dann aber wieder zu fangen. Gleichzeitig hatte Sascha ausgeholt und schlug nun mit dem länglichen Gegenstand - einer Schaufel? - auf Ty ein. Diesen schien der Angriff nicht gross zu beeindrucken, denn nur etwas später richtete er das Messer auf ihn. Florian holte mit seiner 'Waffe' aus - einer Stange, so weit ich das beurteilen konnte -, und schlug sie in Tys Kniekehlen. Ty fiel nach vorne, aber nicht, ohne dass er das Messer in Saschas Oberschenkel rammte. Wiederum schrie ich auf. Ty hatte mir die schlimmste Rolle in diesem grausamen Spiel zuteil werden lassen - die Rolle der Beobachterin. Ich konnte absolut nichts tun, um meinem besten Freund oder Sascha zu helfen. Ich konnte nur da knien und zusehen. Das Spiel dauerte nicht mehr lange. Sascha schlug mit der Schaufel auf Tys Kopf, Florian landete mit der Stange einen Schlag auf dessen Rücken. Dem hielt selbst Ty nicht Stand, und mit einem Stöhnen ging er zu Boden. Auf dieses letzte Geräusch folgte eine unheimliche, mehrere Sekunden andauernde Stille. Geschockt starrte ich zuerst zu Ty, der sich nicht mehr bewegte. Danach zu Sascha. Der zog gerade Tys Messer aus seinem Oberschenkel. Von den seltsamen Geräuschen, die dabei an mein Ohr drangen, wurde mir übel. Seine Hose verfärbte sich dunkel. Hastig wandte ich den Blick ab. Es fehlte gerade noch, dass ich ohnmächtig wurde. Also richtete ich den Blick auf Florian. Florian, den ich vor einigen Tagen mit meinen Äusserungen so verletzt hatte. Florian, der dennoch hierher gekommen war, um mich aus Tys Fängen zu befreien. Florian, der von Tys Messer in der Seite getroffen worden war. Unweigerlich fiel mein Blick auf die Stelle, an der er getroffen worden war. Auch dort schien sich der Stoff dunkler zu färben. Tränen stiegen in meine Augen. Meine beiden Retter waren verletzt worden, aber sie waren mehr oder weniger wohlauf. Und der Mann, der für all das verantwortlich war, lag bewegungslos am Boden. War er tot? Dieser Gedanke erschütterte mich nicht so sehr, wie er sollte. Ty hatte mir zu viel angetan, um mein Mitleid erregen zu können. Ich wandte den Blick ab und sah wieder zu meinem besten Freund. Auf einmal fiel die riesige Last, die ich in den letzten Tagen getragen hatte, von meinen Schultern. Vor Erleichterung begann ich zu weinen. Ich wollte nur noch zu meinem besten Freund, mich in seine Arme werfen und für immer dort bleiben. Und er und Sascha mussten versorgt werden. Vielleicht musste man ihre Wunden nähen. Als ich mich bewegen wollte, hielten mich die Fesseln zurück. "Hrmpf!", machte ich mich bemerkbar. Dabei konnte ich nicht aufhören zu weinen. "Hrmpf!", versuchte ich es noch einmal. Ich wollte einfach aus diesem Haus heraus, nach Hause und nie mehr wiederherkommen. Ich wollte, dass dieser Albtraum endlich vorbei war. Endgültig.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 14 Feb 2016, 16:00

//Na klar Wink Irgendwie schaffen wir das xD Jaha...mein Spezialgebiet :} Ich glaube, Flo wird bald verrückt xD

Florian
Weitere Sekunden verstrichen, bis ich anfing zu grinsen. Auch auf Sascha's Gesicht breitete sich ein Grinsen aus. Eigentlich war es irre. Mir wurde ein Messer in die Seite gerammt, meinem besten Freund eines in den Oberschenkel. Wir hatten einen Menschen zu Fall gebracht, ohne zu wissen, ob wir ihn schwer verletzt hatten. Trotzdem grinsten wir. Waren stolz auf unser Werk. Auf das, was wir geschafft hatten. Was man sonst nur aus Filmen kannte. Irgendwann hörte ich, wie sich Amy auf dem Bett bemerkbar machte. Als wir nicht sofort reagierten, brachte sie wieder ein 'Hrmpf' heraus. Sascha und ich sahen zu ihr. Ich bewegte mich einen Schritt auf das Bett zu und  zog ihr vorsichtig den Knebel aus dem Mund. "So, jetzt kannst du atmen. Aber wart' noch ein wenig. Ich trau dem Typen nicht ganz.", meinte ich knapp und suchte im Nachttisch nach etwas, mit dem ich Ty die Hände zusammen binden konnte. Ich wusste nicht, wie lange er bewusstlos bleiben würde. Eigentlich sollte ich seinen Puls fühlen, aber ich traute ihm einfach nicht. "Ich ruf mal die Polizei. Die schickt sicher auch 'nen Krankenwagen.", informierte Sascha uns und ich nahm aus den Augenwinkeln wahr, wie er sein Handy aus der Hosentasche zog. Ich hatte indessen ein Klebeband gefunden. Etwas verwirrt nahm ich es heraus. "Der Typ ist doch krank. Wer hat ein Klebeband im Nachttisch?", murmelte ich mehr zu mir selbst, als es als Frage in den Raum zu werfen. Ich kniete mich auf Ty's Körper und wickelte das Klebeband um seine Handgelenke. Glücklicherweise war er auf den Bauch gekippt. So hatte meine "Fessel" etwas von einer Handschelle an sich. Nachdem ich auch seine Beine zusammen gebunden hatte, fühlte ich den Puls an seinem Hals. Er schlug noch. Dann richtete ich mich langsam auf. Die Wunde an meiner Seite spürte ich kaum. Ich hatte noch immer zu viel Adrenalin im Körper, das jeden Schmerz ausblendete. Ein Hoch auf das Adrenalin. Ich wandte mich Amy zu und zog mein Taschenmesser aus der Hosentasche. Das trug ich immer bei mir. Es war mir für diese Situation jedoch zu klein und mickrig erschienen. Es war wirklich nicht besonders groß, aber relativ scharf. Trotzdem dauerte es eine Weile, bis ich Amy's Fesseln durchschnitten hatte. "Bevor du mir oder Sascha jetzt um den Hals fallen willst...lass es. Wir bluten beide und ich habe keine Lust, dass du mir umkippst, nur weil du dann Blut an deinen Klamotten hast und dadurch bewusstlos wirst.", ordnete ich Amy an. Ich wusste, dass sie weinte und jeder andere hätte mein Verhalten jetzt als mitleidslos und barsch bezeichnet. Das war es vielleicht auch, aber ich war aus irgendeinem Grund sauer auf Amy. Natürlich war sie in eine schlimme Situation geraten, aber sie hätte mir davon erzählen sollen. Ich hatte sie erst vor kurzem darum gebeten und sie hatte mich angefahren, dass es mich nichts anginge. Sascha hatte inzwischen aufgehört zu telefonieren. "Polizei und Krankenwagen sollten gleich da sein. Vor allem die Sanitäter, das Krankenhaus ist ja nicht weit weg.", informierte er uns. Ich drehte mich zu ihm um und nickte. "Welche seltsamen Geräusche hast du vorhin eigentlich von dir gegeben? Willst du 'ne Rolle als Chewbacca ergattern?", fragte ich ihn lachend. Sascha sah mich kurz böse an, ehe auch er lachte. "Ja, ich habe lang dafür trainiert!", erwiderte er. Ich grinste ihn an, während ich einfach nur im Raum stand und auf die Polizei wartete.

// Mir fällt gerade erst auf, wie barsch und unfreundlich Flo war o.O xD Naja...er steht in einer außergewöhnlichen Stresssituation, da darf er das auch mal xD
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 14 Feb 2016, 16:57

// Natürlich ;D Bis jetzt haben wir noch alles geschafft Smile Haha xDD Hoffentlich nicht ;P
Bin schon ein wenig schockiert von Flos Verhalten, aber in Anbetracht der Situation ist es schon verständlich ;D

Amy
Trotz des Tränenschleiers vor meinen Augen erkannte ich, dass sowohl Florian als auch Sascha nach ein paar Sekunden zu grinsen begannen. Ich verstand die Welt nicht mehr. Was war denn so lustig an dieser Situation? Müsste ich etwa auch grinsen, anstatt zu weinen? Aber ich konnte nicht grinsen, brachte nicht einmal ein Lächeln zustande. Das, was passiert war, war zu schlimm, um auch nur ans Lächeln zu denken, geschweige denn ans Grinsen. Offenbar erging es Florian und Sascha anders. Nachdem ich mich bemerkbar gemacht hatte, drehten sie sich zu mir um. Florian trat einen Schritt näher und zog mir den Knebel vorsichtig aus dem Mund. Ich war erleichtert, wieder besser Luft zu bekommen - und auch wieder sprechen zu können. Doch bevor ich etwas sagen konnte, meinte Florian, jetzt könne ich atmen. Aber ich solle noch ein wenig warten, fügte er gleich darauf hinzu. Er traue dem Typen nicht ganz. Damit meinte er offensichtlich Ty. Mit diesen Worten wandte er sich von mir ab und durchsuchte stattdessen die Nachttischschubladen. Weil ich nicht wusste, was ich dazu sagen sollte - ob ich überhaupt etwas sagen sollte -, schwieg ich. Sascha meldete sich zu Wort und meinte, er rufe die Polizei - die würde sicher auch einen Krankenwagen schicken. Ich nickte, obwohl niemand auf mich achtete. Es war seltsam zu wissen, dass der Krankenwagen nicht wegen mir käme - ausnahmsweise. Aber besser ging es mir dadurch auch nicht. Wenig später förderte Florian eine Rolle Klebeband zutage. Er meinte, der Typ sei doch krank, und fragte, wer denn ein Klebeband im Nachttisch hätte. Obwohl er die Worte eher gemurmelt als ausgesprochen hatte, hatte ich ihn deutlich verstanden. Er befand sich ganz in meiner Nähe. Am liebsten hätte ich mich in seine Arme verkrochen - noch immer. Doch die Fesseln hielten mich noch immer zurück. Florian hatte mich erst von meinem Knebel befreit, aber noch nicht von den Handschellen und den Stricken. Ich müsste mich wohl noch ein wenig gedulden. Doch es war auf jeden Fall vernünftig, erst Ty handlungsunfähig zu machen. Ich beobachtete, wie Florian Tys Handgelenke mit dem Klebeband umwickelte, danach noch seine Füsse. Bevor Florian sich aufrichtete, fühlte er Tys Puls an seinem Hals. Er schien nicht tot zu sein, denn mein bester Freund kam zu mir herüber, wo er mit einem Taschenmesser meine Fesseln durchschnitt. Als ich nicht länger am Bettgestell angebunden war, war ich erleichtert. Die Handschellen hielten meine Hände noch immer auf meinem Rücken, aber ansonsten war ich befreit. Florian meinte, bevor ich ihm oder Sascha jetzt um den Hals fallen wolle, solle ich es lieber lassen. Sie würden beide bluten und er habe keine Lust, dass ich ihm dann umkippe, nur weil ich dann Blut an den Klamotten hätte und dadurch bewusstlos werde. Seine Worte verstand ich schon, und ich wusste auch, dass sie durchaus berechtigt waren. Trotzdem verletzte mich Florians Verhalten. Ich war in den letzten Tagen mehrmals vergewaltigt worden. Wenn es irgendeine Möglichkeit gegeben hätte, Ty zu entkommen, ich hätte sie genutzt. Aber er hatte mich erpresst. Und gerade hatte ich erleben können, wie gefährlich er sein konnte. Wäre Florian alleine gekommen, es wäre vielleicht nicht so gut ausgegangen. Mein bester Freund hatte den Weg auf sich genommen, um mich zu befreien. Natürlich wusste er nichts von den Vergewaltigungen, den Erpressungen, den Schlägen, ... Aber es war offensichtlich, dass Ty mir etwas angetan hatte. Warum sonst hätte Ty mich - nur in Unterwäsche - fesseln und knebeln sollen? Und da erkundigte er sich nicht einmal, ob es mir gut ging? Immerhin war er mein bester Freund. Das sah ihm überhaupt nicht ähnlich. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als Sascha meldete, dass Polizei und Krankenwagen unterwegs seien. Florian machte darauf irgendeinen Kommentar, woraufhin Sascha lachte. Ich hörte gar nicht richtig zu. Ich rutschte vom Bett herunter, was gar nicht so einfach war. Immerhin trug ich noch immer die Handschellen. Irgendwie schaffte ich es aufzustehen, auch wenn ich wackelig auf den Beinen war. Komisch. Aber die ganze Situation war komisch. Normalerweise hätte ich mich mit meinem Anliegen an Florian gewandt, doch jetzt blieb ich vor Sascha stehen. "Irgendwo in Tys Hosentaschen muss ein kleiner Schlüssel sein, der in das Schloss der Handschellen passt", meinte ich. "Oh, natürlich", antwortete Florians bester Kumpel. Er kniete sich zu Ty herunter und langte in dessen Hosentaschen. Wenig später richtete er sich wieder auf. "Gefunden", meinte er. Ich drehte mich um, sodass er mich von den Handschellen befreien konnte. Als ich endlich ganz frei war, drehte ich mich wieder zu Sascha um. "Danke", meinte ich. Unter anderen Umständen hätte ich gelächelt. Aber das schaffte ich einfach nicht. "Kein Problem", antwortete Sascha. Ich liess meinen Blick durch den Raum schweifen, da entdeckte ich meine Klamotten, die immer noch auf dem Boden lagen. Die ganze Zeit war ich in Unterwäsche herumgelaufen. Oh Gott. Aber ändern konnte ich daran auch nichts mehr. Nur konnte ich verhindern, dass auch Sanitäter und Polizisten mich in Unterwäsche sehen würde. Ich sammelte meine Sachen zusammen, bevor ich sie aufs Bett legte und mich anzog. Als ich wieder Pullover, Hosen und Socken trug, fühlte ich mich etwas wohler. Da waren auch schon Sirenen zu hören. Beim Gedanken daran, dass gleich Polizei und Krankenwagen auftauchen und uns aushorchen würden zu dem, was hier passiert war, wurde mir schlecht. Ich wollte nicht darüber sprechen. Ich wollte einfach nur nach Hause. Meine Beine trugen mich nicht länger. Ich liess mich aufs Bett sinken, zog die Knie hoch, schlang die Arme darum und legte meinen Kopf darauf. Ich fühlte mich furchtbar allein, obwohl ich nicht alleine war. Sogar mein bester Freund war im Raum. Aber der hatte mich so verletzt, dass ich nicht wusste, was ich noch dazu sagen sollte.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 14 Feb 2016, 17:28

//Das stimmt Very Happy Auch wenn wir seltsame Wandlungen vollziehen xD Vor allem Flo...der ist glaub doch ein leichter Psychopath o.O Very Happy Und die Handschellen hatte ich total vergessen o.O

Florian
Ich sah aus den Augenwinkeln, dass Amy vom Bett aufstand und zu Sascha ging. Erst jetzt realisierte ich wirklich, dass sie nur Unterwäsche an hatte. Aber weder mich noch Sascha störte das. Wir hatten eigentlich beide andere Sorgen. Amy hatte sich an meinen Freund gewandt und gemeint, dass sich irgendwo in Ty's Hosentaschen ein Schlüssel für die Handschellen befinden müsste. An die hatte ich auch nicht mehr gedacht. Ich hatte das Gefühl, mit dieser Situation überfordert zu sein. Obwohl ich das nicht zugeben wollte. Und mir selbst auch nicht eingestehen wollte. Ich beobachtete, wie Sascha sich bückte, den Schlüssel aus der Hosentasche zog und Amy's Handschellen löste. Seine Wunde blutete stark. Das gesamte Hosenbein war schon von Blut durchtränkt. Ich schätzte, dass es bei mir nicht besser aussah. Noch immer dankte ich insgeheim dem Adrenalinschub, der mich die Schmerzen nicht wahrnehmen lies. Trotzdem konnte ich nicht verhindern, selbst einen Blick auf meine Hüfte zu werfen, während ich Amy dabei zu sah, wie sie ihre Klamotten zusammen suchte. Mir wurde langsam bewusst, dass Ty sie wohl gegen ihren Willen genommen hatte. Langsam ergab alles einen Sinn. Je länger ich darüber nach dachte. Aber woher hätte ich etwas ahnen sollen? Ich sah kurz an mir herunter, während sich mein schlechtes Gewissen meldete, da ich Amy vorhin so grob behandelt hatte. Für mich ein Zeichen, mit einer Situation überfordert zu sein. Aber das hatte Amy wahrscheinlich nicht vermutet. Das konnte ich ihr nicht vorwerfen, sie kannte mich so nicht. Sie wusste wohl nicht mal, dass auch mir eine Situation mal zu viel werden konnte. Die Sirenen vor dem Haus wurden lauter, während ich meine Wunde betrachtete. Auch sie blutete stark und ich bereute es, nichts drauf gedrückt zu haben. Aber dafür hatte ich keine Zeit mehr gehabt. Als ich wieder aufsah, sah Sascha auf seine Wunde. Amy saß auf dem Bett. Sie hatte ihre Knie angezogen und die Arme darum geschlungen. Es war weniger aufgrund von Kälte sondern viel mehr wegen des Unwohlseins. Ich achtete nicht darauf, wer zuerst ins Haus kam. Ob Sanitäter oder Polizisten. Ich wusste nicht einmal, ob sie die Wohnung schon betraten. Vielleicht genauso vorsichtig, wie wir zuvor. "Amy?", meinte ich leise und ging vor meiner besten Freundin in die Hocke. "Tut mir Leid, dass ich dich vorhin so angefahren habe.", murmelte ich weiter. Ich hätte sie eigentlich in den Arm genommen. Aber ich wollte nicht. Ich wusste nicht einmal, ob an mir noch irgendwo anders Blut klebte, als nur an der verwundeten Seite. Darauf hatte ich überhaupt nicht mehr geachtet. Und ich wollte ihre Klamotten nicht beschmieren. Wusste nicht einmal, ob sie es akzeptieren würde. Ich wusste ja nicht, wie viel dieser Typ ihr angetan hatte. Ich sah sie noch einmal entschuldigend an, als ich hörte, wie die Beamten das Zimmer betraten. "Was...?", brachte einer hervor und ich wandte mich ihm zu.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 14 Feb 2016, 17:45

// Ja, aber wenn das Ganze 'normal' ablaufen würde, wäre es ja kein 'Wahnsinn' mehr - und würde dem Titel des RPGs nicht mehr entsprechen ;P Flo ist doch kein Psychopath - jetzt ist er wieder total süss *_* Kein Problem wegen der Handschellen Wink

Amy
Obwohl der Spuk eigentlich schon vorbei war, konnte ich nicht einfach so weitermachen, als sei nichts geschehen. Anfangs hatte ich gedacht, ich käme alleine mit der Situation zurecht. Aber dem war nicht so. Dem war überhaupt nicht so. So etwas steckte man nicht einfach weg. Und genau jetzt, wo ich meinen besten Freund am meisten brauchte, behandelte er mich so, wie wenn er mich überhaupt nicht kennen würde. Merkte er nicht, dass es mir überhaupt nicht gut ging? Zwar war ich körperlich mehr oder weniger wohlauf - zum Glück. Aber seelisch stand ich am Abgrund. Wenn jetzt nicht einmal mehr Florian sich um mich kümmerte, dann... Dann wusste ich auch nicht. Ich wusste nicht, wie lange ich da, mit angezogenen Knien, auf dem Bett sass. Während die Sirenen immer lauter wurden, war sonst nichts im Raum zu hören. Ich war irritiert, dass ich nicht einmal weinen konnte. Vorher hatte ich kaum aufhören können, aber jetzt, wo mir nach Weinen zumute war, ging es nicht mehr. Ich wollte einfach nur schlafen. Schlafen, bis ich das alles vergessen und hinter mir gelassen hatte. Aber dazu wäre wohl schon ein hundertjähriger Schlaf nötig, wenn nicht sogar noch ein längerer. Ich war so in meine Gedanken versunken, dass ich zuerst fast nicht hörte, wie Florian meinen Namen aussprach. Dann bemerkte ich, dass er sich mir näherte. Ich hob den Blick nicht, ich blieb in derselben Position, die ich vor einigen Minuten eingenommen hatte. Trotzdem konnte ich sehen, dass Florian vor mir in die Hocke ging. Dann begann er zu sprechen. Er meinte, es tue ihm Leid, dass er mich vorhin so angefahren habe. Angefahren? Er hatte mich nicht angefahren. Er hatte mich einfach nur verletzt, weil er mich nicht wie seine beste Freundin, sondern wie eine wildfremde Person behandelt hatte. Distanziert. Unbeeindruckt von meiner offensichtlichen Verzweiflung. So, als hätte er nichts mit mir zu tun. So oder so, ich nahm seine Entschuldigung an, in dem Moment, indem er sie aussprach. Ich hätte mich am liebsten in seine Arme sinken lassen, aber ich konnte mich nicht bewegen. Auch wenn ich es mir sehr wünschte, von Florian in den Arm genommen zu werden, ich wusste nicht, wie ich darauf reagieren würde. Vielleicht würde mein Körper denken, dass es Ty wäre - und dass mir wieder etwas angetan werden würde. Doch nach einiger Zeit wünschte ich mir doch, es einfach zu versuchen. Ich brauchte Florian jetzt, ich brauchte einen Ort, an dem ich mich verkriechen konnte. Gerade, als ich den Blick hob, um Florian anzusehen, da betraten auf einmal mehrere Leute den Raum. Aufgrund ihrer Bekleidung war es logisch, dass es sich dabei um Polizisten und Sanitäter handelte. Einer brachte ein ungläubiges 'was' hervor, dann begann das Theater. Einer der Sanitäter kam zu mir. "Wie geht es Ihnen?", fragte er mich. Oh Gott. Sah ich so schlimm aus, dass der Sanitäter sich als Erstes um mich kümmern wollte? Ich schickte ihn weg, mit den Worten, dass mein bester Freund und dessen Kumpel schwerer verletzt seien als ich. Sie brauchten jetzt als Erstes medizinische Hilfe. Als der Sanitäter und sein Kollege sich um Florian und Sascha kümmerten, trat ein Polizist zu mir. "Können Sie mir erklären, was hier los ist?", fragte er mich. Alles gegen mir sträubte sich, über das zu sprechen, was passiert war. Aber ich musste. Ich musste. Nur brachte ich kein Wort heraus. "Kommen Sie, wir gehen in einen anderen Raum", meinte der Polizist, griff nach meinem Arm und führte mich aus dem Schlafzimmer in die Küche. Ehe wir aus dem Raum traten, begann ich zu weinen. Ich hielt es einfach nicht länger aus.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 14 Feb 2016, 18:17

//Das stimmt allerdings...der Titel muss ja auch was damit zu tun haben Very Happy Haha...naja...Psychopathen wechseln doch auch mal Razz Haha ok, gut Very Happy Aber Amy ist auch sehr auf sich fixiert...Flo kann doch auch nicht immer nur an sie denken und alles tun... xD Musste ich jetzt einfach mal los werden Very Happy Ich will auch mal böse sein dürfen xD

Florian
Auf einmal schien alles viel zu schnell zu gehen. Polizisten betraten den Raum, dicht gefolgt von zwei Sanitätern, wovon einer zu Amy ging und sie fragte, wie es ihr ginge. Körperlich wahrscheinlich besser, als psychisch. Das konnte ich mir denken. Obwohl ich im Moment nicht wirklich viel dachte. Ich hörte nur, wie Amy die Sanitäter zu mir und Sascha schickten. Ein weiterer kniete sich zu Ty. Sascha musste mitgeteilt haben, wie viele Personen verletzt waren, wie es eben der Fall war. Ein Sanitäter führte mich in ein anderes Eck des Schlafzimmers und lies sich von einem Polizisten zwei Stühle aus dem Esszimmer bringen. Sascha wurde auf dem Bett behandelt. Alles nur notdürftig. Ich wusste, das wir ins Krankenhaus sollte. Sanitäter behandelten einen Verletzten eigentlich nie komplett. Die Polizisten hatten sich aufgeteilt. Einer war mit Amy nach draußen gegangen, ein weiterer stand vor Sascha und einer vor mir. Ich sah, wie zwei Polizisten dem letzten Sanitäter dabei halfen, Ty hinaus zu tragen. "Kann ich ihm ein paar Fragen stellen, während sie ihn behandeln?", fragte der Polizist den Sanitäter neben mir. Dieser sah kurz von seinem Erste-Hilfe-Köfferchen auf. "Fühlen Sie sich dazu in der Lage?", fragte er mich. Ich nickte. Der Sanitäter nickte ebenfalls und widmete sich weiter meiner medizinischen Erstversorgung. "Ok, gut. Also erstmal benötige ich Ihre persönlichen Angaben.", begann der Polizist und hielt einen kleinen Notizblock samt Stift bereit. "Florian Pirchl, 19 Jahre,...", startete ich meinen Bericht über mich. Ich nannte ihm noch Geburtsdatum und und Adresse und sah dabei zu, wie er alles notierte. "Und was ist hier vorgefallen? In welchem Verhältnis stehen Sie zu den beteiligten Personen?", fragte er weiter. Jetzt kam es also zur Sache. Ich seufzte. "Amy ist meine beste Freundin. Sie hat mir heute Mittag eine SMS mit dem Wort 'Hilf' geschrieben. Das hat mich sofort stutzig gemacht. Ty - der Bewusstlose - ist seit kurzem ihr Freund. Ich hatte schon lange die Vermutung, dass mit ihm irgendetwas nicht stimmt. Zugegeben, ich mochte ihn nie wirklich. Jedenfalls wollten ich und Sascha, Sascha ist ein sehr guter Freund von mir, noch Silvestereinkäufe erledigen. Ich hab ihm von der SMS erzählt und er war einverstanden, dass wir hier vorbei gehen. Ich wusste, dass Ty Arzt ist und Sascha kennt jemandem aus dem Krankenhaus. Er hat sich über ihn informiert und heraus bekommen, dass er ein seltsamer Typ sein musste. Da wir nicht wussten, was uns hier erwartet, haben wir uns sicherheitshalber mit einer Eisenstange und einer Schaufel aus meinen Wagen bewaffnet. Dann - ", ich wurde unterbrochen. "Warum haben Sie eine Eisenstange und eine Schaufel im Kofferraum?", fragte mich der Polizist. So verdutzt, wie Sascha auch schon. Ich zuckte mit den Schultern. "Sind aus irgendeinem Grund mal da rein gewandert. Ist schon ewig her. Und ich war immer zu faul, das alles wieder raus zu nehmen.", erklärte ich. Der Polizist nickte. "Okay, fahren Sie fort.", ordnete er an. Ich holte Luft. Von der Behandlung bekam ich kaum etwas mit. "Die Haustür stand offen, als wir angekommen sind. Das war schon sehr seltsam. Deswegen sind wir langsam und leise hoch gelaufen. Auch die Wohnungstür stand offen. Als wir das Schlafzimmer betreten hatten, rammte mir Ty ein Messer in die Seite. Sascha war hinter mir und schlug mit der Schaufel zu. Ty taumelte zuerst nur ein paar Schritte und ich nutzte die Gelegenheit, um ihm die Eisenstange in die Kniekehle zu schlagen. Er knickte ein, rammte aber Sascha noch das Messer in den Oberschenkel. Der hat dann mit der Schaufel nochmal zugeschlagen. Auf den Kopf. Und ich mit der Eisenstange in den Rücken. Danach hat er sich nicht mehr gerührt. Sascha hat den Notruf gewählt, ich hab Ty die Hände und Füße zusammen gebunden und Amy's Fesseln durchtrennt. Die war nämlich mit Handschellen und Stricken an das Bett gebunden. Die Handschellen hat Sascha nach seinem Telefonat geöffnet. Und ja...dann waren Sie hier.", beendete ich meine Erzählung. Der Polizist notierte noch immer. Vielleicht hatte ich zu schnell gesprochen. Aber er hatte mit Sicherheit eine Technik bei seinen Notizen. Ich warf einen Blick zu meinem besten Freund. Dieser schien noch zu erzählen. Ich hoffte, dass ich nichts vergessen hatte. Aber ich glaubte, das wichtigste gesagt zu haben.
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