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 PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah

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Soulweeper

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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Do 30 Okt 2014, 15:30

Florian
Langsam löste sich Amy von mir. Ich richtete mich, soweit es mir möglich war, etwas auf. Sie sah mich an und durchbrach unser Schweigen, indem sie sagte, dass es ihr Leid tun würde mein T-Shirt vollgeheult zu haben. Ich lächelte sie an. "Kein Problem. Ist doch gleich wieder trocken.", versicherte ich ihr. Meine Beine begannen allmählich zu schmerzen. Es war in diser Haltung nicht allzu bequem, da wunderte mich das überhaupt nicht. Da ich wusste, dass Amy jetzt mit Sicherheit nicht mehr weinen würde, stand ich langsam auf. Ich hatte meine Hände auf ihre Schultern gelegt, um sie zu stützen. Schließlich wollte ich nicht riskieren, dass sie mir entgegen fiel. Als ich stand, schob ich sie vorsichtig auf ihrem Stuhl etwas zurück, sodass sie nicht mehr auf der Kante sitzen müsste. Ich sah grinsend zu ihr herunter und meinte schließlich: "Aber jetzt essen wir mal. Beziehungsweise du. Du hast ja fast noch nichts gegessen." Dabei warf ich einen Blick auf ihren, noch vollen, Teller. Meiner war inzwischen fast leer, doch ich hatte immernoch Hunger. Schließlich hatte ich heute auch erst dieses Roggenbrötchen gegessen. Und das war heute Mittag um eins gewesen. Viel zu lange her also. Außerdem hatte ich das Gefühl, ich müsse uns beide irgendwie ablenken. Jedoch wollte ich nicht, dass sich Amy bei mir dafür entschuldigen würde, geweint zu haben. Soetwas traute ich ihr definitiv zu. Amy entschuldigte sich bei mir viel zu oft für etwas, was für mich nicht die Rede wert wäre oder selbstverständlich ist. Dabei fiel mir auf, dass ich mich viel öfter für etwas entschuldigen könnte und es trotzdem nicht tat. Nachdem ich mich gesetzt hatte, erweckte das Klicken des Haustürschlosses meine Aufmerksamkeit. Allen Anschein nach kamen Luke und Amy's Vater nach Hause. Ich grinste sie breit an. "Hat wohl doch nicht so lange gedauert.", meinte ich und zog gleichzeitig ein ungebrauchtes Tempo-Taschentuch aus meiner Hosentasche. Ich hielt es Amy entgegen. Ihre Wangen waren immernoch nass und sie sollte es nicht mit ihrem Ärmel wegwischen. Vielleicht würde es ein wenig helfen, dass sie nicht ganz so verheult aussah. Ich hatte keine Lust darauf, dass Luke und Amy's Vater fragten, was los gewesen war. Und ich hatte auch nicht das Gefühl, als hätte Amy große Lust darauf. Und wenn es doch so war, könnte man es immernoch auf unseren "Unfall" im Aufzug schieben.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Do 30 Okt 2014, 22:54

Amy
Florians erste Antwort auf meine Entschuldigung war ein Lächeln. Das beruhigte mich wiederum, weil es mir so vertraut war. Dieses Lächeln war einfach typisch für Florian, dass ich mir meinen besten Freund gar nicht ohne dieses vorstellen konnte. Dann versicherte er mir, dass das kein Problem sei, weil das T-Shirt ja gleich wieder trocken sei. Auch das war typisch für Florian. Diese Antwort hatte ich durchaus erwartet, und sie war tatsächlich auch gekommen. Ich konnte mir aber auch gar nichts Anderes als diese Reaktion bei meinem besten Freund ausmalen. In kritischen Situationen, wenn ich mit den Nerven längst am Ende war - und bis zu diesem Zeitpunkt brauchte es wirklich viel, nun ja, meistens jedenfalls -, blieb er völlig ruhig und gelassen. Jedenfalls machte es auf mich meistens diesen Anschein. Vielleicht war Florian innerlich gar nicht so ruhig, wie ich dachte. Aber im Gegensatz zu mir zeigte er es nicht nach aussen. Ich wurde aus meinen Gedanken gerissen, als Florian langsam aufstand. Ich wäre nach vorne gekippt, hätte er mich nicht an den Schultern gestützt. Als mein bester Freund stand, schob er mich vorsichtig ein wenig zurück, so dass ich schlussendlich wieder normal auf meinem Stuhl sass. Nun meinte er, wir würden jetzt erstmals essen, beziehungsweise ich. Ich hätte ja noch fast nichts gegessen, stellte er fest. Da hatte er Recht. Durch die Gedanken an meine Mutter war ich so abgelenkt gewesen, dass ich das fantastische Essen fast vergessen hätte. Das wäre zu schade gewesen. Deshalb griff ich nach meinem Besteck und wandte mich - nicht ohne Florian ein Lächeln zu schenken - meinem Teller zu. Kaum hatte ich noch eine Gabel in meinen Mund geschoben, hörte ich das Klicken des Haustürschlosses. Florian, der sich unterdessen auf seinen Platz gesetzt hatte, sah mich mit einem breiten Grinsen im Gesicht an und kommentierte, es habe wohl doch nicht so lange gedauert. Damit meinte er meinen Vater und Luke. Ich lächelte zurück, während ich den Bissen in meinem Mund herunterschluckte. Schon streckte mir Florian ein Taschentuch entgegen. Mein Lächeln wurde noch breiter. "Danke", meinte ich leise, da war auch schon zu hören, wie die Haustür sich öffnete, anschliessend das Kratzen von Pfoten auf dem Boden. Im nächsten Moment stürmte Cookie in die Küche. Er rannte direkt zu mir, begrüsste mich wild und schaffte es dabei beinahe, mich vom Stuhl zu werfen. Ich konnte darüber nur lachen.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 01 Nov 2014, 12:02

Florian
Amy hatte sich erneut bei mir bedankt. Diesmal jedoch für das Taschentuch, dass ich ihr gegeben hatte. Kurz darauf stürmte ihr Australian Shepherd Cooki zur Küche herein. Ich grinste breit, als ich sah, wie er es beinahe schaffte, sein Frauchen vom Stuhl zu werfen. "Hey Amy.", hörte ich kurz darauf auch schon die Stimme ihres Bruders Luke. Ich sah zur Tür. "Flo.", begrüßte er mich knapp und hob die Hand. "N'abend.", gab ich grinsend zurück. "Ich dachte mir schon, dass du da bist.", sagte er, nun ebenfalls mit einem Grinsen im Gesicht. Ich mochte Luke. Er war ein sehr guter Freund von mir. Mehr oder weniger hatte ich schließlich auch durch ihn Amy kennengelernt. Was durchaus naheliegend war, da sie schließlich seine kleine Schwester war. Trotzdem sah ich ihn leicht verwirrt an. Wieso hatte er sich schon gedacht, dass ich da war? Kurz darauf fiel es mir wie Schuppen von den Augen. Na klar. Mein Auto stand vor der Garage in der Auffahrt. "Ich parke wohl zu auffällig.", antwortete ich ihm. Er schüttelte den Kopf. "Einen schwarzen Audi mitten in der Auffahrt kann man einfach nicht übersehen. Außerdem riecht es nach genialem Essen." Luke's Grinsen wurde breiter und ich warf einen kurzen Blick zu Amy, die sich noch immer mit Cookie beschäftigte. "Apropo Essen. Ich hoff' ihr habt genug gekocht, dass wir auch noch was bekommen?",  Amy's Vater tauchte neben seinem Sohn im Türrahmen auf. Ich nickte. "Na klar.", antwortete ich ihm und stand auf, um auch ihn zu begrüßen. Amy's Vater reichte ich meist die Hand. Warum, das wusste ich auch nicht so genau. Ich hatte es mir mit den Jahren einfach angewöhnt. Luke betrat währenddessen die Küche, holte zwei Teller und weiteres Besteck aus den Küchenschränken und verteilte es auf dem Tisch. "Ja, das ist definitiv genug. Flo? Kannst du eigentlich auch weniger kochen?", fragte er mich und sah mich über die Schulter an. Ich hob meine Schultern. "Gute Frage. Manchmal schon. Aber nicht bei Spaghetti Bolognese. Vorallem nicht, wenn ich bei euch koche." Luke nickte. Er wusste, dass auch ich wusste, dass es das Lieblingsessen der gesamten Familie war. Und wenn ich hier kochte, wurde es meistens etwas mehr. Zuhause kochte ich natürlich weniger, da waren schließlich nur ich und mein Vater. Wir aßen zwar auch nicht gerade wenig, aber immernoch etwas weniger, als wenn man zu dritt oder zu viert war. Ich füllte zwei weitere Gläser mit Wasser und stellte sie ebenfalls auf den Tisch. Dann setzte ich mich wieder auf meinen Platz. Vor meinen fast leeren Teller. Es erleichterte mich, dass Luke und Amy's Vater nun da waren. Das bedeutete für mich, dass ich bald nach Hause in mein Bett könnte. Natürlich wäre ich noch da geblieben, bis sie gekommen wären. Doch ich wusste, wie müde ich war. Und je schneller ich nach Hause kam, desto weniger konnte auch mir passieren. Einen Sekundenschlaf beim autofahren wollte ich schließlich auch nicht riskieren.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 01 Nov 2014, 15:32

Amy
Zum Glück schaffte es Cookie nicht, mich wirklich vom Stuhl zu werfen. Obwohl.... So viel ausgemacht hätte es mir auch nicht, wenn ich ehrlich war. Mein Herz ging jedes Mal auf, wenn ich merkte, wie sehr sich unser Hund darüber freute, mich oder auch Luke oder unseren Vater zu sehen. Ich begrüsste ihn ebenso freudig, wie er es bei mir tat, bis mich schliesslich eine vertraute Stimme aus meinen Gedanken riss. Mein Bruder stand im Türrahmen und sah zu mir, bevor sein Blick zu Florian schweifte. Er begrüsste ihn mit seinem Spitznamen, woraufhin mein bester Freund ihn ebenfalls begrüsste. Luke meinte, er habe sich schon gedacht, dass Florian hier sei. Dabei grinste er. Ich runzelte kurz verwirrt die Stirn, während Cookie seinen Kopf in meinen Schoss legte und ich ihn streichelte. Warum hatte mein Bruder sich schon gedacht, dass Florian hier war? Natürlich war er bei uns ein oftgesehener Gast und ich auch bei ihm zu Hause. Und ich hatte meiner Familie auch erzählt, dass ich mich heute mit Florian treffen wollte. Aber normalerweise gingen wir um diese Uhrzeit nach Hause und assen dort - getrennt. Heute war es - dank der Fahrstuhlgeschichte - etwas anders. Trotzdem ging mir nicht auf, warum Luke vermutet hatte, dass Florian hier war. Er wusste ja - noch nichts - von den Geschehnissen, die heute passiert waren. Ich hatte ihm nichts erzählt, und ich glaubte kaum, dass mein bester Freund es getan hatte. Auch wenn er und mein Bruder selbst gute Freunde waren. Aber es reichte, wenn Luke und mein Vater jetzt davon erfuhren. Oder am besten überhaupt nicht. Ich erhielt die Antwort auf meine Frage, als Florian meinte, er parke wohl zu auffällig. Natürlich! Ich hatte ganz vergessen, dass sein Wagen in der Auffahrt stand. Mitbekommen hatte ich von unserer Ankunft zwar nicht viel, doch ich wusste trotzdem, dass Florians Audi hier sein musste. Luke schüttelte den Kopf und entgegnete, einen schwarzen Audi mitten in der Auffahrt könne man einfach nicht übersehen. Ausserdem rieche es nach genialem Essen. Ich warf ihm einen bösen Blick zu, während das Grinsen meines Bruders nur noch breiter wurde. Wie viele Male hatte ich schon etwas für meinen Vater und meinen Bruder gekocht? Selbstverständlich war ich niemals so gut wie Florian, aber ich brachte dennoch anständige Mahlzeiten zustande. Und das wusste mein Bruder einfach nicht zu würdigen. Es erschien mir, sein Grinsen wurde leicht schief. Verräter. Bald darauf verschwand der böse Ausdruck jedoch aus meinen Augen und wich einem Grinsen. Wenn ich mir so recht überlegte, würde ich eine von Florian zubereitete Mahlzeit auch meiner eigenen vorziehen. Er konnte einfach fantastisch kochen. Nun tauchte mein Vater ebenfalls in der Küche auf und kam gleich auf das Essen zu sprechen. Er hoffe, wir hätten genug gekocht, dass sie auch noch was bekämen. Florian antwortete mit einem 'na klar', woraufhin er aufstand, damit sie sich gegenseitig die Hände schütteln konnten. Luke sah ebenfalls zu ihnen herüber und lief dann zu den Küchenschränken. Niemand sah zu mir, ausser Cookie. Ich nutzte diese kurze Ablenkung, um mir mit Florians Taschentuch endlich über die Wangen zu wischen. Danach liess ich es in einer Tasche meiner Jeans verschwinden. Meine Familie musste wirklich nichts von meinem Tränenausbruch vorher mitbekommen - ansonsten würde die relativ gute Stimmung gleich den Bach heruntergehen, und das wollte ich wirklich nicht. Luke hatte einen Blick in die Pfannen geworfen und kommentierte, dass das definitiv genug sei. Dann wollte er von meinem besten Freund wissen, ob er eigentlich auch weniger kochen könne. Florian hob seine Schultern und antwortete, das sei eine gute Frage. Manchmal könne er es schon. Aber nicht bei Spaghetti Bolognese, und vor allem nicht, wenn er bei uns koche. Ich musste einfach grinsen. Das war wieder so etwas von typisch für Florian. Er nahm nun noch zwei Gläser aus dem Schrank, füllte sie mit Wasser und stellte sie auf den Tisch. Seine Bewegungen wirkten so routiniert, dass man meinen könnte, er sei hier zu Hause. War er ja irgendwie auch. Wie viele Stunden hatte er schon hier verbracht - und ich bei ihm? Ja, man könnte schon sagen, dass das Haus des anderen unser zweites Zuhause war. Florian setzte sich nun wieder hin, bevor Luke und mein Vater seinem Beispiel folgten. Sie schöpften sich zwei grosse Portionen Spaghetti Bolognese und griffen dann nach ihrem Besteck. Beide schienen hungrig zu sein. Das waren sie zwar immer, wie ich nur zu gut wusste, doch heute schienen sie besonders hungrig zu sein. Dementsprechend hatten sie auch nur genug Zeit, uns einen guten Appetit zu wünschen, ehe sie sich über ihre Teller hermachten. Ich erwiderte ihren Wunsch und konzentrierte mich dann wieder aufs Essen. Es war wirklich köstlich, und das, obwohl es schon ein bisschen kalt wurde. Aber Florian war nun einmal der beste Koch, den ich kannte. Mein Bruder und mein Vater wussten das ebenso zu schätzen. Sie lobten meinen besten Freund für das leckere Essen. Ich warf über den Tisch einen Blick zu Florian und schenkte ihm ein Lächeln, bevor ich die nächste Portion Spaghetti um meine Gabel wickelte. Mhmmm...
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 01 Nov 2014, 16:04

Florian
Das Lob von Amy's Vater und ihrem Bruder nahm ich mit einem leicht verschämten Grinsen hin. Ich konzentrierte mich im Moment mehr auf meinen Teller. Außerdem hasste ich es, andauernd für das Essen gelobt zu werden. Natürlich war ein Lob zwischendrin nicht verkehrt. Und vorallem tat es auch gut. Es gab Mut und bei mir bewirkte es dann oft, dass ich wieder irgendwann anfing, etwas auszuprobieren. Trotzdem wollte ich es nicht zu oft hören. Irgendwann konnte es auch unglaubwürdig sein. Wobei ich aber nicht davon ausging, dass die Fleming's es nicht wirklich so meinten, wie sie es sagten. Ich sah auf. Dabei begegnete ich Amy's Blick und sah, wie sie mir ein Lächeln schenkte, ehe sie sich eine weitere Portion Spaghetti auf dei Gabel wickelte. Mein Grinsen wurde breiter. Es freute mich jedesmal, wenn Amy mich anlächelte. Vorallem nachdem sie geweint hatte. Dann machte es mich einfach nur glücklich, sie wieder lächeln zu sehen. Inzwischen war, außer dem Klirren von Besteck, nichts zu hören. Mir fiel ehrlich gesagt aber auch nichts ein, was ich hätte sagen sollen. Außerdem hatte ich immernoch Hunger, da war es mir lieber, wenn niemand etwas sprach. Oder ich zumindest niemandem antworten musste. Ich sah' Amy noch eine Weile an. Während ich mich mit ihrem Vater und ihrem Bruder unterhalten hatte, musste sie sich wohl mit dem Taschentuch über die Wangen gewischt haben. Sie glänzten nicht mehr. Und nun fiel es auch kaum noch auf, dass sie geweint hatte. Um das zu sehen, musste man es entweder wissen oder einfach nur sehr gut raten. Dabei dachte ich nicht, dass Luke oder Amy's Vater jeden Tag rateten, ob Amy geweint hatte. Immerhin lächelte sie nun, da kam so ein Gedanke gar nicht auf. Cookie war wohl nicht unschuldig daran. Er machte Amy meistens glücklich. Ich konnte es verstehen. Schließlich freute er sich immer unheimlich, Amy zu sehen. Mir ging es zuhause nicht anders. Ich hatte zwar keinen Hund zuhause, aber meine beiden Katzen waren einem Hund doch ziemlich ähnlich. Moe lag zwar meistens in der Gegend herum, aber Feli war wie ein kleiner Hund. Sie folgte mir oder meinem Vater überall hin und sprang einem auch gleich um die Beine, sobald man zur Haustüre herein kam. Außerdem war sie unheimlich neugierig. Ich grinste leicht bei dem Gedanken an die beiden. Es wäre zuhause ziemlich ruhig ohne sie.
Da mein Teller inzwischen leer war, tat ich mir noch eine Portion Spaghetti auf. Ohja, ich hatte wirklich Hunger! Wie schon zuvor gab ich noch etwas Parmesan darüber.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 02 Nov 2014, 11:45

Amy
Ich hatte die Portion Spaghetti um meine Gabel gewickelt und sah wieder auf. Dabei begegnete ich Florians Grinsen. Mein Lächeln wurde noch etwas breiter. Ich wusste nicht wieso, doch wenn mein bester Freund grinste, musste ich sein Grinsen einfach erwidern. Oder zumindest lächeln, so wie ich es jetzt tat. Ich konnte gar nicht anders. Und das war auch gut so. Wenn ich schlecht drauf war, musste ich nur an Florians Grinsen denken, und schon ging es mir besser. Natürlich war es am besten, wenn er bei mir war. Dann konnte er mich wirklich aufmuntern - und zudem noch so ablenken, dass ich meistens vergass, warum ich überhaupt schlecht drauf gewesen war. Diese 'Gabe' hatte nur er. Bei keiner anderen Person konnte ich meine Sorgen so vergessen wie bei Florian. Und deshalb war ich auch so unglaublich froh, dass er mein bester Freund war. Natürlich nicht nur deswegen, aber zum grössten Teil. Ein Grinsen huschte bei diesem Gedanken über mein Gesicht. Ich senkte meinen Blick wieder, um mich mehr aufs Essen zu konzentrieren. Ansonsten würde ich um Mitternacht noch hier sitzen und hätte noch immer keinen leeren Teller. Dabei war ich vorher so hungrig gewesen - und immer noch. Jetzt, wo ich mich erst einmal dem Essen widmete, verschwanden die Spaghetti auch nach und nach von meinem Teller. Bald war er leer. Ich warf einen Blick über die anderen Teller auf dem Tisch. Florian hatte sich gerade nochmals eine Portion geschöpft, während mein Vater und mein Bruder noch an ihrer ersten waren. Aber sie hatten ja auch erst gerade begonnen. Weil ich noch nicht satt war, schöpfte ich mir nochmals eine Portion Spaghetti, aber eine kleinere dieses Mal. Ich gab noch etwas Bolognese-Sosse sowie Parmesan darüber, bevor ich wieder zu essen begann. Irgendwann - ich hatte schon etwa die Hälfte meiner Portion gegessen - ergriff mein Vater das Wort. "Und? Wie war es heute?", wollte er wissen und richtete seine Frage sowohl an mich als auch an Florian. Ich sah kurz zu meinem besten Freund und lächelte, ehe ich meinen Vater ansah. "Ganz gut", antwortete ich. Wenn ich so auf den Tag zurückblickte, war es zwar nicht 'ganz gut' gewesen - doch es hätte noch viel schlimmer kommen können. Ich beschloss, erst einmal nichts zu erwähnen. Wir mussten jetzt beim Essen keine Diskussion beginnen. Ich wusste, wie meine Familie reagieren würde, wenn ich ihnen von dem steckengebliebenen Fahrstuhl erzählen würde. Oder von diesem Gesundheitscheck. Meine zahlreichen 'Ungeschicktheitsanfälle' waren für einmal nicht wichtig. Trotzdem würden Luke und Papa ausflippen - oder zumindest nahe dran sein. Das wollte ich Florian ersparen. Ich liess meinen Blick nochmals zu ihm gleiten, ehe ich meinen Vater und Luke ansah. "Und, wie war die Ausstellung?", fragte ich. Einerseits interessierte es mich wirklich, andererseits war diese Frage eine gute Möglichkeit, um abzulenken. Würde mein Vater oder Luke noch weiter fragen, könnte ich irgendwann nicht mehr ausweichen und müsste ihnen die Wahrheit erzählen. Doch ich wollte selbst bestimmen, wann es so weit sein würde. Ich würde warten, bis Florian nach Hause gegangen war. Luke und Papa begannen jetzt zu erzählen, was überhaupt alles ausgestellt worden war, was sie sonst gemacht hatten und sie erwähnten, dass es ihnen gut gefallen hatte. Ich nickte und lächelte zwischendurch, während ich mich wieder dem Essen zuwandte. Bald hätte ich fertig gegessen - und so langsam wurde ich auch satt.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 02 Nov 2014, 12:17

Florian
Ich hatte auch diese Portion Spaghetti mit der Bolognese-Soße und dem Parmesan vermengt. Noch mit vollem Mund sah ich auf, als Amy's Vatter wissen wollte, wie der Tag bei uns heute gewesen war. Amy sah mich kurz an und lächelte. Dann antwortete sie, der Tag seie 'ganz gut' gewesen. Ich nickte nur leicht zur Zustimmung. Mehr hatte ich dazu nicht zu sagen. Zwar war der Tag alles andere als 'gut' gewesen, aber ich wusste, warum Amy das gesagt hatte. Sie wollte nicht, dass Luke und ihr Vater irgendwelche Diskussionen begannen, wenn sie davon erzählte, dass wir im Aufzug stecken geblieben war und sie nach dem anschließenden Gesundheitscheck ohnmächtig geworden war. Und ich war froh darüber. Ich hatte ebenso wenig Lust darauf, dass darüber diskutiert wurde. Vielleicht würde Amy den beiden später an diesem Abend davon erzählen. Wenn ich dann weg war. Um ehrlich zu sein, war ich in diesen Situationen lieber nicht dabei. Dann kam ich mir erst recht schuldig vor, Amy nicht vor eben diesen 'Ungeschicklichkeitsanfällen' oder vor irgendwelchen 'gefährlichen' Situation bewahrt zu haben. Ich war ihr meistens Dankbar dafür, dass sie es erst zur Sprache brachte, wenn ich weg war. Es wäre sicherlich nicht allzu schlimm, wenn ich auch dabei wäre. Ich wusste bis heute nicht, wie ihr Bruder und ihr Vater reagierten, wenn sie davon erzählte. Schließlich war ich nie dabei gewesen, und ich hatte Amy am Tag darauf auch nie gefragt, was sie gesagt hatten. Ich hatte meistens eher die Vermutung, dass sie darüber Stillschweigen wahrte. Als Amy die beiden fragte, wie die Ausstellung war, auf der sie heute waren, wurde ich mehr oder weniger wieder zurück in die Realität gerissen. Ich widmete mich wieder meinen Spaghetti und hörte nur halbherzig zu, wie Luke und Amy's Vater von der Ausstellung erzählten. Ich bekam nur lückenhaft mit, dass es ihnen gefallen hatte und auf welcher Ausstellung sie überhaupt gewesen waren. Außerdem erzählten sie auch noch, was ausgestellt worden war und was sie sonst unternommen hatten. Dabei hatte ich jedoch nicht wirklich aufgepasst. Ich hatte mich einfach nur meinem Essen gewidmet. Was glücklicherweise auch nicht auffiel, da die beiden zum größten Teil nur Amy von ihrem Tag erzählten. Trotzdem hatte es allen Anschein, dass ihnen die Ausstellung wirklich gut gefallen haben musste. So viel bkam sogar ich mit.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 02 Nov 2014, 12:53

Amy
Ich merkte, dass Florian nicht so recht bei der Sache war. Er schien mit seinen Gedanken ganz woanders zu sein. Das sah ihm gar nicht ähnlich. Ich beschloss, ihn später danach zu fragen. Vielleicht hätten wir aber gar keine Zeit mehr dafür. Und wenn wir nicht alleine waren, würde ich ihn auch nicht fragen. Das war bestimmt nicht für die Ohren meines Vaters bestimmt. Bei Luke war ich mir nicht so sicher, aber es könnte sein, dass Florian es - wenn überhaupt - nur mir erzählen wollte. Ich wusste es nicht. Weil nun Luke das Wort ergriff und weiter von der Ausstellung erzählte, wurde ich aus meinen Gedanken gerissen. Ich hörte zu, auch wenn es mir deutlich schwerer fiel als vorher, weil Florian sich immer wieder in meinen Kopf schlich und es mir schwer machte, mich auf etwas anderes zu konzentrieren. Zum Glück musste ich nicht weiter überlegen, um zu essen. Mittlerweile hatten sowohl Luke als auch Papa eine zweite Portion geschöpft und waren dabei, diese zu vertilgen. Übrig würde auf alle Fälle nicht viel bleiben. Wir alle waren wohl ziemlich hungrig gewesen. Irgendwann waren dann alle unsere Teller leer. Ich griff nach meinem Glas und trank ein paar Schlucke, bevor ich es wieder auf den Tisch stellte. Papa stand derweil auf und machte sich daran, die Teller zusammenzustellen. Alarmglocken schrillten in meinem Kopf. Normalerweise war ich es, die diese Arbeit machte. Wenn ich sie jetzt nicht machte, würden Luke und mein Vater merken, dass irgendetwas nicht stimmte. Ich hätte ja auch sofort geholfen, wenn da nicht die Erinnerung daran gewesen wäre, das ich vorhin nicht einmal hatte selbst laufen können. Bis zur Geschirrspülmaschine waren es zwar nur ein paar Schritte, doch ich wusste, dass auch so eine kurze Strecke reichen könnte. Ich wollte einerseits nichts riskieren, aber andererseits wollte ich auch weiterhin verbergen, dass etwas mit mir nicht in Ordnung war. Doch ich musste mich entscheiden, und zwar schnell. Schliesslich rutschte ich mit meinem Stuhl etwas zurück, wobei Cookie seinen Kopf von meinem Schoss hob. Er sah mich mit seinen grossen Hundeaugen an, ehe er ein paar Schritte zur Seite trat und sich dort auf den Boden legte. Nun machte ich Anstalten aufzustehen, als ich plötzlich die Stimme meines Vaters hörte. "Bleib' ruhig sitzen, Amy, ich mach' das schon", versicherte er mir mit einem Lächeln. Er liess seinen Blick zu Luke und Florian schweifen. "Ihr beiden auch. Macht euch keine Mühe, das ist schnell erledigt", meinte er und machte sich dann daran, die Teller in die Geschirrspülmaschine einzuräumen. Ich liess mich währenddessen erleichtert zurück auf den Stuhl sinken. Zwar hatte ich in den wenigen Sekunden, in denen ich gestanden hatte, nichts Aussergewöhnliches bemerkt. Doch hätte ich laufen müssen, hätte es schlimmer herauskommen können. Das war mir bewusst. Ich schluckte kurz und lächelte dann. "Okay. Danke, Papa", murmelte ich. Mein Bruder bedankte sich ebenfalls, bevor er sich an Florian und mich wandte. "Und, was habt ihr heute so gemacht?", wollte er wissen. Oh je. Warum musste er genau diese Frage stellen? Ich warf einen Blick zu Florian. Nur, wer mich gut kannte, konnte in meinen Augen einen Ausdruck leichter Nervosität erkennen. Was sollten wir bloss antworten? Ich hoffte, meinem besten Freund würde etwas Gutes einfallen. Ich selbst konnte im Moment nämlich nur da sitzen und verzweifelt überlegen, was wir sagen sollten.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 02 Nov 2014, 20:42

Florian
Amy's Vater hatte auch meinen Teller abgeräumt und war damit zur Geschirrspülmaschine gegangen. Nur wenige Augenblicke später, wollte Amy ebenfalls aufstehen und ihrem Vater wohl dabei helfen. Er hatte jedoch gesagt, sie solle ruhig sitzen bleiben. Er mache das schon. Danach hatte er sich an mich und Luke gewandt und gesagt, wir sollen auch sitzen bleiben und uns keine Mühe machen. Das wäre schnell erledigt. Luke hatte sich bedankt und ich hatte es ihm gleich getan. Ich sah dabei zu, wie Amy sich auf ihren Stuhl zurück sinken lies. Sie wirkte erleichtert. Ich konne es verstehen. Schließlich konnte sie vorher, als wir uns auf den Weg zur Küche begeben hatten, um zu kochen, nicht selbst laufen. Sie hatte wohl Angst, dass sie immernoch zu schwach war. Dabei konnte ich nicht bestreiten, dass auch ich mir kurz Sorgen gemacht hatte. Wenn Amy umgefallen wäre oder dergleichen, dann wären wir wohl nicht drumrum gekommen, von unserem 'Aufzugunfall' zu berichten. Ich hatte inzwischen nicht mehr damit gerechnet, dass man noch in irgendeiner Weise darauf zu sprechen kam, was ich und Amy heute gemacht hatten. Doch ich sollte mich wirklich täuschen. Ihr Bruder, Luke, fragte uns nun wirklich, was wir heute gemacht hatten. Ich sah Amy an. Dabei sah ich in ihre großen, saphirblauen Augen, um irgendeinen Ausdruck darin zu erkennen. Und tatsächlich konnte ich Nervosität feststellen. Anscheinend fiel ihr nichts ein, was sie ihrem Bruder auftischen konnte, ohne von dem Aufzug im Parkhaus zu erzählen. Ich musste mir also schleunigst was einfallen lassen, bevor unser Schweigen zu auffällig wirkte. "Du kennst uns doch.", meinte ich erstmal grinsend zu Luke. "Wir sind natürlich erstmal ewig im Kalten rumgestanden, bevor wir überhaupt eine Idee hatten, was wir heute tun könnten." Ich versuchte, die Geschichte etwas auszuschmücken. Ganz sicher war ich mir immerhin auch noch nicht, was ich Luke erzählen könnte. Ohne dabei auf den Aufzug zu sprechen zu kommen und zumindest halbwegs bei der Wahrheit zu bleiben. "Schließlich fiel unserer wunderbaren Amy aber ein, dass in zwei Wochen der altbewährte Weihnachtsball an der Schule stattfindet. Und weil die Organisatoren dieses Jahr die großartige Idee hatten, alles getreu dem Motto 'Wien' durchzuführen, muss man sich auch dementsprechend kleiden." Beim letzten Satz war meine Ironie deutlich heraus zu hören. Für eine 'großartige Idee' hielt ich es allemal nicht. "Amy hat die Adresse eines Ladens in München gefunden, der solche Ballkleider verkauft. Also sind wir los und", ich schob eine kurze Pause ein. "Haben den Laden aber nach stundenlangem suchen einfach nicht gefunden." Ich hoffte, Luke würde diese Geschichte glauben. Wieso auch nicht? Im Grunde genommen, war es ja auch die Wahrheit. Ich warf einen Blick zu Luke, dann sah ich zu Amy und lächelte sie aufmunternd an. Sie musste sich jetzt nicht mehr irgendetwas ausdenken. Außer Luke würde noch weiter nachhaken.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Mo 03 Nov 2014, 19:40

Amy
Ich bemerkte Florians Blick auf mir und erwiderte ihn. Dabei versuchte ich ihm wortlos und natürlich möglichst unauffällig mitzuteilen, dass ich keine Ahnung hatte, was wir auf Lukes Frage antworten sollten. Gleichzeitig versuchte ich ihm begreiflich zu machen, dass er sich so schnell wie möglich eine gute Antwort ausdenken sollte. Ich rechnete schon mit dem Schlimmsten - nämlich, dass entweder niemand von uns antworten oder dass Florian alles verraten würde. Doch keiner dieser beiden Fälle traf zum Glück ein. Stattdessen wandte sich mein bester Freund wenige Augenblicke später an meinen Bruder und meinte erst einmal, dass er uns doch kenne. Wir seien natürlich erstmal ewig im Kalten herumgestanden, bevor wir überhaupt eine Idee gehabt hätten, was wir heute tun könnten. Ich warf Luke einen Blick aus dem Augenwinkel zu. Er nickte leicht und machte Florian damit gleichzeitig klar, dass er weitererzählen sollte. Bis jetzt schien er es zu schlucken - aber es war sogar die Wahrheit gewesen, die mein bester Freund da erzählt hatte. Er fuhr nun fort, dass schliesslich 'unserer wunderbaren Amy' - an dieser Stelle errötete ich, ohne richtig zu wissen, wieso überhaupt - eingefallen sei, dass in zwei Wochen der altbewährte Weihnachtsball in der Schule stattfinde. Und weil die Organisation dieses Jahr die grossartige Idee hätten, alles getreu dem Motto 'Wien' durchzuführen, müsse man sich auch entsprechend kleiden. Auch bis hierhin hatte Luke weiterhin nichts als die Wahrheit gehört. Ein Grinsen huschte über das Gesicht meines Bruders, als er den ironischen Tonfall hörte, in dem Florian alles erzählte. Ich wusste, dass mein bester Freund nicht sonderlich viel vom Weihnachtsball hielt - und vor allem nicht von diesem Motto. Trotzdem war er bis jetzt alle Jahre dabei gewesen, so wie ich auch - doch im Unterschied zu ihm freute ich mich immer wahnsinnig auf den Ball. Ich mochte es, mich für so einen Anlass schick zu machen, und ausserdem mochte ich es zu tanzen, auch wenn ich leider nicht die Talentierteste auf diesem Gebiet war. Aber es machte mir nunmal Spass. Meistens hatten wir uns in den letzten Jahren einfach in einem Kreis aufgestellt und so getanzt. Dieses Jahr würde es wohl ein wenig anders sein. Einen echten Wiener Walzer konnte man ja nur schlecht in der Gruppe tanzen. Nein, dazu brauchte es wohl Paare. Ob Florian mich noch fragen würde, ob ich seine Begleitung sein wolle? Normalerweise kannte ich diese Szenarios nur aus amerikanischen Teenagerfilmen, doch seltsamerweise konnte ich es mir gut vorstellen, dass Florian mich fragen würde. Er wusste schliesslich, dass bei mir jungstechnisch momentan überhaupt nichts lief. Und alleine zum Ball würde mich mein bester Freund nicht gehen lassen. Ich seufzte. Ich mochte Florian ja, unglaublich gerne sogar, doch ein bester Freund war eben nicht dasselbe wie ein 'richtiger' Freund. Aber so lange ich Zeit mit meinem besten Freund verbrachte, war ein 'richtiger' Freund in meinen Augen sogar unnötig. Natürlich dachte ich ab und zu, dass es schön wäre, zu jemandem zu gehören, doch ich konnte auch weiterhin als Single leben. Nicht mein ganzes Leben lang - oh Gott, schon allein diese Vorstellung! -, aber so lange ich Florian hatte, brauchte ich keinen festen Freund. Ich sah zu Florian, als er meinen Namen aussprach. Er erklärte Luke nun, ich hätte die Adresse eines Ladens in München gefunden, der solche Ballkleider verkaufe. Also seien wir los und - an dieser Stelle machte er eine kurze Pause - hätten den Laden aber nach stundenlangem Suchen einfach nicht gefunden. Das war definitiv nicht die Wahrheit. Es klang zwar nicht wirklich plausibel, aber war um Längen besser als all die 'Abänderungen', die mir beim verzweifelten Nachdenken eingefallen waren. Luke sah nun zu mir. Ich nickte zustimmend. Mein Bruder schien nicht überzeugt zu sein. Er blickte zwischen Florian und mir hin und her. "Ihr habt den Laden selbst nach stundenlangem Suchen nicht gefunden? Aber ihr hattet die Adresse?", fragte er ungläubig. Innerlich geriet ich in Panik, weil mein Bruder uns die Geschichte nicht glaubte. Ich sah nur kurz zu meinem besten Freund, ehe ich meinen Blick wieder auf Luke richtete. Ich sah ihn dabei mit einem möglichst sicheren Ausdruck im Gesicht an. "Ja, wir haben wirklich lange danach gesucht und ihn einfach nicht gefunden. Vielleicht hat die Adresse einfach nicht gestimmt", versuchte ich, uns rauszureden. Ich wusste nicht, wieso, aber plötzlich konnte ich nur noch Florian ansehen. "Und irgendwann ist mir so kalt geworden, dass Florian darauf bestanden hat, dass wir die Suche abbrechen und uns stattdessen irgendwo aufwärmen gehen", fügte ich hinzu. Mein Bruder nickte. Ich seufzte innerlich vor Erleichterung. Endlich schien er uns zu glauben! Luke blickte nun ebenfalls zu Florian, so wie ich auch. "Das war auf alle Fälle eine bessere Idee, als noch weiter nach diesem Laden zu suchen. Du hättest echt Probleme mit mir bekommen, wenn du sie hättest erfrieren lassen", 'drohte' mein Bruder meinem besten Freund nun, zwinkerte jedoch, um zu zeigen, dass er es nicht ganz ernst meinte. Ich wusste jedoch, dass ein Körnchen Wahrheit daran war.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Mo 03 Nov 2014, 20:03

Florian
Amy und Luke hatten mir aufmerksam zugehört, als ich meine, teilweise ausgedachte, Geschichte erzählte. Luke hatte immerwieder genickt, um mir zu verdeutlichen, ich solle weiter erzählen. Nachdem ich gesagt hatte, dass wir den Laden nach einer ewig langen Suche einfach nicht gefunden hatte, sah Luke zu seiner kleinen Schwester. Diese nickte, um mir zu zu stimmen. Trotzdem gefiel mir etwas an Lukes Blick nicht. Ich kannte ihn schließlich auch schon einige Jahre und ich konnte auch bei ihm einige Blicke deuten. Seine Blicke wechselten zwischen mir und Amy. Dabei sah er wirklich nicht überzeugt aus. Schließlich hatte er festegestellt, dass wir den Laden selbst nach stundenlangem Suchen nicht gefunden hatten. Obwohl wir die Adresse hatten. Beides stellte er als Frage. Ich kaute kurz auf meiner Unterlippe. Darauf fiel mir jetzt wirklich kaum noch etwas ein. Zumindest nichts, was einigermaßen plausibel klang. Amy sah mich kurz an, dann sah sie wieder zu Luke. Sie bestätigte meine Aussage, in dem sie nochmals wiederholte, dass wir wirklich lange danach gesucht hätten und den Laden einfach nicht gefunden hätten. Vielleicht hätte ide Adresse einfach nicht gestimmt. Ich nickte leicht. Ja, das war durchaus glaubwürdig. Man musste nur ein oder zwei Buchstaben vergessen oder vertauschen und schon suchte man ohne Ende. Ich sah Amy aufmerksam an. Dabei erhoffte ich mir, einspringen zu können, wenn es den Anschein erweckte, als würde ihr nichts mehr einfallen. Auch sie sah mich an. Dann fuhr sie fort, ihre saphirblauen Augen immernoch auf mich gerichtet. Sie meinte, irgendwann sei ihr so kalt geworden, dass ich darauf bestanden hätte, die Suche abzubrechen und uns stattdessen irgendwo aufzuwärmen. Ich riss mich von Amy's großen Augen los und sah zu ihrem Bruder. Dieser nickte. Er schien uns nun wirklich zu glauben. Auch ich war erleichtert. Viel mehr wäre mir heute wohl auch nicht mehr eingefallen. Ich spürte Amy's Blick noch immer auf mir und auch Luke sah mich nun an. Es wäre auf alle Fälle eine bessere Idee gewesen, sich irgendwo aufzuwärmen, als weiter nach diesem Laden zu suchen, meinte er. Dann drohte er mir, ich hätte echt Probleme mit ihm bekommen, wenn ich sie - Amy - hätte erfrieren lassen. Ich wusste, dass Luke das nicht ganz so ernst meinte. Das verdeutlichte er mir, indem er zwinkerte. Abwehrend hob ich meine Hände. "Also Luke, bitte.", ich sah ihn ernst an. "Du glaubst doch nicht, dass ich", begann ich, mit einer Betonung auf dem Wort 'ich', "Amy erfrieren lassen würde!" Ich sah ihn entsetzt und fast ein wenig beleidigt an. "So gut solltest du mich kennen, dass ich das niemals zulassen würde.", versicherte ich nochmals. Luke wusste genau, dass ich es nie zulassen würde, dass Amy erfror. Ich versuchte immer alles was mir möglich war, um Amy vor irgendetwas zu bewahren. Egal, ob ich sie nun zu erfrieren schien, oder wieder einmal drohte, gegen irgendetwas oder irgendjemanden dagegen zu laufen. Nein, er wusste wirklich, dass ich alles versuchte um soetwas zu vermeiden.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Mo 03 Nov 2014, 20:34

Amy
Es war eine gute Idee gewesen, gegenüber Luke zu behaupten, mir wäre unheimlich kalt gewesen. Er schien uns die Geschichte nun endlich abzukaufen - und obendrein noch nicht genauer darüber nachzudenken. Vielleicht hätte er uns durchschaut, wenn wir noch länger herumgedruckst hätten oder wenn uns nichts halbweg Plausibles eingefallen wäre. Doch zum Glück hatten wir uns rausreden können - vorerst. Ich wusste, dass ich Luke und auch meinem Vater beichten musste, was wirklich passiert war. Früher oder später. Spätestens dann, wenn ich nicht die Kraft hatte, aufzustehen und selbstständig zu laufen. Dann würden sie wissen, dass etwas passiert war, und in dieser Situation würde nur noch die Wahrheit selbst glaubhaft sein. Ich hoffte, ich müsste gar nichts erzählen, doch ich fürchtete, dass die Wahrscheinlichkeit gross war. Aber ich wollte auf keinen Fall etwas erzählen, bevor Florian nach Hause gegangen wäre. Ich wollte ihm den 'Anblick', wie mein Bruder und mein Vater gleichzeitig 'ausflippten', wirklich ersparen. Nach Lukes 'Drohung' hob Florian die Hände, wie, um sich zu verteidigen. Er begann mit einem 'also Luke' und fügte ein 'bitte' hinzu. Ich bemerkte den ernsten Ausdruck, der in seinen Augen stand, als er Luke nun ansah. Das war gar nicht typisch für ihn. Normalerweise war Florian überhaupt nicht ernst, sondern hatte meistens ein Lächeln oder wahlweise auch ein Grinsen auf dem Gesicht. Da konnte man schlecht ernst schauen. Aber wenn er es doch mal war, dann wusste ich, dass er es absolut ernst meinte. Er machte Witze über alles Mögliche, aber nicht über dieses Thema. Und das konnte man ihm auch anmerken, als er nun meinte, Luke glaube doch nicht, dass er - dieses Wort betonte er besonders - mich erfrieren lassen würde. Sein Blick war nun nicht mehr länger ernst, sondern eher entsetzt, als habe er etwas gesehen oder gehört, das ihn total erschreckt hatte. Auch dieser Gesichtsausdruck war bei Florian nicht oft zu sehen, ebenso wenig wie der beleidigte, den er danach aufsetzte. So gut sollte Luke ihn kennen, um zu wissen, dass er das niemals zulassen würde. Er hatte dabei immer noch diesen Ausdruck im Gesicht, doch wiederum war mir bewusst, wie ernst es Florian war. Wie oft hatte er mir schon geholfen, aus solchen Situationen herauszukommen? Erst heute hatte er mir im Fahrstuhl seinen Lieblingspulli geliehen, damit ich nicht länger frieren musste - und das, obwohl ihm danach wahrscheinlich selbst kalt geworden war. Es gab noch zahlreiche weitere solche Beispiele. Dazu kam noch Florians extrem schnelle Reaktionsgeschwindigkeit. Wie oft hatte er mich schon davor bewahrt, zu stolpern und hinzufallen? Oder in jemanden oder etwas hineinzurennen? Selbst als ich mich einmal geschnitten hatte, war seine Reaktion schon so schnell gewesen, dass ich das Blut gar nicht hatte sehen können und so auch nicht in Ohnmacht hatte fallen können. Leider war Florian kein Superheld und konnte mich vor all diesen Situationen beziehungsweise vor allem vor meinen Missgeschicken bewahren. Doch wenn er bei mir war, passierte mir viel weniger. Und wenn er die Möglichkeit hatte, mich vor etwas zu 'beschützen', dann ergriff Florian sie auch, das wusste ich. Und mein Bruder wusste es ebenso gut. "Ich weiss, Kumpel", meinte er nun und klopfte meinem besten Freund auf die Schulter. "Und dafür bin ich dir unglaublich dankbar", fügte er hinzu. Ich musste kurz schlucken, weil die ganze Situation auf einmal irgendwie beklemmend war. Da war plötzlich die Stimme meines Vaters aus dem oberen Stockwerk zu hören. Ich hatte gar nicht bemerkt, dass er die Küche verlassen hatte. "Luke, kannst du mir vielleicht kurz helfen?", fragte Papa meinen Bruder. Dieser schien nur kurz zu überlegen. "Ja, ich komme", rief er zurück. Dann stand er auf, stellte seinen Stuhl hin und klopfte Florian nochmals auf die Schulter. "Danke, wirklich", murmelte er. Bevor mein bester Freund oder ich noch etwas sagen konnten, war Luke aus der Küche verschwunden. Florian und ich waren allein. Fast nachdenklich blickte ich ihm zu hinüber - bis mir auf einmal eine Idee kam. "Kannst du mir vielleicht helfen, ins Wohnzimmer zu kommen? Wenn ich nachher immer noch in der Küche sitze, schöpfen Papa und Luke vielleicht Verdacht. Wir können ja so tun, als ob wir irgendetwas im Wohnzimmer machen", erklärte ich meinem besten Freund nun meinen 'Plan'. Ich wusste nämlich nach wie vor nicht, ob meine Beine mich tragen würden oder nicht. Solange Florian noch da war, könnte er mir helfen. Und wenn Papa und Luke nicht zusahen, musste man diese Chance nutzen.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Fr 07 Nov 2014, 19:14

Florian
Es verstrichen einige Sekunden, in denen ich und Luke uns nur ansahen. Ich hatte zuvor gesagt, dass ich Amy nie erfrieren lassen würde. Schließlich meinte Luke, er wisse das. Und nannte mich Kumpel. Das war nichts ungewöhnliches bei uns. Deshalb verwirrte es mich auch nicht. Trotzdem kam ich mir etwas seltsam vor, als er mir dabei auf die Schulter klopfte. Er fügte noch hinzu, dass er mir dafür unglaublich dankbar wäre. Dabei sah er mich mit einem ebenso ernsten Blick an. Ich wusste, dass er es auch wirklich ernst meinte. Er machte sich, genau wie ich, unheimliche Sorgen darum, was Amy alles passieren könnte. Luke hatte mir schon oft dafür gedankt, dass ich auf seine kleine Schwester 'aufpasste'. Er hatte auch nie was dagegen gehabt, dass ich ihr bester Freund gewesen war. Es hätte auch nicht zu ihm gepasst, wenn er diesbezüglich eifersüchtig gewesen wäre. Trotz allem fühlte ich mich jedesmal etwas unwohl, wenn Luke mir dafür dankte. Für mich war das alles selbstverständlich. Denn Amy war für mich mehr als nur eine Freundin. Sie war meine beste Freundin. Sie war wie eine kleine Schwester für mich. Eine Schwester, ohne die ich nicht leben konnte. Ich lächelte ihn an. Da erklang auf einmal die Stimme von Amy's und Luke's Vater aus dem oberen Stockwerk. Er fragte Luke, ob er ihm kurz helfen konnte. Ich war verwirrt. Wann war ihr Vater aus der Küche gegangen? War ich so in unsere Erzählung vertieft gewesen, dass ich das gar nicht mitbekommen hatte? Es musste wohl so sein. Nach kurzem überlegen, rief Luke zurück, dass er kommen würde. Er war aufgestanden, hatte seinen Stuhl hingestellt und klopfte mir nochmals auf meine Schulter. Er murmelte erneut, dass er wirklich dankbar war. Ich konnte ihn nur ansehen, konnte aber nichts erwiedern, so schnell war er aus der Küche verschwunden. Ich lies meinen Blick langsam zu Amy schweifen. Sie blickte mich an. Es schien, als würde sie nachdenken. Schließlich ergriff sie das Wort und fragte mich, ob ich ihr vielleicht helfen könnte, ins Wohnzimmer zu kommen. Sie erklärte mir, wenn sie nachher immer noch in der Küche sitzen würde, würden ihr Vater und Luke vielleicht Verdacht schöpfen. Wir könnten so tun, als ob wir irgendetwas im Wohnzimmer machen würden. Ich lächelte Amy an. "Klar. Du hast Recht.", stimmte ich ihr zu und stand langsam auf. Sie wusste wohl nicht, ob ihre Beine sie inzwischen tragen würden und wollte wohl am besten nichts riskieren. Das entsprach ganz meinem Interesse. Solange sich Amy nicht sicher war, ob sie laufen konnte, würde ich sie tragen. Solange ich noch da war. Ich schob meinen Stuhl an den Küchentisch und ging zu Amy. Erneut an diesem Tag legte ich meine Arme um sie und hob sie vorsichtig hoch. Als ich aufrecht stand, lauschte ich, ob Luke oder Amy's Vater schon wieder kommen würden. Es wäre ziemlich unpassend, wenn sie sehen würden, dass ich Amy ins Wohnzimmer tragen würde. Dann müssten wir auf jeden Fall erzählen, was heute passiert war. Doch ich hörte nichts. Also ging ich mit großen Schritten aus der Küche, durch den Flur. Bis ich schließlich im Wohnzimmer ankam. Ich setzte Amy auf dem großen Sofa ab und lies mich neben sie fallen. "So, hat keiner mitbekommen.", sagte ich grinsend zu ihr.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 08 Nov 2014, 11:09

Amy
Nachdem ich meine Frage geäussert hatte, vergingen nur wenige Augenblicke, da begann Florian schon zu lächeln. Ich erwiderte das Lächeln fast schon erleichtert. Der ernste Ausdruck, den er vorher im Gesicht gehabt hatte, hatte gar nicht zu ihm gepasst. Da war mir sein Lächeln hundert Mal lieber. Und dieses Lächeln war mir auch so wahnsinnig vertraut, dass es mich in keinster Weise beunruhigte - eher im Gegenteil. Wie oft hatte mich Florian schon angelächelt? Und wie oft hatte es mich in schwierigen Situationen aufgemuntert oder in lustigen Situationen erheitert? Ich wusste es nicht. Ich wusste nur, dass ich froh war, dass er mein bester Freund war und kein anderer. Ich hätte mir keinen besseren besten Freund vorstellen können. Und genau dieser beste Freund war es, der auf meine Bitte, mir zu helfen, ein 'klar' entgegnete. Er fügte hinzu, ich hätte Recht. Ich nahm an, damit meinte er, dass Luke und Papa Verdacht schöpfen könnten, wenn wir nachher noch in der Küche sitzen würden. Ich beobachtete, wie Florian langsam aufstand, bevor ich meinen Stuhl ein wenig zurückrückte. So könnte ich besser aufstehen. Vielleicht könnte Florian mich ja einfach stützen und ich könnte versuchen, auf meinen eigenen Beinen ins Wohnzimmer zu gelangen. Im Notfall könnte mein bester Freund mich ja immer noch auffangen. Doch der schien eine andere Idee zu haben. Ehe ich auch nur Anstalten machen könnte aufzustehen, hatte er sich schon zu mir heruntergebeugt. Ich spürte, wie er seinen einen Arm um meinen Rücken und den anderen unter meine Knie legte. Und schon hob er mich hoch. Wie aus einem Reflex schlang ich die Arme um seinen Hals. Theoretisch wäre es gar nicht nötig, mich an ihm festzuhalten, denn ich wusste, dass Florian mich niemals fallen lassen würde. Trotzdem tat ich es. Warum, wusste ich auch nicht genau. Florian hatte sich währenddessen wieder zu seiner vollen Grösse aufgerichtet. Hier 'oben' war es ganz schön hoch. Ich war es mir nicht gewohnt, so weit über dem Boden zu sein. Doch es machte mir keine Angst. Ich vertraute meinem besten Freund absolut. Ich sah zu ihm - dafür musste ich den Kopf nicht so weit in den Nacken zurücklegen wie sonst - und bemerkte, dass er auf etwas zu warten schien. Einen Moment später begriff ich, dass er lauschte. Er wollte sich vergewissern, dass weder Papa noch Luke einfach so in die Küche oder ins Wohnzimmer spazieren und uns sehen könnten. Die beiden schienen immer noch im oberen Stockwerk beschäftigt zu sein, jedenfalls hörte ich nichts, und auch Florian schien es so zu ergehen. Mit grossen und gleichzeitig sicheren Schritten lief er los. Auch im Flur begegneten wir niemandem. So kamen wir schliesslich ungesehen im Wohnzimmer an. Florian brachte mich zum Sofa herüber, wo er mich langsam herunterliess und ich die Arme von seinem Hals löste. Kaum sass ich, liess er sich neben mich fallen. Ich sah wiederum zu ihm, während er nun mit einem 'so' zu reden begann. Er meinte, es habe keiner mitbekommen. Dazu grinste er. Ich konnte nicht anders, ich musste sein Grinsen erwidern. Ein paar Augenblicke später begann ich zu sprechen - und wurde dabei wieder etwas ernster. "Danke. Ich weiss nicht, was ich ohne dich machen würde", murmelte ich. Es war nicht das erste Mal, dass ich so etwas zu Florian sagte. Aber zum ersten Mal dachte ich, dass ich ohne ihn wirklich nicht leben könnte. Er war mir viel zu wichtig. In letzter Zeit schien dieses Gefühl nur noch stärker geworden zu sein, auch wenn ich nicht recht wusste wieso.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 08 Nov 2014, 12:17

Florian
Es machte mich wirklich glücklich, als Amy mich angrinste. Sie war heute viel zu oft müde, erschöpft oder gar ernst gewesen. Ich mochte meine beste Freundin viel lieber, wenn sie lächelte oder gar grinste. Ihr Gesicht war dadurch viel schöner. Wieder ertappte ich mich dabei, irgendwelche Kleinigkeiten zu erörtern, die mir sonst nie in den Kopf kamen. Nur ein paar Augenblicke später jedoch, ging ihr Grinsen zurück und ihr Gesichtsausdruck wurde ernster. Auch mein Grinsen wurde schwächer. Schließlich murmelte Amy erneut an diesem Tag ein 'Danke'. Sie wisse nicht, was sie ohne mich machen würde. Ich sah sie ruhig an. Sie hatte soetwas noch nie gesagt. Sie war mir wichtig. Und ich wusste auch, dass ich ihr ebenfalls wichtig war. Aber noch nie hatte sie gesagt, dass sie nicht wissen würde, was sie ohne mich machen würde. Im Moment war ich unfähig, darauf zu antworten. Denn je länger wir beide ruhig waren, desto öfter kreiste dieser Satz in meinem Kopf umher. Und mir wurde bewusst, dass es mir genau so ging. Ich wüsste nicht, wie ich die Zeit, in der meine Mutter mit meiner kleinen Schwester abgehauen waren und mein Vater ein einziges Wrack war, hätte überstehen sollen, wenn Amy nicht gewesen wäre. Meine kleine, beste Freundin, die diese großartige Eigenschaft hatte, jemanden zuzuhören, wenn er irgendwelche Probleme hatte. Ohne dabei genervt zu sein oder gar jemanden zu verurteilen. Ich hatte sie gebraucht und sie war für mich dagewesen. Ohne irgendwelche Widerworte. Und so wollte ich auch für sie da sein. Es tat mir Leid, dass ich sie in diesem Moment einfach nur ansehen konnte. Ich würde ihr gerne das selbe antworten, doch mein Gehirn wollte keinen Satz zustande bringen, der genau das selbe so gut ausdrücken konnte. Mein Mund schien mir in diesem Moment auch nicht behilflich zu sein. Schließlich war der oft schneller als der Kopf. Langsam breitete ich die Arme aus. "Komm her.", murmelte ich. Ich konnte nicht erklären, warum Amy in meine Arme kommen sollte. Auf eine seltsame Art brauchte mein Körper das jetzt einfach. Ich hatte dieses schlichte Bedürfnis, Amy bei mir zu haben. Sie an meinem Körper zu spüren. Erschreckender Weise, hatte ich dieses Bedürfnis in letzter Zeit sehr oft. Ich konnte mir einfach nicht erklären, warum das so war. Und auch wenn ich nur versuchte, daran zu denken und eine Antwort zu finden, warum das so war - fiel mir einfach nichts ein. Es war mir wirklich unerklärlich.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 08 Nov 2014, 16:47

Amy
Als ich zu sprechen begann, wurde Florians Grinsen schwächer. Ich hätte mich in diesem Moment selbst schlagen können. Jetzt, wo dieses Grinsen einmal da war, wollte ich nicht, dass es so schnell wieder wegging. Doch es war passiert, und ich konnte - zumindest im Moment - nichts mehr daran ändern. Später könnten wir vielleicht wieder herumalbern, und dabei würden wir uns sicher das eine oder andere Mal wieder angrinsen. Doch der jetzige Moment passte einfach nicht. Nachdem ich fertig geredet hatte, schloss ich den Mund und sah Florian an. Ich bemerkte seinen ruhigen Blick - und der half mir, ebenfalls ein wenig herunterzukommen. Schweigend wartete ich auf seine Antwort, während wir uns beide in die Augen sahen. Seit wir kleine Kinder gewesen waren, kannte ich diese Augen. Sie waren mir fast so vertraut wie meine eigenen, und wenn ich sie hätte malen müssen, wäre es für mich nicht weiter schwierig gewesen, die richtige Mischung aus Braun und Grün zu finden. Und obwohl ich diese Augen schon so oft gesehen hatte, verlor ich mich auf einmal in ihnen. Es war das erste Mal, dass mir das passierte, und hinterher wusste ich nicht genau, was das zu bedeuten hatte. Fest stand nur, dass ich einfach nicht mehr wegschauen konnte. Mir wurde fast schwindelig dabei. Dieser Schwindel fühlte sich jedoch anders an als der, den ich heute gespürt hatte, als ich ohnmächtig geworden war. Dieser Schwindel fühlte sich viel anders, ja, besser an. Ich konnte es mir nicht erklären. Ich schob alles auf den heutigen Tag. Es war wirklich ein anstrengender Tag gewesen. Ja, das musste es sein. Während diese Gedanken durch meinen Kopf schossen, merkte ich gar nicht, wie die Zeit verging. Momente, Sekunden vergingen, vielleicht sogar Minuten, in denen wir uns einfach nur ansahen. Ich musste daran denken, wie lange Florian schon an meiner Seite war. Wahrscheinlich, seit ich denken konnte. Ja, ich kannte kein Leben ohne ihn. An die Zeit zuvor konnte ich mich nicht erinnern - und ich wollte es auch nicht. Schon im Kindergarten hatte er mich vor kleineren Unfällen bewahrt und grössere soweit abgeschwächt, wie es ihm eben möglich war. Stundenlang hatten wir zusammen gespielt, auch mit den anderen Kindern aus der Nachbarschaft. Doch Florian war schon immer mein bester Freund gewesen, und wenn ich hatte wählen können, hatte ich immerzu mit ihm Zeit verbracht. Wir waren zusammen zur Schule gegangen und wir gingen es auch heute noch. Wir hatten schon unzählige Male zusammen Hausaufgaben gemacht, für Projektarbeiten gearbeitet oder für Prüfungen gelernt. Aber auch sonst machten wir unglaublich viel zusammen, zum Beispiel ritten wir oft miteinander aus. Es verging kein Tag, an dem ich nichts von Florian hörte, und es verging keine Woche, in der wir uns nicht zumindest ein Mal ausserhalb der Schule trafen. Und so hatten wir uns im Lauf der Jahre auch immer besser kennengelernt. Manchmal hatte ich das Gefühl, Florian kannte mich besser als ich mich selbst - oder umgekehrt. Und noch nie war uns langweilig geworden - wir fanden immer etwas, das wir machen konnten, und wenn wir auch mal einen ganzen Nachmittag einfach auf dem Sofa lagen und ein bisschen quatschten. Es war unglaublich faszinierend. Ich wusste nicht, wie viel Zeit vergangen war. Irgendwann beobachtete ich, wie Florian die Arme langsam hob und sie ausbreitete. Und dann forderte er mich auf, herzukommen. Ich zögerte keine Sekunde. Da wir sowieso relativ dicht nebeneinander sassen, musste ich nicht einmal mehr zu ihm herüberrutschen. Ich konnte mich einfach in seine Arme 'fallen' lassen. Ich versuchte dabei, nicht wie ein Kartoffelsack auf ihm zu landen, sondern bremste meinen 'Fall' ein wenig ab. Als ich dann seinen Körper an meinem spürte, hob ich ebenfalls die Arme, um sie um meinen besten Freund zu schlingen. Ganz automatisch legte ich meinen Kopf an seiner Schulter ab und schloss die Augen. Sofort entspannte ich mich und wurde dadurch auch müder. Doch das war mir im Moment egal. Die Arme meines besten Freundes um mich zu spüren, tat einfach nur gut. Es tat mir so gut.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 08 Nov 2014, 19:37

Florian
Kommentarlos hatte sich Amy vorsichtig in meine Arme fallen lassen. Ich schloss die Augen, als sie ebenfalls ihre Arme hob und sie um mich schlang. Mir war nicht aufgefallen, dass auch sie ihre Augen geschlossen hatte. Für Außenstehende musste dieser Anblick mehr als seltsam wirken. Oder als eindeutiger Beweis für die Gerüchte, ich und Amy wären ein Paar oder würden bald eines werden, dienen. Doch das war mir im Moment egal. Es tat so gut, Amy bei mir zu spüren. Es tat gut, ihren vertrauten Geruch einzuatmen. Ich liebte ihr dezentes Parfum. Und ich liebte auch ihren Geruch, wenn sie keines aufgetragen hatte. Diesen Geruch kannte ich seit meiner Kindheit und ich wusste, dass mir etwas fehlen würde, wenn Amy nicht da wäre. Ich wusste, dass ich wahrscheinlich kaputt gehen würde, wenn Amy wegziehen würde oder mich aufeinmal vergessen würde. Ich wüsste zwar nicht, warum das geschehen sollte, aber es konnte passieren. Ja, es konnte passieren. Vielleicht, wenn Amy irgendwann einen Jungen kennenlernte und sich in ihn verliebte. Natürlich gönnte ich Amy das. Mehr als irgendjemandem anders. Sie war ein atemberaubend bezaubernder Mensch und hatte dieses Glück verdient. Vielleicht würde sie mich dann vergessen. Das konnte passieren. "Amy?", flüsterte ich vorsichtig und öffnete die Augen. Ich musste ihr das einfach sagen. Ich wollte nicht, dass sie mich vergessen würde. Es würde mich wahrscheinlich zerstören. Innerlich, sowie äußerlich. Ich brauchte Amy. Ich brauchte sie mehr, als irgendjemand anderen. Mir war nicht klar, warum alle diese Gedanken auf einmal in meinen Kopf gekommen war. Warum mir das auf einmal so klar und so wichtig war. "Bitte versprich mir etwas.", fuhr ich langsam fort. Ich wollte es nicht gleich aussprechen. Irgendetwas hinderte mich daran. Vielleicht, weil ich mich vergewissern wollte, dass sie es mir auch wirklich versprechen würde. Wobei Amy sich wahrscheinlich nicht weigern würde, mir das zu versprechen. Sie war nicht so. Sie war für ihre Freunde und ihre Familie da. Und ich hatte es bis jetzt selten erlebt, dass Amy einmal ein Versprechen brach oder gar widersprach. Seltsamerweise war mir dieses Versprechen ganz besonders wichtig. Denn ich selbst würde Amy niemals vergessen. Nichteinmal, wenn ich wegziehen müsste. Wahrscheinlich würde ich sogar alles menschenmögliche versuchen, um so etwas zu verhindern.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 08 Nov 2014, 20:07

Amy
Wir schwiegen weiterhin, doch es war auch gar nicht nötig, etwas zu sagen. Wir sassen einfach nebeneinander auf dem Sofa und hielten uns in den Armen. Je länger Florian mich festhielt, desto mehr entspannte ich mich. Es war einfach unglaublich beruhigend, seine Arme um mich zu spüren, seinen vertrauten Geruch einzuatmen und die Wärme, die von seinem Körper ausging, in mir aufzunehmen. Mir war gar nicht aufgefallen, dass mir wieder kalt geworden war. Jetzt, im Nachhinein, spielte es keine Rolle mehr. Florian umarmte mich und wärmte mich dadurch gleichzeitig auch. Was für ein schöner, positiver Nebeneffekt. Ich grinste innerlich bei diesem Gedanken. Mit der Zeit wurden meine Gedanken etwas verworrener, meine Glieder wurden schwer und ich entspannte mich immer mehr. Der heutige Tag hatte mich wirklich ausgelaugt, und ich merkte, dass mich die Müdigkeit wieder zu übermannen drohte. Ich war nahe dran, es mir noch etwas bequemer zu machen und dann einfach in Florians Armen einzuschlafen. Das fiel mir wirklich nicht schwer. Ich seufzte geräuschlos und war nahe dran, tatsächlich einzuschlafen, als ich auf einmal spürte, wie Florians Brust vibrierte. Gleichzeitig hörte ich seine Stimme. Er hatte mich mit meinem Namen angesprochen. Sein 'Amy' hatte sehr nach einer Frage geklungen. Das verunsicherte mich etwas. Warum sprach er mich denn an? Dachte er, ich könnte schon eingeschlafen sein? Wollte er wissen, ob ich tatsächlich schon im Land der Träume angelangt oder noch wach war? Oder war es aus irgendeinem anderen Grund? Ich wusste es nicht, ich wusste nur, dass ich irgendeine Antwort geben musste. "Mhm?", brachte ich, ziemlich verschlafen, hervor. Als Florian dann jedoch lange nichts sagte, schlug ich die Augen auf. Es verwirrte mich, dass er noch immer nichts gesagt hatte. So hob ich den Kopf auch langsam von seiner Schulter und lehnte mich in seinen Armen etwas zurück, um ihn ansehen zu können. Ich hatte keine Angst, dass er mich rückwärts fallen lassen würde. Nie und nimmer würde er mich jetzt loslassen, das wusste ich. Ausserdem hielt ich mich selbst ja auch noch an ihm fest - auch wenn nicht mehr so sehr wie noch zu Beginn. Ich war einfach zu müde, um Florian richtig an mich zu drücken. Dafür hatte er sicherlich auch Verständnis. Ich konnte mich nicht daran erinnern, dass er mal kein Verständnis für mich gehabt hatte. Das schätzte ich auch so sehr an Florian. Natürlich begrüsste er nicht alles, was ich machte oder sagte oder entschied. Doch er unterstützte mich in allen Situationen, egal, ob es ihm gefiel oder missfiel. Das kannte ich nur von ihm, von niemand anderem. Ich wurde von meinen Gedanken abgelenkt, als Florian mich bat, ihm bitte etwas zu versprechen. Vor Überraschung wurden meine Augen etwas grösser. Das hatte ich jetzt nicht erwartet. Trotzdem dauerte es nicht lange, bis ich antwortete. "Alles", murmelte ich. "Dir verspreche ich alles." Ich meinte es ernst, auch wenn es irgendwie ein wenig kitschig herüberkam. Doch ich liebte Florian ja nicht - zumindest nicht in dem Sinne. Ich liebte ihn als besten Freund, aber nicht mehr. Die komischen Gedanken, die den ganzen Tag schon durch meinen Kopf schossen, schob ich nach wie vor auf die verschiedenen Situationen heute. Aus irgendeinem Grund klopfte mein Herz schneller. Ich sah Florian weiterhin in die Augen und lief Gefahr, darin zu versinken.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 08 Nov 2014, 20:26

Florian
Amy hatte sich zurückgelehnt und sah mich nun an. Ich hielt meine Arme weiterhin fest um sie. Sie sah ziemlich müde aus. Wahrscheinlich wäre sie gerade fast eingeschlafen. Dieser Gedanke brachte mich zum Grinsen und ich legte den Kopf ein wenig schief. Schließlich murmelte sie, sie würde mir alles versprechen. Mein Grinsen wurde breiter. Das klang wirklich ein wenig kitschig, aber es störte mich nicht. "Bitte versprich mir, dass du mich nie vergisst.", sprach ich mein Anliegen nun aus. Mir war klar, dass es Amy wirklich verwirren könnte. Deshalb beschloss ich, meine Aussage etwas zu verpräzisern. "Ich meine, wenn du mal 'nen Kerl kennen lernst, dich in ihn verliebst und das alles eben. Vergiss mich dann bitte nicht." Ich sah sie ruhig an und musste mich zurückhalten, sie sogar fast flehend anzusehen. Es bedeutete mir so viel, sie bei mir zu haben. "Versteh' mich nicht falsch. Natürlich würde ich dir das gönnen. Dir mehr als jedem anderen. Ich würde mich wirklich für dich freuen, wenn du, sozusagen, die Liebe deines Lebens findest. Aber ich hab' eben auch schon mitbekommen, dass andere dann ganz schnell abgeschoben sein können. Und ich will dich nicht verlieren." Mein Blick wanderte zu Boden. Ich kam mir ein wenig seltsam vor, Amy soetwas zu sagen. So machomäßig es auch klang - und ich war bei Gott kein Macho - wollte ich nicht so schwach vor Amy scheinen. Natürlich bedeutete sie mir unheimlich viel. Nur sagte ich es ihr viel zu selten. Es war viel mehr ein ungeschriebenes 'Gesetz', das so gut wie ein jeder kannte. Zumindest diejenigen, die mich und Amy kannten. Schließlich sah ich wieder auf und direkt in ihre großen, saphirblauen Augen. Wie sehr würde ich diese Augen vermissen. Diese Augen, die mich immerwieder erweichten. Vorallem, wenn Amy ihren Hundeblick aufsetzte. Ich konnte ihr dann nicht mehr widersprechen. Das ging einfach nicht. Und nun fesselten mich ihre blauen Augen auf eine unerklärliche Weise. Ich zwang mich dazu, mich nicht zu sehr von ihnen fesseln zu lassen. Ich war einfach müde, redete ich mir ein. Das war alles. Anders konnte ich mir das nicht erklären. Der Tag war anstrengend gewesen und ich sollte bald nach Hause, um mich richtig auszuschlafen. Außerdem sollte Amy wohl auch besser ins Bett. Das würde uns beiden gut tun.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 08 Nov 2014, 21:14

Amy
Aus irgendeinem Grund versank ich wirklich in Florians Augen - und das, obwohl ich mir solche Mühe gab, damit genau das nicht passierte. Ich konnte es nicht verhindern. Sogar dazu war ich zu müde, redete ich mir ein. Ja. Weiterhin Florian anzusehen war weniger anstrengend, als den Blick abzuwenden. Und vor allem: Warum sollte ich überhaupt wegsehen? Es war ja nicht so, dass ich Florian noch nie angesehen hätte. Vielleicht nicht auf diese Art und Weise... Mein Gott, ich musste wirklich aufhören mit diesem Quatsch! Es wurde immer schlimmer. Deshalb war ich froh, dass Florian zu sprechen begann und mich damit von meinen verworrenen Gedanken ablenkte. Er bat mich, ihm zu versprechen, dass ich ihn nie vergessen würde. Ich runzelte verwirrt die Stirn. Was meinte er denn damit? Wieso dachte er, dass ich ihn je vergessen könnte? Das konnte ich doch nicht. Das war schlicht und einfach nicht möglich. Irritiert, wie ich war, wartete ich natürlich darauf, dass Florian mich darüber aufklärte. Und das tat er auch. Er meine, wenn ich mal einen Kerl kennenlernen würde, mich in ihn verliebte und 'das alles eben'. Dann solle ich ihn nicht vergessen, bat mich Florian erneut. Ich erwiderte seinen Blick, wenn auch nicht so ruhig, wie er mich anschaute. Der Gedanke, mich zu verlieben, versetzte mich in ziemliche Aufregung. Natürlich hatte es schon Schwärmereien in meinem Leben gegeben, aber sie waren eben nur Schwärmereien gewesen, nichts weiter. Das lag wohl hauptsächlich an Florian. Irgendwie war ich froh darüber, aber irgendwie auch nicht. Ich wusste nicht, was ich davon halten sollte. Und was ich davon halten sollte, dass ausgerechnet mein bester Freund nun dieses Thema ansprach, wusste ich erst recht nicht. Nun forderte er mich auf, ihn nicht falsch zu verstehen. Natürlich würde er mir das gönnen, mir mehr als jedem anderen. Er betonte, er würde sich wirklich für mich freuen, wenn ich, sozusagen, die Liebe meines Lebens fände. Aber er habe eben auch schon mitbekommen, dass andere dann ganz schnell abgeschoben sein könnten. Und er wolle mich nicht verlieren, schloss er. Bevor ich auch nur überlegen konnte, was ich - um Himmels Willen! - antworten sollte, senkte Florian den Blick. Aus irgendeinem Grund wollte ich die Hand heben und sie an seine Wange legen, auch wenn ich keine Ahnung hatte, woher dieser Gedanke auf einmal herkam. Weil ich jedoch so müde war, liess ich es bleiben. Und so, wie ich es gedacht hatte, hob Florian seinen Blick nach einer Weile wieder. Unsere Blicke fanden sich, und so wie vorher auch, konnte ich nicht wegsehen. Das alles war fürchterlich verwirrend. Ich musste irgendetwas unternehmen. Darum beschloss ich, Florian endlich zu antworten. "Natürlich werde ich dich nie vergessen. Das könnte ich gar nicht. Und im Moment brauchst du gar nichts zu befürchten, was den Kerl angeht. In dieser Hinsicht gibt's nämlich keine Aussichten bei mir", erklärte ich meinem besten Freund. Der erste Teil war sehr ernst gemeint, den zweiten hatte ich mit einem Lächeln geäussert. "Und selbst wenn: Ich würde dich nie und nimmer abschieben. Nie. Und wenn ich es doch tun würde, dann musst du es mir sagen", meinte ich zu Florian, nun wieder etwas ernster. Schliesslich schluckte ich kurz, weil die ganze Situation irgendwie so komisch war. Noch nie hatte ich mit meinem besten Freund so ein Gespräch geführt. Dann richtete ich meinen Blick wieder auf seine Augen - und versank erneut darin. Es war wie verhext. "Ich verspriche dir, Flo, dass ich dich niemals vergessen werde. Niemals."
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 09 Nov 2014, 11:57

Florian
Diese großen, saphirblauen Augen fesselten mich. Ich konnte mich erst von ihnen losreißen, als Amy mir antwortete. Dabei war mir nicht aufgefallen, wie lang sie dazu gebraucht hatte. Ich war zu sehr auf ihre Augen konzentriert gewesen. Sie sagte zu mir, sie würde mich natürlich nie vergessen. Das könne sie gar nicht. Ich sah ihr an, wie ernst sie es meinte. Ebenso ernst, wie ich sie darum gebeten hatte. Anschließend zauberte sich ein Lächeln auf ihr Gesicht, als sie zu mir sagte, ich brauche im Moment gar nichts befürchten, was den Kerl anginge. In dieser Hinsicht gäbe es nämlich keine Aussichten bei ihr. Dieser Satz brachte auch mich zum Lächeln. Es machte mich irgendwie froh, dass sich bei Amy da nichts anbahnte. Als ihr bester Freund sollte ich mich eher freuen, wenn sie Aussichten auf einen festen Freund hätte, aber - um ehrlich zu sein - hatte ich einfach ein wenig Angst davor. Ich lächelte sie noch immer an, als ihr Gesichtsausdruck schon wieder ernster wurde. Sie meinte, selbst wenn sie einen Kerl finden würde, würde sie mich nie und nimmer abschieben. Dabei wiederholte sie das Wort 'Nie' noch einmal. Sie meinte, wenn sie es doch tun würde, solle ich es ihr sagen. Ich nickte. Mehr brachte ich nicht heraus. Und mehr war auch nicht zu sagen. Ich würde ihr Bescheid geben. Da konnte sie sich sicher sein. So leicht würde Amy mich nicht los werden. Ich sah, wie sie schluckte. Ich sah ihr auch an, dass ihr die ganze Situation komisch vorkam. Das warf ich ihr nicht vor. Je länger ich sie ansah, desto stärker stellte ich fest, dass die Situation wirklich seltsam war. Ich hatte Amy noch nie darauf angesprochen. Das war ein Thema, auf das wir nie zu sprechen kamen. Vielleicht, weil es ein Thema war, über das Mädchen lieber mit Freundinnen sprachen. Und beim anderen Geschlecht, war es ein pures Männergespräch. Wenn man überhaupt darüber sprach. Amy versprach mir, dabei nannte sie mich bei meinem Spitznamen, dass sie mich niemals vergessen würde. Wieder wiederholte sie 'Niemals.' Sie war dabei so ernst, dass es irgendwie nicht passte, dass mein Lächeln breiter wurde. Ich zog sie fest an mich. "Danke.", murmelte ich. Mehr war nicht zu sagen. Und viel mehr fiel mir auch nicht ein, was ich hätte sagen können. Ich war Amy einfach nur dankbar, dass sie mir das versprochen hatte. Und in diesem Moment wusste ich noch nicht, dass ich sie wirklich mal darauf hinweisen müsste...
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 09 Nov 2014, 12:33

Amy
Ich beobachtete Florians Reaktion auf meine Worte ganz genau. Anfangs war er eher ernst, doch als ich verkündete, dass es bei mir im Moment keine Aussichten auf einen Kerl gebe, erschien ein Lächeln auf seinem Gesicht. Selbst als ich wieder ernster wurde, lächelte er noch immer. Er nickte, nachdem ich ihn darum gebeten hatte, mich darauf aufmerksam zu machen, falls ich ihn - trotz allem - abschieben sollte. In diesem Moment wusste ich auch mit ziemlicher Sicherheit, dass Florian es mir tatsächlich mitteilen würde, falls wir je in diese Situation kommen sollten. Zu dieser Zeit glaubte ich noch, dass diese Situation gar nie eintreffen würde. Und eben, wenn doch, dann würde sich Florian nicht so leicht abschieben lassen. Andere würden sich zurückziehen und keinen Ton von sich geben, doch ich wusste, dass das bei meinem besten Freund gewiss nicht so sein würde. Ich konnte mir gut vorstellen, dass er dann mit einem eindringlichen Ausdruck in den Augen auf mich einreden würde. Vielleicht würde er dabei auch etwas lauter werden, doch das konnte ich mir bei ihm schlecht vorstellen. Eher würde er mich schütteln, um mich endlich auf sich aufmerksam zu machen. Innerlich grinste ich bei diesem Gedanken. Es war absurd zu denken, dass ich Florian je so vergessen könnte. Dabei konnte ich mir ein Leben ohne ihn doch gar nicht vorstellen. Er war schon immer an meiner Seite gewesen, und er würde es hoffentlich auch immer bleiben. Nach meinem Versprechen schliesslich - das ich wiederum sehr ernst herübergebracht hatte - wurde Florians Lächeln seltsamerweise noch breiter. Ich glaubte, er war einfach erleichtert darüber, dass ich ihm dieses Versprechen gegeben hatte. Und er wusste, dass ich ein Versprechen, das ich gegeben hatte, nicht brach. In dieser Hinsicht konnte man sich absolut auf mich verlassen. Deshalb versprach ich auch nicht einfach etwas, das ich gar nicht so meinte. Nein, ich musste wirklich überzeugt davon sein. Und in diesem Fall war es auch so. Nie - nie würde ich Florian vergessen. Und er mich hoffentlich auch nicht. Ich war noch immer von meinen Gedanken abgelenkt, als ich spürte, dass Florians Arme sich wieder fester um mich schlangen. Er drückte mich an sich, und ich liess es geschehen. Dabei musste ich wieder lächeln. Ich hörte, wie er sich bedankte. "Gern geschehen", erwiderte ich, ebenso leise wie er. Ein paar Sekunden lang liess ich mich einfach von ihm festhalten, während ich spürte, dass ich wieder müder wurde. Aber etwas musste ich unbedingt noch loswerden. So lehnte ich mich wieder etwas in Florians Armen zurück, um ihn ansehen zu können. Das Lächeln war noch immer auf meinem Gesicht. "Und du? Versprichst du mir auch, dass du mich niemals vergessen wirst?", fragte ich ihn, wieder etwas ernster, doch dabei lächelte ich noch immer. Es könnte ja sein, dass Florian auch bald ein Mädchen kennenlernte - und mich dann abschieben würde. Obwohl, das glaubte ich nicht. Nein, bei Florian konnte ich es mir nicht vorstellen. Trotzdem wollte ich davon überzeugt werden, dass er mich tatsächlich nicht vergessen würde. Er bedeutete mir so unglaublich viel, dass ich so einen Fall nicht verkraften könnte.

// Sorry, dass ich nur so kurz schreiben konnte. Muss jetzt auch schon wieder gehen (Fussballmatch anschauen ;D), aber ich komme spätestens heute Abend wieder on (; bis dann (:


Zuletzt von Admin am Mi 12 Nov 2014, 21:04 bearbeitet; insgesamt 1-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 09 Nov 2014, 15:09

Florian
Nachdem ich mich bei Amy bedankt hatte, erwiederte sie mir ein 'Gern geschehen'. Mein Lächeln wurde breiter, falls das überhaupt möglich war. Nach ein paar Sekunden lehnte sich Amy erneut zurück. Sie sah mich an und ich erwiederte ihren Blick. Schon wieder diese großen, saphirblauen Augen! Wieso nur, fielen sie mir heute andauernd auf? Wieso hatte ich heute, solche Schwierigkeiten, mich darauf zu konzentrieren, was meine beste Freundin sagte, wenn ich in ihre Augen sah? Ich konnte es mir nicht erklären und schob es erneut auf die Müdigkeit und den anstrengenden Tag. Sie lächelte mich an, während sie mich fragte, ob ich ihr auch versprechen würde, dass ich sie niemals vergessen würde. Ihre Stimme klang dabei wieder ernster, jedoch verlor sie nicht das Lächeln aus ihrem Gesicht. Ich lachte leise auf. "Ich verspreche es dir nicht nur, ich schwöre es dir. Auf alles, was mir heilig ist.", versicherte ich ihr und grinste sie an. Dabei klang meine Stimme jedoch fest. So, dass man ihr vertrauen konnte. "Außerdem", begann ich "ist die Wahrscheinlichkeit, dass ich eine feste Freundin haben sollte, relativ gering. Du weißt, was ich von Frauen oder 'weiblichen Wesen' - abgesehen von dir und Feli - halte." Ich wusste, dass Amy das verstand. Sie wusste genau, dass die einzigen weiblichen 'Wesen' in meinem Leben sie und meine Katze waren. Und ich wusste auch, dass Amy mich dabei verstand. Sie kannte mich schon seit Jahren. Sie wusste, warum das so war. Sie hatte damals alles mitbekommen. Und ich war ihr auch heute noch unendlich dankbar, dass sie damals für mich da war. Ich hätte sie niemals abgeschoben. Ich hätte nicht gewusst, wie ich das alles hätte überstehen sollen. Amy war mein Halt gewesen, deshalb war sie mir so unendlich wichtig. Viel zu wichtig, um sie jemals zu verlieren. Ich würde sie darauf aufmerksam machen, sollte es jemals so weit kommen, dass sie mich vergessen würde. Da war ich mir sicher. Und ich wusste, dass sie sich dabei auch sicher war. Sie kannte mich immerhin schon lange genug, um mich einschätzen zu können. Noch immer sah ich ihr in ihre großen Augen. Ich sollte wirklich gleich nach Hause und mich in mein Bett legen. Der Tag war zu anstrengend gewesen. Mir war jedoch klar, dass ich noch eine Weile hier sitzen würde. Zumindest so lange, bis Luke und Amy's Vater im Wohnzimmer sein würden.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 09 Nov 2014, 17:43

Amy
Florians erste Reaktion auf meine Frage war ein leises Lachen. Wenn ich nicht so müde gewesen wäre, hätte ich glatt mitlachen können. Nicht nur sein Lächeln und sein Grinsen waren ansteckend - auch sein Lachen. Es hatte schon Tage gegeben, an denen wir praktisch die ganze Zeit gelacht hatten und uns einfach nicht davon hatten erholen können. Manchmal passierte das in der Öffentlichkeit, und da kam es schon mal vor, dass die Leute uns schräg anschauten. Aber wenn ich mit Florian zusammen war, war mir alles andere egal. Dann war es mir egal, was andere Leute von uns dachten. Als sein Lachen langsam verebbt war, meinte Florian, er verspreche es mir nicht nur, er schwöre es mir. Auf alles, was ihm heilig sei. Mein Lächeln wurde leicht schief, während mein Herz gleichzeitig schneller klopfte. Letzteres konnte ich mir wieder nicht erklären, aber wie alles zuvor schob ich es auf den anstrengenden Tag heute. Ich gehörte wirklich ins Bett - möglichst schnell. Gleichzeitig wollte ich irgendwie nicht, dass Florian schon ging. Aber ich hatte auch Verständnis dafür, wenn er gehen wollte. Für ihn war es heute schliesslich auch nicht einfach gewesen, und wir beide hatten den Schlaf bitter nötig. Während seines Versprechens hatte er mich angegrinst, doch ich wusste trotzdem, dass ich ihm vertrauen konnte. Auch Florian war nicht jemand, der einfach so ein Versprechen gab - und es dann brach. Nein, in dieser Hinsicht waren wir uns ziemlich ähnlich. Als er wieder zu sprechen begann, hing ich förmlich an seinen Lippen - keine Ahnung, wieso, aber es war so. Ausserdem, fügte er hinzu, sei die Wahrscheinlichkeit, dass er eine feste Freundin haben sollte, relativ gering. Ich wisse, was er von Frauen oder 'weiblichen Wesen' - abgesehen von mir und Feli - halte. Ich nickte langsam. Natürlich wusste ich das. Ich war vor ein paar Jahren quasi hautnah dabei gewesen, als Florians Mutter einfach abgehauen war. Und nicht nur das - sie hatte seine Schwester mitgenommen. Seitdem lebten sein Vater und er alleine, abgesehen von den beiden Katzen. Und ich wusste ja nicht nur, was passiert war, sondern auch, wie Florian darauf reagiert hatte. Damals war es mir ganz schön schwergefallen, ihn abzulenken und wieder aufzuheitern. Ich hatte mich dafür gehasst, dass ich ihn nicht hatte aufmuntern können. Aber immerhin hatte ich für ihn da sein können. So wie er zwei Jahre zuvor für mich da gewesen war. Ich schluckte kurz, als ich daran dachte, verbannte diese Gedanken aber bald aus meinem Kopf. Stattdessen lächelte ich Florian an. "Danke", antwortete ich mit demselben Wort wie er vorher. Dann liess ich mich wieder in seine Arme sinken. Meinen Kopf bettete ich wieder auf seine Schulter, und es vergingen nur etwa zwei Sekunden, bis ich die Augen schloss. Ich seufzte leise und atmete dabei Florians vertrauten Geruch tief ein. Mit jedem Atemzug entspannte ich mich mehr, während ich mich einfach nur von Florian festhalten liess. Es tat mir so gut. Ich wusste nicht, wie lange wir so da sassen. Ich wusste nur, dass mich die Müdigkeit immer mehr und mehr übermannte. Und ehe ich mich versah, war ich - einfach so, musste man sagen - eingeschlafen.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 09 Nov 2014, 18:57

Florian
Amy hatte mir aufmerksam zugehört. Warum gerade so aufmerksam, wusste ich nicht. Vielleicht wirkte es auch nur so, weil wir beide wirklich müde waren. Nachdem ich geendet hatte, war sie noch ein paar Sekunden still gewesen, ehe sie mich angelächelt hatte und sich ebenfalls bei mir bedankt hatte. Ich lächelte, als sie sich wieder in meine Arme sinken lies. Ich spürte, wie sie ihren Kopf auf meine Schulter legte. "Gerne.", flüsterte auch ich. Ohne dabei zu bemerken, dass Amy inzwischen schon eingeschlafen war. Auch ich hatte damit zu kämpfen, nicht einzuschlafen. Ich vernahm, wie jemand die Treppen herunter kam. Müde sah ich zum Flur. In diesem Moment kam Luke ins Wohnzimmer. Er blieb stehen, als er mich und Amy sah. Ich bemerkte, wie er breit zu grinsen begann. "Da ist wohl jemand eingeschlafen.", stellte er fest und deutete zu Amy. Dabei kam er auf uns zu. Ich versuchte mich so zu drehen, dass ich Amy's Gesicht sehen konnte, ohne sie dabei aufzuwecken. Schließlich gab ich erfolglos auf. "Wir sollten sie ins Bett bringen.", meinte ich leise. Luke nickte. Aber anstatt mir irgendwie zu helfen, lies er sich auf einen Sessel sinken. "Du bist eine große Hilfe.", stellte ich fest und grinste ihn an. "Klar.", entgegnete Luke lässig. Ich schüttelte den Kopf. Schließlich stand er auf und kam zu dem Sofa, auf dem ich mit Amy saß. Für Leute, die uns nicht gut kannten, musste das wirklich aussehen, als wären wir beide ein Paar. Doch Luke wusste, dass es nichts besonderes war. Ich und Amy unternahmen oft etwas bis spät in die Nacht und dann kam es öfter mal vor, dass Amy bei mir - oder, wie in diesem Falle - auf mir, einschlief. "Du musst ja schließlich auch mal nach Hause und ins Bett.", stellte Luke fest und hob seine kleine Schwester vorsichtig hoch. Ich nickte müde. "Da hast du recht.", stimmte ich ihm zu und stand auf. Ich wusste, dass Amy's Zimmer im nächsten Stock lag. Und sicher war die Türe zu ihrem Zimmer geschlossen. Wenn Luke Amy auf den Armen hatte, konnte er die Türe schlecht oder zumindest nur umständlich öffnen. Deshalb ging ich vor ihm die Treppen hoch und öffnete Amy's Zimmertüre. Luke hatte sich bei mir bedankt und seine kleine Schwester auf ihr Bett gelegt. Er zog Amy's Schuhe aus und versuchte dabei, sie nicht aufzuwecken. Schließlich deckte er sie zu und wir beide verließen das Zimmer wieder. Ich ging ins Wohnzimmer, um meinen Pullover anzuziehen. "Du bist dir sicher, dass du noch fahren möchtest? Nicht, dass du einen Unfall wegen Sekundenschlaf baust?", fragte Luke. Man könnte meinen, er klang besorgt. Doch das war vielleicht etwas übertrieben. Er wollte nur nicht, dass etwas passierte. An seiner Stelle würde ich mich auch vergewissern. "Klar. Ist ja nicht weit.", antwortete ich ihm, nachdem ich meinen Kapuzenpullover über den Kopf gezogen hatte. Ich ging zur Haustüre und öffnete diese. "Oder soll ich dich anrufen, wenn ich zu Hause bin, Papa?", fragte ich ironisch und grinste Luke schief an. Dieser lachte und boxte mir gegen den Arm. "Nein mein Sohn. Ich vertraue dir.", entgegnete er lachend. "Also dann, man sieht sich." verabschiedete er sich. Ich hob die Hand und ging zu meinem Wagen. Da es draußen inzwischen noch kälter geworden war, beeilte ich mich, um in meinen Audi zu kommen. Schnell legte ich den Gurt an, startete den Motor und fuhr los.
Nur wenige Minuten später, war ich schon zu Hause angekommen. Ich hatte den Wagen in der Garage geparkt und zog nun im Hausflur meine Schuhe aus. Ich sah mich um. Aus dem Wohnzimmer kam Licht und ich nahm leise Stimmen war. Ich stellte fest, dass der Fernseher lief. Als ich kurz ins Wohnzimmer sah, stellte ich fest, dass mein Vater auf dem Sessel eingeschlafen war. Ich grinste und ging leise die Treppen hoch. Im Bad putzte ich mir schnell meine Zähne, ging zurück in mein Zimmer und zog mich aus. Anschließend legte ich mich in mein Bett. Der Tag war wirklich anstrengend gewesen. Aus diesem Grund übermannte mich der Schlaf schon in wenigen Sekunden.
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