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 PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah

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BeitragThema: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Mo 06 Okt 2014, 23:09

Der Ordner für unser PRS Very Happy *__*

Erst einmal unsere Story:

Amy und Florian sind die besten Freunde, schon seit dem Kindergarten. Sie machen fast alles zusammen, kennen einander so gut wie niemand sonst und verstehen sich auch ohne Worte. Bis Amy auf einmal den charmanten und unverschämt gut aussehenden Ty kennengelernt - und sich in ihn verliebt. Florian ist für Amy auf einmal abgeschrieben, und während er sich bemüht, seine beste Freundin nicht an irgendeinen dahergelaufenen Typen zu verlieren, hat sie nur noch Augen für Ty. Wird ihre Freundschaft daran zerbrechen?

Okay, ich hab' einfach mal eine Steckbriefvorlage rausgesucht und sie leicht angepasst (;

Charakter

Name:
Spitzname:
Alter:
Geburtstag:
Haare:
Augen:
Grösse:
Statur:

Stärken:
Schwächen:

Familie:
Freunde:
Hobbys:

Charakter:

Besonderes:

Bild:

***

Pferd
Name:
Spitzname:
Alter:
Rasse:
Geschlecht:
Aussehen:

Disziplin:
Stärken:
Schwächen:
Charakter:
Besonderes:

Bild:

***

Den Stecki des Pferdes können wir ja relativ kurz halten, dafür den unseres Charakters ein wenig detaillierter gestalten Wink

Sooo let's gooo ;D


Zuletzt von Admin am Di 07 Okt 2014, 20:20 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Di 07 Okt 2014, 18:32

Amy Fleming

Name: Amanda Liliane Fleming
Spitzname: Amy
Alter: 17 Jahre
Geburtstag: 22. Juni
Haar: kastanienbraun, lang, leicht gelockt
Augen: saphirblau, gross
Grösse: sehr klein - 1.55m
Statur: schlank, aber nicht dünn; zierlich

Stärken:
+ Amy ist eine sehr gute Zuhörerin. Wann immer es möglich ist, versucht sie, anderen Menschen zu helfen und für sie da zu sein.
+ Sie versucht, immerzu das Positive in ihren Mitmenschen oder Tieren zu sehen und lässt sich nicht gross von Äusserlichkeiten beeinflussen.
+ Amy ist sehr musikalisch und spielt Klavier, seit sie ein kleines Mädchen ist. Oft singt sie dazu. Sie hat ein Gespür dafür, wie Musik klingen sollte.
Schwächen:
- Obwohl sie so oft für andere da ist, möchte Amy ihre Mitmenschen nicht mit ihren Sorgen belästigen und frisst sie lieber in sich hinein.
- Wegen ihrer Unvoreingenommenheit ist sie etwas naiv und darum auch schon öfters ausgenutzt worden.
- Amy kann überhaupt kein Blut sehen, ob es echtes oder Filmblut ist. Wenn sie Blut sieht - und es kann auch nur ein Tropfen sein -, wird ihr schlecht, und es kommt auch oft vor, dass sie dann einfach ohnmächtig wird.

Familie: Ihre Mutter starb bei einem Autounfall, als Amy sieben war. Noch heute hat Amy diesen Verlust nicht ganz überwunden. Doch für ihren Vater und ihren zwei Jahre älteren Bruder Luke möchte sie stark sein. Zu dieser kleinen Familie gehört auch Cookie, ein Australian Shepherd.
Freunde: Ihr mit Abstand bester Freund - schon seit dem Kindergarten - ist Florian. Mit ihm unternimmt sie fast jeden Tag etwas. Ansonsten hat Amy noch ein paar wenige, aber dafür gute Freunde.
Hobbys: reiten, Klavier spielen, lesen, singen, sich mit Freunden treffen, fotografieren

Charakter: freundlich, offen, hilfsbereit, humorvoll, kann auch über sich selbst lachen, ehrlich, treu, romantisch veranlagt, charmant, selbstlos, optimistisch, unvoreingenommen, geduldig, zärtlich, leidenschaftlich, musikalisch; etwas naiv, leicht zu beeinflussen, furchtbar ungeschickt

Besonderes: Sie hat ein kleines, halbmondförmiges Muttermal an der linken Schläfe. Amy liebt Schokolade über alles, sie kann nicht ohne leben. Aber noch weniger könnte sie ohne ihre Familie, Cookie, Teddy und Florian leben, denn das sind "ihre Liebsten", wie sie sie zu nennen pflegt. In der Schule gibt es immer mal wieder Getuschel, dass Florian und sie bald ein Paar werden könnten. Amy sieht in ihm aber nichts weiter als ihren besten Freund - noch.

Bild:


***

Teddy

Name: Golden Horizon's Teddybear
Spitzname: Teddy
Alter: 8 Jahre
Rasse: Australian Stockhorse
Geschlecht: Hengst
Aussehen: braun gescheckt

Disziplin: Western (Reining und Barrel Race)
Stärken: schnell, wendig, intelligent, geduldig, ruhig, lernt schnell
Schwächen: verfressen
Charakter: ruhig und ausgeglichen, kann aber auch mutig sein, wenn es darauf ankommt
Besonderes: frisst am liebsten Bananen - und würde (fast) alles dafür tun

Bild:
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Di 07 Okt 2014, 21:14

Florian Pirchl

Name: Florian Pirchl
Spitzname: Flo
Alter: 19
Geburtstag: 17. Februar
Haare: dunkelbraun, kurz-mittellang, meist zerzaust/zerwuschelt
Augen: braungrün
Grösse: 1,80
Statur: groß, kräftig - aber nicht breit oder dick

Stärken:
+ Florian ist ziemlich fürsorglich. Er versucht sofort, den Menschen, die ihm wichtig sind, zu helfen oder sie aufzumuntern, sollte es ihnen schlecht gehen.
+ Er kocht sehr gerne und ist dementsprechend auch wirklich gut darin. Dabei scheut er es nicht, auch mal etwas zu experimentieren.
+ Florian behält in kritischen Situationen oft einen kühlen Kopf. Viele Probleme oder Dinge kann man nicht in Hektik und Stress lösen. Diese Ruhe versucht er dann auch oft auf andere Menschen zu übertragen.
Schwächen:
- (hier kommt die Macke, ich denke, hier passt sie rein) Frauen. Er hat keine Angst vor ihnen, oder ist zu schüchtern um mit ihnen zu reden. Keineswegs. Er hat nur einen großen Hass in sich auf die weiblichen Geschöpfe geschaffen. Die einzigen weiblichen Wesen, die er noch akzeptiert und für die er sein Leben riskieren würde, sind Amy und seine Katze.
- Florian ist eher ein kritischer Mensch. Neuen Bekanntschaften vertraut er sich nicht sofort komplett an, sondern bleibt vorerst auf Distanz, bis er jemanden richtig kennengelernt hat.
- Er ist ein richtiger Morgenmuffel. Bevor er nicht seinen Kaffee hat, sollte man ihm lieber aus dem Weg gehen. Er kann dann ziemlich rauh werden.

Familie: Florians Familie besteht aus ihm und seinem Vater. Seine Mutter hatte die beiden vor 5 Jahren für einen anderen Mann verlassen und Florians kleine Schwester Milena mitgenommen. Seine Mutter hatte sich damals nicht dafür interessiert, wie es ihm dabei ging. In seinen Augen, hat sie ihn und seinen Vater verraten. Seit diesem Tag hat er einen Hass auf Frauen, denn auch seine Mutter wollte danach nie etwas von ihm hören, hat sich nicht entschuldigt oder etwas dergleichen.
Außerdem zählen noch Maine Coon Kater Moe und Kätzin Feli zu seiner kleinen Familie.
Freunde: Florians beste Freundin ist Amy - schon seit er denken kann, auch wenn sie 2 Jahre jünger ist, als er selbst. Außerdem zählen noch Amy's Bruder Luke und ein paar wenige andere dazu, mit denen er gelegentlich etwas unternimmt.
Hobbys: Kochen, Sport (mindestens 1x pro Woche, abgesehen vom reiten), an irgendwelchen motorbetriebenen Fahrmöglichkeiten rumbasteln und Filme sehen

Charakter: humorvoll, ehrlich, treu, ruhig, nett, ehrgeizig - wenn er etwas macht, dann möchte er das auch durchziehen und nicht mittendrin aufhören, kritisch, anfangs eher verschlossen, realistisch, fürsorglich, ihm ist es meistens egal, was außenstehende von ihm denken

Besonderes: Florian kann eigentlich jeden zum Lachen bringen. Auch wenn er dabei gerne mal Aktionen startet, die andere für 'kindisch' oder 'peinlich' halten. Er hält nichts von den Gerüchten über die Beziehung zwischen ihm und Amy, wenn er merkt, dass es ihr allmählich auf die Nerven geht, kann er auch mal ein 'Machtwort' sagen und vorerst für Ruhe sorgen.

Auto: schwarzer Audi A3
Vater: Jakob "Jockl" Pirchl, Elektroinstallateur, dunkelroter VW Golf III

Bild:

Quelle: http://www.frisurenkatalog.eu/frisurenkatalog.php?showimage=2853&category=41&s=6
***

Doc Holliday

Name: Doc Holliday
Spitzname: Doc
Alter: 9 Jahre
Rasse: Tennessee Walking Horse
Geschlecht: Wallach
Aussehen: braun, weißes Abzeichen auf der Stirn

Disziplin: Freizeit, Western
Stärken: schnell, trittsicher, intelligent
Schwächen: Dickkopf
Charakter: ruhig, treu, frech, manchmal etwas faul
Besonderes: Knabbert gerne mal in Taschen rum

Bild:

Quelle: http://boblangrish.com/galleriesimage.php?id=6560


Ich besitze keinerlei Rechte an den Bildern und gebe sie auch nicht als meine eigene aus.
(naja...bisschen copyright-schutz oder so beachten^^)


Zuletzt von Soulweeper am Fr 19 Dez 2014, 18:51 bearbeitet; insgesamt 2-mal bearbeitet
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Mi 08 Okt 2014, 20:56

Amy
Wie ich Schokolade liebte! Ich brach mir ein Stück ab, steckte es in den Mund und liess es auf meiner Zunge zergehen. Mhmmm... Göttlich! Ich befand mich gerade auf dem Weg zu Florians und meinem Treffpunkt, einer Birke, die etwa gleich weit von seinem wie von meinem Zuhause entfernt war. Dort trafen wir uns immer, wenn wir irgendwo anders hingingen als zu ihm oder zu mir nach Hause. Meistens wussten wir dann noch nicht so recht, wohin es eigentlich gehen sollte - und so war es auch heute. Aber ich war überzeugt, uns würde schon etwas einfallen. Gut gelaunt brach ich noch ein Stück Schokolade von der Tafel ab, die ich beim Hinausgehen noch schnell eingesteckt hatte. Nach dem Mittagessen hatte es für eine Nachspeise nicht mehr gereicht. Für einen solchen Fall hüteten wir bei uns im Haus immer ein paar Tafeln Schokolade. Doch vermutlich war ich diejenige, die sich dort am meisten bediente. Ich grinste bei diesem Gedanken. Ich brach mir ein drittes Stück ab, bevor ich die Tafel in meiner Umhängetasche verstaute und meinen Blick dann nach vorne richtete. Ich konnte die Birke schon sehen - aber Florian noch nicht. Hoffentlich würde er bald kommen, denn ich fror schon jetzt, obwohl ich mich noch immer bewegte. In den letzten Tagen waren die Temperaturen rapide zurückgegangen, so dass es teilweise schon Glatteis auf den Strassen gab, und es würde wohl nicht mehr lange dauern, bis der erste Schnee käme. Bis dahin musste ich unbedingt meine Winterklamotten aus dem Schrank herauskramen, sonst würde ich früher oder später erfrieren. Ich ass auch noch das dritte Stück Schokolade, langsam und genüsslich, ehe ich die Birke erreichte. Von meinem besten Freund war weit und breit nichts zu sehen. Ich trat an die etwa einen Meter hohe Mauer heran, die hinter der Birke durchlief, und stemmte mich hoch. Ich sass gerne dort, wenn ich auf Florian warten musste. Es gab mir das Gefühl, alles viel besser im Blick zu haben - obwohl ich dadurch nicht wirklich grösser wurde. Ein Lächeln huschte mir bei diesem Gedanken übers Gesicht. Nein, gross war ich noch nie gewesen. Aber mittlerweile hatte ich es akzeptiert und mochte es sogar, zu bestimmten Personen hochsehen zu müssen. Dazu zählte auch Florian. Wo steckte er bloss?
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Mi 08 Okt 2014, 21:20

(Hui...ist ungewohnt in der Ich-Form zu schreiben, aber okay ;D)

Florian
"Mist." fluchte ich, als ich aufwachte und mein Blick die Uhr auf meinem Nachttisch streifte. Es war Samstag und ich hatte gestern Abend noch viel zu spät beschlossen, einen DVD-Marathon zu starten. Ich wollte mich doch schon vor fünf Minuten mit Amy an der Birke treffen! Glücklicherweise hatte ich heute morgen, bevor ich mich schlafen gelegt hatte, noch geduscht. Ich sprang aus meinem Bett, erreichte mit wenigen Schritten die Türe und stürmte ins Badezimmer. Den Spiegel ignorierte ich gekonnt. Stattdessen widmete ich mich meiner Zahnbürste. Ich tat einen Klecks Zahnpasta darauf und steckte sie mir in den Mund. Noch während ich putzte, eilte ich zurück in mein Zimmer, riss die Türe meines Kleiderschrankes auf und zog ein paar Klammotten heraus. In windeseile hatte ich mir frische Unterwäsche, eine hellblaue Jeans und ein einfaches graues T-Shirt angezogen. Währenddessen war ich wieder im Bad angekommen und hatte mir den Mund ausgespült.
Mein Vater musste sicherlich denken, die Treppe würde bald zusammenkrachen, so schnell sprang ich sie herunter. Ich hielt mich am Geländerpfosten (gibt's das? Mir fiel kein anderes wort dafür ein), während ich scharf nach links abbog um in unsere Küche zu gelangen. Wie erwartet saß mein Vater noch dort, die Gabel noch im Mund, und starrte mich mit großen Augen an. "Guten Morgen mein Sohn. Auch mal wach?", fragte er mich und ich wusste, er hatte ein Grinsen im Gesicht. "Mhm." gab ich zurück, während ich auf der Suche nach einem Brötchen war. Gerade als ich mich umdrehte, um meinen Vater zu fragen, ob überhaupt noch eines übrig war, streckte er mir ein Roggenbrötchen entgegen. "Danke. Keine Zeit. Treff' mich mit Amy." Ich nahm das Brötchen entgegen und ging wieder mit großen Schritten aus der Küche. Im Flur schlüpfte ich in meine ausgetretenen schwarzen Chucks und hörte noch das Lachen meines Vaters. Doch ich ignorierte es, nahm mir meinen Schlüssel von der Kommode, fischte noch nach einem weinroten Kapuzenpullover und verließ das Haus. Meine Hand wanderte zu meiner rechten Hosentasche, während ich mir umständlich den Pullover überzog - keine leichte Aufgabe, mit Brötchen im Mund und Schlüssel in der anderen Hand. Mein Handy hatte ich eingeschoben. "Jetzt aber schnell." murmelte ich erneut zu mir selbst. Aus diesem Grund beschloss ich, querfeldein zur Birke zu gehen. Ich biss von meinem Brötchen ab, während ich schon fast rannte. Hoffentlich wartete Amy nicht zu lange! Ich wollte nicht, dass sie so lange fror, schließlich war heute nicht der wärmste Tag.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Mi 08 Okt 2014, 21:40

Amy
Je länger ich dort auf dem Mäuerchen sass und wartete, desto mehr fragte ich mich, was mit Florian los war. Er war doch sonst nicht so unpünktlich. Und unzuverlässig schon gar nicht - eher das genaue Gegenteil. Trotzdem verstrichen die Minuten. Zwei Minuten, dann drei, dann vier... Nach fünf Minuten nahm ich mein Handy hervor und suchte die SMS heraus, die ich Florian gestern Abend noch geschrieben hatte. Darin stand, dass wir uns um dreizehn Uhr bei der Birke treffen wollten. Ich kontrollierte die Uhrzeit nochmals. Mittlerweile war es 13:08 Uhr. Zu spät zu kommen sah Florian ganz und gar nicht ähnlich. Wenn jemand von uns beiden zu spät kam, dann war es eher ich. Und zwar immer dann, wenn ich wieder einmal einen "Ungeschicktheitsanfall" hatte, so wie ich es zu nennen pflegte. Was mir da alles schon passiert war, bevor ich mich mit Florian hatte treffen wollen... Ich überlegte. Es war schon mehrmals vorgekommen, dass ich noch schnell etwas hatte trinken wollen - und dann die ganze Flüssigkeit über meine Klamotten geschüttet hatte, so dass ich mich nochmals umziehen musste. Oder wie oft ich schon gestolpert und hingefallen war - und deswegen auch zu spät gekommen war. Oder dass ich, als ich einmal mit dem Fahrrad kommen wollte, einen Moment unachtsam und dann voller Wucht in einen Laternenpfosten geknallt war. Im Krankenhaus war eine Gehirnerschütterung diagnostiziert worden - nicht meine erste, bei weitem nicht, und auch nicht meine letzte. Aber so etwas Dummes konnte auch nur mir passieren. Ich seufzte leise und hoffte, dass Florian bald kommen würde. Ich zitterte mittlerweile schon etwas. Ich hätte mir etwas Wärmeres anziehen sollen. Wenn ich gewusst hätte, dass Florian sich verspäten würde, hätte ich noch eine warme Jacke aus meinem Schrank hervorkramen können. Aber ich hatte ja nicht damit gerechnet, dass Florian zu spät käme - weil das eigentlich nie passierte. Wann käme er denn endlich? Ich liess meinen Blick über die Umgebung schweifen, bis ich auf einmal eine vertraute Gestalt erkennen konnte. Ich musste lächeln, als ich sah, dass Florian - querfeldein - auf mich zu gerannt kam. Das sah ihm wiederum ähnlich. Immer noch mit einem breiten Lächeln auf meinen Lippen sah ich ihm entgegen. Als er in Hörweite war, rief ich: "Hey, Flo! So spät dran?" Ich grinste, um ihm begreiflich zu machen, dass ich es ihm nicht übel nahm. Wie lange hatte er schon auf mich warten müssen, weil ich zu spät gekommen war? Eben. Ich wusste allerdings auch, dass er vermutlich verstehen würde, wie ich es wirklich meinte.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Do 09 Okt 2014, 20:21

Florian
Schon von weitem hatte ich eine Gestalt auf der kleinen Mauer hinter der Birke wahrgenommen. Dass es Amy war, war mir natürlich sofort klar. Wer sollte auch sonst dort auf mich warten? Je näher ich kam, desto deutlicher erkannte ich Amy's Gestalt. Ich hörte, wie sie mir zurief, dass ich spät dran sei. Ich grinste, natürlich wusste ich, dass sie es scherzhaft meinte. Noch drei große Sprünge und ich stand vor ihr. "Guten Morgen Kleine. Ja, guten Morgen. Ich habe verschlafen und, wie du vielleicht vermuten wirst, hatte ich noch keine Zeit einen Kaffee zu trinken." Mit einem schiefen Grinsen sah ich zu ihr auf. Sie wusste, dass ich Kaffee brauchte. Manchmal ging es natürlich auch ohne, dazu musste man mich aber schon stark davon ablenken. Und ich musste fit sein. Aber zu Amy konnte ich nichtmal in diesem Zustand böse sein. Wenn sie mit ihren großen, saphirblauen Augen auf jemanden herab sah, konnte man ja nicht anders. Immer, wenn sie sich irgendwo draufstellte, um größer zu wirken, musste ich grinsen. Sie war wirklich nicht die größte, aber auch sie interessierte das nicht im geringsten. Manchmal erlaubte ich mir auch den Spaß und setzte sie auf mene Schultern. Wer so durch München's Innenstadt lief, dem waren verwirrte Blicke garantiert. Ich erinnerte mich gerne, an die Erlebnisse mit ihr. Es war jedesmal ein Spaß, doch manchmal raubte sie mir auch meine letzten Nerven. Wie oft sie mich schon aus dem Krankenhaus angerufen hatte, um unser Treffen abzusagen, weil ihr auf dem Weg zu mir irgendetwas zugestoßen ist und sie sich dabei eine Gehirnerschütterung zugezogen hatte. Ich wusste noch genau, wie ich reagierte, als soetwas das erste mal passierte. Ich war damals so geschockt, dass ich kein Wort herausgebracht hatte. Leider musste ich gestehen, dass ich inzwischen schon soweit war, mir sofort Sorgen um sie zu machen, sobald sie auch nur acht Minuten zu spät dran war.
Da ich, während ich zu Amy gejoggt war, nicht dazu gekommen bin, mein Brötchen zu essen, biss ich erneut ein großes Stück davon ab. "Ich hoff' aber, dass du nicht zu lang auf mich gewartet hast. Erfroren bist du ja glücklicherweise noch nicht, denken ich zumindest. Du kannst dich doch noch bewegen, oder?", fragte ich sie mit vollem Mund. Wir mussten uns schleunigst einfallen lassen, was wir heute tun sollten, bevor Amy wirklich noch erfror oder zumindest, damit sie nicht krank wurde. Während ich auf Amy's Antwort wartete, verschlang ich mein Roggenbrötchen und schob anschließend die Hände in die Kängurutasche meines Kapuzenpullis. Der Wind pfiff mir um die Ohren und ich musste mir eingestehen, dass auch mir allmählich kalt wurde.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Do 09 Okt 2014, 20:44

Amy
Florians erste Antwort auf meine Frage war ein Grinsen. Das war so typisch für ihn. Wenn Florian einmal nicht mehr grinste, war irgendetwas nicht in Ordnung mit ihm. Das wusste ich aufgrund jahrelanger, fast täglichen Treffen mit ihm. Und deshalb wusste ich auch jetzt schon, bevor er etwas sagte, dass er nicht zu spät kam, weil irgendetwas Schlimmes passiert war. Als er dann vor mir stehen blieb, begrüsste er mich mit einem 'guten Morgen, Kleine'. Ich verdrehte die Augen. Nicht, weil er mich 'Kleine' nannte. Daran hatte ich mich mittlerweile gewöhnt, denn Florian liess keine Gelegenheit aus, mich so zu nennen. Dazu gab es ja auch allen Grund. Nein, ich verdrehte die Augen wegen dem 'guten Morgen'. Florian erwähnte es gleich nochmals und meinte, er habe verschlafen und noch keine Zeit für einen Kaffee gehabt, wie ich vielleicht vermuten werde. Als er nun mit seinen braun-grünen Augen zu mir hochsah, wurde sein Grinsen leicht schief und verlieh ihm das Aussehen eines Lausbuben, nicht eines erwachsenen Mannes. In diesen Momenten konnte ich mich sehr gut daran erinnern, wie er als Kind ausgesehen hatte. Als Kind war er noch nicht über einen Kopf grösser gewesen als ich - aber jetzt schon. Nur, weil ich auf der Mauer sass, war ich leicht grösser als er. Aber nicht einmal einen halben Kopf, so dass ich kaum zu ihm herabsehen musste. Trotzdem war es immer wieder interessant, mal die Perspektive zu ändern. Sonst musste ich ja immer zu ihm hochsehen. Deshalb setzte ich mich auch üblicherweise auf die Mauer, wenn ich mal auf Florian warten musste - was, wie gesagt, nur selten der Fall war. So wie heute. Ich lenkte meine Gedanken wieder auf Florian und beobachtete, wie er herzhaft in ein Brötchen biss. Offensichtlich hatte er noch nicht einmal Zeit gehabt, um zu frühstücken. Der Arme. Und das alles nur wegen mir. Ein Grinsen huschte mir kurz übers Gesicht, während ich ihn beim Essen beobachtete. Danach sagte Florian, er hoffe, dass ich nicht zu lange auf ihn gewartet hätte. Erfroren sei ich ja glücklicherweise noch nicht, denke er zumindest. Dann hakte er nach, ob ich mich noch bewegen könne. Ich musste lachen. In der Zeit, in der ich mich von meinem kurzen Lachanfall erholte, verschlang - man konnte es nicht anders nennen - Florian den Rest seines Brötchens und schob seine Hände dann in die Kängurutasche seines Kapuzenpullis. Als mir einmal kalt gewesen war, hatte mir Florian diesen Pulli geliehen - er hatte mir bis zur Mitte meiner Oberschenkel gereicht, so gross war er. Aber ich wusste noch genau, dass er sich sehr warm und kuschelig angefühlt hatte. Ich hatte es geliebt, diesen Pulli zu tragen. Jetzt hätte ich mich auch gerne in Flos Pulli gekuschelt, doch ich wollte nicht, dass er wegen mir fror. Wenn wir uns bewegten, würde mir schon wieder warm werden in meiner Übergangsjacke. "Na klar kann ich mich noch bewegen!", erklärte ich meinem besten Freund dann und grinste ihn an. Wie, um es ihm zu beweisen, stützte ich mich mit meinen Händen auf der Mauer ab, rutschte zum Rand und sprang herunter. So weit, so gut. Das Aufkommen auf dem Boden war weniger gut. Unter einer dünnen Schicht Laub war Glatteis verborgen - und natürlich landete ich genau auf dieser Stelle. Ehe ich mich versah, rutschte ich auf der eisigen Fläche aus. Ich versuchte, durch das Rudern mit meinen Armen irgendwie wieder Halt zu finden, doch es war zwecklos. Mein Herz blieb für einen Moment stehen. Wenn nicht ein Wunder geschah, würde ich gleich auf dem harten Boden landen. Und es würde sehr, sehr wehtun.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Do 09 Okt 2014, 21:12

Florian
Amy hatte gesagt, sie könne sich noch bewegen. Um es mir zu beweisen, stützte sie sich an der Mauer ab und sprang davon herunter. Mein Grinsen wurde breiter, erlosch jedoch augenblicklich, als ich feststellte, dass sie mit ihren Füßen keinen Halt fand. Mein Arm schlang sich fast wie automatisch um ihre Taille, ich zog sie zu mir und drückte sie fest an mich. Durch diese Nähe konnte sie immerhin nicht fallen. Amy hatte mit ihrer Tollpatschigkeit mein Reaktionsvermögen erheblich gesteigert. Schon im Kindergarten hatte ich sie davor bewahrt, in ein großes Sandloch zu treten oder mit dem Kopf gegen das Klettergerüst zu stoßen. "Alles gut?" fragte ich sie, lies sie jedoch noch nicht los. Ich spürte, wie sie zitterte, schließlich hatte sie auch nur eine leichte Übergangsjacke an. Allem Anschein nach, befand sich darunter auch kein dicker Pulli, sondern etwas ebenso leichtes. In diesem Moment hätte ich ihr gerne meinen Pullover gegeben, wie so oft schon, doch da ich mich im Moment selbst beherrschen musste, nicht zu zittern, versuchte ich, sie wenigstens durch diese Nähe zu wärmen. Ich ließ meinen Blick auf dem Boden umherschweifen und versuchte, weitere Glatteisflächen zu entdecken. Ich wollte schließlich nicht, dass Amy schon wieder hinfiel. Und auch ich selbst hatte keine Lust auf meinem Hintern zu landen. "Ich wäre ja dafür, wir machen heute irgendetwas, wo wir im warmen sind. Oder zumindest etwas, wo uns warm wird." überlegte ich leise. Unbewusst legte ich mein Kinn auf Amy's Kopf. Sie hatte einfach eine praktische Größe, das konnte man nicht bestreiten! "Ich Idiot hätte doch auch mit dem Auto kommen können. Dann hätten wir es wenigstens warm, solange wir überlegen.", äußerte ich mich über meine eigene Dummheit. Den Schlüssel hatte ich in der Hosentasche. Aber der war im Moment nutzlos. Mein Auto war schließlich nicht K.I.T.T., aus der Serie Knight Rider, das auf Kommando kam, oder zumindest wusste, wann es gebraucht wurde. Antworten konnte ich von meinem Wagen auch nicht erwarten. Allerhöchstens ein Piepen. Und dann wusste ich erst recht nicht, was er von mir wollte. In diesem Moment stellte ich fest, dass ich wohl doch zuviel Zeit damit verbrachte, Filme oder Serien zu sehen. Aber ich tat es gerne. Und ich hatte noch einige auf meinem Schreibtisch liegen, bei denen ich noch nichtmal dazu gekommen war, die Verpackung weg zu machen. Doch ich glaubte nicht, dass Amy Lust hatte, einen Samstagnachmittag damit zu verbringen, bei mir im Zimmer zu sitzen und Filme zu schauen. Und das machte auch mir nichts aus.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Do 09 Okt 2014, 21:41

Amy
Die Zeit schien stehenzubleiben. Ich ruderte immer noch mit meinen Armen, hörte aber bald damit auf, weil ich einsah, dass es nichts brachte. Innerlich machte ich mich auf den harten Aufprall gefasst. Ich hoffte, ich würde auf meinem Hintern und nicht auf dem Rücken landen. Letzteres wäre nämlich wesentlich schmerzhafter, wie ich - leider - aus Erfahrung wusste. Zu versuchen, mich mit meinen Händen abzufangen, wäre auch keine gute Idee. In einer ähnlichen Situation hatte ich es schon mal geschafft, mir dabei das Handgelenk zu brechen. Das wollte ich kein zweites Mal wiederholen. Als ich nun dem Boden immer näher kam, kniff ich die Augen zusammen. Meine Füsse befanden sich schon fast in der Luft, als mein Sturz auf einmal rapide aufgehalten wurde. Ich spürte, wie ein Arm sich um meine Taille schlang und mich im gleichen Moment an eine Brust presste. Verwirrt schlug ich die Augen auf. Die Welt kippte nicht länger, sondern blieb wieder stehen. Ehe ich mich darüber wundern konnte, wie um alles in der Welt ich davon abgehalten worden war, zu Boden zu stürzen, stieg mir ein vertrauter Geruch in die Nase. Ein Geruch, den ich schon seit meiner Kindheit kannte. Florian. Ich begriff. Er hatte mich aufgefangen. Mein Herz begann wieder zu schlagen, und ich stiess erst einmal einen erleichterten Atemzug aus. Mein Kopf lag an seiner Brust, auf dem weichen Kapuzenpulli, während er mich immer noch stützte, um mich aufrecht zu halten. Einen Moment lang genoss ich es noch, so gehalten zu werden, dann stellte ich mich vorsichtig wieder etwas aufrechter hin. Hier, bei Florian, gab es kein Glatteis mehr, deshalb konnte ich auch nicht erneut ausrutschen - und ihn gleich mit mir zu Boden reissen. Schon hörte ich die Stimme meines besten Freundes, der sich erkundigte, ob alles gut sei. "J... Ja", brachte ich hervor, noch immer etwas ungläubig. Wie um Himmels Willen konnte man so schnell sein? Ich wusste, dass Florians Reaktionsvermögen extrem gut war. Ich wusste nicht, wie oft er mich schon davor bewahrt hatte, Opfer eines "Ungeschicktheitsanfalls" zu werden. Aber ich konnte jedes Mal nur darüber staunen. Wenn ich selbst nichts mehr tun konnte und mich in Gedanken schon damit auseinandersetzte, was dieser "Ungeschicktheitsanfall" für Konsequenzen für mich haben könnte, passierte manchmal ein Wunder, und Florian rettete mich aus der Situation. Leider war er nicht immer in meiner unmittelbaren Nähe, aber wenn er es war, dann gelang es ihm meistens, den Schaden in Grenzen zu halten. Und so war es auch dieses Mal gewesen. Diese Fähigkeit konnte ich nur bewundern. Ich konnte ein Zittern nicht unterdrücken, einerseits wegen der Kälte, andererseits auch wegen dem 'Schock', wenn man es so nennen konnte. Bevor ich noch etwas sagen konnte, meinte Florian, er wäre dafür, dass wir heute irgendetwas machen würden, wobei wir im Warmen seien. Oder zumindest etwas, wo uns warm werde. Ich bemerkte, dass Florian sein Kinn auf meinem Scheitel ablegte, blieb aber weiterhin nahe bei ihm stehen. Seine Nähe wärmte mich etwas auf, wenn auch nicht viel, aber immerhin etwas. Mein bester Freund fuhr nun fort, indem er sich selbst einen Idioten nannte. Er hätte mit dem Auto kommen sollen, dann hätten wir es wenigstens warm, während wir überlegten. Ja, das entsprach wohl der Wahrheit. Aber ändern konnten wir daran auch nichts, zumindest im Moment nicht. Wir hätten zu Flo heimgehen müssen, aber was würden wir dort tun? Ehe wir uns etwas überlegt hatten, brachte es nichts, wenn wir irgendwo hingingen. Als mir wieder einfiel, dass mein bester Freund mich erst vor ein paar Sekunden davor bewahrt hatte, hart auf dem Boden zu landen, legte ich meinen Kopf leicht zurück. Um Florian ansehen zu können, musste ich mich leicht zurücklehnen und war dankbar, dass er mich mit seinem Arm noch immer stützte. "Flo? Danke. Für's Auffangen, mein' ich", murmelte ich. Unter normalen Umständen hätte ich dabei wohl gelächelt, aber jetzt nicht. Ich konnte es noch immer nicht fassen, dass Florian tatsächlich schnell genug gewesen war.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Fr 10 Okt 2014, 16:55

Florian
Es hatte etwas gedauert, bis Amy mir eine Antwort auf meine Frage gab, ob mit ihr alles gut sei. Glücklicherweise bejahte sie es. Ich spürte, wie sie sich aufrecht hinstellte und sich kurz darauf etwas zurück lehnte. Ich verlor nun meine 'Kopfstütze', stellte mich ebenfalls wieder aufrecht hin und sah zu ihr herunter. In diesem Moment war es kaum vorstellbar, dass sie einmal größer war als ich. Im Kindergarten. Damals war ich in meinem Alter einer der kleinsten. Manchmal wurde ich deshalb in Amy's Gruppe gesteckt. Man konnte wirklich behaupten, dass wir uns so kennengelernt hatten. Damals hatte sie beschlossen, auf mich Acht zu geben. Ich weiß noch, dass ich es damals blöd fand, von einem Mädchen - das auch noch zwei Jahre jünger war als ich - 'beschützt' zu werden. Aber irgendwann hatte ich mich daran gewöhnt. Wenn wir draußen spielen durften, bin ich gerne zu ihr gegangen. Egal, ob ich wieder in ihre Gruppe gesteckt wurde oder in die, in die ich eigentlich gehört hatte - zu ihrem Bruder. Als ich irgendwann bemerkte, dass sie so furchtbar ungeschickt war, hatte ich beschlossen, ebenfalls auf sie aufzupassen. Was natürlich leichter klappte, als ich gewachsen war. Amy riss mich aus meinen Gedanken, indem sie sich bei mir bedankte, dass ich sie aufgefangen hatte. "Immerwieder gerne." gab ich lächelnd zurück. Ich machte eine Pause. "Wobei es mir natürlich lieber wäre, wenn es erst gar nicht so weit kommen würde. Du bist wirklich ein Phänomen, Amanda Liliane Fleming. Ich kenne keinen, der so oft Opfer irgendeiner Tollpatschigkeit wird, wie du." stellte ich fest. Ich meinte es keineswegs böse, deshalb grinste ich sie an und legte meinen Kopf dabei etwas schief. Wobei ich gestehen musste, dass mir wohl irgendetwas fehlen würde, wenn sie nicht so tollpatschig wäre. Mein Reaktionsvermögen wäre zum Beispiel nicht so, wie es jetzt ist.
Mein Arm lag noch immer fest um ihre Taille, obwohl sie inzwischen sicher einen festen Stand hatte. Deshalb lockerte ich meinen Griff etwas, jedoch nur so weit, dass Amy in ihrer zurückgelehnten Haltung nicht doch nochmal umkippte. Ihre Ungläubigkeit, doch noch aufgefangen worden zu sein, stand ihr noch immer ins Gesicht geschrieben. Sie wird sich wohl nie ganz daran gewöhnen, dass ich manchmal schneller war, als sie fallen konnte. Den Kaffee, den ich sonst morgens immer brauchte, konnte ich heute wohl weglassen. Der Stress heute morgen und nun Amy's "Ungeschicklichkeitsanfall" hatten mich besser aufgeweckt, als es jeder starke, schwarze Kaffee je könnte. Und den brauchte ich normalerweise immer. Als jedoch eine erneute Windböe über unsere Köpfe zog, beschloss ich, die Suche nach unserer heutigen Tätigkeit voran zu treiben. Deshalb fragte ich Amy: "Also, worauf hast du heute Lust?"
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 11 Okt 2014, 18:51

Amy
Es dauerte nicht lange, bis Florian mit einem 'immer wieder gerne' antwortete. Dazu lächelte er. Ich erwiderte sein Lächeln schwach. Ich konnte immer noch nicht glauben, dass Florian wieder einmal ein Wunder vollbracht hatte. Wenn ich Glück gehabt hätte, wäre ich auf dem Hintern gelandet - aber auch das hätte Schmerzen mit sich gebracht. Andernfalls hätte es noch viel schlimmer kommen können. Nach einer kurzen Pause fügte Florian hinzu, es wäre ihm natürlich lieber, wenn es erst gar nicht so weit kommen würde. Dann meinte er, ich sei wirklich ein Phänomen, und nannte mich bei meinem vollen Namen. Ein Lächeln huschte mir bei diesem Satz übers Gesicht. Ja, ich konnte mir vorstellen, woran er dachte. Und im nächsten Moment sprach er es auch aus. Mein bester Freund meinte, er kenne keinen, der so oft Opfer irgendeiner Tollpatschigkeit werde wie ich. Ich konnte nicht anders, als sein Grinsen zu erwidern. Er hatte Recht. Wenn es einen Wettkampf gäbe, wer am meisten von seiner eigenen Ungeschicktheit 'heimgesucht' wurde, geben würde - ich wäre Weltmeisterin darin. Es verging kein Tag, an dem ich nicht über irgendetwas stolperte, in eine Wand oder wahlweise auch eine Tür hineinlief oder mir sonst irgendetwas in der Richtung passierte. Es war ein Wunder, dass ich heute noch keinen 'Ungeschicktheitsanfall' gehabt hatte - bis vorhin. Zum Glück hatte Florian rechtzeitig reagieren können. Mein Grinsen wurde noch etwas breiter, vor allem, als ich sah, wie mein bester Freund seinen Kopf leicht schief legte. Wenn er das tat, sah er wieder so aus wie früher. Auch dort schon war er es gewesen, der mich aus solchen Situationen hatte retten können - wenn leider auch nicht immer. Aber wenn ich mit ihm zusammen war, passierte mir sehr viel weniger als mit anderen Personen. Florian schien eine natürliche Begabung - vielleicht war es auch jahrelange Erfahrung - darin zu haben, solche 'Unfälle' voraussehen und rechtzeitig darauf reagieren zu können. Es funktionierte nicht immer, aber erstaunlich oft. Ich konnte froh sein, ihn als besten Freund zu haben. Doch natürlich war ich nicht nur deswegen froh, weil er mich quasi vor meiner eigenen Ungeschicktheit beschützte. Ich schätzte auch sonst alles an ihm. Nun ja, fast alles. Aber über diese 'Macken' sah ich gerne hinweg, wenn wir dafür so viel Spass miteinander haben konnten. Und vor allem, was wäre ein Mensch ohne seine Macken? Kein Mensch mehr. Zumindest in meinen Augen. Niemand ist perfekt. Und ich war es am allerwenigsten. Ich war wirklich froh, dass Florian trotz all meiner Macken seit Jahren mein bester Freund war. Ich blickte wieder zu ihm hoch, wobei ich bemerkte, dass sein Arm immer noch fest um meine Taille lag, wie, um mich zu stützen. Als ob er befürchtete, dass ich hinfallen würde, wenn er mich losliesse. Seine Fürsorglichkeit war eine weitere Eigenschaft an ihm, die ich unglaublich schätzte. Nach ein paar Sekunden lockerte sich sein Griff etwas, aber er liess mich noch nicht ganz los. Wir standen immer noch sehr nahe beieinander, weshalb ich den Kopf weit in den Nacken zurücklegen musste, um zu ihm hochsehen zu können. Eine Windböe fegte über unsere Köpfe hinweg und liess mich frösteln. Ich hätte wirklich eine wärmere Jacke anziehen sollen. Im Moment, wenn ich so nahe bei Florian stand, ging es noch. Erstens war ich so im Windschatten, und zweitens war da seine Körperwärme, die ich spüren konnte. Es tat gut. Trotzdem wäre es vielleicht besser, wenn ich eine wärmere Jacke anziehen würde. Aber wir wussten ja noch nicht einmal, was wir tun würden. Das schien Florian auch wieder eingefallen zu sein, denn er fragte, worauf ich Lust hätte. "Hm", machte ich, um mir etwas mehr Zeit zum Nachdenken zu bescheren. In den letzten paar Minuten war ich zu sehr mit meinem 'Ungeschicktheitsanfall' beschäftigt gewesen, um mir Gedanken darüber zu machen, was wir denn eigentlich tun könnten. Plötzlich hatte ich eine Idee. "Der Weihnachtsball ist bald", meinte ich dann. Der Weihnachtsball war ein festlicher Anlass unserer Schule, der jedes Jahr am Freitagabend vor den Weihnachtsferien stattfand. Es war obligatorisch, dort zu erscheinen - aber eigentlich brauchte es das gar nicht. Die meisten Schüler wären so oder so gekommen. Es gab jedes Jahr ein grosses Buffet, Getränke sowie normalerweise eine Band oder zwei, die den ganzen Abend spielten und für Stimmung sorgten. Natürlich wurde auch viel getanzt. Weil aktuelle Musik gespielt wurde, war der Ball bei den Schülern sehr beliebt. Dieses Jahr lautete das Motto jedoch 'Wien' - und anstatt der üblichen Pop- und Rocknummern würden Wiener Walzer gespielt werden. Dementsprechend war die Abendgarderobe auch strikter als sonst: Ballkleid für die Damen, Anzug für die Herren. Und ich brauchte noch ein Ballkleid. Ich blickte weiterhin in Florians vertraute, braun-grüne Augen. Ich schätzte, ich musste gar nicht mehr sagen, damit er wusste, worauf ich hinauswollte. Ich war mir nicht sicher, ob er auch noch einen Anzug brauchte oder nicht. Normalerweise trug mein bester Freund nämlich nur sehr selten einen Anzug - und ich wusste nicht, ob er ihm seit dem letzten Mal, als er ihn getragen hatte, zu klein geworden war.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 11 Okt 2014, 21:00

(Nein, wiedermal auf irgendeine Taste gekommen und alles ist weg Crying or Very sad Mad Crying or Very sad )

Florian
Obwohl ich meinen Griff um Amys Taille etwas gelockert hatte, ging sie keinen Schritt zurück um wieder etwas Abstand zwischen uns zu bringen. Doch das störte mich nicht im geringsten. Auch mich wärmte ihre Nähe. Auf meine Frage, was wir denn heute unternehmen sollten, hatte sie zuerst mit einem 'Hm' geantwortet. Dies lies mich weiterhin warten. Ich kannte sie gut genug, um zu wissen, dass ihr schon bald etwas eingefallen war. Nicht viel später, meinte sie, der Weihnachtsball wäre bald. Das hatte ich schon fast vergessen. Jedes Jahr fand am Freitagabend vor den Weihnachtsferien ein Weihnachtsball statt. Ich ging jedes Jahr dort hin. Es wurde immer aktuelle Musik gespielt, was mich aber eher daran hindern sollte, dorthin zu gehen - mein Musikgeschmack prägte sich eher in der Rock oder teilweise sogar Metal Richtung. Das befand sich jedoch eher selten in den aktuellen Charts, doch ich war der Meinung, man konnte sich auch die Chartlieder gut anhören - zumindest einige, aber auch nicht dauerhaft. Trotzdem ging ich vielmehr aus diesem Grund zum Ball, weil es eine lockere Atmosphäre war und man schließlich nicht tanzen musste. Ich unterhielt mich meistens eher mit anderen oder alberte ein wenig herum. Außerdem gab es immer sehr viel gutes zu Essen, was ein weiterer Grund war, dort aufzutauchen. Die Organisatoren des diesjährigen Weihnachtsballs hatten sich für das Thema 'Wien' entschieden und befolgten dieses Thema auch strikt - was man an der Vorgabe der Abendgarderobe bemerkte. Die Mädchen sollten ein Ballkleid tragen und die Jungen einen Anzug. Das letzte mal, als ich einen Anzug getragen hatte, ist doch schon einige Jahre her und soweit ich mich erinnern konnte, war ich seitdem noch gewachsen. Ich brauchte also einen neuen. Wahrscheinlich hatten andere Männer in meinem Alter mindestens einen Anzug im Kleiderschrank hängen, ich aber nicht. Wann brauchte ich den auch schon? Zu einem Vorstellungsgespräch, sollte ich jemals eines bekommen. Aber sonst? Ich hatte keinen Anlass dazu.
Amy sah mich direkt an und ich wusste genau, worauf sie hinauswollte. "Dann machen wir uns mal auf den Weg in Münchens Innenstadt. Irgendwo wartet ein Ballkleid auf dich.", gab ich Amy zur Antwort und grinste sie an. "Ich glaube, ich bräuchte auch noch einen Anzug.", meinte ich nachdenklich und kratzte mich beschämt am Hinterkopf. Dabei grinste ich Amy - wie immer - schief an. Ich lies sie los und klatschte in meine Hände. "Auf zu mir. Wir fahren mit dem Auto.", ordnete ich an. Es war zwar nicht günstiger, als mit den öffentlichen Verkehrsmitteln, doch ich fand, man war mit dem Auto viel flexibler. Außerdem konnten wir uns so auch ungestört oder auch etwas lauter unterhalten, ohne andere Fahrgäste zu stören. Ich drehte mich also um und ging langsam los.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 11 Okt 2014, 21:21

(Oh nein :/ aber Respekt, dass du doch noch so einen langen Beitrag geschrieben hast Smile)

Amy
So wie ich es erwartet hatte, musste ich nicht explizit erwähnen, worauf ich hinauswollte. Manchmal verstanden Florian und ich uns auch ohne Worte. Und das war wieder so eine Situation. Ich schätzte, so etwas funktionierte nur, wenn man sich schon so lange kannte, wie es bei meinem besten Freund und mir der Fall war. Als er nun meinte, dann würden wir uns mal auf den Weg in Münchens Innenstadt machen, breitete sich ein Grinsen über meinem Gesicht aus. Jep, er wusste wirklich Bescheid. Und das bestätigte sich definitiv, als er sagte, irgendwo warte ein Ballkleid auf mich. Mein Grinsen wurde noch breiter, während Florian mich angrinste. Manchmal war es schon fast unheimlich, wie gut er meine Gedanken lesen konnte. Doch umgekehrt konnte ich das manchmal auch bei ihm. Das waren wahrscheinlich wirklich die jahrelangen, fast täglichen Treffen. Alles an Florian war mir absolut vertraut. Seine Stimme, als er nun erwähnte, er glaube, er bräuchte auch noch einen Anzug. Sein schiefes Grinsen, das mich jedes Mal an den Lausbuben erinnerte, der er früher gewesen war. Die Art, wie er seine Hand hob, um sich nun am Hinterkopf zu kratzen, als ob er verlegen wäre. Florian und verlegen? Ich kannte ihn besser. Und es war tatsächlich so: Kaum zwei Sekunden später liess er mich los, klatschte in die Hände und verkündete, wir würden jetzt zu ihm gehen, um dann mit dem Auto in die Stadt zu fahren. Ich unterdrückte mühsam einen Lachanfall. Davon bekam mein bester Freund zum Glück nichts mit, ansonsten hätte er sich wohl daran erinnert, dass ich nicht nur furchtbar ungeschickt, sondern auch furchtbar kitzelig war. Schon zu oft hatte Florian mich mit solchen Kitzelattacken regelrecht überfallen - wobei ich zugeben musste, dass ich nicht immer ganz unschuldig daran war. Manchmal begann ich, ihn zu kitzeln, bis er die Überhand gewann und stattdessen mich auskitzelte. Doch im Moment schien ich davon verschont zu bleiben. Er hatte gerade erst fertig gesprochen, da drehte sich Florian schon um und setzte sich in Bewegung. Auch sein Gang war mir vertraut. Einen Moment war ich abgelenkt, ehe ich mich an seine Verfolgung machte. "Hey, warte auf mich! Ich hab' nicht so lange Beine wie du!", rief ich ihm hinterher, während ich versuchte, zu ihm aufzuholen. Das war gar nicht so einfach, und zwar aus zwei Gründen. Erstens hatte ich viel kürzere Beine als er und konnte deswegen bei weitem nicht so schnell laufen. Und zweitens trug ich aufgrund des kühlen Wetters Winterstiefel, die einen leichten Absatz hatten. In einem normalen Tempo hatte ich keine Probleme, damit zu laufen. Aber rennen konnte ich damit wirklich nicht. So strauchelte ich ein paar Mal, als ich nun versuchte, zu Florian aufzuschliessen. Einmal stolperte ich sogar und wäre fast der Länge nach hingeflogen, konnte mich aber im letzten Moment fangen. Mein bester Freund hatte nur ein paar Meter Vorsprung gehabt, als ich mich in Bewegung gesetzt hatte, und doch brauchte ich ziemlich lange, bis ich endlich an seiner Seite war. Ich sah keuchend von der Seite zu ihm hoch und schüttelte den Kopf über sein 'unmögliches Benehmen', grinste ihn aber im nächsten Moment an.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 11 Okt 2014, 21:45

Florian
Ich grinste, als Amy mir hinterher schrie, ich solle auf sie warten. Sie meinte noch, sie hätte nicht so lange Beine wie ich. Da hatte sie allerdings recht. Ich war inzwischen um einiges größer als sie und ich war mir ziemlich sicher, dass Amy auch nicht mehr wachsen würde. Zumindest nicht so viel, um mich einzuholen. Ich verkürzte meine Schritte etwas, um Amy den Weg zu mir doch noch etwas zu verkürzen. Hinter mir vernahm ich, wie sie ein paar mal strauchelte. Noch ehe ich mich dazu entschließen konnte, mich wieder umzudrehen und zu ihr zurück zu gehen, hatte sie auch schon zu mir aufgeschlossen. Ich schielte zu ihr herüber und konnte sehen, wie sie keuchte und den Kopf schüttelte. Ich konnte jedoch nicht anders, als zu grinsen. Amy grinste schließlich auch. Erst jetzt fiel mir auf, dass sie Winterstiefel mit etwas Absatz anhatte. "Na, deine Füße wärmst du, aber deinen Oberkörper nicht.", stellte ich fest und deutete auf ihre Schuhe. Inzwischen hatte ich mein Tempo an ihres angepasst, sodass sie nicht mehr rennen oder zumindest schnell gehen musste, um mit mir auf einer Höhe zu sein. Der Weg zu mir nach Hause war zwar nicht allzu weit, doch trotzdem weit genug, um Amy noch immer zum fallen zu bringen. Überall lag Laub und man wusste nicht, ob sich darunter irgendwo noch eine Glatteisfläche befand. Kurzentschlossen packte ich meine beste Freundin erneut an ihrer Hüfte und warf sie mir über die Schulter. "So hast du keine Probleme mit meinem Tempo und kannst auch nicht irgendwo hinfallen.", begründete ich meine Aktion. Ich wusste, dass sie es nicht gerne hatte, so über meiner Schulter zu hängen. Es war sicherlich auch kein Angenehmes Gefühl, aber für mich war es immerwieder ein großer Spaß, sie so ärgern zu können. Im Gegensatz zu mir, blieben Amy jedoch nicht so viele Möglichkeiten, mich zu ärgern. Größe spielte in vielen Fällen eben doch eine Rolle. Aber durch München würde ich sie nicht tragen. Dort waren Pflastersteine. Sie konnte zwar stolpern, aber nicht ausrutschen. Meine Schritte würden ihr auch nicht zu groß werden, denn zu dieser Zeit war in der Innenstadt die Hölle los. Jeder kaufte Geschenke oder hatte sonst etwas zu erledigen. Was also kurzum bedeutete: man musste sehr viel Zeit haben. Und das hatten wir schließlich. Zumindest ich. Ich wusste nicht, ob Amy heute noch etwas vor hatte, oder ob sie den ganzen Tag mit mir verplant hatte. Wir verbrachten oft den gesamten Samstag zusammen.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 11 Okt 2014, 22:15

Amy
Florian grinste. Natürlich. Etwas Anderes hätte ihm auch nicht ähnlich gesehen. Mein bester Freund war praktisch immer gut drauf. Okay, am Morgen brauchte er zuerst einen starken Kaffee, bevor man irgendetwas mit ihm anfangen konnte. Aber ansonsten kannte ich ihn nur gut gelaunt. Natürlich war auch Florian mal schlecht drauf, aber das kam eher selten vor. Ehrlich gesagt konnte ich mich nicht mehr daran erinnern, wann das das letzte Mal der Fall gewesen war, so lange war es her. Nach ein paar Sekunden richtete ich meinen Blick wieder nach vorne - das war einfach sicherer, auch wenn es noch keine Garantie war, dass ich nicht stolpern und mich einmal auf den Gehsteig legen würde. Aber so war zumindest die Wahrscheinlichkeit kleiner, dass so etwas passierte. Ich hörte nun, wie Florian sich darüber ausliess, dass ich meine Füsse wärmen würde, aber meinen Oberkörper nicht. Ich verdrehte die Augen, wusste aber, dass er Recht hatte. Ich hatte es aber nicht mit Absicht getan. Eher hatte ich heute Morgen Lust darauf gehabt, diese Schuhe anzuziehen - und so kurz entschlossen gehandelt. Bei meiner Jacke hatte ich nicht so viel überlegt. Ich hatte einfach die genommen, die ich in den letzten Wochen immer angezogen hatte. Leider war es in den letzten Tagen erheblich kühler geworden, und ich hatte noch keine Zeit gefunden, meine Winterjacken aus der hintersten Ecke meines Schrankes hervorzukramen. Das war es, das ich Florian auch erklären wollte, doch ich kam nicht mehr dazu. Ich bemerkte die Bewegung seines Armes aus dem Augenwinkel, als dieser sich urplötzlich um meine Taille schlang. Vor Überraschung - oder war es Schreck? - blieb ich ruckartig stehen. Im nächsten Moment wurde ich von den Füssen gerissen. Das Herz blieb mir stehen, als ich mit Schwung in die Luft gehoben wurde. Als ich die Augen, die ich instinktiv geschlossen hatte, wieder aufschlug, brauchte ich eine Sekunde, um mich zurechtzufinden. Ich lag mit dem Bauch auf einer schwankenden, gerade genug breiten Unterlage, meine Arme und Beine hingen herab, ein Arm hielt meine Beine umschlungen, damit ich nicht abrutschte. Als ich begriff, was passiert war, konnte ich nur grinsen. Florian hatte mich tatsächlich - einfach so! - über seine Schulter geworfen. Schon erklärte er mir, so hätte ich keine Probleme mit seinem Tempo und könne auch nicht irgendwo hinfallen. Mein Grinsen wurde breiter. Florians Gründe für seine Aktion klangen durchaus schlüssig. Immerhin hatte ich es heute schon geschafft, auszurutschen und beinahe hinzufallen - wenn Florian nicht gewesen wäre. Und es sprach nichts dagegen, dass das ein zweites Mal passieren konnte. Trotzdem, es war nicht sonderlich bequem, so über die Schulter geworfen und getragen zu werden. Es gab da durchaus angenehmere 'Arten', getragen zu werden. Zum Beispiel hätte Florian mich auch auf seine Arme nehmen und so tragen können. Aber er musste mich wieder einmal ärgern. "Du bist einfach unmöglich, weisst du das, Flo? Das nächste Mal könntest du mich wenigstens vorwarnen. Ich hab' total den Schock bekommen, als ich plötzlich den Boden unter den Füssen verloren hab'", liess ich mich über meinen besten Freund aus, doch das Grinsen in meinem Gesicht war meiner Stimme deutlich anzuhören. Es war ja doch irgendwie witzig.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 11 Okt 2014, 22:37

Florian
Ich lachte kurz auf, als Amy zu mir sagte, ich wäre unmöglich. Nunja, vielleicht war ich das auch. In manchen Dingen war ich einfach kein Gentleman, das musste ich zugeben. Sie meinte auch noch, dass ich sie hätte vorwarnen können und das sie deshalb einen Schock bekommen hatte, als sie den Boden unter ihren Füßen verlor. "Okay, das nächste mal sag' ich dir Bescheid. Wie hättest du das denn gerne? Ein Anruf? Eine SMS? Einen Brief? 'Amanda Liliane Fleming, ich würde sie gerne über meine Schulter werfen. 3, 2, 1'? Oder reicht ein einfaches 'Achtung'?", ratterte ich die Möglichkeiten herunter, wie ich ihr Bescheid geben könnte. Ich würde sie sowieso in ein paar Minuten wieder runter lassen. Der Giebel meines Hauses war schon zu erkennen, es war also nicht mehr all zu weit. Ich musste nur noch kurz rein, um meinen Geldbeutel zu holen. Für einen Fussel würde ich wohl keinen Anzug kaufen können. Außerdem musste ich noch tanken. Ich wollte schließlich nicht mitten auf der Strecke stehen bleiben und den ADAC rufen müssen. Amy hatte ihr Portemonnaie sicherlich auch nicht dabei. Also mussten wir erst noch bei ihr vorbei fahren. Dann könnte sie sich auch eine wärmere Jacke holen. Ich wollte schließlich nicht, dass sie krank wurde. Für eine Frau musste es eine schreckliche Vorstellung sein, auf einem Ball mit einer, von Erkältung geröteten Nase aufzutauchen. Eine schreckliche Vorstellung. Meine Schritte verlängerten sich, je näher ich meinem Zuhause kam. Je früher wir los kamen, desto besser. Es würde sicherlich einige Stunden dauern, bis Amy ihr Kleid gefunden hatte. Und für meinen Anzug brauchte ich auch noch ein wenig Zeit. Wobei es bei mir wesentlich einfacher war. Ein schlichter, schwarzer Anzug reichte mir vollkommen. Ich brauchte nichts aufwändiges. Aber bei Frauen musste ja alles aufeinander abgestimmt sein. Und bei Amy war das sicherlich nicht anders. Ich musste gestehen, dass ich nicht oft mit Amy einkaufen ging. Ich war eher der Mensch, der sie dann hinfuhr oder sie wieder abholte. Aber einkaufen an sich war sonst nicht meine Lieblingsbeschäftigung. Das wusste Amy auch. Trotzdem ging ich gerne mit ihr mit. Mit der besten Freundin machte es einfach doch mehr Spaß, als mit jemand anderem oder gar alleine.
Inzwischen waren wir vor meiner Garage angekommen und ich lies Amy vorsichtig von meiner Schulter herunter. "Ich muss nur noch kurz mein Geld holen.", sagte ich zu ihr, während ich das Garagentor öffnete. Der Wagen von meinem Vater war nicht mehr da - also musste er wohl auch irgendwo unterwegs sein. Mein schwarzer Audi stand natürlich noch da. "Du kannst gerne im Auto warten, es ist offen.", schlug ich Amy vor und wartete auf eine Reaktion von ihr.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 11 Okt 2014, 23:01

Amy
Auf meine Bitte, mir das nächste Mal Bescheid zu geben, antwortete Florian mit einem 'okay'. Das nächste Mal sage er mir Bescheid, fügte er hinzu. Dann fragte er, wie ich es denn gerne hätte. Als Anruf, SMS oder gar als Brief. Wie, um mir zu erläutern, wie das denn aussehen könnte, begann er mit meinem vollen Namen und fuhr dann fort, dass er mich gerne über seine Schultern werfen wolle. Er zählte von drei zu eins herunter. Dann fragte er, ob ein einfaches 'Achtung' auch reiche. Ich verdrehte die Augen. Mein bester Freund war wirklich unmöglich! Aber er war immer noch mein bester Freund, und ich konnte mir nicht vorstellen, ihn nicht zu haben. Da musste ich halt gelegentliche 'Ausfälle' akzeptieren. Wobei... Sie waren nicht gelegentlich, sondern ziemlich oft. Aber hey, das gehörte eben zu Florian, und so akzeptierte ich ihn auch. Ich hatte noch nicht überlegt, wie ich auf seine Frage antworten wollte, als ich den Gehweg unter Florians Füssen erkannte. Wir wären gleich bei ihm zu Hause. Von meiner Position aus konnte ich nämlich nicht viel mehr als den Untergrund sehen, denn hätte ich die Häuser und Bäume und all diese Dinge sehen wollen, hätte ich meinen Kopf heben müssen, und das war nicht so angenehm. Ich war erleichtert, als Florian dann endlich stehen blieb. Mir kam es so vor, als sei er schon Stunden gelaufen, ich auf seiner Schulter. Jedenfalls liess ich es gerne geschehen, dass mein bester Freund mich wieder herunterliess. Ich hielt mich noch einen Moment an Florian fest, bis ich dem Gleichgewichtsorgan in meinem Ohr vertraute. Bis vor wenigen Sekunden war ich immerhin noch kopfüber über Florians Schulter gehangen, und so war mir ein Grossteil des Blutes in den Kopf gestiegen. Das musste jetzt erst einmal alles zurückfliessen, und das dauerte ein paar Sekunden. Doch schon bald konnte ich Florian loslassen, denn der Schwindel war verflogen. Mein bester Freund öffnete das Garagentor und meinte währenddessen, er müsse nur noch kurz sein Geld holen. Florians schwarzer Audi erschien langsam. Vom Auto seines Vaters war nichts mehr zu sehen. Dieser war offensichtlich weggefahren. Florian meinte nun, ich könne gerne im Auto warten, es sei offen. "Okay", antwortete ich. Vielleicht war es im Auto ja etwas wärmer als hier draussen. Zumindest wäre es windgeschützt. Ich tat so, als ob ich mich in Richtung Audi in Bewegung setzen wollte. Im nächsten Moment drehte ich mich jedoch um, liess meine Hände direkt auf Florians Seiten losschiessen und begann, ihn zu kitzeln. Das hatte er sich verdient. Ich wusste, wie kitzelig er war, und ich wollte mich 'rächen', dafür, dass er mich einfach über seine Schulter geworfen hatte. Dabei vergass ich jedoch die Tatsache, dass ich sogar noch kitzeliger war als Florian.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   Sa 11 Okt 2014, 23:25

Florian
Nachdem Amy meinem Vorschlag, sie könne sich doch ins Auto setzen, zugestimmt hatte, sah ich zufrieden zu, wie sie sich auf den Weg machte. Doch plötzlich drehte sie sich wieder um und im nächsten Moment spürte ich auch schon ihre Finger in meiner Seite. Sie wusste, wie kitzelig ich war und das nutzte sie nun schamlos aus. Schon nach kurzer Zeit begann ich zu lachen - ob ich nun wollte oder nicht. "Du bist wirklich hinterhältig Amy!", brachte ich mühevoll hervor. Ich musste mich beherrschen, nicht auf den kalten Betonboden unserer Einfahrt zu sinken, so sehr musste ich lachen. Es fiel mir schwer, mich gegen Amy's Kitzelattage zu wehren. Ich versuchte ihre Hände von mir weg zu drücken, doch sie war in diesem Moment wirklich flink. "Amy, bitte!", flehte ich, denn allmählich ging mir die Luft aus und ich spürte, wie ich Seitenstechen bekam. Meine Hand bekam ihren Arm zu fassen und ich hielt in fest. Jetzt hatte ich die Situation endlich wieder im Griff. Ich streckte meinen Arm aus, um ihre Hand soweit wie möglich weg von mir zu halten. Dann lies ich meine andere Hand schnell auf ihre freie Seite wandern und begann ebenfalls, sie zu kitzeln. Sie würde bald von mir ablassen, denn sie war um einiges kitzeliger als ich. Und ich sollte Recht behalten. Schon nach kurzer Zeit lies auch ihre andere Hand von mir ab. Kurz darauf, hörte auch ich auf, nahm jedoch ihre beiden Handgelenke. "So,", räusperte ich mich, "du gehst jetzt ins Auto. Ich komm' gleich wieder. Sonst kommen wir ja nie in die Stadt. Bei dir müssen wir sicherlich auch noch vorbei und tanken muss ich auch noch." Um meine Aussage zu unterstützen, schob ich sie zu meinem Wagen. Sie musste rückwärts gehen, doch trotzdem achtete ich darauf, dass sie nicht stolpern konnte. Durch die Tatsache, dass ich größer war als sie, konnte ich problemlos über Amy hinweg sehen. Als wir in Höhe der Beifahrertür waren, lies meine linke Hand ihr Handgelenk los und ich öffnete die Türe. Um ihr zu verdeutlichen, dass ich keine weitere Attacke von ihr dulden würde, sah ich sie streng an. Jedoch konnte ich ein Grinsen nicht unterdrücken. Ich konnte zu Amy nicht böse sein. Sie war nicht nur meine beste Freundin, sie war schon wie eine kleine Schwester für mich geworden. Das war sie schon für mich, als meine richtige kleine Schwester noch bei uns gewohnt hatte. Doch die hatte ich nie in meinem Auto gehabt, so weit war es nicht mehr gekommen. Ich erinnerte mich noch genau daran, wie Amy mir in dieser Zeit zur Seite gestanden hatte. Und dafür war ich ihr immernoch unheimlich dankbar. Ich wüsste nicht, was aus mir geworden wäre, wäre sie nicht für mich da gewesen.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 12 Okt 2014, 00:02

Amy
Es dauerte nur ein paar Momente, bis Florian zu lachen begann. Oh ja, er war kitzelig, und das wusste ich nur zu gut. Munter machte ich weiter, davon ermutigt, dass ich mal die Oberhand hatte. Sonst war Florian immer im Vorteil, was meistens daran lag, dass er einfach um ein Vielfaches grösser war als ich. Aber jetzt? Jetzt hatte ich den Überraschungsmoment auf meiner Seite. Als Florian meinte, ich sei wirklich hinterhältig, musste ich auch lachen. Ja, manchmal war ich das. Aber wer hatte mir einen Schrecken eingejagt, indem er mich einfach über seine Schulter geworfen hatte? Eben. Ich kitzelte Florian gnadenlos weiter aus, doch als ich ihn meinen Namen aussprechen hörte, gefolgt von einem 'bitte', zögerte ich einen Moment. Dieser Moment reichte ihm, um meinen Arm zu fassen zu kriegen. Ich versuchte, mich ihm zu entwinden, aber es brachte nichts. Und ehe ich mich versah, war Florian es, der mich kitzelte. Ein ersticktes Lachen entfuhr mich, während ich versuchte, Florian weiterhin mit meiner freien Hand zu kitzeln. Aber bald bekam ich keine Luft mehr, und ich musste von ihm ablassen. Ich dachte schon darüber nach, Florian zu bitten, aufzuhören, weil seine beste Freundin sonst gleich erstickt wäre, da packte er meine beiden Handgelenke und hörte seinerseits auf. Ich schnappte nach Luft und versuchte, wieder zu Atem zu kommen, während Florian nun zu sprechen begann. Er meinte, ich würde jetzt ins Auto gehen. Er komme gleich wieder. Sonst kämen wir nie in die Stadt. Bei mir müssten wir sicherlich auch noch vorbei, und tanken müsse er auch noch. Wenn ich nicht so ausser Atem gewesen wäre, hätte ich an dieser Stelle wohl geseufzt. Wieso musste Florian auch immer so vernünftig sein? Normalerweise war er ein echter Spassvogel, das wusste ich, aber in solchen Momenten gelang es ihm immer sehr schnell, wieder auf den Boden der Tatsachen zu kommen. Ich hatte diese Fähigkeit nicht. Ich wollte gerade protestieren, da schon mich Florian auf einmal rückwärts. Ich stolperte beinahe, so überrascht war ich, doch mein bester Freund bewahrte mich vor einem Sturz. Natürlich. Wäre auch komisch gewesen, wenn er es zugelassen hätte, dass ich hinfiel. Schliesslich standen wir neben seinem Wagen. Florian liess eines meiner Handgelenke los, um die Beifahrertür zu öffnen. Dazu sah er mich streng an, hatte jedoch ein Grinsen auf dem Gesicht. Das war mein bester Freund, so wie ich ihn kannte. Ich konnte nicht anders, ich erwiderte sein Grinsen. "Ja, Papa", murmelte ich dann, wobei mein Grinsen jedoch noch breiter wurde. Ich musste sogar kurz lachen, ehe ich mich von Florian losmachte. "Wie schaffst du das auch immer?", murmelte ich gedankenverloren vor mich hin, während ich mich ins Auto setzte. Ich machte es mir auf dem Beifahrersitz bequem, bevor ich zu meinem besten Freund sah. Und noch immer grinste ich wie ein Honigkuchenpferd vor mich hin. Florian war unglaublich - in jeglicher Hinsicht.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 12 Okt 2014, 11:16

Florian
Ich verdrehte die Augen, als Amy meiner Anweisung folgte und mich dabei 'Papa' nannte. Das tat sie meistens, wenn ich wieder ernster wurde. Sie löste sich lachend von mir und setzte sich dann in's Auto. Ich hörte noch, wie sie sich leise fragte, wie ich das immer schaffte. Ein zufriedenes Grinsen breitete sich auf meinem Gesicht aus, während ich vorsichtig die Beifahrertür schloss. Amy grinste mich breit an und ich schüttelte nur den Kopf. Dabei war ein leises Lachen nicht zu unterdrücken. Damit wir heute aber überhaupt noch nach München kamen, lief ich mit großen Schritten aus der Garage und zu meiner Haustüre. Den Schlüssel hatte ich schon in der Hand, sodass ich die Türe schneller aufschließen konnte. Ein Poltern lies mich zur Treppe sehen. Etwas großes, überwiegend weißes kam auf mich zugetrottet. "Na Feli? Alles klar?", fragte ich meine Maine Coon Kätzin. Sie schnurrte mir um die Beine und ich streichelte kurz über ihren Kopf. "Ich muss nur kurz was holen. Aber du hast ja Moe.", meinte ich, während ich mich in Bewegung setzte. Ich ging die Treppen hoch, immernoch gefolgt von Feli. Ja, das waren Maine Coon's. Sie folgten ihrem Besitzer gerne überall hin. Nicht umsonst wurden sie auch als 'Hundskatze' oder 'Gentle Giants' bezeichnet. Die Türe zu meinem Zimmer stand offen. In der Hektik heute morgen hatte ich sie nicht zugemacht. Ich betrat es und ging mit großen Schritten zu meinem Nachttisch. Mein Geldbeutel lag in der dritten Schublade, das wusste ich ganz genau. Mit einem Seitenblick zu meinem Bett stellte ich fest, dass Moe es sich dort bequem gemacht hatte und friedlich vor sich hin döste. Feli war noch an meiner Seite und streckte ihren Kopf in die Schublade. Ich holte meinen Geldbeutel heraus, schob ihn in die Hosentasche und schloss vorsichtig die Schublade wieder. Ich streichelte Feli noch ein letztes mal über den weichen Kopf, ehe ich mich wieder auf den Weg nach draußen machte. Erneut an diesem Tag, sprang ich die Treppen herunter und aus der Haustüre hinaus. Ich verschloss sie hinter mir. Mein Blick wanderte zum Himmel. Wolken waren keine zu sehen. Wir hatten also einen schönen Dezembertag vor uns. Mit grinsendem Gesicht ging ich wieder in die Garage und setzte mich auf den Fahrersitz meines Audis. Als ich den Gurt anlegte, sah ich grinsend zu Amy herüber. "Also, nächste Station: Haus der Fleming's.", sagte ich an, startete den Motor und fuhr rückwärts aus der Garage. Praktischer Weise ging unser Garagentor elektrisch, sodass ich nur auf einen Knopf der Fernbedienung - die sich immer in einem Fach unter dem Radio befand - drücken musste und sich das Tor schloss. Die Musik dröhnte aus meinen Lautsprechern, doch ich machte mir keine Mühe, meinen USB-Stick heraus zu ziehen und etwas anderes einzustellen. Schon lange hatte ich Amy die Erlaubnis gegeben, selbstständig an meinem heiligen Radio umzuschalten. Ich hatte ihr damals gesagt, sie solle es als Ehre ansehen. Ich lies sonst niemanden mein Radio anfassen. Aber ich kannte sie lange genug, um zu wissen, dass ihre bevorzugte Musikrichtung nicht die selbe war, wie die meine. Und da ich wollte, dass sie sich bei mir so wohl wie möglich fühlte, hatte ich ihr erlaubt, am Radio auch etwas umzustellen. Im Moment konnte ich auch nicht daran rumbasteln, ich musste mich schließlich auf die Straße konzentrieren. Es dauerte ja auch nicht lange, bis wir bei Amy waren.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 12 Okt 2014, 11:59

Amy
Ich bemerkte Florians zufriedenes Grinsen, als er nun die Beifahrertür schloss. Durch die Fensterscheibe blickten wir uns an, und ich sah, wie er den Kopf schüttelte. Sein leises Lachen war gedämpft bis ins Innere des Autos zu hören. Das brachte auch mich zum Lachen. Bald war Florian aus der Garage verschwunden, und ich vertrieb mir die Zeit damit, den heutigen Tag Revue passieren zu lassen. Sonderlich viel war noch nicht passiert - es war ja auch erst halb zwei oder so - aber dennoch genug, um sich darüber Gedanken zu machen. Ich war heute relativ spät aufgestanden - für meine Verhältnisse, denn für Florians Verhältnisse war es früh. Wie jeden Samstag hatte ich mit meinem Vater und meinem grossen Bruder Luke gemütlich gefrühstückt, hatte geduscht und mir die Haare gewaschen und mich angezogen. Danach war ich eine Runde mit unserem Hund Cookie spazieren gegangen. Als ich wieder zurückgekehrt war, hatte ich die wenigen Hausaufgaben erledigt, die wir aufhatten, und es mir danach mit einem Buch auf dem Sofa bequem gemacht. Noch vor dem Mittagessen hatten mein Vater, Luke und Cookie das Haus verlassen. Sie wollten irgendeine Ausstellung besuchen, und eigentlich wäre ich mitgegangen, wenn ich mich nicht mit Florian hatte treffen wollen. So war ich alleine zu Hause geblieben, hatte gegessen und hatte weiter gelesen. Weil ich so in mein Buch vertieft gewesen war, merkte ich erst um etwa 12:50 Uhr, dass ich mich langsam auf den Weg machen sollte. Rasch hatte ich meine Umhängetasche gepackt, das Nächstbeste angezogen, was da war, und hatte das Haus verlassen. Dann war ich bei unserer Birke gewesen und hatte auf Florian gewartet. Mir fiel wieder ein, wie er mich hatte auffangen können, als ich dachte, es sei schon zu spät. Wie zum Teufel hatte er das geschafft? Ich wusste es nach wie vor nicht. Ich grübelte immer noch darüber nach, als Florian zurück in die Garage kam. Er setzte sich hinters Steuer und legte seinen Gurt an. Ich tat es ihm nach und bemerkte dann, dass er mich ansah. Ich hob den Blick und schaute ihm ebenfalls in die Augen. Er verkündete, dass die nächste Station das Haus der Flemings war. Also mein Zuhause. Ich konnte nicht anders, sondern musste sein Grinsen erwidern. Ich hätte ihm schon längst wieder verziehen, wenn ich denn jemals sauer auf ihn gewesen wäre. War ich aber nicht. Auf Florian konnte ich einfach nicht sauer sein. Natürlich ärgerte ich mich zwischendurch über ihn, vor allem wenn er meinte, mich wieder einmal ärgern zu müssen. Aber so richtig sauer war ich nie auf ihn. Während Florian aus der Garage fuhr, drückte ich auf den Knöpfen des Radios herum, bis ich einen mir passenden Song fand. Ich wippte leicht mit dem Fuss mit, als mein bester Freund seinen Audi nun sicher in die Richtung meines Zuhauses lenkte. Florian war ein sehr guter und sicherer Autofahrer, und wenn ich dann Autofahren lernen würde, würde ich mir ihn als Vorbild nehmen. Das stand für mich schon jetzt fest. Bald parkte Florian dann auch in unserer Auffahrt. Mit dem Auto dauerte die Fahrt nicht einmal fünf Minuten. Zu Fuss war der Weg schon etwas länger. "Bin gleich wieder da", meinte ich nun grinsend zu Florian, als ich mich abschnallte, nach meiner Tasche griff und ausstieg. Ich lief die wenigen Meter zur Haustür hinüber, öffnete diese und verschwand im Haus.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 12 Okt 2014, 12:44

Florian
Langsam hatte ich meinen Wagen in die Auffahrt zu Amys Haus gelenkt. Ich hatte mir nicht die Mühe gemacht, die Handbremse zu ziehen, schließlich würde es nicht lange dauern. Stattdessen hatte ich den Rückwärtsgang eingelegt, aber trotzdem den Motor abgestellt. Der Umwelt tat es nicht gut, wenn der Motor lief und Benzin verbrauchte er dabei auch. Als Amy sich abschnallte, meinte sie grinsend zu mir, dass sie gleich wieder da wäre. Sie hatte die Türe geöffnet und ich sah ihr nach, wie sie im Haus verschwand. Entspannt lehnte ich mich zurück und stellte das Radio etwas leiser. Bei der Lautstärke machte es einen erheblichen Unterschied, ob der Motor lief oder nicht. Während ich auf Amy wartete, sah ich mich etwas um. Die Garage befand sich vor mir, sie war geschlossen. Ich wusste also nicht, ob Luke und ihr Vater zuhause waren. Doch das sollte mich in diesem Moment auch nicht interessieren. Mein Blick wanderte weiter zum Haus. Es war mir so vertraut. Wie oft war ich schon dort gewesen? Ich kannte es inzwischen so gut wie mein eigenes. Wen wunderte es auch? Ich kannte Amy und Luke seit dem Kindergarten. Daraus konnte man nur logisch schlussfolgern, dass ich schon millionen mal dort drin gewesen sein musste. Ich kannte auch ihren Hund Cookie. Der Australian Shepherd war ein aufgewecktes Kerlchen, das musste ich schon zugeben. Ich wusste nichteinmal, ob er zuhause war. Doch, wie auch schon zuvor, was interessierte es mich? Für unseren heutigen Tag war diese Information unwichtig. Ich sah' auf die Uhr. Amy würde sicherlich gute fünf Minuten brauchen, bis sie in ihrem Zimmer war. Ich wusste jedoch nicht, wo sie ihr Geld immer hinlegte. Ich brauchte es auch nicht zu wissen. Über Geld sprach man schließlich nicht. Ich versuchte,  mich auf den Ball zu konzentrieren. Es war dieses Jahr gerne gesehen, wenn man mit Begleitung auftauchte. Ich hatte noch keine und ich wusste auch nicht, wen ich hätte fragen sollen. Es machte mir auch nichts aus, alleine zu gehen. So musste ich immerhin nicht darauf achten, dass mein Anzug farblich auf das Kleid meiner Ballpartnerin abgestimmt war. Obwohl man mit einem schlichten, schwarzen Anzug nie etwas falsch machen konnte. Einen Anzug fand ich in jedem Kleidergeschäft München's. Doch wo sollten wir Amy's Kleid auftreiben? In den normalen Bekleidungsläden, wie zum Beispiel H&M, C&A oder auch New Yorker, fanden wir mit Sicherheit kein Wiener Ballkleid. Dafür müssten wir sicherlich in irgendeine Botique. Nur kannte ich mich damit überhaupt nicht aus. Ich wusste nichteinmal, welche Botiquen sich in München befanden, geschweige denn, wie sie hießen oder wo genau ihr Standort war. Und viel wichtiger: Welche davon hatte schon Wiener Ballkleider? Vielleicht hatte sich Amy darüber ja schon Gedanken gemacht. Ich würde sie nachher fragen, dessen war ich mir sicher. Spätestens, wenn ich meinen Audi irgendwo in München geparkt hatte und wir uns auf den Weg machen würden. Bis dahin, wartete ich einfach weiterhin auf Amy und schloss für einen kurzen Moment die Augen.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 12 Okt 2014, 13:04

Amy
Ich fand das Haus leer vor. Natürlich. Ich hatte es ja vor nicht einmal einer Stunde leer verlassen. Und dass Papa, Luke und Cookie in dieser Zeit schon zurückgekehrt waren, hatte ich nicht erwartet, deshalb war ich auch nicht weiter überrascht. Ich zog die Haustür hinter mir zu, aber nicht richtig ins Schloss, weil ich ja gleich wieder rausgehen würde. Schnell schlüpfte ich aus meinen Winterstiefeln und der Jacke, liess beides im Flur liegen und rannte die Treppe hoch in den ersten Stock. Dort befanden sich drei Schlafzimmer, ein Bad sowie das Büro meines Vaters. Ich lief geradewegs zu meinem Zimmer, blieb vor meinem Schrank stehen und öffnete die Türen. Oh Gott, wo hatte ich meine Winterjacken auch hingetan? Ich musste ein bisschen in meinen Klamotten herumwühlen, doch schliesslich fand ich eine meiner Winterjacken. Ich nahm sie heraus und schlüpfte sogleich hinein. Dann griff ich nach meiner Umhängetasche, die ich beim Hereinkommen auf das Bett geschmissen hatte. Darin befanden sich mein Handy, mein Portemonnaie, Schlüssel, eine Packung Papiertaschentücher, eine Flasche Wasser, eine Notfallapotheke - bei meiner Ungeschicktheit brauchte ich die - sowie die Tafel Schokolade, die ich vorher eingesteckt hatte. Ich gönnte mir noch ein Stück davon, ehe ich mich meinem Bücherregal zuwandte. Es war mit Büchern vollgestopft, und ich bräuchte schon längst einmal ein neues, aber die Gelegenheit, eines anzubringen, hatte sich bis jetzt nicht ergeben. Die andere Möglichkeit war, dass ich ein wenig 'ausmistete' - aber ich brachte es nicht übers Herz, auch nur ein Buch wegzuschmeissen. Unser Keller war auch bereits voll mit Büchern von mir, dass dort kein Platz mehr war, um noch mehr Bücher zu verstauen. Und so war mein Bücherregal dementsprechend übervoll. Hinter ein paar meiner Lieblingsbüchern hatte ich eine kleine, schmale Dose versteckt, wo ich mein Bargeld aufbewahrte. Diese Dose nahm ich nun hervor und überlegte, wie viel Geld ich ungefähr brauchen würde. Ich nahm einfach mal so viel heraus, dass es sicherlich reichen würde. Die Dose verstaute ich wieder hinter meinen Lieblingsbüchern, das Geld tat ich in mein Portemonnaie. Ich packte alles in meine Umhängetasche, verliess mein Zimmer und stürmte die Treppe herunter. Ich hätte besser etwas langsamer machen sollen, denn ich stolperte auf der zweituntersten Stufe. Ich hatte keine Zeit mehr, mich irgendwo festzuhalten, und Florian wartete leider draussen im Auto auf mich. So knallte ich auf den Boden. Autsch. Es war nicht mein erster Sturz von der Treppe - und wäre bestimmt nicht mein letzter - aber es tat jedes Mal weh. Immerhin waren es nur zwei Stufen gewesen. Ich fluchte leise vor mich hin, rieb mir mein schmerzendes Knie und kam wieder irgendwie auf die Beine. Dann schlüpfte ich wieder in meine Winterstiefel, hängte meine Übergangsjacke auf - die Winterjacke trug ich ja schon - und verliess schliesslich das Haus. Ich schloss die Haustür ab, dann lief ich zurück zu Florians Auto und liess mich auf den Beifahrersitz sinken. Die Tasche verstaute ich zu meinen Füssen, bevor ich mich anschnallte. Ich versuchte, mich zusammenzureissen, und schenkte Florian ein Lächeln. Es war ein wenig gequält, weil mein Knie immer noch schmerzte. "Bin wieder da", teilte ich ihm unnötigerweise mit. Mein 'Ausflug' ins Haus hatte - trotz dem Sturz - nicht einmal fünf Minuten gedauert.
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BeitragThema: Re: PRS - Der ganz normale Wahsinn - Nadine und Sarah   So 12 Okt 2014, 14:48

Florian
Die Haustüre hatte sich geöffnet und Amy war herausgekommen. Kaum hatte sie die Türe verschlossen, saß sie schon wieder auf dem Beifahrersitz. Ich lächelte sie an. Sie teilte mir lächelnd mit, dass sie wieder da sei. Doch irgendetwas störte mich an ihrem Lächeln. Ich sah ihr in die Augen, die leicht gequält aussahen. "Was ist da drin passiert?", fragte ich sie deshalb. Sie musste wohl wieder irgendwo dagegen gelaufen oder gestolpert sein. Ich kannte sie schließlich lange genug, um soetwas beurteilen zu können. Trotzdem zündete ich den Motor und fuhr langsam rückwärts aus der Einfahrt heraus. Samstag Mittags waren nicht viele Autos unterwegs. Ich hatte also nicht anhalten müssen oder mich sonderlich beeilen, von der Stelle zu kommen, weil ein Auto hinter mir warten würde. Gemächlich legte ich den ersten Gang ein und lies die Kupplung kommen. Ich spürte, wie sie griff, trat etwas aufs Gas und schaltete in den zweiten Gang. Ich mochte meinen Audi. Er sah nicht nur super aus, er war auch wirklich unkompliziert zu fahren. Anders als beispielsweise ein Ford. Wie ich diese Autos hasste! Ich hatte Amy schon eingeschärft, sie dürfe sich nie einen Ford kaufen. Diese Autos waren, meiner Meinung nach, viel zu empfindlich. Ich hatte ihr auch schon vorgeschlagen, sie dürfe mit meinem Auto ein wenig üben, bevor sie ihre erste Fahrstunde hatte. Allmählich fragte ich mich, wann es soweit sein würde. Sie war schließlich schon siebzehn. Sie hätte schon mit sechzehn einhalb anfangen können. Mit siebzehn durfte sie dann in Begleitung ihres Vaters Autofahren. Ich hatte dies vor zwei Jahren in Anspruch genommen. Schließlich wirkte es sich auch positiv auf die Autoversicherung aus - die wurde dann etwas günstiger, als sie es sonst bei Fahranfängern war. Trotzdem war es immernoch mehr, als bei meinem Vater. Als ich nach rechts abbog, um auf die Bundesstraße zu gelangen, sah ich - man konnte sagen 'gezwungenermaßen' - Amy an. Sie sah immernoch etwas gequält aus. Mit hoher Wahrscheinlichkeit war sie irgendwo im Haus gestolpert. Mich wunderte es nicht. Vorallem heute schien sie fast magisch vom Boden angezogen zu werden. Ich wartete zwar immernoch auf eine Antwort, was ihr im Haus passiert war, trotzdem fragte ich: "Weißt du, wo es solche Ballkleider gibt?". Ich sah sie dabei jedoch nicht an. Auf der Bundesstraße war wesentlich mehr Verkehr, was eine höhere Konzentration meinerseits erforderte. Dazu kam die Tatsache, dass sich auch Glatteis oder Frost auf der Straße befinden konnte. War man einen Moment unachtsam, konnte ein Reifen ausbrechen und das ganze Auto begann sich zu drehen. Im Winter, machte ich mir manchmal einen Spaß daraus. Wenn der Schnee Zentimeterhoch lag, dann fuhr ich gerne auf die Feldwege um ein wenig zu driften. Das hatte ich jedoch noch nie mit Amy gemacht. Mir war das Risiko einfach zu hoch, dass ich die Kontrolle verlieren könnte und Amy etwas zustoßen würde. Das könnte ich mir niemals verzeihen. Schließlich musste ich auf sie Acht geben.
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