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 Sarahs kleine Geschichtensammlung

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BeitragThema: Sarahs kleine Geschichtensammlung   Di 09 Feb 2016, 19:25

Hey (:

Ich habe gedacht, ich erstelle mal einen Ordner für meine Geschichten. (:
Rückmeldungen - egal ob Lob oder Kritik - sind immer gerne gesehen. ;D

Viel Spass beim Lesen! (:

GLG
Sarah

Das Kopieren meiner Geschichten oder einzelner Teile davon ist streng verboten.
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BeitragThema: Re: Sarahs kleine Geschichtensammlung   Di 09 Feb 2016, 19:31

Kurzgeschichte

Die weisse Rose


Sie war bereit.
Stundenlang hatte sie sich auf diesen Moment vorbereitet. Alleine, um das perfekte Outfit zu finden, hatte sie beinahe eine Stunde benötigt. Am Ende hatte sie sich für ein knielanges, blaues Kleid, bequeme Sandalen und eine kleine Handtasche entschieden. Ihr Haar hatte sie kunstvoll hochgesteckt, ihre Augen und Lippen dezent geschminkt. Die weisse Rose, ihr Erkennungszeichen, hatte sie ins Haar gesteckt, für alle gut sichtbar. Insgesamt war es ein süsses Outfit, nicht übertrieben. Sie hoffte sehr, sie würde ihm gefallen.
Ob sie mit ihrem Erscheinungsbild ins Schwarze getroffen hatte oder nicht, wüsste sie erst, wenn sie ihn sah. Sie wusste ja nicht einmal, mit wem sie sich treffen würde. Normalerweise handelte sie so, dass sie möglichst alles unter Kontrolle hatte, und Spontaneität war ein Fremdwort für sie. Doch die Neugier war grösser gewesen als der Wunsch, vernünftig zu sein, als sie vor ein paar Tagen eine geheimnisvolle Nachricht erhalten hatte.

Triff' mich am Freitag um 20:00 Uhr im "Chez Roman". Erkennen wirst du mich anhand der weissen Rose an meinem Anzug.
Dein heimlicher Verehrer


Und nun sass sie tatsächlich an einem Tisch in besagtem Restaurant und wartete auf ihn. Weil sie damit gerechnet hatte, dass es in der Innenstadt viel Verkehr haben könnte, war sie früh aufgebrochen. Trotzdem war sie zehn Minuten vor der verabredeten Zeit angekommen. Sie hatte nicht draussen in der Kälte warten wollen und war deshalb schon einmal hineingegangen. Dem Kellner gegenüber hatte sie gestehen müssen, dass sie nicht wusste, auf welchen Namen ihr Tisch reserviert war. Den jungen Mann schien das zum Glück nicht zu stören: Er führte sie zu einer Nische im hinteren Teil des Restaurants. Eine Vase mit weissen Rosen stand auf dem gedeckten Tisch. Hier war sie richtig.
Mittlerweile war es 20:05 Uhr. Sie machte sich keine Sorgen darum. Jeder konnte mal zu spät kommen. Vielleicht hatte er nicht damit gerechnet, dass es in der Innenstadt so viel Verkehr haben könnte. Vielleicht hatte er sich verfahren, oder verlaufen. Vielleicht war es aber auch ein raffinierter Schachzug von ihm, und er kam absichtlich ein paar Minuten zu spät, um sie noch neugieriger auf sich zu machen. Letzteres konnte sie nicht ausschliessen. Immerhin hatte sie keine Ahnung, um wen es sich bei ihrem heimlichen Verehrer handelte.
Zwanzig Minuten später sass sie noch immer alleine am Tisch. Der Kellner war schon zwei Mal vorbeigekommen, um sich nach ihren Getränkewünschen zu erkundigen. Sie hatte ihn fortgeschickt, mit der Begründung, dass sie auf ihren Begleiter warten wolle. Vielleicht war der Verkehr stärker als angenommen. Vielleicht hatte es irgendwo einen Unfall gegeben, und er war aufgehalten worden. Nachdenklich strich sie den Rock ihres Kleides glatt. Als dieser praktisch faltenfrei war, begann sie, das Besteck vor sich hin- und herzuschieben. Bestimmt würde er gleich kommen.
Selbst eine Stunde später hatte sie ihren Optimismus noch nicht verloren. Ein Glas Wasser hatte sie sich in der Zwischenzeit jedoch gegönnt. Ihr heimlicher Verehrer wollte sicherlich nicht, dass sie verdurstete. Wie er wohl aussah? Sie sinnierte über diese Frage, während sie an ihrem Wasser nippte. Ob sie ihn kannte? Oder war es ein Fremder? Und was gefiel ihm so an ihr, dass er sie in eines der teuersten Restaurants der Stadt einlud? Sie fand auf keine ihrer Fragen eine Antwort. Das würde erst der Fall sein, wenn er einträfe.
Es kamen immer wieder Leute an ihrem Tisch vorbei. Meistens waren es gut gekleidete, attraktive Männer in Begleitung einer ebenso attraktiven Dame. Wenn einmal ein Herr ohne Begleitung erschien, hielt sie Ausschau nach einer weissen Rose an seinem Anzug. Sie konnte bei niemandem eine entdecken. Ihre Enttäuschung wuchs von Minute zu Minute. Hatte er sie etwa vergessen? Oder hatte er sich anders entschieden und wollte sie doch nicht zum Essen ausführen? Selbst wenn es einen riesigen Stau gegeben hätte, er hätte doch längst hier sein müssen!
Gelächter und einzelne Gesprächsfetzen von Tischen in ihrer Nähe drangen an ihre Ohren. Man unterhielt sich, diskutierte, erzählte. Man lachte, witzelte, amüsierte sich. Nur sie, sie sass noch immer alleine an ihrem Tisch und wartete. Noch hatte sie die Hoffnung nicht aufgegeben. Wenn sie jetzt ginge, würde er vielleicht ein paar Minuten später auftauchen. Und dann? Dann würde sie niemals erfahren, wer ihr heimlicher Verehrer war.
Um 22:30 Uhr brachte der Kellner unaufgefordert eine Mousse au chocolat an ihren Tisch. Sie wollte sie zurückgeben, doch der Kellner winkte ab und verschwand im nächsten Moment wieder. Seufzend griff sie nach dem Löffel und begann zu essen. Selbst wenn er gleich auftauchen würde, wäre es mittlerweile vermutlich zu spät, um noch ein gesamtes Menu bestellen zu können. Er war selber schuld, wenn er sich so lange nicht blicken liess. Wenn er noch etwas essen wollte, müssten sie irgendwo anders hingehen, in eine Bar oder ein Fast-Food-Restaurant. Wenn es nach ihr ginge, hätten sie sich auch zu einem Snack in der Imbissbude um die Ecke verabreden können. Alles wäre ihr recht gewesen, solange sie erfuhr, wer er war.
Ihre Mousse war schon längst aufgegessen, ihr Glas leer, als der Kellner erneut an ihren Tisch kam. Er entschuldigte sich und bat sie zu gehen, das Restaurant schliesse in wenigen Minuten. Widerstrebend zog sie ihren Mantel an und ging durch das leere Restaurant zum Ausgang, jedoch erst, nachdem sie dem Kellner ein grosszügiges Trinkgeld auf dem Tisch liegen gelassen hatte. Sie trat in die kühle, dunkle Nacht hinaus, als sie unter dem Absatz ihres Schuhs etwas spürte. Verwirrt wich sie einen Schritt zurück und sah auf den Boden. Da, im Licht der Strassenlaterne, konnte sie einen Gegenstand erkennen. Es war eine Blume. Eine weisse Rose.

*~*
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BeitragThema: Re: Sarahs kleine Geschichtensammlung   Di 09 Feb 2016, 19:37

Kurzgeschichte

Das Schneepferd


Träume gehen in Erfüllung, wenn man nur fest genug daran glaubt. Das pflegt meine Großmutter Leila regelmäßig zu sagen. Ich weiss nicht, ob sie Recht hat oder nicht. Bis jetzt ist jedenfalls keiner meiner Träume in Erfüllung gegangen. Doch in einem bin ich mir ganz sicher: Leila hat noch niemals gelogen, wenn sie mir so etwas erzählt hat. Ein Funke Wahrheit ist an diesem Zitat also auf jeden Fall dran. Nur… gilt diese Aussage für alle Menschen? Und in diesem Fall: auch für mich?
Wenigstens ein Traum von mir scheint dieses Jahr in Erfüllung zu gehen: der Traum von weißen Weihnachten. Wie ich es doch als Kind geliebt habe, im Schnee herumzutollen und zu rodeln. Aber am allermeisten hat mir immer das Schneemannbauen gefallen. Zusammen mit meinen Freunden habe ich unzählige Schneemänner und andere Wintergestalten gebaut und mich am nächsten warmen Tag über das geheimnisvolle Verschwinden dieser Figuren gewundert.
Und genau mit so einer Schneefigur fängt meine Geschichte an.
Heute ist ein wunderschöner, sonniger Wintertag. Ich sitze im Stadtpark und beobachte die Leute um mich herum. Die meisten von ihnen sind super drauf – kein Wunder, heute ist Sonntag und somit ein freier Tag. Ein paar der vorbeigehenden Menschen gucken ziemlich dumm aus der Wäsche, als sie mich sehen, und sind erst recht verwirrt, wenn ich ihnen dann auch noch ein Lächeln schenke. Und wenn sie dann auch noch den Kopf schütteln, muss ich aufpassen, dass ich nicht vor Lachen vom Schneepferd kippe. Ja, ihr habt richtig gelesen, ich sitze weder auf einem Stuhl noch einer Bank, sondern auf einem Schneepferd. Und wenn ihr den ersten Teil meiner Geschichte gründlich durchgelesen habt, so ist es kein großes Wunder, wenn ich euch erzähle, dass ich dieses Schneepferd gebaut habe. Okay, okay, nicht ganz alleine – mein bester Freund Matt hat mich dabei tatkräftig unterstützt. Zusammen haben wir ein richtig tolles Schneepferd zum Leben erweckt. Ein Wunder, dass es immer noch steht – bei den ganzen Leuten, die hier im Park ein- und ausgehen.
Meine Gedanken wandern zurück zum vergangenen Nachmittag. Über Nacht hatte es kräftig geschneit und gleich am Morgen hatte Matt mich angerufen und gefragt, ob ich an diesem Nachmittag schon etwas vorhätte. Wir hatten uns für zwei Uhr beim Parkeingang verabredet. Zuverlässig, wie er eben ist, ist Matt pünktlich dort gestanden. Nur musste er dort ganze zehn Minuten auf mich warten, weil sich mein Bus verspätet hatte. Wie ich dieses Bussystem doch hasse! Auf jeden Fall hatte ich es dann doch noch geschafft, zum Park zu kommen. Dort hatten Matt und ich keine weitere Zeit mehr verloren und sofort begonnen, einen „Plan“ für unser Projekt anzufertigen. So einfach ist es ja nicht, Schneefiguren zu bauen – und dann noch das von mir vorgeschlagene Schneepferd.
Zwei Stunden später stand das provisorische Modell. Nach einer Pause in Form einer ausgiebigen Schneeballschlacht kehrten Matt und ich zu unserem Projekt zurück und begannen, Details auszuarbeiten. Das Schneepferd bekam Augen, Nüstern, Maul, Mähne, Schweif, Beine und Hufe. Als es am Horizont schon langsam dunkler wurde, wischten Matt und ich uns den Schnee von den Handschuhen und betrachteten unser fertiges Werk. Es war genau so, wie ich es mir vorgestellt hatte. Wahrscheinlicher war es jedoch, dass es noch viel schöner geworden war.
Um diesen Moment beziehungsweise das Schneepferd für die Ewigkeit festzuhalten, kramte Matt seinen Fotoapparat heraus und bat eine Passantin, ein Foto von uns und dem Schneepferd zu machen. Lächelnd griff sie nach der Kamera, während Matt und ich uns zu unserer Anfertigung begaben. Etwas ratlos starrte ich das Schneepferd an. Am besten würde das Foto wohl werden, wenn Matt und ich uns draufsetzen würden. War das nur eine Einbildung von mir oder war das Schneepferd plötzlich gewachsen? Wie sollte ich mit meiner geringen Größe bloß da heraufkommen?
Ehe ich weiter überlegen konnte, spürte ich kräftige Arme, die mich scheinbar mühelos in die Höhe hoben. Ich konnte Matts Atem an meinem Ohr spüren, als er flüsternd meinte, dass es so vielleicht einfacher wäre. Lachend gelangte ich schließlich auf das Schneepferd. Matt sprang hinter mich auf den Rücken des Pferdes und legte die Arme um meine Taille. Wange an Wange lächelten wir zu der Passantin herüber, die ein Foto nach dem anderen schoss. Sie wollte wohl auf jeden Fall ein gutes Bild von uns schießen. Oder war es etwas anderes, das sie vergnügt lächeln ließ? Schließlich bedankten sich Matt und ich uns für ihre Hilfe, rutschten von unserem Schneepferd herunter und verabschiedeten uns wenig später voneinander.
Und jetzt sitze ich wieder auf genau diesem Schneepferd und warte auf Matt. Es ist Montagnachmittag, ein verschneiter Tag in den Weihnachtsferien, und außer zwei Müttern und ihren Kindern kann ich niemanden sehen. Ich weiss zwar nicht wieso, doch auf einmal breitet sich ein dümmliches Grinsen auf meinem Gesicht aus. Ich schüttele den Kopf über mein blödes Verhalten. Zum Glück haben die beiden Frauen mir den Rücken zugewandt, um ihren Kindern beim Spielen zuzusehen.
Im nächsten Moment werde ich von hinten gepackt und vom Schneepferd heruntergerissen. Entsetzt schreie ich auf, als ich spüre, dass mein Peiniger das Gleichgewicht verliert. Jetzt ist er es, der aufkeucht, als ich direkt auf ihm lande. Einen Augenblick lang bleibe ich liegen, weil ich einfach nicht weiss, was ich tun soll. Um Hilfe schreien? Davonrennen? Mich verteidigen? Da ertönt unter mir ein vertrautes Lachen. Verwirrt drehe ich mich um und rolle von meinem Peiniger herunter – der kein anderer als mein bester Freund ist. Ich hätte es wissen müssen.
Plötzlich kann ich auch nichts anderes mehr tun, als zu lachen. Matt und ich lachen, bis uns der Atem ausgeht und der Bauch schmerzt. Und selbst dann schaffen wir es noch nicht, aufzuhören, erst recht nicht, als wir die verdutzten Blicke der Mütter bemerken. Sie sagen irgendetwas zu ihren Kindern und verschwinden. Etwas später schaffen wir es dann doch zur Ruhe zu kommen und richten uns auf. „Ich hab’ was für dich, Mila“, meint Matt da plötzlich, greift in seine Jackentasche und bedeutet mir, die Augen zu schließen.
Ich tue es und spüre, wie etwas Kaltes meinen Hals und mein Dekollete berührt. Als ich die Augen wieder aufschlage und herunterschiele, erkenne ich eine silberne Kette. Eine silberne Kette mit einem Anhänger in Form eines Pferdes.
Ich sehe zu Matt herüber, erkenne einen funkelnden Ausdruck in seinen vertrauten, dunkelblauen Augen und weiss, dass die nächste Zeit sehr spannend werden wird. Und wer weiss, vielleicht wird ein anderer meiner Träume in Erfüllung gehen.

*~*
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Soulweeper

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BeitragThema: Re: Sarahs kleine Geschichtensammlung   So 09 Okt 2016, 14:38

Gerade festgestellt, dass die Themen jetzt alle offen sind Shocked

Zu der ersten Geschichte: Ich mag sie. Einen kleinen Tippfehler habe ich gefunden, aber der war ganz am Anfang. Der Rest der Geschichte hat mich irgendwie "gefesselt" und mir hat die Person wirklich leid getan. Und ich möchte wissen, wieso der Verehrer nicht gekommen ist ._. So viele offene Fragen...will Sie es immer noch wissen? Ist sie sauer auf ihn? Es macht irgendwie nicht den Eindruck. Hat er sie verarscht? Hatte er Angst? ist irgendwas passiert? ._.

Die zweite Geschichte kenn' ich noch aus den "alten Zeiten" Razz
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